Lunch frisch von der Wiese

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm… Dieser Ohrwurm geht mir seit Tagen schon nicht mehr aus dem Kopf. Kein Wunder, bin ich doch einen großen Teil meiner Zeit auf Pilzjagd durch die Wälder gezogen. Aber nicht nur dort verstecken sich köstliche Schätze. Meine Lieblingspilze für ein schnelles Mahl findet man meistens auf Wiesen und Feldern und an Waldrändern: Der Parasol.

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Als junger Pilz hat der Parasol noch eine leicht phallische Form. Die Kappe ist geschlossen und fast eiförmig. Je älter er wird, desto weiter öffnet sich die Kappe. Am Ende sieht er fast aus wie ein Regenschirm. Der Schirm kann einen ganz schön großen Durchmesse erreichen. Mir sind schon Exemplare von fast 40 Zentimeter unter gekommen. Durch den hohen Stil ist er zudem auch recht auffällig und taucht häufig auch gleich gruppenweise auf. Der Parasol hat ein paar Verwechsler, also Pilze, die ihm sehr ähnlich sehen. Die sind hierzulande aber recht selten. Wer dennoch sicher gehen will: Der Parasol hat in der Regel knapp unter dem Schirm einen Ring um den Stil liegen. Dieser lässt sich leicht in der Höhe verschieben. Lässt er sich nicht verschieben, könnte es sich um einen Stachelschirmling handeln. Der ist ungenießbar.

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Aber was machen mit so einem großen Pilz? Zur Ernte drehe ich einfach den Schirm ab und lasse den Stil stehen. Ich ernte auch nur Pilze, die gerade erst ihren Schirm öffnen. Denn: je jünger desto knackiger das Fleisch 😉 Auf der Unterseite hat der Schirm tiefe Lamellen, die reinige ich nur leicht mit einer Bürste, falls überhaupt nötig. Durch die enorme Höhe, die der Pilze erreicht, habe ich bisher nur selten Ungeziefer daran feststellen können. Auf der Oberseite kratze ich die „Schuppen“ mit einem Messer grob ab.

Der Parasol kann, wie andere Speisepilze auch, einfach klein geschnitten mit in eine Pilzpfanne wandern. Er ist ein champignonartiger Pilz und hat einen leicht nussigen Geschmack. Meine bevorzugte Variante ist aber das Parasol-Schnitzel.

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Hierzu die Pilzkappe reinigen und eventuelle Unebenheiten (z.B. den Huckel auf der Oberseite) entfernen und in Mehl wenden. Ein Ei mit einem Schuss Wasser und Salz und Pfeffer verschlagen (nicht zu geizig sein mit den Gewürzen!). Den Pilz dann in das Ei tunken und dann in Paniermehl wälzen, beziehungsweise das Paniermehl auch gut andrücken. Dann schwimmend in Öl oder Butterschmalz ausbacken, auf einem Küchentuch abtropfen und mit etwas Zitronensaft beträufeln. Super lecker! Funktioniert im Übrigen genauso mit Riesen-Bovisten (auch eine Pilzart).

Was ich nicht empfehlen kann ist trocknen. Der Parasol bekommt getrocknet eine sehr seltsam schwammige Konsistenz und lässt sich auch nicht gut wieder einweichen. Außerdem entwickelt er im getrockneten Zustand einen fast schon urinartigen Geruch – wobei der frische Pilz ganz köstlich riecht.

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