Lunch frisch von der Wiese

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm… Dieser Ohrwurm geht mir seit Tagen schon nicht mehr aus dem Kopf. Kein Wunder, bin ich doch einen großen Teil meiner Zeit auf Pilzjagd durch die Wälder gezogen. Aber nicht nur dort verstecken sich köstliche Schätze. Meine Lieblingspilze für ein schnelles Mahl findet man meistens auf Wiesen und Feldern und an Waldrändern: Der Parasol.

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Als junger Pilz hat der Parasol noch eine leicht phallische Form. Die Kappe ist geschlossen und fast eiförmig. Je älter er wird, desto weiter öffnet sich die Kappe. Am Ende sieht er fast aus wie ein Regenschirm. Der Schirm kann einen ganz schön großen Durchmesse erreichen. Mir sind schon Exemplare von fast 40 Zentimeter unter gekommen. Durch den hohen Stil ist er zudem auch recht auffällig und taucht häufig auch gleich gruppenweise auf. Der Parasol hat ein paar Verwechsler, also Pilze, die ihm sehr ähnlich sehen. Die sind hierzulande aber recht selten. Wer dennoch sicher gehen will: Der Parasol hat in der Regel knapp unter dem Schirm einen Ring um den Stil liegen. Dieser lässt sich leicht in der Höhe verschieben. Lässt er sich nicht verschieben, könnte es sich um einen Stachelschirmling handeln. Der ist ungenießbar.

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Aber was machen mit so einem großen Pilz? Zur Ernte drehe ich einfach den Schirm ab und lasse den Stil stehen. Ich ernte auch nur Pilze, die gerade erst ihren Schirm öffnen. Denn: je jünger desto knackiger das Fleisch 😉 Auf der Unterseite hat der Schirm tiefe Lamellen, die reinige ich nur leicht mit einer Bürste, falls überhaupt nötig. Durch die enorme Höhe, die der Pilze erreicht, habe ich bisher nur selten Ungeziefer daran feststellen können. Auf der Oberseite kratze ich die „Schuppen“ mit einem Messer grob ab.

Der Parasol kann, wie andere Speisepilze auch, einfach klein geschnitten mit in eine Pilzpfanne wandern. Er ist ein champignonartiger Pilz und hat einen leicht nussigen Geschmack. Meine bevorzugte Variante ist aber das Parasol-Schnitzel.

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Hierzu die Pilzkappe reinigen und eventuelle Unebenheiten (z.B. den Huckel auf der Oberseite) entfernen und in Mehl wenden. Ein Ei mit einem Schuss Wasser und Salz und Pfeffer verschlagen (nicht zu geizig sein mit den Gewürzen!). Den Pilz dann in das Ei tunken und dann in Paniermehl wälzen, beziehungsweise das Paniermehl auch gut andrücken. Dann schwimmend in Öl oder Butterschmalz ausbacken, auf einem Küchentuch abtropfen und mit etwas Zitronensaft beträufeln. Super lecker! Funktioniert im Übrigen genauso mit Riesen-Bovisten (auch eine Pilzart).

Was ich nicht empfehlen kann ist trocknen. Der Parasol bekommt getrocknet eine sehr seltsam schwammige Konsistenz und lässt sich auch nicht gut wieder einweichen. Außerdem entwickelt er im getrockneten Zustand einen fast schon urinartigen Geruch – wobei der frische Pilz ganz köstlich riecht.

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Wildes aus der Region

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals so aufgeregt vorm Kochen war. Nicht, dass ich Angst hätte, meinen Gästen könnte es nicht schmecken. Nein. Ich bin ein bisschen hibbelig, weil ich Sorge habe, den tollen Zutaten nicht gerecht zu werden. Bei der Glitzer-bunten Welt der Supermärkte und Einkaufszentren vergisst man schon einmal schnell, welchen Weg diese Produkte überhaupt erst einmal gehen mussten, um im Regal vor uns zu landen – ganz anders, wenn man selbst dazu auf Odyssee geht.

Denn auf Odyssee musste ich wahrlich aufbrechen. Schließlich sollte es für meine Gäste beim ersten GoT-Rerun-Abend ein besonderes Dinner werden. Das Motto? Ganz klar: „Winter is coming“ Und was zeugt mehr vor der sich annähernden kalten Jahreszeit, den dunklen, kühlen Herbstabenden und den versteckten Sonnenstrahlen, die sich ihren Weg durch das Dickicht im Wald bahnen, als ein Wildgericht mit Waldpilzen?

