Fiesta Mexicana II: Empanadas ChoMo

Meine Güte. Etwas ungeplant war ich wohl zwischendurch in der Sommerpause. Nun denn. Neue große Dinge stehen bevor. Darunter Projekte auf der Arbeit, die mich beschäftigen und auch nach Feierabend noch einiges an Kreativität fordern. Und bald geht es wieder für drei Wochen in die Staaten.

Neben meinem kleinen Bruder und meiner Schwägerin freue ich mich auch jetzt schon außerordentlich auf die Kulinarik, die mich im mittleren Westen erwartet. Phoenix wimmelt nur so vor mexikanischen Restaurants und als ich da gerade drüber nachdachte, fiel mir ein, dass ich hier schon seit Monaten ein Rezept auf der Halde liegen hab. Erinnert ihr euch vielleicht noch? Anfang des Jahres habe ich schon einmal von meiner mexikanischen Geburtstagsfeier im Dezember erzählt. Damals habe ich neben den schon vorgestellten Brownies auch reichlich Herzhaftes serviert. Unter anderem einen riesigen Gänsebräter voll Chili con Carne aber auch ein paar Snacks wie Tacitos und Empanadas.

Empanads sind mehr oder weniger mexikanische Calzone. Der Teig wird traditionell mit Schweineschmalz hergestellt, das gibt einen besonderen Geschmack, und gefüllt. Man kann die Taschen im Ofen backen oder frittieren. So hab ich’s gemacht:

Emapandas Mexicanas – ChoMo

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Das braucht ihr für 20 kleinere Empanadas

  • 420g Mehl (+ etwas zum Ausrollen)
  • eine Prise Salz
  • 125g Schweineschmalz
  • 50g Butter
  • 1 Ei
  • 4 – 5 EL eiskaltes Wasser
  • 500g Chorizo
  • etwas Öl
  • eine halbe Zwiebel
  • eine halbe grüne Paprika
  • 200g Mozzarella
  • eine Hand voll frisch gehackter Koriander
  • 4 EL Frischkäse
  • wer die Empanadas im Ofen backen möchte, braucht ein weiteres Ei zum Bestreichen

 

Den Schmalz und die Butter in kleine in Scheibchen Schneiden. Mehl und Salz mischen und das Fett sowie das Ei dazugeben. Mit einem Handmixer verrünhren bis es krümelig ist. Einen Schuss Wasser dazugeben und mit den Händen zügig zu einem glatten Teig verrühren. In eine Kugel formen und in Frischhaltefolie gewickelt etwa 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

Die Chorizo aus dem Darm lösen und klein bröseln/schneiden. Die Zwiebel hacken und in etwas Öl bei mittlerer Hitze in einer Pfanne auslassen. Die Chorizo dazugeben und auslassen. Zum Schluss die Paprika würfeln und für ein paar Minuten mitbraten und abschließend den Koriander unterrühren. Die Füllung gut abkühlen lassen, bevor sie weiter verwendet wird!

Den Teig dünn ausrollen und Kreise ausstechen. Die Mitte mit etwas Frischkäse bestreichen, etwas Mozzarella und einen Teelöffel der Chorizomischung daraufgeben. Den Teig wie eine Calzone überschlagen, möglichst so, dass keine Luft zwischen Teig und Füllung ist. Den Rand gut zusammendrücken und einrollen.

Die Empanadas lassen sich so wie sie nun sind prima einfrieren. Ansonsten entweder in 160°C heißem Öl frittieren, bis sie gold braun sind oder auf ein Backblech legen, mit Eigelb bestreichen und bei 180°C Ober- /Unterhitze etwa 30-40 Minuten backen.

 

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Urlaubsgefühle: Paella Mixta

Entgegen aller Erwartungen strahlt hier den ganzen Tag die Sonne. Auch wenn der Mann im Radio das Gegenteil behauptet. Ein schöner Marktspaziergang heute Vormittag und ein ausgedehntes Herumlungern in der Stadt haben mich letztendlich inspirieren können, ein Stück Urlaub nach Hause zu holen. Und das geht am besten mit einem guten Essen.

