Snickerdoodles: Zimtbomben mit brauner Butter

Der erste Advent ist nicht mehr fern und die große Weihnachtsbäckerei steht vor der Tür. Auch bei mir wurde am Montag die Küche in den Ausnahmezustand versetzt, als meine kleine Schwester zum großen Backwahn kam. Ein kleines Warm-Up gab es für mich schon letzte Woche.

Bei meinem letzten Amerika-Urlaub habe ich mich ja in viele kulinarische Dinge verliebt, unter anderem in Snickerdoodles. Besonders lecker waren die gluten- und eifreien Kekse von Trader Joe’s. Die gibt es hier aber leider nicht und ich finde auch noch kein Rezept, was dem nahe kommen könnte. Mein Bruderherz hat mir jetzt aber ein Care-Paket versprochen. So lange begnüge ich mich mit diesen mindestens ebenso köstlichen, wenn auch sicherlich etwas weniger gesunden süßen Sünden, die mit ihrer braunen Butter-Note auf dem Adventsteller ganz klar herausstechen.

Das Original-Rezept ist übrigens von ambitious kitchen und von mir nur interpretiert. Ich habe bewusst die Kombi aus Baking Soda und Cream Tartar (reiner Weinstein) durch Weinsteinbackpulver ersetzt, da dies hier gängiger ist. Wer es original backen will, nimmt auf die unten angegebene Rezeptmenge 1/2 TL Backsoda und 1 TL Weinstein anstelle des Weinsteinbackpulvers.

Snickerdoodles

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Das braucht ihr:

  • 175g Mehl
  • 2 TL Weinsteinbackpulver (gibt’s im Supermarkt)
  • 1/2 TL Zimt
  • 1/4 TL Salz
  • 110g braune Butter (dafür Butter so lange erhitzen, bis diese leicht nussig riecht und anfängt gold-braun zu werden. Achtung, verbrennt schnell)
  • 100g brauner Zucker
  • 50g weißer Zucker
  • 1 Ei
  • 1/2 TL Vanille-Extrakt
  • 1 TL griechischer Joghurt

zum Wälzen:

  • 50g Zucker
  • 2 TL Zimt

Die noch flüssige aber nicht mehr ganz heiße braune Butter mit Zucker aufschlagen, Ei, Vanille und Joghurt dazugeben. Mit den trockenen Zutaten kurz zu einem glatten Teig verarbeiten. In Frischhaltefolie gut 2-3 Stunden in den Kühlschrank legen.

Den restlichen Zucker mit dem Zimt vermischen. Walnussgroße Kugeln aus dem Teig formen und im Zimt-Zucker-Gemisch wälzen. Auf ein Blech legen und bei 175°C Ober- / Unterhitze etwa 8-12 Minuten backen. Gerade so lange, dass der Rand anfängt zu bräunen. Die Kekse sollten nicht ganz durchgebacken und noch leicht cremig in der Mitte sein.

Ich hab‘ die Kugeln etwas größer gemacht und in einem Muffinblech gebacken. Dadurch sind die Kekse leicht überdimensional, sehen aber alle schön gleichmäßig aus. Bei dieser großen Variante reicht der Teig für 14 Kekse. Bei etwas kleineren Kugeln dürften gut 20 herauskommen.

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Damn, that’s delish! Hähnchen in Zitronenbutter

Dieser herbstliche Freitagabend konnte mich einfach nicht vom Sofa weglocken. Draußen windet’s und tröpfelt’s ein wenig vor sich hin und so klang das Gläschen (oder so) Wein und ein Ausflug ins Serienland vielversprechend. Die Koch-Kreativität wollte auch nicht so wirklich sprießen, also habe ich das getan, was ich eigentlich nie tue: ich habe nach Rezept gekocht. Und zwar eines, das ich schon vor einiger Zeit in meinem aktuellen Lieblingsblog, DamnDelicious, gesehen habe: Lemon Butter Chicken. Da amerikanische Rezepte immer etwas schwierig sind, was die Mengenangaben angeht, halte ich hier meine Interpretation für euch fest.

Am Rande: Nebenbei sehe ich gerade auf VOX, dass Yvonne Catterfeld mit Roger Cicero eine neue Interpretation von „Something Stupid“ rausbringt. Braucht das die Welt?!