 

Wilde Sau mit handgeschabten Spatzen

 

Ich hatte wirklich Glück. Denn in den Fleischereien und Supermärkten der Region ist die Wildzeit noch nicht wirklich angekommen. Also habe ich mich am Sonntag via Facebook (da bin ich übrigens mit dem Blog auch vertreten, einfach mal hier hin klicken!) auf die Suche nach einer zuverlässigen Wildquelle gemacht. Und wie das Schicksal es so wollte, hat sich ein super netter Jäger bei mir gemeldet. So war ich nicht nur um ein Kilo Wildschwein reicher, sondern habe auch einen lang ersehnten Kontakt knüpfen können.

Auf die Pilzjagd ging es bereits am Sonntagmorgen nach Bielefeld-Hillegossen und Oerlinghausen. Am Montag bin ich noch in Detmold und Augustdorf durch die Wälder gezogen. Nachdem ich die vergangenen Wochen höchst neidisch schon auf Beute-Fotos von anderen Sammlern geblickt habe, bin ich nun auch endlich fündig geworden. Reichlich wunderschöne Maronen sind im Jutebeutel gelandet und tatsächlich drei Steinpilze. Ich war geradezu euphorisch, denn das waren die ersten Steinpilze überhaupt, die mir ins Netz gegangen sind. Außerdem habe ich mir von der Wiese noch zwei Parasol-Kappen mitgenommen.

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Gut drei Stunden vor Eintreffen der Gäste ging es dann an die Arbeit. Die schönsten Maronen habe ich nur halbiert und für später zur Seite gestellt, den Rest klein geschnitten und zum Trocknen bei 50 Grad mit leicht geöffneter Tür in den Ofen geschoben. Dann musste das Wildgulasch auf den Herd.

Wildgulasch

  • 1 – 1,5 Kg Wildschwein (Schmorstück wie Keule oder direkt schon zu Gulasch geschnittenes Fleisch)
  • 3 Zwiebeln
  • 4 Lorbeerblätter (am besten frische)
  • 1 EL Tomatenmark
  • etwas Mehl
  • knapp eine Flasche trockener Rotwein (ich hatte einen Spätburgunder aus Baden)
  • eine Hand voll getrockneter Maronen oder Steinpilze
  • Gewürzmischung aus: 2 Nelken, 8 Wacholderbeeren, 8 Pimentkörnern, 8 Pfefferkörnern, etwas Salz, eine Prise echter Kakao, 1 TL gemahlener Koriander, 2 TL Thymian (oder zwei Zweige) => im Mörser zusammen gestoßen
  • Gut 500g Waldpilze oder andere Pilze nach Geschmack
  • n.B. Öl oder Butterschmalz

 

Als erstes habe ich getrocknete Maronen aus der letzten Saison in einen Messbecher gegeben und mit einem halben Liter warmem Leitungswasser aufgefüllt – denn diese müssen gut 20 Minuten einweichen.

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Dann ging es ans Fleisch. Ich habe die Stücke kurz abgebraust und gut angetrocknet. In einer großen Pfanne habe ich es dann leicht mit Mehl bestäubt und portionsweise bei recht hoher Hitze scharf angebraten und anschließend in einer Schüssel zur Seite gestellt. Danach wurden die Zwiebeln klein gehackt und sind mit etwas Öl in einem großen Topf gelandet. Bei mäßiger Hitze habe ich sie erst einmal glasig gebraten, dann die getrockneten eingeweichten Pilze ausgedrückt und dazu dann die Gewürzmischung gegeben. Die Gewürze habe ich erst kurz anrösten lassen und dann das Tomatenmark ebenfalls mit untergerührt. Das Mark hat dann ebenfalls noch ein bisschen gebrutzelt, denn nicht der Tomatengeschmack sollte bleiben, sondern nur die dunkleren Röstaromen und eine fruchtige Tiefe. Hier habe ich dann das angebratene Fleisch und die Lorbeerblätter zugegeben und das Ganze noch ein paar Minuten untergerührt. Gut eine dreiviertel Flasche Rotwein und den Einweich-Sud der getrockneten Pilze habe ich dann in den Topf geschüttet. Deckel drauf und bei kleiner Hitze die nächsten 90 Minuten nicht mehr beachtet.

