Frühling lässt sein blaues Band: Bärlauch!

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!
(Eduard Mörike)

 

Es ist Mitte April, die Sonne wechselt sich mit tief verhangenen Regenwolken ab und es grünt so grün, dass Mutter Natur uns einige ihrer schönsten und leckersten Geheimnisse offenbart.
Ein oft verkannter Vertreter dessen ist der Bärlauch. Er gilt als spargelartiges Gewächs, hat große, ovale Blätter und sollte unbedingt geerntet werden bevor er blüht. Bärlauch hat das typische Laucharoma im Geruch und bringt zu dem einen leichten Knoblauchgeschmack mit sich. Leider ist die Erntesaison ausschließlich von April bis Mai – dafür wächst er wild und kann in fast jedem Garten gefunden werden.

Achtung: Verwechslungsgefahr besteht allerdings zum hochgiftigen Maiglöckchen! Also vorsicht!

(links Maiglöckchen, rechts Bärlauch)

In der Küche gibt es die unterschiedlichsten Verwendungsmöglichkeiten für das Kraut. Ob als Gewürz, Teil eines Kräuterbouquets, Pesto oder Haupbestandteil eines Gerichts – Bärlauch ist durch sein einzigartiges Aroma immer genau erkennbar.

Heute will ich euch drei schnelle Varianten in Menüfolge vorstellen. Das Dessert ist zwar nicht wirklich ein solches, könnte aber von der Anti-Süß-Fraktion auch so gelten, daher beschließe ich das einfach so durchgehen zu lassen.
Leider gibt es keine diesmal keine Bilder dazu, da ich die Gerichte im Laden gekocht habe und keine Kamera dabei hatte…

    1. INTRO – Bärlauchcremesuppe

Wir brauchen:

  • etwa 100g Bärlauch, am besten frischen im Bund, es geht aber auch mit dem schon geschnittenen tiefgefrorenen
  • Gemüsezwiebel oder 2 normale Zwiebeln
  • ein Stich Butter und ca. 1 EL geschmacksneutrales Öl
  • ein Schuss Weißwein
  • 4 mittelgroße Kartoffeln
  • ein Becher Sahne
  • Gemüsebrühe

Die Zwiebel fein würfeln, Butter in einem großen Topf zerlassen, das Öl dazu geben und die Zwiebel darin goldbraun abraten.

Das Öl/Butter-Gemisch nimmt man, um das Butteraroma zu bekommen. Würde man nur in Butter braten, verbrennt diese und wird bitter!
Kartoffeln schälen und fein würfeln, zur Zwiebel geben und ganz kurz mitbraten (soll keine Farbe nehmen!). Mit dem Weißwein ablöschen und Wasser aufgießen, so dass die Kartoffelstücke gut bedeckt sind. In etwa 1 Liter Flüssigkeit sollte passen – seid allerdings lieber erst etwas sparsamer mit dem Wasser, flüssiger geht’s nachher immernoch. Wer sich entschlossen hat frische Gemüsebrühe zu verwenden benutzt natürlich diese anstatt von Wasser. Ansonsten wird die Instantbrühe jetzt dazugegeben.

Die Kartoffeln geben der Suppe die Grundstabilität. Hierbei kommt es nicht auf den kartoffeligen Geschmack an, sondern auf die Konsistenz.
Das Ganze etwa 20 Minuten kochen lassen. Die Kartoffelstücke sollen gut durch sein. Nun den Bärlauch fein hacken und für nicht mehr als 5 Minuten mitkochen.

Bärlauch verliert sein Aroma wenn er zulange Hitze ausgesetzt wird.

Die Suppe jetzt pürieren, Sahne aufgießen (nicht alles auf einen Rutsch, sondern nach Bedarf), noch einmal kurz (wenn Sahne zu lange kocht gerinnt sie/flockt aus) aufkochen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

  1. LEAD – Steaks mit Bärlauchkruste

Wir brauchen:

  • Steaks, je nach Lust und Laune. Entweder Schweinerückensteaks oder was leckeres vom Rind
  • etwa 50g Butter
  • 3 EL gehackter Bärlauch (gute Resteverwertung 😉 )
  • 2 TL süßer Senf
  • 2 TL mittelscharfer Senf
  • etwa 2 EL Paniermehl
  • Pfeffer und Salz

Butter anwärmen. Sie sollte nicht flüssig sein aber richtig weich. Beide Senfsorten dazugeben und gut durchrühren. Den Bärlauch mit unterrühren, salzen und pfeffern. Jetzt soviel Paniermehl einrühren, dass eine recht zähe Masse entsteht.
Die Steaks nach belieben braten (diesem Kapitel widme ich mich an anderer Stelle). Die Bärlauchpaste dick auf die Steaks streichen und anschließend im Ofen übergrillen.

