Ein Brot für Barbaren? Thusnelda gibt den Kick

Es ist kein Geheimnis: Ich bin Lipperin. Gebürtig, schon immer hier gelebt und ich liebe meine Heimat. Wenn ich auf einen Stuhl klettere kann ich sogar von meinem Balkon aus die Schwertspitze vom Hermannsdenkmal, das auf der Grotenburg über dem Teutoburger Wald wacht, erspähen. Kein Wunder also, dass der Start von „Die Barbaren“ auf Netflix mich ganz hibbelig macht. Heute ist es endlich soweit, und die Serie, die sich dreier junger Menschen widmet, die im Zuge der Varusschlacht zueinanderfinden, ist online gegangen. Bevor ich mir aber die erste Folge reinziehe, habe ich mich von einem der Charaktere inspirieren lassen und ein kerniges Thusnelda backen. Ganz wie die cheruskische Fürstentochter steckt hier hinter dem unscheinbaren Äußerem jede Menge Würze.

Passenderweise vermarktet eine unserer lokalen Brauereien ein Pils unter dem Lable „Thusnelda“. Das war so naheliegend, dass ich sofort zuschlagen musste. Natürlich eignen sich aber auch andere Biere für das Rezept – je Malzgehalt und Bitterstoffen ändert sich der Geschmack des Brotes. Was außer Bier nicht fehlen darf, ist natürlich Sauerteig. Wie man sich selbst so einen Mitbewohner züchtet und wie er auf die gewünschte Menge vergrößert wird, habe ich hier schon einmal beschrieben. Und zu guter Letzt darf eine Zutat bei einem guten Brot niemals fehlen: Zeit. Deswegen habe ich diesen Teig bereits am frühen Morgen vor der Arbeit angesetzt und in einer Kastenform mit einem Küchenhandtuch bedeckt im Kühlschrank bis zum Abend gehen lassen. Danach durfte es noch zwei Stunden auf Zimmertemperatur kommen, bevor es in den Ofen gewandert ist. Über Nacht habe ich es dann auskühlen lassen und zum Frühstück gab es dann die ersten Scheiben. Und was soll ich sagen? So ein Brot bekommt man nicht beim Bäcker. Die Würze bringt eine ganz besondere Note – einfach lecker.

So geht’s:

  • 550g Roggensauerteig
  • Eine Flasche Bier (330ml), zimmerwarm
  • 400g Roggenmehl
  • 300g Weizenmehl Typ 550 (ggf. etwas mehr zum Kneten)
  • 3 TL Salz
  • 1 TL Rübensirup
  • 1/2 TL gemahlener Koriander

Alle Zutaten verrühren und für einige Minuten kräftig verkneten. Teig danach abdecken und etwa eine halbe Stunde ruhen lassen. Die Arbeitsfläche bemehlen und den Teig daraufgeben. Mit Mehl bestäuben und mit den Händen kneten, dabei die Außenseiten immer wieder zur Mitte ziehen, bis sich der Teig elastisch anfühlt und nicht mehr zu stark klebt. Dann zu einem länglichen Brotlaib formen und in eine große Kastenform legen. Abdecken und mindestens drei Stunden bei Zimmertemperatur oder acht Stunden im Kühlschrank gehen lassen. Anschließend mit einem sehr scharfen Messer einschneiden – die Risse werden später extra knusprig. Hier kann man sich kreativ austoben und versuchen, Muster zu ritzen. Meine Kunst sollen Pfeilenden darstellen, ganz im Cheruskerstil, ist doch klar, oder?

Dann den Ofen auf 250 Grad vorheizen, wer hat, einen Pizzastein dabei aufheizen. Kastenform ins untere Drittel des Ofens stellen und mit Wasser besprühen. Tür schließen und 20 Minuten backen lassen. Dann kurz die Tür öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Temperatur auf 180 absenken und weitere 30 Minuten backen lassen. Brot aus der Form nehmen und auf die Unterseite klopfen. Klingt es hohl, ist es fertig. Sonst ohne Form kurz nachbacken lassen.

Auch wenn’s schwerfällt: unbedingt vor dem Anschneiden erst auskühlen lassen! 😉

Ob mich „Die Barbaren“ dazu inspirieren können, in die germanischen und römischen Küchenwelten einzusteigen? Zumindest der Youtube-Kanal „Tasting History“ hat’s mir angetan. Dort erklärt der Amerikaner Max Miller regelmäßig die Ursprünge unserer Zutaten und heutigen Zubereitungsarten und schnappt sich Rezepte vergangener Zeiten, um diese nachzukochen. Reingucken lohnt sich!

Was meint ihr, sollen hier auch ein paar historische Rezepte Einzug halten?

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