Familienrezept: Silvester der Stadtflüchtigen

Manchmal hilft mir alle Klugscheißerei der Welt nicht weiter und dann muss auch ich mal gestehen:

Ich habe keine Ahnung.

Warum dieses Gericht seinen Namen trägt, ist mir in den letzten Jahren immer ein Rätsel geblieben. Vor etlichen Jahren gab es das bei meiner Tante öfter als Geburtstagsessen und irgendwann habe ich angefangen es nachzukochen. Ein anderer Name dafür wäre:

Frikadellen in Steinpilz-Rotwein-Soße oder „Silvester der Stadtflüchtigen“

Wir brauchen:

Für die Frikadellen

  • 500-600g Gemischtes Gehacktes
  • 1 trockenes Brötchen
  • 1 Ei
  • 1 gehäufter TL Senf
  • Paprikapulver
  • Muskatnuss
  • Salz & Pfeffer
  • eine halbe Zwiebel, fein gehackt
  • ein kleiner Schuss Mineralwasser
  • wer das mag: gehackte Petersilie

Für die Soße

  • 25g getrocknete Steinpilze
  • 1 Zwiebel oder 4-5 Schalotten, fein gehackt
  • etwa ein Glas Rotwein, trocken
  • 1 Becher Créme Fraîche (etwa 200g)
  • Salz & Pfeffer
  • eine Prise Zucker

Außerdem

  • 1/2 Salatgurke
  • Dillspitzen, getrocknet

Eigentlich ist das Essen gar nicht so aufwändig, es dauert nur alles ein Weilchen – Timing ist alles.

Als erstes werden die Steinpilze mit einem halben Liter lauwarmen Wasser übergossen und auf Seite gestellt. Diese müssen ordentlich einweichen. Das trockene Brötchen wird in einer großen Schüssel ebenfalls mit warmem Wasser eingeweicht. (Bei beidem ist die Einweichzweit etwa eine halbe Stunde)

Danach ist es sinnvoll die Soße aufzusetzen. Hierzu werden die Zwiebeln/Schalotten in etwas Öl auf mittlerer Hitze in einem nicht zu kleinen Topf leicht goldbraun gebraten. Dann die Steinpilze ausdrücken und kurz mitbraten. Dies wird dann mit dem Rotwein abgelöscht und dem Einweichwasser der Pilze aufgegossen.

Achtung: Bei getrockneten Pilzen ist immer etwas Sand dazwischengekommen. Dieser lagert sich unten im Gefäß ab. Also entweder sehr vorsichtig das Wasser schütten, oder durch einen Teefilter kippen.

 Einen Deckel auf den Topf setzen und das Ganze gute 20 Minuten kochen lassen (halbe Hitze).

Währenddessen die Salat gurke schälen, längs in Scheiben schneiden, diese in Streifen und daraus feine Würfel schneiden. Die Gurkenwürfel in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze mit etwas Öl glasig/leicht braun braten. Klingt komisch, ist aber so 😉

Die gebratene Gurke anschließend in einer großen Auflaufform verteilen und mit etwa einem Teelöffel Dillspitzen bestreuen.

Das eingeweichte Brötchen gut ausdrücken und Hackfleisch, Ei, Zwiebel und die Gewürze dazugeben. Diesen Teig entweder mit den Händen oder den Knetaufsetzen des Mixers ordentlich kneten.

Je länger geknetet, desdo fluffiger und leckerer werden die Frikadellen – gute 5-10 Minuten sollte man dabei bleiben.

Man kann den Hackteig jetzt entweder roh probieren (auch wenn da jetzt Aufschreie bzgl. der Verträglichkeit von rohem Fleisch etc. kommen – bei frischem Fleisch ist das überhaupt kein Problem, da kleine Mengen von zu probieren) oder eine kleine Testfrikadelle braten, um den Gewürzgehalt abzuschmecken.

Anschließend den restlichen Hackteig zu Frikadellen machen, meine sind immer in etwa um die 50g schwer, so dass ich 10-12 Frikadellen aus der Menge bekomme. Da sich das Fleisch in der Hitze der Pfanne wieder zusammenzieht, die Frikadellen relativ flach machen. In einer großen Pfanne mit relativ viel Öl (damit die Hitze auch bis an die Ränder kommt) braten. Ich stelle den Herd immer erst auf 4/6 um sie außen anzubraten und dann auf 3 runter, damit sie innen durchgaren.

Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Währenddessen die Créme Fraîche, sowie Salz, Pfeffer und Zucker zur Soße geben und diese weiter 20 Minuten ohne Deckel kräftig kochen lassen. Die Soße anschließend abschmecken (Achtung, sie wird durch den Aufenhalt im Ofen und den Geschmack der Frikadellen noch etwas kräftiger)

Die fertig gebratenen Frikadellen in die Auflaufform auf die Gurken setzen, mit Soße übergießen und das ganze für gut 20 Minuten in den Ofen stellen. Die Oberfläche sollte leicht bräunen.

Hierzu passen am besten Salzkartoffeln und Gurkensalat, sowie ein leckeres Glas Rotwein.

Die Kombination  klingt zunächst ein wenig seltsam – vor allem mit der gebratenen Salatgurke – aber bisher konnte ich jeden mit diesem Essen überzeugen. Mit Abstand eines meiner absoluten Lieblingsgerichte!

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