Chicken Pie – ein britisches Mahl

In der Not frisst der Teufel Fliegen.

Gut, dass sich meine teuflischen Tendenzen eher in Grenzen halten. Mein improvisiertes Feiertagsessen hat daher etwas mehr geboten.

Eigentlich sollte es heute Spargel geben. Mit Kartoffeln und Hollandaise und Schinken oder Schnitzeln.

Leider habe ich mich gestern auf dem Wochenmarkt so sehr ablenken lassen, dass ich zwar Spargel gekauft habe (Sennenspargel für 5,90€/Kg!!!) und auch Erdbeeren (frisch gepflückt aus Heiden für 2,50€/Kg) aber ansonsten nicht so viel. Also kurzerhand heute das Vorratsregal und den Kühlschrank durchsucht und umdisponiert. Was dabei rauskam, war letztendlich ein relativ klassisches britisches Essen.

Chicken Pie with Asparagus and Mushrooms
(Hähchenpastete mit Spargel und Champignons)


Für den Teig brauchen wir:
  • 125g Mehl
  • 75g (kalte) Butter
  • 3 EL kaltes Wasser
  • eine Prise Salz

Für die Füllung:

  • 200g Champignons
  • etwa 400g Spargel
  • 200g Hähnchenbrust
  • 50g Bacon
  • 1 Becher Créme Fraîche (200g)
  • 1/8 Liter Brühe (was da  ist: Huhn, Fleisch oder Gemüse)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Schuss Rotwein
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 1 EL gehackte Petersilie
  • Salz und Pfeffer
  • 1 EL Mehl
  • 1 Ei

Zugegeben, so ein Pie braucht schon ein bisschen Vorbereitung. Das gute ist aber, dass man alles in Teilen vorbereiten kann und somit nicht zwingend durchgehend am Herd stehen muss.

Die Menge reicht übrigens für meine normale Auflaufform. Wer das ganze in einer Springform machen möchte, verdoppelt einfach die Mengen. Das Verhältnis der Füllungszutaten kann natürlich auch nach persönlichem Geschmack angepasst werden. Wie gesagt, ist bei mir hineingewandert, was ich gefunden habe. Ein klassischer Chicken Pie hat natürlich normalerweise einen höheren Fleischanteil. Wer mag kann zu dem Rezept noch Erbsen und/oder Möhren hinzufügen – dies hätte von der Zutatenkombination etwas von Hühnerfrikassee.


Zunächst muss der Teig vorbereitet werden, denn dieser muss eine Weile im Kühlschrank ruhen.

Die meisten Rezepte sagen, dass man mit eiskalter Butter arbeiten soll. Ich hab mit zimmerwarmer Butter gearbeitet, hier muss man sich nur bewusst sein, dass der Teig noch relativ weich sein muss, bevor er in den Kühlschrank wandert.


Wie man es auch immer machen möchte, es geht so oder so gleich los:

Die Butter in Stückchen schneiden oder in Flocken reißen und in eine Schüssel geben. Das Mehl einsieben und locker mit den Händen durchkneten/Butter und Mehl zerreiben, so dass ein feinkrümeliger Teig entsteht. Hier nun das Wasser zugeben und den Teig flott durchkneten (nicht zu lange kneten, da das Mehl sonst seine Struktur verändert und sich anders verhält. Sobald der Teig glatt geknetet ist zu einer Kugel formen und fest in Frischhaltefolie (oder einen Gefrierbeutel) einwickeln und mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Je nachdem wie fest er nach dem Kneten war, tut ihm auch eine Stunde ganz gut. Die Butter im Teig sollte wieder so weit abkühlen, dass der Teig von der Festigkeit gut zum ausrollen ist.


Während der Teig ruht, die Füllung vorbereiten.

Den Spargel nach meinem Spargelrezept zubereiten oder wie gewohnt kochen. Er sollte allerdings noch recht bissfest sein, da er später in der Füllung noch weitergart. 

Zunächst den Bacon in Streifen geschnitten in einer Pfanne mit einem Klecks Öl ausbraten bis er knusprig ist. In eine Schüssel geben und in der selben Pfanne (ohne diese zwischendurch zu spülen!) das Huhn in mundgerechten Würfeln anbraten. Es muss nicht ‚totgebraten‘ werden, sollte aber auch nicht allzu roh sein. Ebenfalls in die Schüssel geben und weiterhin die Champignons vierteln und ebenso braten. Den gegarten Spargel in etwa 2cm lange Stücke schneiden und zu den anderen Zutaten in die Schüssel geben.

Sobald die Pilze anfangen zu garen (eventuell hierbei noch etwas Öl dazu geben, so dass nichts anbrennen kann) die Zwiebel fein würfeln und diese, sowie den Rosmarin, mitbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Alles leicht mit Mehl abstäuben und anschließend mit dem Rotwein ablöschen. Kurz aufkochen lassen und dann die Brühe hinzufügen. Die Soße etwas einköcheln lassen, so dass der Alkohol verkocht und alles eine etwas dickere Konsistenz bekommt. Nun die Créme Fraîche einrühren und die Soße zu den anderen Zutaten in die Schüssel eben. Alles verrühren und jetzt erst mit der Petersilie, Salz und Pfeffer abschmecken (das Salz kommt erst jetzt, da durch die Brühe und den Bacon vorher bereits ein recht hoher Salzgehalt in der Füllung ist).

Nun den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und halbieren. Die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und den Teig ausrollen (nicht zu dick, etwa 3mm reichen um eine schöne Kruste zu bilden). 
Eine Auflaufform ölen (oder mit Butter einstreichen) und mit dem Teig auskleiden (auch der Rand sollte bedeckt sein, bzw der Teig über den Rand gehen, so dass er später mit dem Deckel fest verschließt).

Das Ei verschlagen und den Teig damit bestreichen. Nun die Füllung hineingeben.

Die zweite Teighälfte ausrollen und über der Pastete auslegen. Die Ränder fest andrücken, so dass alles luftdicht verschließt. Eventuelle Teigreste ‚dekorativ‘ (haha, meine Streife zeugen von höchster Kreativität!) verteilen und leicht andrücken.

Der Pie kann nun bis zur Zubereitung in den Kühlschrank wandern.
Sobald es logehen soll den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Nun die Decke der Pastete mit dem Ei bestreichen und das Ganze für etwa 35 Minuten (bis eine schöne, goldbraune Farbe erzielt ist) in den Ofen schieben.
Ich war sehr begeistert von meinem ersten ’savory pie‘!

 

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