Asia-Experimente: Thailändisches Satay mit Erdnusssoße

Klopf, klopf. Ist da noch wer?

Ich weiß, im letzten Monat ist hier nicht viel passiert. Es scheint, dass die Uni mich ein wenig meiner Inspiration beraubt hat. Aber nun schreibe ich am Dienstag Klausur, und das ist doch der beste Zeitpunkt tausend andere Dinge zu finden um sich zu beschäftigen. Man könnte sonst ja tatsächlich lernen. Da der Staubsauber bereits geschwungen und der Arbeitsplatz aufgeräumt ist dachte ich mir, ich zeige euch mal was ich gestern in meiner Küche so gewerkelt habe.

Hier in Detmold gibt es eigentlich nur einen Ort um wirklich gut asiatisch zu essen und das ist der Thailänder in der Elisabethstraße 

Hier gibt es mein absolutes Liebslings-Asiagericht: knusprige Ente mit Erdnusssoße.

In Anlehnung daran, habe ich gestern etwas ähnliches leckeres gezaubert.

Bei mir gab’s:

Hähnchen-Satay (für Faule) in Erdnusssoße mit Reis und Asiagemüse

Satay oder Saté kommt übrigens ursprünglich aus dem Indonesischen und meint nichts weiter als auf einem Bambusspieß über dem Feuer gegrillt.

Sehr typisch ist dieses Gericht in den Niederlanden aber auch hier bekommt man es des Öfteren. 

Ursprünglich hatte ich auch vor Spieße zu machen, aber ich fand’s dann einfacher, die Hühnerstreifen so zu braten, zumal ich eh kein Fan von Holzspießen in Essen bin und sowieso nicht gerne mit den Händen esse.

Jetzt aber erstmal zum Rezept.

Wir brauchen:

für das Huhn:

  • 500g Hühnerbrust, ausgelöst, ohne Haut und Knochen
  • 3 TL Sojasoße
  • 2 TL Kejtap Manis (süße Sojasoße)
  • 2 TL Limettensaft
  • 4 TL Kokosmilch
  • ein 2x2cm Stück Ingwer

für die Erdnusssoße (da kommt übrigens recht viel Soße bei raus, also könnte man das Rezept auch runterrechnen, aber in so kleinen Mengen find ich das immer schwieriger mit dem würzen usw…):

  • 1 Dose Erdnüsse, geröstet und gesalzen (á 200g oder etwas weniger)
  • 1 Zwiebel, mittelgroß
  • 1 große Knoblauchzehe
  • 1 Chilischote
  • 1/2 TL Kurkuma
  • ca. 1/4 L Hühnerbrühe
  • 1/2 Dose Kokosmilch (also in etwa 200ml)

für das Gemüse (hier kann man natürlich variieren, je nachdem was man so mag):

  • 2 große Möhren
  • 1 Zwiebel
  • 1 Paprika
  • Mungbohnen-Keimlinge am besten frische, zur Not aus dem Glas

Außerdem:

  • Reis, eine Kaffeetasse
  • Salz und Pfeffer
  • Öl

So. Los geht’s in dem das Huhn mariniert wird.

Dazu erstmal die Hühnerbrüste waschen und von den groben Sehnen befreien. Dann das Fleisch in Streifen schneiden. Also längs Scheiben abschneiden. Meine hatten eine Stärke von etwa 5mm.

Nun in einem Glas die Sojasoßen mit dem Limettensaft und der Kokosmilch verrühren, den Ingwer fein hacken und dazu geben.

Die Hühnerstreifen in einen Gefrierbeutel geben und die Marinade darüber kippen. Gut miteinander verkneten, den Beutel fest zudrehen und in den Kühlschrank packen. Das ganze darf ruhig über Nacht marinieren, 2 Stunden sind aber auch okay, wenn man nicht länger Zeit hat.

Übrigens: das Marinieren im Gefrierbeutel hat den unglaublichen Vorteil, dass man viel weniger Marinade braucht als in einer Schüssel, das Fleisch muss nicht gewendet werden und der Gefrierbeutel nimmt im Kühlschrank wesentlich weniger Platz weg.

In der Zwischenzeit wird die Soße gekocht.

Hierzu zunächst die Erdnüsse mahlen. Dazu kann man eine Kaffeemühle verwenden oder es mit dem Pürierstab versuchen. Ich habe so einen Mixbecheraufsatz für meinen Pürierstab, damit hat das recht gut geklappt.

So oder so sollten die Nüsse recht fein gemahlen werden, so dass ein leicht klebriges Nussmehl entsteht. Wer am mahlen scheitert, oder kein passendes Werkzeug hat, kann auch Erdnussbutter kaufen und diese zur Soße geben. (Ist aber entschieden teurer)

Die Zwiebel fein hacken und in etwas Öl in einem Topf langsam braten. Da am Ende keine großen Zwiebelstücke in der Soße sein sollen ist es wichtig, die Zwiebel nicht zu scharf zu braten, da sie sonst zu schnell braun, aber nicht wirklich weich wird. Also gebt der Sache ein bisschen Zeit.

