Französische Zwiebelsuppe (inspiriert durch Julia Child)

Sie war eine ganz Große. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Als Julia Child in den 1960er Jahren die Herzen der amerikanischen Hausfrauen eroberte, passte sie so gar nicht in das Bild der typischen White-Fence-Hausfrau. Sie war weder zierlich noch zurückhaltend und stach mit ihren stolzen 1,88 Metern aus jeder Menge heraus. Child entdeckte erst im Alter von 36 Jahren ihre Liebe zum Kochen. Es ist also nie zu spät, um damit anzufangen.

Ihr Mann Paul wurde damals nach Frankreich versetzt, und Julia weigerte sich, gelangweilt zu Hause zu sitzen. Sie schrieb sich am „Le Cordon Bleu“ ein, dem wohl bis heute weltweit bekanntesten Kochinstitut. Statt dort den ihr zugewiesenen Hausfrauenkochkurs zu besuchen, ging sie mit den anderen Lehrlingen in die Restaurantkoch-Ausbildung – für eine Frau zu der Zeit quasi undenkbar. Aus Julia Child wurde eine fantastische Köchin, die hohe Kunst der französischen Küche leicht erklärt und gut umzusetzen an Generationen von Menschen weitergetragen hat. Und auch mich inspiriert sie immer wieder. So wie für meine

Französische Zwiebelsuppe

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Für 4 Portionen

  • 600g Zwiebel
  • eine Messerspitze gestoßener Kümmel
  • etwas Butter und etwas öl
  • ein TL Zucker
  • 2 EL Mehl
  • 1 Liter Rinderbrühe
  • 350ml Wein (trocken; es geht mit weißem oder rotem)
  • ein Baguette (vom Vortag)
  • 150g Gruyère Käse, gerieben
  • 2cl Cognac

Die Zwiebeln in feine Streifen schneiden und einen Stich Butter mit einem Schuss Öl in einem Topf auf mittlerer Hitze schmelzen. Die Zwiebeln dazu geben, gut mit dem Fett verrühren. Zugedeckt mindestens 20 Minuten bei niedriger bis mittlerer Hitze dünsten. Die Zwiebeln sollten deutlich an Wasser verlieren und glasig werden. Dann Temperatur auf mittlere bzw. etwas höhere Hitze drehen und gut 20 Minuten weiterbrutzeln. Zucker, etwas Salz und Kümmel dazu geben und ohne Deckel braten, bis die Zwiebeln ganz weich sind und langsam Farbe nehmen. Sobald sie bräunen, mit dem Mehl bestäuben und 2 bis 3 Minuten auf der Hitze einrühren.

Etwa ein Drittel der Brühe aufgießen. Ordentlich verrühren, so dass das Mehl keine Klumpen bildet und eventueller Bodensatz sich löst. Die restliche Brühe und den Wein aufgießen und zugedeckt etwa 30 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und etwas Pfeffer abschmecken.

Das Baguette in fingerdicke Scheiben schneiden und zu Croutes verarbeiten. Dazu die Scheiben auf ein Blech geben, mit Olivenöl beträufeln und im Ofen von beiden Seiten goldbraun rösten – das Brot sollte ziemlich trocken sein.

Die Suppe in eine ofenfeste Schüssel geben, einen Schuss Cognac und eine handvoll von dem geriebenen Gruyére einrühren und mit den Croutes belegen. Auf das Brot den restlichen Käse verteilen und vorsichtig mit etwas Olivenöl beträufeln. Im Ofen bei Ober-/Unterhitze etwa 30 Minuten bei 200 Grad backen, bis der Käse leicht bräunt.

Das Brot zieht einen großen Teil der Flüssigkeit an – so soll das auch sein. Die Zwiebelsuppe sollte keine dünne Brühe mit keinen Brotcroutons sein, sondern lebt von dem geschmackvollen, vollgesogenen  Brot. So ist es fast schon ein Eintopf – und wahnsinnig lecker. Es macht ein bisschen mehr Arbeit als die eingedeutschte Version, bei der einfach Zwiebeln im Schnelldurchlauf angebraten und gleich abgelöscht werden, dafür schmeckt sie deutlich besser. Also, probier‘ es einfach mal aus!

Und noch ein Tipp: Das Ganze lässt sich prima vorbereiten. Dazu einfache die Suppe nach Rezept kochen und erst vor dem Servieren mit dem Brot überbacken.

Julias Rezepte, die sie in ihrer Sendung „The French Chef“ vor der Kamera gekocht hat, sind übrigens höchst unterhaltsam anzuschauen.

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