Der Trick hierbei ist zum einen die süß-scharfe Senfkombination mit dem leicht knoblauch-lauchigem vom Bärlauch und zum anderen schmilz die eingearbeitete Butter beim Überbacken und sorgt für den Croûton-Effekt beim Paniermehl.

Wer dazu eine Soße essen möchte sollte auch hierbei wieder die Kombination von leichter Süße und etwas herbem aufgreifen. Gut vorstellen könnte ich mir eine Zwiebel-Sahne-Soße. Auf jeden Fall nichts zu aromenüberlastetes, das wäre sonst zu viel des Guten. Ich hab die Steaks mit einer kräftigen Bratensoße die ich mit Preiselbeeren und etwas Sahne verfeinert habe serviert. Dazu gab es Kroketten und Salat.

  1. FINE – Bärlauchpfannkuchen

Wir brauchen:

  • einen Bund Bärlauch, fein gehackt
  • 2 Eier
  • 150g Mehl
  • 300ml Milch
  • 100ml Mineralwasser mit Kohlensäure
  • Salz und Pfeffer

Die Eier mit einem Schneebesen oder Handrührer schaumig schlagen, Milch dazugeben. Unter Rühren das Mehl einstreuen und aufpassen, dass es keine Klumpen gibt. Nun den sehr fein gehackten Bärlauch dazugeben. Nach und nach Mineralwasser dazugießen. Der Teig sollte relativ dünnflüssig sein, aber genug Konsistenz behalten, dass der Bärlauch nicht einfach auf den Boden absinkt. Evtl. also nicht das ganze Wasser verbrauchen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. In einer großen Pfanne etwas Butter auf mittlerer Hitze schmelzen und eine Kelle Teig in der Pfanne zügig verteilen. Wenn die Oberfläche des Teiges stockt und nicht mehr nass ist, den Pfannkuchen vorsichtig wenden. Es ist übrigens ein ungeschriebenes Gesetz, dass der erste Pfannkuchen immer daneben geht. Also nicht ärgern.

Hierzu passt wunderbar eine frische, cremige Füllung. Zum Beispiel mit Frischkäse, Tomaten und Kochschinken, oder Schafskäsecreme und Paprika. Eventuell könnte ich mir auch gut etwas italienisch angehauchtes vorstellen mit Ricotta, eingelegten getrockneten Tomaten und Oliven.

UPDATE:
Nachdem ich die Pfannkuchen letzte Woche gemacht habe sein zwei Dinge hier noch angemerkt. Erstens empfiehlt es sich, den Bärlauch mit der Milch vorher zu pürieren, so dass er sich besser mit dem Teig verbindet und zweitens verändert sich durch den Bärlauch die Dichte des Teiges doch mehr als ich geplant hatte. Von daher den Teig einfach mit Wasser solange verlängern, bis die Konsistenz relativ flüssig ist, so dass der Teig schön dünn in der Pfanne verteilt werden kann. Wer dickere Pfannkuchen haben  möchte, lässt den Teig einfach entsprechend etwas dicker!

Nun habe ich wahnsinnigen Hunger bekommen und ärgere mich nichts von dem eben Beschriebenen im Haus zu haben. Naja vielleicht gibt es später noch süße Pfannkuchen mit Banane und Nutella. Mjam.
Als kleine Vorschau für die nächsten Posts sei schon mal verraten, dass in den nächsten Tagen ein Artikel zu Spargel und der perfekten Zubereitung kommen wird sowie auf Wunsch einer spezielen Dame mein Rezept für Hähnchencurry mit Apfel.

 

P.S. zum Schluss sei noch angemerkt, dass ich mich für die Bilder bei Wikipedia und lebensmittel-warenkunde.de bedient habe!

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