Eggs Benedict: Das perfekte Frühstück

Die müden Knochen schütteln langsam den Winterschlaf ab, grüne Köpfchen heben sich aus der Erde. Und auch in meiner Küche hält der Frühling Einzug. Auf der Fensterbank gedeihen bereits die Vorboten dessen, was in einigen Wochen in bunter Vielfalt den Balkon zieren soll: Chilis, Tomaten, Koriander, Minze und mexikanische Minigurken sind bislang trotz meines nicht vorhandenen grünen Daumens versöhnlich gestimmt.

Aber was den Frühling für mich ausmacht, ist eigentlich ein Lebensgefühl. Mit den warmen Temperaturen stehen alle Weichen auf Neuanfang. Und ich merke: ich bin verliebt in die Liebe, in das Leben. Die Tristesse der dunklen Jahreszeit lässt nach und mit neu gefasster Motivation scheint nichts unmöglich zu sein.

So beflügelt habe ich heute meinen freien Montag mit ganz viel Ruhe und Zeit für mich begonnen und ein fantastisches Frühstück gebrutzelt. Ja, ich weiß, Eigenlob stinkt. Aber, das Rad habe ich auch nicht neu erfunden. Denn die pochierten Eier mit Lachs und Spargel habe ich mir nicht ausgedacht. In der Kombination habe ich es zum ersten Mal im Morning Squeeze in Scottsdale, Arizona gegessen. Ein Restaurant, das sich ausschließlich dem Frühstück verschrieben hat. Die Amis wissen halt doch manchmal, was gut ist.

Eggs Benedict auf Rösti mit Lachs und gegrilltem Spargel

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Für zwei Personen

  • 2 große Kartoffeln (am besten eine davon gekocht von Vortag)
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 8 Stangen grüner Spargel
  • 4 Scheiben Räucherlachs
  • 4 Eier
  • Wasser
  • 1 EL Weißweinessig
  • etwas Öl und ein Stich Butter
  • 4 EL Hollandaise (selbstgemacht oder, wer’s mag, aus der Packung)

 

Für den Rösti die rohe und die gekochte Kartoffel grob reiben, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskat würzen und gut durchmengen. Das beste Ergebnis bekommt man, wenn rohe und gekochte Kartoffeln im Verhältnis 1:1 verwendet werden. Es funktioniert aber auch mit ausschließlich rohen oder gekochten Kartoffeln. Dann den Kartoffelteig in ein Küchentuch geben und gut auspressen. In einer beschichteten Pfanne einen kleinen Schuss Öl und etwas Butter bei mittlerer Hitze erwärmen und den Kartoffelteig zu zwei etwa einen Zentimeter hohen Rösti formen und gut andrücken. Ich habe dazu aus Alufolie einen Ring gebastelt und den Teig darein gegeben. Das geht natürlich auch mit Servierringen oder Freihand. Bei kleiner bis mittlerer Hitze braten lassen, vorsichtig wenden, wenn die Ränder bräunen. Gute 20 Minuten brauchen die Rösti, um zu garen.

Nachdem der Rösti gewendet wurde, den grünen Spargel mit in die Pfanne geben. Zur Vorbereitung einfach nur die Enden abbrechen (Sollbruchstelle: Das holzige Ende gibt quasi von selbst vor, wie viel vom Ende weg muss) und die Stangen kurz waschen. Die Schale bleibt dran. Den Spargel salzen.

In einem mittelgroßen Topf gut zehn Zentimeter hoch Wasser einfüllen, einen guten Schuss Weißweinessig und etwas Salz dazugeben und zum Kochen bringen. Dann die Hitze auf halbe Stärke reduzieren, bis das Wasser simmert. Die Eier aufschlagen und in ein Glas eben. Mit einer Gabel im Wasser rühren, so dass ein Strudel in der Mitte entsteht. Die Eier in die Mitte des Strudels rutschen lassen und dem Strudel mit der Gabel noch einmal kurz Schwung geben. Den Deckel auf den Topf setzen und den Timer auf vier Minuten stellen. Die Zeit ist für Eier in der Größe M, kühlschrankkalt gedacht. Bei L-Eiern würde ich 30 Sekunden aufschlagen, bei Lagerung außerhalb des Kühlschranks gut 20 abziehen. Im Idealfall ist das Eiweiß komplett gestockt, das Eigelb aber noch leicht flüssig. Achtung: Das Wasser darf nicht kochen, nur sieden! Währenddessen die Hollandaise erwärmen/erstellen.

Die Rösti wenn sie goldbraun gebraten sind aus der Pfanne nehmen und überschüssiges Fett auf einem Küchentuch abtupfen. Auf den Teller setzen und mit dem Räucherlachs belegen. Die Eier mit einer Schaumkelle aus dem Wasser holen, auf einem Küchentuch abtropfen und auf den Lachs setzen. Pro Ei je einen Esslöffel Hollandaise darüber geben und den Spargel dazu legen. Ein bisschen Pfeffer darüber mahlen und servieren.

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„Eggs Benny“, wie sie auch genannt werden, sind in Amerika ein typisches Frühstücksgericht. Traditionell werden sie auf einem English Muffin (vergleichbar Brötchen, die hier als Toasties verkauft werden) mit Bacon serviert. Das schöne an dem Rezept: man kann es unendlich variieren. Statt des Brötchens funktionieren zum Beispiel auch Scones oder ganz westfälisch Pumpernickel. Der Spargel ist durch quasi jedes saisonale Gemüse ersetzbar. Besonders lecker: sautierter, frischer Spinat und etwas Feta.

Also, wenn ihr eurem Liebsten zum Sonntagfrühstück mal was Gutes tun wollt, muss es nicht immer Aufbackbrötchen und Croissant sein. Es lohnt sich, was auszuprobieren!

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