Paella kommt ursprünglich aus Valencia. Dort war ich noch nicht, daher kann ich mich auch nicht am Original orientieren. Ich kenne sie von meinen Teneriffa-Urlauben. Serviert in der typischen Paella-Pfanne auf einem Beistelltisch, der Kellner trägt auf und achtet darauf, dass jeder von allen Bereichen des Reisgerichts etwas kriegt. Die sind nämlich recht speziell.

Eine gute Paella ist kein Risotto. Sie wird nicht gerührt! Das hat zur Folge, dass der Reis etwas ansetzt. Dabei entsteht am Pfannenboden eine Schicht mit angebräuntem Reis – socarrat genannt. Diese gilt zu Recht als Delikatesse. Es gibt diverse Rezepte für Paella und Glaubensfragen, wenn es darum geht, den richtigen Reis zu wählen. Ich werde euch an dieser Stelle das Rezept so präsentieren, wie es bei mir auf den Tisch kam. Es sei aber bereits vorweg angemerkt, dass hier viel anpassbar ist. Die Menge an Fleisch/Fisch ist variabel, auch die Sorten die ich ausgesucht habe, können geändert werden. Schweinefleisch und Kaninchen finden sich sehr häufig in fleischlastigen Paellas. In der fischigen Variante wären Tintenfisch und Miesmuscheln noch ganz wunderbar.

Auch wenn die Valencianer sie gerne als Touristen-Gericht beschimpfen, esse ich sie so wahnsinnig gern. Heute gibt’s:

Paella Mixta

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Für 4 Portionen

  • 250g Paella-Reis (ich habe Rundkornreis genommen. Viele Rezepte schreiben, man solle Langkornreis nehmen. Traditionell nimmt man Arroz Bomba)
  • Eine Hähnchenbrust, ohne Knochen und HautIMG_20160528_173146
  • 12 Gambas
  • 8 Kammmuscheln
  • 500ml Gemüsebrühe
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • etwa 125g Erbsen
  • eine halbe rote Paprika
  • 4 EL gehackte Tomaten (frisch oder aus der Dose)
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • 2 Prisen Safranfäden
  • grobes Meersalz
  • Pfeffer
  • Olivenöl
  • Eine Prise Thymian und Rosmarin
  • Ein Schuss trockener Weißwein
  • etwas gehackte Petersilie

 

Die Zubereitung nimmt insgesamt nicht mehr als eine Stunde Zeit in Anspruch. Und macht auch nur eine Pfanne dreckig. Wenn das nicht ein absolutes Top-Argument für Paella ist, weiß ich es auch nicht. So geht’s los:

Eine möglichst breite, schwere Pfanne auf hoher Hitze aufsetzen. Wer eine hat, kann natürlich dafür eine Paellera verwenden. Eine ganz normale Pfanne tut es aber auch. Etwa einen Teelöffel Meersalz in die Pfanne geben. Einen guten Schuss Olivenöl dazugeben. Das Huhn mundgerecht würfeln und sehr scharf anbraten. Währenddessen Zwiebel, Knoblauch und Paprika fein würfeln. Das Huhn aus der Pfanne nehmen und kurz zur Seite stellen. Nun in der selben Pfanne (nicht ausspülen!) das Gemüse anbraten, die Temperatur auf mittlere Hitze senken und eventuell noch einen Schuss Olivenöl dazu geben. Wenn die Zwiebeln schön glasig sind, das Huhn wieder in die Pfanne geben. Die gehackten Tomaten unterrühren und für ein paar Sekunden reduzieren lassen. Die Erbsen unterrühren und die Mischung an den Pfannenrand schieben. In der Pfannenmitte den Reis verteilen und etwas anbraten lassen. Mit dem Gemüse verrühren und kurz brutzeln lassen, dann mit Weißwein ablöschen. Safran, Thymian und Rosmarin dazu geben und alles mit Pfeffer würzen. Die komplette heiße Brühe dazu geben, einmal kräftig umrühren und jetzt heißt es warten. Auf mittlerer Hitze etwa 20 Minuten offen köcheln lassen (nicht mehr umrühren!).

