Urlaubsgefühle: Paella Mixta

Entgegen aller Erwartungen strahlt hier den ganzen Tag die Sonne. Auch wenn der Mann im Radio das Gegenteil behauptet. Ein schöner Marktspaziergang heute Vormittag und ein ausgedehntes Herumlungern in der Stadt haben mich letztendlich inspirieren können, ein Stück Urlaub nach Hause zu holen. Und das geht am besten mit einem guten Essen.

Paella kommt ursprünglich aus Valencia. Dort war ich noch nicht, daher kann ich mich auch nicht am Original orientieren. Ich kenne sie von meinen Teneriffa-Urlauben. Serviert in der typischen Paella-Pfanne auf einem Beistelltisch, der Kellner trägt auf und achtet darauf, dass jeder von allen Bereichen des Reisgerichts etwas kriegt. Die sind nämlich recht speziell.

Eine gute Paella ist kein Risotto. Sie wird nicht gerührt! Das hat zur Folge, dass der Reis etwas ansetzt. Dabei entsteht am Pfannenboden eine Schicht mit angebräuntem Reis – socarrat genannt. Diese gilt zu Recht als Delikatesse. Es gibt diverse Rezepte für Paella und Glaubensfragen, wenn es darum geht, den richtigen Reis zu wählen. Ich werde euch an dieser Stelle das Rezept so präsentieren, wie es bei mir auf den Tisch kam. Es sei aber bereits vorweg angemerkt, dass hier viel anpassbar ist. Die Menge an Fleisch/Fisch ist variabel, auch die Sorten die ich ausgesucht habe, können geändert werden. Schweinefleisch und Kaninchen finden sich sehr häufig in fleischlastigen Paellas. In der fischigen Variante wären Tintenfisch und Miesmuscheln noch ganz wunderbar.

Auch wenn die Valencianer sie gerne als Touristen-Gericht beschimpfen, esse ich sie so wahnsinnig gern. Heute gibt’s:

Paella Mixta

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Für 4 Portionen

  • 250g Paella-Reis (ich habe Rundkornreis genommen. Viele Rezepte schreiben, man solle Langkornreis nehmen. Traditionell nimmt man Arroz Bomba)
  • Eine Hähnchenbrust, ohne Knochen und HautIMG_20160528_173146
  • 12 Gambas
  • 8 Kammmuscheln
  • 500ml Gemüsebrühe
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • etwa 125g Erbsen
  • eine halbe rote Paprika
  • 4 EL gehackte Tomaten (frisch oder aus der Dose)
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • 2 Prisen Safranfäden
  • grobes Meersalz
  • Pfeffer
  • Olivenöl
  • Eine Prise Thymian und Rosmarin
  • Ein Schuss trockener Weißwein
  • etwas gehackte Petersilie

 

Die Zubereitung nimmt insgesamt nicht mehr als eine Stunde Zeit in Anspruch. Und macht auch nur eine Pfanne dreckig. Wenn das nicht ein absolutes Top-Argument für Paella ist, weiß ich es auch nicht. So geht’s los:

Eine möglichst breite, schwere Pfanne auf hoher Hitze aufsetzen. Wer eine hat, kann natürlich dafür eine Paellera verwenden. Eine ganz normale Pfanne tut es aber auch. Etwa einen Teelöffel Meersalz in die Pfanne geben. Einen guten Schuss Olivenöl dazugeben. Das Huhn mundgerecht würfeln und sehr scharf anbraten. Währenddessen Zwiebel, Knoblauch und Paprika fein würfeln. Das Huhn aus der Pfanne nehmen und kurz zur Seite stellen. Nun in der selben Pfanne (nicht ausspülen!) das Gemüse anbraten, die Temperatur auf mittlere Hitze senken und eventuell noch einen Schuss Olivenöl dazu geben. Wenn die Zwiebeln schön glasig sind, das Huhn wieder in die Pfanne geben. Die gehackten Tomaten unterrühren und für ein paar Sekunden reduzieren lassen. Die Erbsen unterrühren und die Mischung an den Pfannenrand schieben. In der Pfannenmitte den Reis verteilen und etwas anbraten lassen. Mit dem Gemüse verrühren und kurz brutzeln lassen, dann mit Weißwein ablöschen. Safran, Thymian und Rosmarin dazu geben und alles mit Pfeffer würzen. Die komplette heiße Brühe dazu geben, einmal kräftig umrühren und jetzt heißt es warten. Auf mittlerer Hitze etwa 20 Minuten offen köcheln lassen (nicht mehr umrühren!).

Die Gambas und das Muschelfleisch auf der Paella verteilen und pfeffern, die Pfanne abdecken und die Meeresfrüchte für etwa 10 Minuten garen lassen. Dann die Hitze noch einmal voll aufdrehen und für 2-3 Minuten brutzeln lassen. Das hilft, die socarrat zu erzeugen.

Die Zitrone in Schnitze schneiden und zwischen den Gambas in die Paella drücken. Pfanne von der Hitze nehmen und kurz ruhen lassen. Servieren und darauf achten, dass alle Gäste etwas von der köstlichen Reiskruste abbekommen 😉

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