Ramadan – Fastenquatsch oder Tradition?

Heute Morgen bin ich zufällig über einen Facebookpost gestolpert, der den Beginn des Ramadan zum Inhalt hatte. Ramadan ist der muslimische Fastenmonat und da Fasten ja auch in gewisser Weise eine kulinarische Einstellung ist – oder zumindest kulinarische Auswirkungen hat – wollte ich doch ein paar Gedanken dazu los werden.

So fasten Christen

Die Fastenzeit im christlichen-katholischen Weltbild hat einen ganz eigenen Hintergrund. Während dieser Passionszeit, den 40 Tagen vor Ostern, soll gebetet und gebußt werden. Das tun die Katholiken ja eh ganz gerne. Das Fasten selbst besteht in der Regel aus unterschiedlichen Stufen. Die ersten Wochen wird streng gefastet, am Wochenende gibt es aber nur ein „leichtes Fasten“, zu Sonn- und Feiertagen gar gänzliche Befreiungen. Alles endet mit dem Fastenbrechen am Ostersonntag.

Im der christlichen Fastenzeit geht es nicht so sehr um den völligen Verzicht von Nahrungsaufnahme, als um den Verzicht auf bestimmte Genuss- und Lebensmittel. Verboten sind Fleisch und andere tierische Produkte, Alkohol und Fett. Wie, wo und was bei den Katholiken gefastet wird, ist übrigens päpstlich geregelt – in der Apostolischen Konstitution Paenitemini.

Nichts zu trinken im heißen Monat

Der ‚heiße Monat‘ Ramadan stellt mehr oder weniger das muslimische Pendant dar. Er gilt als neunter Monat des islamischen Mondkalenders. Nach der in der Regel 29-tägigen Fastenzeit endet der Monat mit dem großen Fest des Fastenbrechens „Ramazan bayramı“, das im Islam nach dem Opferfest die Stellung des zweitwichtigsten Feiertages einnimmt.

religionenDiese islamische Fastenzeit hat jedoch andere Regeln, als es in der christlichen Kirche der Brauch ist. Sie definiert sich durch den Verzicht auf irdische Genüsse, wie Speisen, Getränke, Rauchen, Geschlechtsverkehr und Trunkenheit. Während des Ramadan darf all dies nicht zwischen Sonnenauf- und Untergang praktiziert bzw. konsumiert werden. Sobald die Sonne jedoch nicht mehr zu sehen ist, wird den Lastern wieder gefröhnt.

Nicht umsonst heißt der Ramadan „der heiße Monat“. In unseren Breitengraden mag es in diesem Jahr im Juni nicht so wahnsinnig sommerlich zugehen, jedoch ist dies in anderen, südlicheren Ländern eine ganz andere Sache. Man stelle sich mal vor, über einen ganzen Tag bei 30 Grad in der Sonne zu stehen und keinen Schluck Wasser trinken zu dürfen. Alleine bei dem Gedanken kriege ich beinahe unerträglichen Durst.

Die Fastenzeit ist für jeden gläubigen Muslim verpflichtend – eigentlich. Erinnert ihr euch noch, wie das letztes Jahr bei der WM aussah? Es heißt, fließt genügend Geld, könne man sich freikaufen. Sehr fair das Ganze. Auch interessant: In einigen islamische Staaten, zum Beispiel Saudi Arabien, ist die Fastenpflicht zum Ramadan staatlich geregelt. Wer hier – auch als Nichtmuslime – während der Fastenzeit in der Öffentlichkeit gegen die Verbote verstößt, muss mit Strafe rechnen.

Mit einem Anteil von über 18% aller religiösen Menschen auf der Welt, ist der Islam nicht zu ignorieren. Ich frage mich allerdings, ganz ab von all den Gläubigen, die dem Ramadan folgen, weil sie es wollen oder, weil ihr Staat es ihnen vorschreibt, was ist eigentlich mit den vielen muslimischen Flüchtlingen, die derzeit Zuflucht außerhalb ihrer Heimat gefunden haben? Für viele dieser Menschen besteht nicht die Wahl zu entscheiden, was und wann gegessen oder getrunken wird. Sie haben sich oftmals an Ausgabezeiten zu halten und haben kaum bis keine Möglichkeiten, sich selbst zu versorgen. Auch wenn es für mich, als absolut Ungläubige, nur schwerlich vorzustellen ist, dass man sich von diesen religiösen Geboten abhängig macht, ist es doch für streng Gläubige eine Qual, ihrer Religion nicht folgen zu können.

Für mich bedeutet Fastenzeit vor allem eins: Unsinn. Aus religiösen Motiven ist es so oder so schwierig darüber zu urteilen, was jemand glauben will oder kann oder soll. Aber sich im Namen einer Religion zu geißeln ist in meinen Augen grundsätzlich keine gute Idee.

Wie seht ihr die Thematik? Any thoughts?

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