„Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele sich darin wohlfühlt“ (Winston Churchill)

Ich gehe gemütlich, wie des Öfteren, durch den Realmarkt spazieren. Ob man will oder nicht, der Flut von Markenprodukten der Extraklasse kann man kaum entkommen. „Ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“ wird einem da erzählt. „NATÜRLICH“, „light“, „fettarm“, „neue Rezeptur“.

Hat sich schonmal jemand gefragt, was mit dem Käse passieren muss, damit er kein Fett mehr hat? Oder was Käse eigentlich ist? Alte Milch? Wieso schmeckt der Erdbeerjoghurt eigentlich nach Erdbeere, obwohl gar keine drin ist? Was ist Glutamat und warum ist es so böse?

Und ist es wirklich einfacher und billiger das Tütenfix zu kaufen, als frisch zu kochen?

‚Maggi Fix für Wiener Schnitzel‘

Was zur Hölle ist da eigentlich drin?! Paniermehl?! Salz? Pfeffer? WER braucht sowas?! Oder viel besser gefragt: Trauen sich die Menschen einfach nicht mehr zu kochen? Das ständige Gepredige in Dauerbeschallung von Lafer, Schubeck und wie sie nicht alle heißen über Piperine, Leinenöl, Salzen vor oder nach dem Braten – Wer blickt denn da noch durch, wie es eigentlich richtig geht? Es kommt am Ende immer darauf an, wen man fragt. Aber fragen tut ja keiner mehr. Stattdessen gibt es die neuen Küchenchefs Maggi und Knorr. Barilla, Dr. Oetker, Wagner und Erasco gesellen sich dazu. Bieten immer wieder ’neue Kreationen‘, ‚Gourmet‘-Varianten und ‚original italienische‘ Rezepturen an.

Kochen heißt scheinbar: Mikrowelle auf, Glas rein und ab dafür. Nudeln kochen klappt dann gerade noch so, steht ja auf der Packung wie’s geht. Dass so ein Glas Fertigsoße im Schnitt 2,99 kostet und für 3 Portionen reicht ist ja ‚günstig‘ – Eine selbstgekochte Tomatensoße kostet in etwa in der gleichen Menge einen Euro.

Ganz freisprechen kann ich mich von dem Fix-Wahn auch nicht. Auch in meiner Küche gibt es alle paar Wochen mal eine TK-Pizza und eine Dose mit Instant-Gemüsebrühe steht auch immer da. Hätte ich unbegrenzt Stauraum und Zeit, würde ich vermutlich auch meine Gemüsefonds und ähnliches frisch kochen und einwecken – aber für solche Späßchen hab ich noch Zeit wenn ich alt bin. Bis dahin ist meine Devise eine ganz einfache: Kochen was schmeckt, wissen wo’s her kommt und schmecken was drin ist. Kein Einheitsgeschmack und künstlicher Aromencoktail – Frische Kräuter, frische Zutaten. Wenn möglich regional und saisonal kochen. Das unterstützt nicht nur die Wirtschaft sondern bringt auch die Geschmacksknospen richtig auf Trab.

Als ich vor 3 Jahren aufgehört habe Tütensuppen und -soßen zu kochen, musste ich anfangs heftig nachwürzen und viel mit Instantbrühe als „Gewürz“ arbeiten. So sehr war mein Körper an die zusätzlichen ‚Aromen‘ gewöhnt. Heute kriege ich keine Tütensuppe mehr runter, weil ich tatsächlich wieder schmecken kann wonach sie schmeckt: Chemie.

Da ich es so unglaublich schade finde, dass so viele Leute diesen Fertigmüll für Essen halten, ist meine vorrangige Ambition hinter diesem Blog zu inspirieren. Lust zu machen auf Kochen. Auf leckeres, selbstgemachtes Essen. Sich die Zeit zu nehmen Zutaten kennenzulernen und das Warum hinter den einfachen Prozessen zu begreifen. In den letzten Jahren habe ich oft und gerne für Freunde und andere gekocht. Hierbei wurde ich ständig nach meinen Rezepten gefragt. Eigentlich koche ich immer aus dem Handgelenk, habe aber auf Grund der wiederholten Nachfrage angefangen meine Rezepte aufzuschreiben und teilweise Fotostrecken dazu anzulegen. Zu dem mitlerweile recht großen Rezeptfundus und meiner ständigen Neugierde neue Sachen auszuprobieren kommt ein angelesener Faktenberg mit mehr oder minder nützlichem Inhalt den ich nun gerne allen die es interessiert zur Verfügung stellen möchte.

Dazu werde ich hier einige meiner Lieblingsrezepte posten – die meisten habe ich selbst im Laufe der letzten Jahre entwickelt oder angelehnt an Rezepte anderer verändert (meist von meiner Lieblingsrezeptdatenbank chefkoch.de). Ab und an wird es hilfreiche Tipps und Tricks geben, wie man im Küchenchaos nicht völlig versinkt oder wie einige ‚Basics‘ funktionieren (wie schneidet man eine Zwiebel richtig? Warum klumpt die Bechamelsoße immer?…).

Damit beschließe ich diesen ersten Posten mit dem Aufruf an alle künftigen Leser:

Traut euch. Traut euch zu kochen, inspiriert zu sein, selbst zu inspirieren. Traut euch Fragen zu stellen, auch wenn sie noch so „blöd“ wirken werde ich gerne versuchen sie zu beantworten. Natürlich dürfen auch gerne Rezepte nachgefragt werden – der ein oder andere wurde ja schon einmal von mir bekocht.

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