Die Gambas und das Muschelfleisch auf der Paella verteilen und pfeffern, die Pfanne abdecken und die Meeresfrüchte für etwa 10 Minuten garen lassen. Dann die Hitze noch einmal voll aufdrehen und für 2-3 Minuten brutzeln lassen. Das hilft, die socarrat zu erzeugen.

Die Zitrone in Schnitze schneiden und zwischen den Gambas in die Paella drücken. Pfanne von der Hitze nehmen und kurz ruhen lassen. Servieren und darauf achten, dass alle Gäste etwas von der köstlichen Reiskruste abbekommen 😉

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Römergulasch

Ein schneller Post aus meiner sonst derzeit so uninspirierten Küche. Ich genieße gerade ausgiebig die Feiertage und habe es heute endlich geschafft, mein Haus gar nicht zu verlassen. Das ist auch mal sehr schön. Stattdessen habe ich meinem Römertopf, den ich zu Weihnachten bekommen habe, eine zweite Chance gegeben. Der erste Versuch war nämlich nicht übermäßig berauschend. Das Rezept ist eine leicht veränderte Fassung meines klassischen Gulaschs, das ihr HIER findet (beim Raussuchen der Verlinkung habe ich gerade übrigens festgestellt, dass dies hier bereits mein viertes Gulasch-Rezept im Blog ist. Ja, ich mag dieses Gericht). Was dabei raus kam ist ein:

Römergulasch

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  • 500g Rindergulasch
  • 500g Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 250g Champignons
  • 1,5 rote Paprika (oder zwei – ich hatte halt noch eine halbe über)
  • 200ml trockener Rotwein
  • ~ 200ml Rinderbrühe
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 EL Paprikapulver rosenscharf
  • 1 EL geräuchertes Paprikapulver
  • etwas Kümmel
  • 1TL getrockneter Majoran
  • etwas Öl

 

Den Römertopf für eine gute halbe Stunde komplett wässern.

Zwiebeln fein würfeln und in einer großen Pfanne glasig braten. Knoblauch fein hacken und dazugeben. Währenddessen die Paprika fein würfeln und zu den Zwiebeln geben. Die Masse in den Römertopf geben.

Die Champignons halbieren, anbraten und auch in den Topf geben. Dann das Fleisch in Würfeln scharf anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen und zum Gemüse geben. In der gleichen Pfanne ohne zusätzliches Fett die Gewürze und das Tomatenmark anrösten. Mit dem Rotwein ablöschen und kurz aufkochen lassen, zum Rest geben. Die Pfanne mit der Rinderbrühe ausspülen und diese ebenfalls in den Topf schütten. Den Römertopf verschließen, in den kalten (!) Ofen stellen und diesen auf 180°C Ober-/Unterhitze anstellen. Nach 2 – 2,5 Stunden den Deckel abnehmen und weitere 30 Minuten im Ofen lassen.

Dazu gab’s bei mir einen Kartoffel-Sellerie-Stampf und gebratenen grünen Spargel.

 

 

Damn, that’s delish! Hähnchen in Zitronenbutter

Dieser herbstliche Freitagabend konnte mich einfach nicht vom Sofa weglocken. Draußen windet’s und tröpfelt’s ein wenig vor sich hin und so klang das Gläschen (oder so) Wein und ein Ausflug ins Serienland vielversprechend. Die Koch-Kreativität wollte auch nicht so wirklich sprießen, also habe ich das getan, was ich eigentlich nie tue: ich habe nach Rezept gekocht. Und zwar eines, das ich schon vor einiger Zeit in meinem aktuellen Lieblingsblog, DamnDelicious, gesehen habe: Lemon Butter Chicken. Da amerikanische Rezepte immer etwas schwierig sind, was die Mengenangaben angeht, halte ich hier meine Interpretation für euch fest.