Währenddessen Knoblauch und Chili fein hacken und zur Zwiebel geben sobald diese anfängt zu bräunen. Solange braten lassen, bis der Knoblauch gut gar aber bestenfalls nicht verbrannt ist. 

Hier nun den Kurkuma dazugeben (wer keins zuhause hat kann es zur Not auch weglassen, oder ggf. Currypulver nehmen – das aber ohne Gewähr) und mitrösten, anschließend das Erdnussmehl dazugeben und ebenfalls kurz mitrösten. Alles mit der Hühnerbrühe ablöschen (ggf. mehr als angegeben, bzw. noch etwas Wasser dazugeben. Es sollte zwar dickflüssig sein aber auch nicht anbrennen (…das ist mir natürlich passiert…)), einen Deckel aufsetzen und alles für 10-15 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Zwischendurch umrühren.

Falls dochmal was anbrennt empfiehlt es sich nicht wie wild am Topfboden rumzukratzen, sondern den Inhalt erstmal in einen anderen Topf umzufüllen und darin weiterzukochen. So kann man ein Essen in der Regel noch retten.


Nach der Kochzeit die Kokosmilch aufkippen, kurz aufkochen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Nun geht’s an’s Gemüse.

Die Paprika waschen, entkernen und in Streifen schneiden.

Die Zwiebel schälen und in Streifen schneiden.

Die Möhren schälen und in Julienne schneiden ->  in Streifen! Diese haben den Vorteil, dass sie gleichmäßiger garen mit dem anderen Gemüse zusammen.

Die Mungbohnen-Keimlinge waschen.

Für das finale fertigstellen braucht man eigentlich nur 20 Minuten.

Der Reis sollte vielleicht etwas eher aufgesetzt werden. Hier gilt wie immer: 1 Tasse Reis mit 2 Tassen Wasser und ein wenig Salz kalt aufsetzen (mit Deckel!). Sobald es kocht, die Temperatur ausdrehen und den Reis einfach ziehen lassen.

Das Huhn schonmal aus dem Kühlschrank nehmen.

Jetzt wird eine große Pfanne erhitzt (ruhig mit ordentlich Hitze) und etwas Öl hineingegeben. Nun zu erst die Möhren in die Pfanne geben und einen Moment braten lassen. Die Möhren sind am härtesten und brauchen daher am längsten von den Gemüsen.

Als nächstes folgen die Zwiebeln. Sobald diese leicht glasig werden, gibt man die Paprika hinzu, sobald diese leicht bräunt kommen die Keimlinge mit in die Pfanne. Wenn diese auch gut Hitze angenommen haben wird das Gemüse gepfeffert und mit einem Schuss Sojasoße abgelöscht. Zum abschmecken kann man noch Ketjap Manis dazu geben – ich mag das sehr gerne.

Wenn man noch andere Gemüsesorten wie Pilze oder Chinakohl dazugeben möchte, muss man sich nur über die Beschaffenheit des jeweiligen Gemüses klar werden. Wie lange ist die Garzeit dafür und an wann kommt es in die Pfanne? Schief gehen kann dabei eigentlich wenig.

Das Gemüse aus der Pfanne auf einen Teller geben und kurz warm halten. Die noch heiße Pfanne wieder auf den Herd geben und nachheizen lassen, Temperatur weiter sehr hoch lassen. Natürlich könnte man das Huhn auch parallel zum Gemüse in einer zweiten Pfanne braten, aber das ist hier ja Thai für Faule, nicht für Spülbegeisterte.

Mit einem Küchenkrepp die Marinade vom Huhn abtupfen (spritzt sonst so in der Pfanne), wieder etwas Öl in die Pfanne geben und die Hühnerstreifen einlegen. Warten bis der obere Rand des Fleisches bereits weiß, also gar wird, dann die Streifen einmal drehen und noch kurz von der anderen Seite braten. In der Pfanne pfeffern (Salz ist eigtl. durch die Sojasoße schon gegeben, ist aber Geschmackssache wie salzig man das mag).

Zum Anrichten nun einfach etwas Reis auf einen  Tellergeben, das Gemüse daneben, das Huhn oben drauf und ein paar Löffel von der Soße darüber geben.

Klingt vielleicht alles etwas kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht, da es sich super vorbereiten lässt. Und wenn man nicht so dusselig ist, wie ich es gelegentlich bin, lässt man auch weder die Erdnüsse fallen und verteilt diese in der ganzen Küche, noch lässt man die Soße anbrennen.

Natürlich kann man das in Streifen geschnittene Huhn auch zu Satay-Spießen verarbeiten wie es eigentlich in dem Gericht vorgesehen ist. Ich war schlicht und ergreifend zu faul. Wenn man dies machen möchte sollte man nur beachten, dass die Holzspieße am besten eine halbe Stunde vor dem Aufspießen gewässert werden sollten. Sie dehnen sich hierbei aus und ziehen sich später in der Hitze der Pfanne wieder zusammen – so lässt sich das Fleisch wesentlich leichter vom Spieß schieben.

Guten Hunger!

 

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