Die Waldpilze habe ich zwischendurch portionsweise bei scharfer Hitze in etwas Öl angebraten und mit Salz und Pfeffer gewürzt und erst einmal auf die Seite gestellt.

Nach 90 Minuten habe ich das Fleisch probiert und es noch für etwas zäh empfunden, also kamen noch einmal 30 Minuten Garzeit drauf – dieses Mal aber mit offenem Deckel, um die Soße etwas einzukochen. Wem die Soße danach noch zu dünnflüssig ist, kann sich mit Mehlbutter, Soßenbinder oder Speisestärke behelfen. Dann erst die angebratenen Pilze dazugeben und das Ganze abschmecken. Für eine etwas süßere Note noch einen Esslöffel Preiselbeeren unterrühren.

Während der langen Schmorzeit habe ich mich allerdings nicht in Nichtstun geübt. Als Beilage sollte es nämlich Spätzle geben. Selbstgemacht versteht sich. Denn ich leide bekanntermaßen an Größenwahn.

Spätzle habe ich zuvor noch nie selbst hergestellt. Aber das hält mich ja nicht ab. Ich hatte also bereits mittags die diversen Rezepte der verschiedenen Regionen studiert und mich für eine Variante entschlossen, sie neben Eiern sowohl Milch als auch Mineralwasser im Teig verarbeitet und das Mehl mit Zugabe von etwas Grieß gröber gemacht. Auch die Butter kommt in vielen Rezepten nicht vor – aber ich bin ja keine Schwäbin und mir ging Gelingsicherheit über Authentizität.

Spätzle

  • 400g Mehl
  • 100g Hartweizengrieß
  • 100ml Milch
  • 100ml Mineralwasser
  • 6 mittelgroße Eier
  • 20g geschmolzene Butter
  • etwas Salz

Mehl und Grieß habe ich mit dem Salz in eine große Schüssel gegeben und eine Mulde in der Mitte gebildet. In einem großen Messbecher habe ich Milch, Wasser, Eier und Butter verschlagen. Diese Mischung habe ich dann nach und nach ins Mehl gekippt und dabei mit einem Holzkochlöffel gerührt. Bei mir ging das Verhältnis von flüssigen und trockenen Zutaten genau auf, so dass ein zäher Teig entstanden ist, der reißend vom Löffel gefallen ist. Den Teig habe ich dann so lange kräftig geschlagen, bis er Blasen gebildet hat. Dann durfte er noch gut 15 Minuten ruhen.

Eigentlich wollte ich die Spätzle durch meine Flotte Lotte (Passiermühle) drehen. Leider stellte sich dabei heraus, dass meine Aufsätze allesamt zu kleine Löcher haben. Also musste dann doch die Notlösung her: Brett und Messer raus und selbst schaben.

Über einem Topf mit sprudelnd kochendem Salzwasser habe ich ein kleines Küchenbrett gehalten, das untere Ende ins Wasser getaucht und etwas Teig auf das Brett gegeben. Mit meinem nassen großen Küchenmesser habe ich den Teig zur unteren Kante hin glatt gestrichen und dann mit schnellen Bewegungen Teigfäden abgeschabt und ins Wasser plumpsen lassen. Wie sich herausgestellt hat, bin ich entweder ein Naturtalent oder Spätzle schaben ist gar nicht so schwierig. Es kamen ziemlich passable Teigwaren dabei raus. Sobald sie oben geschwommen sind habe ich sie gleich abgeschöpft und in einer Schüssel mit einem Stich Butter warm gehalten.

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Zum Servieren gab es neben den Spätzle noch einen Schlag Rotkohl und auf das Gulasch etwas Créme Fraîche, Preiselbeeren und ein Scheibchen Steinpilz.

 

Fiesta Mexicana II: Empanadas ChoMo

Meine Güte. Etwas ungeplant war ich wohl zwischendurch in der Sommerpause. Nun denn. Neue große Dinge stehen bevor. Darunter Projekte auf der Arbeit, die mich beschäftigen und auch nach Feierabend noch einiges an Kreativität fordern. Und bald geht es wieder für drei Wochen in die Staaten.