Am Rande: Nebenbei sehe ich gerade auf VOX, dass Yvonne Catterfeld mit Roger Cicero eine neue Interpretation von „Something Stupid“ rausbringt. Braucht das die Welt?!

Hähnchenkeulen in Zitronenbutter

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Das braucht ihr:

  • Hähnchenschenkel (die Soße reicht für etwa vier ganze, ich habe nur zwei verwendet; das Original sieht acht vor – allerdings ohne Unterschenkel)
  • Salz und Pfeffer
  • etwas geräuchertes Paprikapulver (alternativ edelsüß)
  • 3 EL Butter
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 125ml Hühner- oder Gemüsebrühe
  • Saft einer Zitrone
  • 1 TL getrockneter Thymian
  • Zwei handvoll frischer Babyspinat, grob gehackt
  • 150ml Sahne
  • 50g geriebener Parmesan

Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen!

DSC_9029Die Hähnchenschenkel abspülen, abtupfen und mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver würzen. In einer nicht zu kleinen, am besten ofenfesten, Pfanne einen Esslöffel Butter schmelzen und die Schenkel auf der Hautseite kräftig anbraten, wenden und auch die Unterseite kurz anbraten. Währenddessen den Knoblauch hacken. Die Schenkel auf einen Teller legen und beiseite stellen, das übrige Fett wegschütten (die Pfanne nicht ausspülen).

Den Rest der Butter in der Pfanne schmelzen und den Knoblauch darin DSC_9030braten. Mit der Brühe ablöschen. Zitronensaft, Sahne, Thymian, Parmesan und Spinat dazugeben. Etwas pfeffern und die Soße etwa 5 Minuten kräftig köcheln lassen, zwischendurch umrühren, damit der Parmesan nicht ansetzt. Die Hähnchenschenkel in die Soße legen und die Pfanne in den Ofen stellen. Bei 200 Grad etwa 30 Minuten backen, bis das Huhn gar ist.

Und schon sind sie fertig, die leckeren Zitronenbutter-Keulen. Zum Tunken der Soße passt einfach Brot. Auch Reis, Couscous oder Ofenkartoffeln  sollten prima harmonieren. Ich habe mich entschlossen, Pasta dazu zu essen. Die Zitronensoße hat einen leckeren italienischen Touch, der für mich danach geschrien hat.

Alternativ kann ich mir gut vorstellen, den Zitronensaft mit O-Saft und den Spinat mit Rucola zu ersetzen. Wird dann etwas süßer, solle aber auch sehr lecker sein. Etwas ähnliches habe ich schon öfter als Geschnetzeltes gekocht.

Arrrrrrriba! Hot Tex-Mex Chili con Carne

Weiter geht’s mit der südamerikanischen Küche. Ein richtig gutes Chili essen, das klingt so viel einfacher als man denkt. Das, was ich bisher in Deutschland als Chili serviert bekommen habe, war in der Regel meistens nur Hack in Tomatensoße mit Bohnen. Leckere Gewürze, eine tolle Schärfe und das bisschen mexikanische Lebensfreude kann man dabei lange suchen. Ein gutes Chili lässt die Augenlieder flackern und ist ein bisschen wie guter Sex – heiß und eine Erinnerung wert.

Tatsächlich habe ich mein Grundrezept gar nicht aus Amerika mitgebracht, sondern bei einem Freund abgeguckt. Von ihm habe ich die tolle Idee, das Ganze mit Kaffee, Schokolade und Bier (!) zu würzen. Als Beilage gibt es bei mir in der Regel nur aufgebackene Brötchen oder Baguette. Wenn ich für Besuch koche, mache ich dazu gerne noch eine Guacamole und rühre ein bisschen Sour Cream an. Dazu ein paar Nachos und/oder Blätterteig-Käsestangen und alle sind glücklich 😉

Nun will ich euch aber gar nicht länger auf die Folter spannen, auf geht’s:

Chili con Carne

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Ihr braucht:

