Besser als das Original? Veganes Jailhouse Chili

Je älter ich werde, desto mehr steigt mein Bewusstsein für gute Qualität und eine bewusste Ernährung. Was sicherlich auch damit zu tun hat, dass ich es mir heute eher leisten kann, in der Küche zu experimentieren, als noch in meinen Studentenjahren. Vegane und vegetarische Küche wird immer mehr zur Norm und ist schon lange nicht mehr das „Extra“ auf den Speisekarten der meisten Restaurants. Und das ist auch gut so. Am Ende des Tages muss jeder für sich entscheiden, wie er seine Ernährung gestaltet. Das heißt aber auch, die Möglichkeit zu haben, sich für eine fleisch- oder tierlose Ernährung entscheiden zu können. Für mich selbst kommt zum jetzigen Zeitpunkt in meinem Leben weder das eine, noch das andere in Frage – dennoch versuche ich, bewusster tierische Produkte zu konsumieren, möglichst wenig wegzuschmeißen und eben auch öfter vegetarisch oder vegan zu kochen.

Die fleischfreie Küche hat häufig den Ruf, geschmacklos zu sein, dass eben etwas fehlen würde oder auch, dass Alternativprodukte aus purer Chemie bestünden und quasi ungenießbar seien. Ist das so? Auch in meiner Familie führe ich immer wieder die Diskussion gegen Windmühlen. „Die immer mit ihrem vegetarischen Scheiß, das schmeckt doch nicht, da muss doch ein Stück Fleisch mit auf den Teller.“ Aber der geliebte Pickert wird nur mit Rübensirup gegessen und die Nudeln mit Tomatensoße schmecken auch ohne Fleischzugabe.

Eines der ersten veganen Gerichte, die ich bewusst als solches kennengelernt habe, war schon vor vielen Jahren ein Chili sin Carne, das hier früher im autonomen Jugendzentrum gerne bei Liederabenden serviert wurde. Geschmeckt hat es tatsächlich furchtbar. Das lag aber nicht daran, dass kein Fleisch darin war, sondern daran, dass es überhaupt nicht gewürzt war. Auch ein Chili con Carne schmeckt halt nach nichts, wenn man einfach nur Bohnen und Tomaten in einen Topf kippt. Ich habe mich dann eine Zeit lang auf die Suche nach einem wirklich guten Rezept für ein vegetarisches Chili gemacht – und bin mit leeren Händen aus der Suche gegangen. Daher habe ich mein eigenes Rezept entwickelt. Und das will ich hier mit euch teilen.

Veganes Chili

  • eine Zwiebel, fein gehackt
  • 2 Möhren, in kleinen Würfeln
  • ein kleines Stück/Scheibe Knollensellerie, in kleinen Würfeln
  • etwas Öl
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 1 bis 2 Chilischoten, sehr fein gehackt
  • 150g rote Linsen
  • 2 TL Paprikapulver edelsüß
  • 2 TL Paprikapulver rosenscharf
  • 1 TL Paprikapulver geräuchert
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • ein Espresso
  • ein guter Schuss schwarzes Bier (z.B. Liebharts „Dat Schwatte“), etwa 100 bis 150 ml
  • eine Dose gehackte/stückige Tomaten (400 ml)
  • eine Dose Kidney-Bohnen (abgetropft)
  • eine halbe Paprika rot, eine halbe Paprika grün; gewürfelt
  • etwas Tomatenmark (ein bis zwei Esslöffel)
  • ca. 25g Bitterschokolade (~75% Kakaoanteil)
  • Salz und Pfeffer

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Zwiebel, Möhre und Sellerie auf mittlerer Flamme in einem Topf mit dem Öl anbraten, dann den Knoblauch und die Chili dazu geben.

Paprikapulver und Kreuzkümmel dazu geben und kurz mitrösten, die Linsen dazu geben und gut durchrühren. Mit dem Espresso ablöschen und  einkochen lassen, das Bier dazu geben und aufkochen.

Die Tomaten dazufügen und mit geschlossenem Deckel auf kleiner Flamme etwa 10 Minuten köcheln lassen. Die Bohnen dazu geben und weitere 10 Minuten köcheln, zwischendurch umrühren. Wenn es zu dick wird, etwas Wasser dazugeben. Sollte es nicht genug eindicken, etwas Tomatenmark dazu geben.

Die Paprika dazu geben und noch einmal 10 bis 20 Minuten köcheln lassen, bei den letzten 5 Minuten die Schokolade dazu geben und schmelzen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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