Neben meinem kleinen Bruder und meiner Schwägerin freue ich mich auch jetzt schon außerordentlich auf die Kulinarik, die mich im mittleren Westen erwartet. Phoenix wimmelt nur so vor mexikanischen Restaurants und als ich da gerade drüber nachdachte, fiel mir ein, dass ich hier schon seit Monaten ein Rezept auf der Halde liegen hab. Erinnert ihr euch vielleicht noch? Anfang des Jahres habe ich schon einmal von meiner mexikanischen Geburtstagsfeier im Dezember erzählt. Damals habe ich neben den schon vorgestellten Brownies auch reichlich Herzhaftes serviert. Unter anderem einen riesigen Gänsebräter voll Chili con Carne aber auch ein paar Snacks wie Tacitos und Empanadas.

Empanads sind mehr oder weniger mexikanische Calzone. Der Teig wird traditionell mit Schweineschmalz hergestellt, das gibt einen besonderen Geschmack, und gefüllt. Man kann die Taschen im Ofen backen oder frittieren. So hab ich’s gemacht:

Emapandas Mexicanas – ChoMo

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Das braucht ihr für 20 kleinere Empanadas

  • 420g Mehl (+ etwas zum Ausrollen)
  • eine Prise Salz
  • 125g Schweineschmalz
  • 50g Butter
  • 1 Ei
  • 4 – 5 EL eiskaltes Wasser
  • 500g Chorizo
  • etwas Öl
  • eine halbe Zwiebel
  • eine halbe grüne Paprika
  • 200g Mozzarella
  • eine Hand voll frisch gehackter Koriander
  • 4 EL Frischkäse
  • wer die Empanadas im Ofen backen möchte, braucht ein weiteres Ei zum Bestreichen

 

Den Schmalz und die Butter in kleine in Scheibchen Schneiden. Mehl und Salz mischen und das Fett sowie das Ei dazugeben. Mit einem Handmixer verrünhren bis es krümelig ist. Einen Schuss Wasser dazugeben und mit den Händen zügig zu einem glatten Teig verrühren. In eine Kugel formen und in Frischhaltefolie gewickelt etwa 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

Die Chorizo aus dem Darm lösen und klein bröseln/schneiden. Die Zwiebel hacken und in etwas Öl bei mittlerer Hitze in einer Pfanne auslassen. Die Chorizo dazugeben und auslassen. Zum Schluss die Paprika würfeln und für ein paar Minuten mitbraten und abschließend den Koriander unterrühren. Die Füllung gut abkühlen lassen, bevor sie weiter verwendet wird!

Den Teig dünn ausrollen und Kreise ausstechen. Die Mitte mit etwas Frischkäse bestreichen, etwas Mozzarella und einen Teelöffel der Chorizomischung daraufgeben. Den Teig wie eine Calzone überschlagen, möglichst so, dass keine Luft zwischen Teig und Füllung ist. Den Rand gut zusammendrücken und einrollen.

Die Empanadas lassen sich so wie sie nun sind prima einfrieren. Ansonsten entweder in 160°C heißem Öl frittieren, bis sie gold braun sind oder auf ein Backblech legen, mit Eigelb bestreichen und bei 180°C Ober- /Unterhitze etwa 30-40 Minuten backen.

 

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Urlaubsgefühle: Paella Mixta

Entgegen aller Erwartungen strahlt hier den ganzen Tag die Sonne. Auch wenn der Mann im Radio das Gegenteil behauptet. Ein schöner Marktspaziergang heute Vormittag und ein ausgedehntes Herumlungern in der Stadt haben mich letztendlich inspirieren können, ein Stück Urlaub nach Hause zu holen. Und das geht am besten mit einem guten Essen.

Paella kommt ursprünglich aus Valencia. Dort war ich noch nicht, daher kann ich mich auch nicht am Original orientieren. Ich kenne sie von meinen Teneriffa-Urlauben. Serviert in der typischen Paella-Pfanne auf einem Beistelltisch, der Kellner trägt auf und achtet darauf, dass jeder von allen Bereichen des Reisgerichts etwas kriegt. Die sind nämlich recht speziell.