  • 300g Hack (250g tun es auch, wer’s fleischiger mag, nimmt 500g)
  • Etwas Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 2 Piri-piri Chilis (bzw. je nach Vorliebe)
  • 1 TL Cumin (= Kreuzkümmel)
  • 1/2 TL gemahlener Koriander
  • 1 TL Paprika rosenscharf
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • etwa 1 TL brauner Zucker
  • Salz und Pfeffer
  • 1 Dose Bohnen (Chilibohnen oder Kidney, ihr könnt auch die Dose vermeiden und getrocknete selbst im Vorfeld über Nacht einweichen)
  • 1 Dose gehackte Tomaten (400g)
  • 1 grüne Paprikaschote, ggf. mehr (ich habe noch eine rote dazu verwendet)
  • eine kleine Flasche (0,33) dunkles Bier (in meinem Fall Liebhardts dunkles Landbier, richtig lecker ist es auch mit Schwarzbier z.B. Köstritzer oder Liebhardts „Dat Schwatte“)
  • 1 Espresso
  • ca. 20g dunkle Scholoade (mindestens 50% Kakao, besser 70%)
  • Etwa 1/2 Tube Tomatenmark
  • Fischsauce (gibt’s im Asialaden)

Das Hack in einem großen Topf mit etwas Öl anbraten. Die Zwiebel währenddessen schälen und würfeln und dann dazu geben. Den Knoblauch und die Chilis fein hacken (für etwas weniger Schärfe die Chilis zuvor entkernen!) und ebenfalls mitbraten. Wenn das Hack leicht gebräunt und die Zwiebelwürfel glasig sind, die Gewürze dazugeben und anrösten. Die Bohnen in einem Sieb unter fließendem Wasser abspülen und abtropfen lassen, dann dazugeben. Mit dem Espresso ablöschen und diesen komplett einkochen lassen. Danach das Bier dazu geben und dieses kurz aufkochen lassen. Die Tomaten ebenfalls dazu geben, gut umrühren und auf kleinster Flamme mindestens 20 Minuten, bestenfalls bis zu einer Stunde köcheln lassen.

Die Paprika in kleine Würfel schneiden und zum Chili geben. Etwa 5 Minuten köcheln lassen, dann soviel Tomatenmark dazu geben, dass eine angenehme Konsistenz entsteht. Etwas Salz und Pfeffer dazu geben und die Schokolade einrühren. Kurz ziehen lassen und mit der Fischsauce abschmecken.

Das kann man nun so als Eintopf essen oder mit Sour Cream, Guacamole und Cheddar toppen. Auch frischer Koriander oder Schnittlauch machen sich gut dazu.

Texas BBQ: Brisket aus dem Smoker

Gestern Abend war es endlich soweit. Nach einer Woche Planung haben wir uns an ein Brisket aus dem Smoker gewagt. Statt eines Rezeptes, hier in Kurzfassung die Zubereitung, da ich leider nur den Abschluss mitbekommen habe.

Brisket ist ein Stück aus der Rinderbrust, ein Schnitt, den wir in Deutschland als solchen nur selten angeboten bekommen. Am nächsten kommt dem ganzen das Bürgermeisterstück. Das Fleisch lag diese Woche ganz in der Hand der Grillmeister, Nico und Stefan. Die Herren haben am Donnerstagabend eingekauft und die beiden Brisketstücke zusammen mit einem Schweinenackenbraten mit einem Dry-Rub versehen. Das ist übrigens ziemlich genau das, was der Name sagt: eine trockene Mariande, die in das Fleisch einmassiert wird. Der Überlieferung nach wurden hierfür reichlich Salz und Pfeffer, außerdem etwas Rosmarin und ein My edelsüßes Paprikapulver verwendet. Anschließend ist das Fleisch über Nacht in den Kühlschrank gewandert und durfte dort ruhen.

