Back to the Roots: Kartoffelpuffer wie bei Om(m)a

Manchmal hat man solche Tage. Diese Tage, an denen alles prinzipiell nach hinten los geht. Der Kaffee kippt um, die Dusche wird nicht heiß, das Auto ist zickig, die Technik spinnt rum und natürlich fängt’s in dem Moment an zu regnen, in dem man gerade draußen unterwegs ist. Um aus der aus solchen Situationen resultierenden Stimmung wieder herauszukommen, gibt es für mich eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich versuche so pseudo-motiviert gut gelaunt zu sein, dass ich es mir selbst irgendwann abkaufe und gehe unter Menschen, trinke ein paar Bierchen und unterhalte mich nett; ooooooder, und das war heute Abend der Fall, ich igel mich ein und versuche es mir so gemütlich wie möglich zu machen. Das heißt in meiner Welt natürlich auch, dass was leckeres auf den Herd gehört.

Es gibt ein paar Essen, für die mir normalerweise nicht die Mühe mache sie zu kochen, wenn ich alleine zuhause bin. Aber das war mir heute auch egal. The heart wants what the heart wants. Daher widme ich den heutigen Post meinem Bruderherz, meinem eigentlichen Mitbewohner, der seine Zeit in der Wahlheimat in Übersee fristet. Es gibt:

Kartoffelpuffer (wie bei „Omma“)

Die Kartoffelpuffer, so wie sie unsere Oma gemacht hat, weichen ein bisschen von der klassischen Variante ab. Traditionell bestehen Kartoffelpuffer (oder um es für Leute südlich der Benrather Linie zu sagen „Reibekuchen“) aus Kartoffeln, Zwiebeln und je nach Rezept Ei, Mehl und Gewürzen. Bei uns zuhause ist es allerdings üblich, dass immer noch 1 – 2 Möhren in den Teig gemengt werden. Das bringt eine zusätzliche Würze und Süße. Außerdem wird hier nicht mühselig die Reibe geschwungen, sondern einfach flott gehäckselt. Aber seht selbst:

Wir brauchen (für ungefähr 14 Puffer):

  • 6 mittelgroße Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
  • 2 Möhren
  • 1 Zwiebel
  • etwa 1 TL Salz
  • Pfeffer
  • eine Prise gemahlene Muskatnuss
  • etwa 2 – 3 EL Mehl
  • 1 Ei
  • Öl (neutral und sehr heiß erhitzbar)

Zunächst werden die Kartoffeln und Möhren geschält und gewaschen, die Zwiebel gepellt und alles in grobe Würfel geschnitten. Nun kommt alles in die Küchenmaschine (bzw. ich benutze eine Art Moulinex) und wird auf die gewünschte Stärke gehäckselt. Genauso gut können natürlich auch Kartoffeln und Möhren gerieben und die Zwiebeln gewürfelt werden, dies macht aber wesentlich mehr Arbeit – und außerdem schneide ich mir dabei grundsätzlich in die Finger. Das zerkleinerte Gemüse kommt nun in eine Schüssel, wird glatt gestrichen und eine Kuhle eingearbeitet. Nun heißt es erstmal ein paar Minuten abwarten. Das überschüssige Wasser sammelt sich in der Kuhle und kann abgeschüttet werden.

Anschließend die Pfannen aufsetzen (ja, plural, sonst dauert’s ewig) und auf mittlerer Hitze heiß werden lassen. Das Ei und die Gewürze in den Kartoffelnteig geben und etwas Mehl unterrühren, so dass alles etwas „teigig“ wird. Öl in die Pfannen geben, so dass gut den Boden bedeckt, bzw. die Puffer leicht schwimmen können. Wer sich mit der Menge der Gewürze nicht sicher ist, kann jetzt erstmal einen Testpuffer backen und schauen, ob noch Salz fehlt. Ansonsten immer etwa einen Esslöffel voll Teig in die Pfanne geben und gleich glatt streichen. Nicht zu dünn, aber so, dass sie auch gut gar werden können. Sobald der Rand ganz leicht zu bräunen anfängt, die Kartoffelpuffer vorsichtig wenden und goldbraun zu Ende backen. Anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen, um das überschüssige Fett loszuwerden.


Als klassische Beilage gab es bei uns immer für uns Kinder Apfelkompott (bzw. für mich Kompott, für meinen Bruder Apfelmus – wir konnten uns nie einig werden) und für die Erwachsenen Räucherlachs und Kräuterschmand. Ich bevorzuge immernoch Apfelkompott 😉

Guten Hunger!

Yvonne


Zum Abschluss noch ein Tipp: Apfelkompott geht übrigens blitzschnell selbst zu machen. Hierzu einfach Äpfel schälen, grob Würfeln, in einen Topf geben und knapp mit Wasser bedecken. Das ganze aufsetzen und in etwa 20 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Anschließend kräftig umrühren, so dass einige Apfelstückchen auseinander brechen. Ich brauche für meinen Geschmack keinen zusätzlichen Zucker daran.

 

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