Eine gute Paella ist kein Risotto. Sie wird nicht gerührt! Das hat zur Folge, dass der Reis etwas ansetzt. Dabei entsteht am Pfannenboden eine Schicht mit angebräuntem Reis – socarrat genannt. Diese gilt zu Recht als Delikatesse. Es gibt diverse Rezepte für Paella und Glaubensfragen, wenn es darum geht, den richtigen Reis zu wählen. Ich werde euch an dieser Stelle das Rezept so präsentieren, wie es bei mir auf den Tisch kam. Es sei aber bereits vorweg angemerkt, dass hier viel anpassbar ist. Die Menge an Fleisch/Fisch ist variabel, auch die Sorten die ich ausgesucht habe, können geändert werden. Schweinefleisch und Kaninchen finden sich sehr häufig in fleischlastigen Paellas. In der fischigen Variante wären Tintenfisch und Miesmuscheln noch ganz wunderbar.

Auch wenn die Valencianer sie gerne als Touristen-Gericht beschimpfen, esse ich sie so wahnsinnig gern. Heute gibt’s:

Paella Mixta

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Für 4 Portionen

  • 250g Paella-Reis (ich habe Rundkornreis genommen. Viele Rezepte schreiben, man solle Langkornreis nehmen. Traditionell nimmt man Arroz Bomba)
  • Eine Hähnchenbrust, ohne Knochen und HautIMG_20160528_173146
  • 12 Gambas
  • 8 Kammmuscheln
  • 500ml Gemüsebrühe
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • etwa 125g Erbsen
  • eine halbe rote Paprika
  • 4 EL gehackte Tomaten (frisch oder aus der Dose)
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • 2 Prisen Safranfäden
  • grobes Meersalz
  • Pfeffer
  • Olivenöl
  • Eine Prise Thymian und Rosmarin
  • Ein Schuss trockener Weißwein
  • etwas gehackte Petersilie

 

Die Zubereitung nimmt insgesamt nicht mehr als eine Stunde Zeit in Anspruch. Und macht auch nur eine Pfanne dreckig. Wenn das nicht ein absolutes Top-Argument für Paella ist, weiß ich es auch nicht. So geht’s los:

Eine möglichst breite, schwere Pfanne auf hoher Hitze aufsetzen. Wer eine hat, kann natürlich dafür eine Paellera verwenden. Eine ganz normale Pfanne tut es aber auch. Etwa einen Teelöffel Meersalz in die Pfanne geben. Einen guten Schuss Olivenöl dazugeben. Das Huhn mundgerecht würfeln und sehr scharf anbraten. Währenddessen Zwiebel, Knoblauch und Paprika fein würfeln. Das Huhn aus der Pfanne nehmen und kurz zur Seite stellen. Nun in der selben Pfanne (nicht ausspülen!) das Gemüse anbraten, die Temperatur auf mittlere Hitze senken und eventuell noch einen Schuss Olivenöl dazu geben. Wenn die Zwiebeln schön glasig sind, das Huhn wieder in die Pfanne geben. Die gehackten Tomaten unterrühren und für ein paar Sekunden reduzieren lassen. Die Erbsen unterrühren und die Mischung an den Pfannenrand schieben. In der Pfannenmitte den Reis verteilen und etwas anbraten lassen. Mit dem Gemüse verrühren und kurz brutzeln lassen, dann mit Weißwein ablöschen. Safran, Thymian und Rosmarin dazu geben und alles mit Pfeffer würzen. Die komplette heiße Brühe dazu geben, einmal kräftig umrühren und jetzt heißt es warten. Auf mittlerer Hitze etwa 20 Minuten offen köcheln lassen (nicht mehr umrühren!).

Die Gambas und das Muschelfleisch auf der Paella verteilen und pfeffern, die Pfanne abdecken und die Meeresfrüchte für etwa 10 Minuten garen lassen. Dann die Hitze noch einmal voll aufdrehen und für 2-3 Minuten brutzeln lassen. Das hilft, die socarrat zu erzeugen.

Die Zitrone in Schnitze schneiden und zwischen den Gambas in die Paella drücken. Pfanne von der Hitze nehmen und kurz ruhen lassen. Servieren und darauf achten, dass alle Gäste etwas von der köstlichen Reiskruste abbekommen 😉

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Spargel dreierlei: Römisch, früh und siciliano

Sie ist wieder da, meine liebste Jahreszeit: Die Spargelzeit hält nun in allen Teilen Deutschlands Einzug. Noch bis zum Johannistag, dem 24. Juni, wird gestochen. In der Vergangenheit habe ich ja Stein und Bein auf die Zubereitung im Alumantel geschworen, nun möchte ich drei weitere fantastische Rezepte präsentieren.