Gestern haben die beiden dann ihren freien Tag dazu genutzt, sich den ganzen Tag um die guten Stücke zu kümmern. Um halb 11 Uhr morgens wurde der Smoker angefeuert und auf eine Starttemperatur um die 140°C  gebracht – diese war bewusst etwas höher gewählt, da die Temperatur mit dem einlegen des Fleisches etwas fällt. Mit einem tollen Funkthermometer versehen ist das Fleisch auf den Grill gewandert und durfte hier jetzt eine gute Ewigkeit ruhen. Währenddessen haben die Jungs eifrig kontrolliert, dass die Temperatur im Grill immer um die 100 – 120°C heiß war. Das hieß fleißiges Holz nachlegen und gelegentlich den Deckel zum abkühlen öffnen.

Bei einer erreichten Kerntemperatur von 80°C (nach etwa 5,5 Stunden) haben sie das Rind in Alufolie gewickelt. Dies wird als „Texas Crutch“ bezeichnet – eine Krücke, die dabei helfen soll, sogenannte „Plateauphasen“ bei der Zubereitung zu überspringen. Im Großen und Ganzen soll es den Prozess beschleunigen.

Ziel war eine Kerntemperatur von 92°C, die wir um 19.30 Uhr, also nach guten 8,5 Stunden erreicht haben.

Zart und köstlich war es. Wer sich jetzt überlegt, gleich einen Smoker anzuschaffen und auch damit loszulegen, sollte bedenken, dass dies wirklich Geduld erfordert. Einfach nur das Fleisch reinschmeißen und den ganzen Tag etwas anderes tun, funktioniert nicht. Man muss immer in Bereitschaft bleiben, eventuell die Temperatur auszugleichen.

Mein Fazit: Ein leckeres Highlight mit einem stark unterschätzten Teilstück vom Rind. Jedoch bevorzuge ich persönlich definitiv Pulled Pork. Die hohe Marmomierung des Schweinenackens bringt einfach einen so schönen Schmelz und eine Zartheit ins Fleisch, die die vergleichsweise magere Rinderbrust nicht erreichen kann. Unser Abend war aber wunderbar und ich könnte mir keine besseren und gewissenhafteren Grillmeister vorstellen! Als Beilage hatten wir meine Cornbread Muffins, roten Krautsalat (der mir etwas daneben geraten ist und in Resteverwertung gerade zum Rotkohl umgewandelt auf dem Herd den Rest seines Daseins fristet) und Tzaziki. Als Nachtisch konnte endlich meine Burned and Salted Caramel Icecream glänzen. Rezept folgt!

Leider konnte ich erst am Abend dazustoßen, aber Stefan hat den aufregenden Tag mit der Kamera dokumentiert. Der Hunger war natürlich mal wieder zu groß, so dass es kein vernünftiges Foto vom fertigen Endprodukt gibt. Auf dem Bild mit dem fertig gebratenen Fleisch ist das Ergebnis des gesmokten Nackenbraten zu sehen.

Kürbis/Kruste/Crème: Kleines Herbst-Menü

Am vergangenen Wochenende stand mir, nach dem Besuch der ersten Detmolder Bierbörse am Freitag, Samstag wenig der Sinn nach Ausgehen. Die Verköstigung diverser Biersorten hinterließ ihre Spuren.  Nach diversen Tassen Kaffee konnte ich mich aber doch noch motivieren zumindest zu Einkaufs-Zwecken das Haus zu verlassen. Kurzerhand habe ich ein paar Freunde eingeladen und mir ein kleines Herbst-Menü aus dem Ärmel geschüttelt. Kochen entspannt mich und vertreibt den Kater.