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I. Im Römer.

Spargel aus dem Römertopf ist so unkompliziert, wie nur eben möglich. Das Gemüse wird dazu einfach nur geschält, der Topf (und Deckel!) etwa 15 Minuten gewässert. Ohne zusätzliche Flüssigkeit kommt der Spargel in den Topf, dazu ein Stich Butter, etwas Salz, eine Prise Zucker und ein Pfützchen Zitronensaft. Kurz mit den Händen durchmengen, Deckel drauf und in den kalten Ofen stellen. Diesen nun auf 180°C Ober-/Unterhitze anschalten und nach etwa 45 Minuten ist der Spargel im eigenen Saft gegart und mit herrlicher Butternote versehen. Der Vorteil: Auch größere Mengen (getestet mit einem Kilo) lassen sich auf einen Rutsch gleichmäßig zubereiten. Der Nachteil: Es dauert etwas länger als die herkömmliche Garung in kochendem Wasser. Dafür bleiben Geschmack und Inhaltsstoffe besser erhalten.

II. Zum Frühstück

Mein Lieblingswochenendfrühstück ist im Moment Omelett. Dabei kommt in der Regel immer mit rein, was ich im Kühlschrank so finde. Das ist nicht selten grüner Spargel. Göttlich und einfach: 3 – 4 Stangen grünen Spargel in mundgerechte Stücke schneiden (muss nicht geschält werden!); das holzige Ende wegschmeißen. Kurz in etwas Butter anbraten und auf einem Teller zwischenparken. Zwei Eier mit einem kleinen Schuss Milch oder Sahne und etwas Salz und Pfeffer verquirlen und in die Pfanne geben. Bei mittlerer Hitze stocken lassen. Kurz bevor das Ei gar ist, eine Scheibe Käse und das Gemüse auf eine Hälfte des Omelettes geben, die andere Hälfte darüber klappen und noch etwa 30 Sekunden garen lassen. Anrichten und sich freuen. Die Art Omelett ist wahnsinnig wandlungsfähig. Manchmal kommen bei mir Tomaten zu, statt Spargel nehme ich auch gerne Avocado (die ich nicht vorher anbrate). Auch Bacon oder Schinken passen prima.

III. Sizilianisch

Und hier ist er nun, der Star, das Highlight, das beste Spargelrezept, das mir in den letztenIMG_20160516_193453410 Jahren untergekommen ist. Und dabei ist es nicht aus den deutschen Gefilden, wobei sich ja gerade hier damit  gerühmt wird, Spargelheimat zu sein. Nein, es stammt von meiner amerikanisch-sizilianischen Schwägerin Bianca. Der Spargel wird im Ofen gegart, erhält eine leichte Bitterkeit vom Bräunen, die aber zugleich von der Süße des Honigs und der Salzigkeit des Parmesans aufgefangen wird. Fantastisch. Das Rezept habe ich bislang nur mit grünem Spargel getestet! Ich vemute, dass es mit weißem nicht ganz so gut funktionieren würde.

Die Enden der Spargelstangen abbrechen und das Gemüse in eine Auflaufform geben. Etwa einen Teelöffel Honig darüber träufeln, mit grobem Meersalz bestreuen und etwas Olivenöl darübergeben. Etwa eine handvoll frisch geriebenen Parmesan darüber streuen und alles für gute 15 Minuten bei 200°C Ober-/Unterhitze backen. Nach der Hälfte Zeit  einmal durchrühren, damit sich alles gut verteilt.

Der grüne Spargel wird so zur großartigen Beilage, schmeckt aber auch kalt (weshalb bei mir nie ein Rest für den nächsten Tag überbleibt) 😉

 

 

Römergulasch

Ein schneller Post aus meiner sonst derzeit so uninspirierten Küche. Ich genieße gerade ausgiebig die Feiertage und habe es heute endlich geschafft, mein Haus gar nicht zu verlassen. Das ist auch mal sehr schön. Stattdessen habe ich meinem Römertopf, den ich zu Weihnachten bekommen habe, eine zweite Chance gegeben. Der erste Versuch war nämlich nicht übermäßig berauschend. Das Rezept ist eine leicht veränderte Fassung meines klassischen Gulaschs, das ihr HIER findet (beim Raussuchen der Verlinkung habe ich gerade übrigens festgestellt, dass dies hier bereits mein viertes Gulasch-Rezept im Blog ist. Ja, ich mag dieses Gericht). Was dabei raus kam ist ein:

Römergulasch

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  • 500g Rindergulasch
  • 500g Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 250g Champignons
  • 1,5 rote Paprika (oder zwei – ich hatte halt noch eine halbe über)
  • 200ml trockener Rotwein
  • ~ 200ml Rinderbrühe
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 EL Paprikapulver rosenscharf
  • 1 EL geräuchertes Paprikapulver
  • etwas Kümmel
  • 1TL getrockneter Majoran
  • etwas Öl

 

Den Römertopf für eine gute halbe Stunde komplett wässern.

Zwiebeln fein würfeln und in einer großen Pfanne glasig braten. Knoblauch fein hacken und dazugeben. Währenddessen die Paprika fein würfeln und zu den Zwiebeln geben. Die Masse in den Römertopf geben.

Die Champignons halbieren, anbraten und auch in den Topf geben. Dann das Fleisch in Würfeln scharf anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen und zum Gemüse geben. In der gleichen Pfanne ohne zusätzliches Fett die Gewürze und das Tomatenmark anrösten. Mit dem Rotwein ablöschen und kurz aufkochen lassen, zum Rest geben. Die Pfanne mit der Rinderbrühe ausspülen und diese ebenfalls in den Topf schütten. Den Römertopf verschließen, in den kalten (!) Ofen stellen und diesen auf 180°C Ober-/Unterhitze anstellen. Nach 2 – 2,5 Stunden den Deckel abnehmen und weitere 30 Minuten im Ofen lassen.

Dazu gab’s bei mir einen Kartoffel-Sellerie-Stampf und gebratenen grünen Spargel.

 

 

Fiesta Mexicana I: Kahlua Brownies

Von wegen das Beste kommt zum Schluss. Ich fange einfach mal mit dem Dessert an. So. Ha. Ich Rebell, ich. Das Gezetere um meine längere Blog-Abstinenz übergehen wir an dieser Stelle einfach und steigen dort ein, wo wir aufgehört haben.

Untitled designZu meinem Geburtstag habe ich mir etwas Besonderes überlegt. Leid war ich die ewig gleichen Winteressen, Braten und weihnachtlichen Dekorationen. Ich kann doch auch nicht dafür, dass mein Geburtstag kurz vor Weihnachten liegt! Endlich wollte ich auch Sommer-Feeling, Strandmusik und keinen lippischen Regenmatsch zu meiner Feier. Also habe ich der Sache kurzerhand ein Motto gegeben und meine Geburtstagsvor-Feier zur Fiesta Mexicana gemacht. Ja, Vorfeier. Auf einen Montag feiern hielt ich für ausgesprochen unklug (wobei ich das auch getan habe, allerdings in Hamburg). Und an den Weihnachtstagen oder Silvester nachfeiern ist ebenso ungünstig. Daher wurde das Ganze einfach vorverlegt und ich habe konsequent eine Woche durch Geburtstag gefeiert. Hat definitiv was für sich.

Zu so einer Fiesta Mexicana gehört neben der landestypischen Musik auch eine Getränkeauswahl und die dazu passenden Speisen. Bei einer stolzen Zahl von 20 Einladungen, die ich für meine muckelige Singlewohnung augesprochen habe, habe ich ich von einem Bankett oder Mehrgang-Menü abgesehen. Zu schwierig die Unterbringung aller Gäste in sitzender Position. Daher gab es ein in der Küche platziertes Büffet. Neben mexikanischem Fingerfood (Rezepte folgen alsbald) fand sich hier ein riesiger Bräter voll Chili con Carne und zum Dessert gab es köstliche Brownies. Das Grundrezept dazu habe ich aus der New York Times gemopst. Im Original ist es ein irischer Schokoladenkuchen, der mit Whisky gebacken wird. Meine abstrahierte Form ersetzt diesen mit Kahlua und bekommt etwas mehr Pfiff mit Zimt und Chili. Aber lest selbst.