Es gab zunächst eine Kürbiscrémesuppe mit Orange

Kürbissuppe
Schnellrezept: Eine Zwiebel in etwas Öl glasig braten, den Kürbis (hier: ein halber Butternut, geschält und gewürfelt) kurz mitdünsten, mit einem Schuss O-Saft ablöschen, Brühe aufgießen, so dass das Gemüse gut bedeckt ist. Deckel drauf, ca. 30 Minuten köcheln lassen, pürieren und mit Salz, Pfeffer, Muskat und etwas Sahne abschmecken. Zur Deko geröstete Kürbiskerne darüber geben

Den Hauptgang machte ein leckerer Krustenbraten in Schwarzbier-Soße (hier geht’s zum Rezept!) mit Spitzkohl-Gemüse und selbst gemachten Semmelnknödeln

Krustenbraten
Schnellrezept für Semmelknödel:
250g Brötchen (am besten schon ein paar Tage alt) in Würfel schneiden. Eine halbe Zwiebel fein würfeln und in etwas Butter glasig dünsten. Zu den Brötchenwürfeln geben. 250ml Milch mit 2 Eiern und einem Bund fein gehackter Petersilie verschlagen. Mit Salz und Pfeffer würzen und die Mischung über die Brötchen geben. Alles etwa 15 Minuten einweichen lassen, zwischendurch umrühren. Die Brötchenmasse auf halbieren und auf zwei Streifen Frischhaltefolie geben, zu einer „Wurst“ formen und fest in die Folie einrollen. Anschließend in Alufolie einrollen und bis zum Kochen kalt legen. Zum Schluss für 20 Minuten in siedendem Wasser gar ziehen lassen.

Den Abschluss des Menüs machte eine wunderbare Crème Brulée, für die ich mir auch endlich einen Bunsenbrenner angeschafft habe.

Créme Brulée
Schnellrezept (reicht für 4-6 Portionen): 5 Eigelb mit 400ml Sahne, 140ml Milch, dem Mark einer Vanilleschote, ein bisschen Zitronenabrieb, einer Prise Salz und 80g Zucker verschlagen und etwa 30 Minuten kalt stellen. Anschließend in Förmchen (zur Not: Kaffeetassen) geben und im Wasserbad (z.B. in einer großen Auflaufform oder einem tiefen Backblech) bei 150°C Ober-/Unterhitze für knapp eine Stunde lang stocken lassen. Danach gut auskühlen, auf jeder Portion einen Esslöffel Zucker verteilen und den Zucker mit einem Bunsenbrenner karamellisieren. Wer keinen Brenner hat, kann versuchen die Crème mit der Grillfunktion es Backofens fertig zu stellen – hier ist es aber sehr schwierig den richtigen Moment abzupassen. Alternativ kann man Zucker in einem Topf schmelzen und flott über dem Nachtisch verteilen. Dies ist aber auch nicht so einfach, da der Zucker sofort fest wird, sobald er die kalte Crème berührt. Also: Brenner kaufen, kostet von Fackelmann knapp 20 Euro, lässt sich mit Feuerzeug-Benzin befüllen und nimmt kaum Platz im Schrank weg 😉

English breakfast for dinner? Let’s call it BRINNER!

Es ist warm. Sehr warm. Quasi heiß. Mit etwa 40 Grad am Wochenende, hat sich die Kochlust doch eher in Grenzen gehalten. Die letzten Tage ist der Herd bei mir kalt geblieben und es gab irgendwas flottes „auf die Hand“. Allerdings hat mich mein guter Freund Satish Mitte der Woche zu sich eingeladen. Er ist im vergangenen Jahr von England nach Detmold gezogen (ja! Wirklich! Freiwillig!) und hatte sich beschwert, dass ich immer nur amerikanisches Frühstück hier poste und vorgeschlagen, ich solle doch einmal was zum English Breakfast machen. Also habe ich mich am Mittwoch zum Abendessen mit Frühstück bekochen lassen. Hier die Beweisbilder.

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Satish hat englischen Bacon (dieser ist etwas dicker geschnitten als der deutsche oder amerikanische und auch etwas anders gewürzt) in der Pfanne ausgelassen und Wild-Bratwürstchen gegrillt. Dazu gab es Champignons und Tomaten vom Grill (im Ganzen einfach auf den Rost gelegt) und Baked Beans sowie Rührei – letzteres lag in meinem Verantwortungsbereich.

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Auf Brot oder Kartoffeln haben wir gänzlich verzichtet, der Rest ist bereits mächtig genug. Lecker war’s!