Kahlua Brownies

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  • 340g Butter
  • 85g Back-Kakao
  • 100ml starker Kaffee
  • 110ml Kahlua
  • 200g weiße Zucker
  • 150g brauner Zucker
  • 240g Mehl
  • 1,5 TL Backsoda
  • 3/4 TL grobes Salz
  • 1/2 Chili, gehackt
  • 1 Nelke
  • 3 Eier
  • 2 TL Vanilleextrakt
  • 200g dunkle Schokolade
  • 1 TL Zimt

 

Butter mit Zucker, Schokolade, Kahlua und Kaffe schmelzen und auf Körpertemperatur abkühlen. Alle Gewürze dazu geben. Mehl mit Kakao und Backpulver mischen. Eier aufschlagen und die Hälfte des Mehls unterrühren. Die Schoko-Mischung langsam dazu geben. Restliches Mehl unterrühren. Eine Auflaufform oder ein Tiefes Blech mit Backrahmen fetten und mit Kakaopulver bestäuben. Die Teigmasse hineingeben und bei 170°C für etwa 45-50 Minuten backen.

Die Brownies halten sich noch gut eine Woche saftig frisch, wenn sie in einer Dose im Kühlschrank gelagert werden. Auch eine Reise nach Hamburg im warmem Auto haben sie gut überstanden.

Backen mit Schwips: Rotweinplätzchen

Zugegeben, für einen Schwips ist definitiv nicht genug Schuss in diesen Keksen. Lecker sind sie trotzdem alle Mal. Nach meiner Woche Urlaub, die ich hauptsächlich am Schreibtisch (oder viel mehr mit dem Laptop auf dem Schoß) verbracht habe, wollte ich den Kollegen eine kleine Einstimmung auf die Weihnachtszeit mitbringen. Also habe ich gestern eine Rutsche Rotweinplätzchen gebacken. Das Rezept habe ich von meiner Stiefmutter und es mausert sich über die Jahre zu einem meiner All-time-favourites.

Rotweinplätzchen

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Das braucht ihr für etwa 50 zusammengebaute Plätzchen:

  • 125g Zucker
  • 125g Butter
  • 1 Ei
  • 2 gestr. EL Backpulver
  • 250g Mehl (ggf. etwas Mehr zum Ausrollen)
  • 1 EL Kakaopulver (ungesüßt, also Back-Kakao)
  • 1 TL Zimt
  • 3 EL Rotwein, trocken
  • 150g Kuvertüre
  • ~50g gemahlene Mandeln (im Original sind es Haselnüsse, aber darauf bin ich allergisch)
  • etwa 100g Himbeer- oder Johannisbeergelee

Die Butter in Stückchen schneiden und mit dem Zucker aufschlagen. Das Ei und den Rotwein dazugeben und gut verrühren. Mehl, Backpulver, Kakao und Zimt mischen und nach und nach dazu geben. Der Teig ist jetzt eventuell noch etwas klebrig. Wer Zeit hat, kann ihn für eine Stunde in den Kühlschrank legen, dann lässt er sich besser verarbeiten.

Die Arbeitsfläche gut bemehlen und ggf. noch etwas Mehl in den Teig einkneten, so dass er sich ohne zu kleben  ausrollen lässt. Relativ dünn ausrollen (er sollte gerade so dick sein, dass sich die ausgestochenen Plätzchen gut aufs Blech transportieren lassen) und nach belieben Plätzchen ausstechen. Ich habe einen Herz-Ausstecher genommen.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen (insgesamt waren es in der Teigmenge 6 Bleche bei mir) und im vorgeheizten Ofen bei 170°C Ober-/Unterhitze für 8-10 Minuten backen. Die Kekse sollen nicht braun werden und sind noch recht weich, wenn man sie aus dem Ofen nimmt. Innerhalb weniger Minuten werden sie aber außen knackig und haben noch einen weichen Kern.

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Nun heißt es puzzlen: Immer zwei Plätzchen finden, die halbwegs gut übereinander passen. Eine Seite mit etwas Gelee bestreichen (vorher etwas glatt rühren, dann klappt das besser) und an die Seite legen.

Die Kuvertüre schmelzen und nun entweder den Rand der Plätzchen zunächst durchziehen und dann in Mandelmehl wälzen oder mit der Kuvertüre besprenkeln und Mandeln darüber streuen.

Gut trocknen lassen und anderen damit eine Freude bereiten! 🙂