Hähnchenkeulen in Zitronenbutter

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Das braucht ihr:

  • Hähnchenschenkel (die Soße reicht für etwa vier ganze, ich habe nur zwei verwendet; das Original sieht acht vor – allerdings ohne Unterschenkel)
  • Salz und Pfeffer
  • etwas geräuchertes Paprikapulver (alternativ edelsüß)
  • 3 EL Butter
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 125ml Hühner- oder Gemüsebrühe
  • Saft einer Zitrone
  • 1 TL getrockneter Thymian
  • Zwei handvoll frischer Babyspinat, grob gehackt
  • 150ml Sahne
  • 50g geriebener Parmesan

Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen!

DSC_9029Die Hähnchenschenkel abspülen, abtupfen und mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver würzen. In einer nicht zu kleinen, am besten ofenfesten, Pfanne einen Esslöffel Butter schmelzen und die Schenkel auf der Hautseite kräftig anbraten, wenden und auch die Unterseite kurz anbraten. Währenddessen den Knoblauch hacken. Die Schenkel auf einen Teller legen und beiseite stellen, das übrige Fett wegschütten (die Pfanne nicht ausspülen).

Den Rest der Butter in der Pfanne schmelzen und den Knoblauch darin DSC_9030braten. Mit der Brühe ablöschen. Zitronensaft, Sahne, Thymian, Parmesan und Spinat dazugeben. Etwas pfeffern und die Soße etwa 5 Minuten kräftig köcheln lassen, zwischendurch umrühren, damit der Parmesan nicht ansetzt. Die Hähnchenschenkel in die Soße legen und die Pfanne in den Ofen stellen. Bei 200 Grad etwa 30 Minuten backen, bis das Huhn gar ist.

Und schon sind sie fertig, die leckeren Zitronenbutter-Keulen. Zum Tunken der Soße passt einfach Brot. Auch Reis, Couscous oder Ofenkartoffeln  sollten prima harmonieren. Ich habe mich entschlossen, Pasta dazu zu essen. Die Zitronensoße hat einen leckeren italienischen Touch, der für mich danach geschrien hat.

Alternativ kann ich mir gut vorstellen, den Zitronensaft mit O-Saft und den Spinat mit Rucola zu ersetzen. Wird dann etwas süßer, solle aber auch sehr lecker sein. Etwas ähnliches habe ich schon öfter als Geschnetzeltes gekocht.

Arrrrrrriba! Hot Tex-Mex Chili con Carne

Weiter geht’s mit der südamerikanischen Küche. Ein richtig gutes Chili essen, das klingt so viel einfacher als man denkt. Das, was ich bisher in Deutschland als Chili serviert bekommen habe, war in der Regel meistens nur Hack in Tomatensoße mit Bohnen. Leckere Gewürze, eine tolle Schärfe und das bisschen mexikanische Lebensfreude kann man dabei lange suchen. Ein gutes Chili lässt die Augenlieder flackern und ist ein bisschen wie guter Sex – heiß und eine Erinnerung wert.

Tatsächlich habe ich mein Grundrezept gar nicht aus Amerika mitgebracht, sondern bei einem Freund abgeguckt. Von ihm habe ich die tolle Idee, das Ganze mit Kaffee, Schokolade und Bier (!) zu würzen. Als Beilage gibt es bei mir in der Regel nur aufgebackene Brötchen oder Baguette. Wenn ich für Besuch koche, mache ich dazu gerne noch eine Guacamole und rühre ein bisschen Sour Cream an. Dazu ein paar Nachos und/oder Blätterteig-Käsestangen und alle sind glücklich 😉

Nun will ich euch aber gar nicht länger auf die Folter spannen, auf geht’s:

Chili con Carne

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Ihr braucht:

  • 300g Hack (250g tun es auch, wer’s fleischiger mag, nimmt 500g)
  • Etwas Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 2 Piri-piri Chilis (bzw. je nach Vorliebe)
  • 1 TL Cumin (= Kreuzkümmel)
  • 1/2 TL gemahlener Koriander
  • 1 TL Paprika rosenscharf
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • etwa 1 TL brauner Zucker
  • Salz und Pfeffer
  • 1 Dose Bohnen (Chilibohnen oder Kidney, ihr könnt auch die Dose vermeiden und getrocknete selbst im Vorfeld über Nacht einweichen)
  • 1 Dose gehackte Tomaten (400g)
  • 1 grüne Paprikaschote, ggf. mehr (ich habe noch eine rote dazu verwendet)
  • eine kleine Flasche (0,33) dunkles Bier (in meinem Fall Liebhardts dunkles Landbier, richtig lecker ist es auch mit Schwarzbier z.B. Köstritzer oder Liebhardts „Dat Schwatte“)
  • 1 Espresso
  • ca. 20g dunkle Scholoade (mindestens 50% Kakao, besser 70%)
  • Etwa 1/2 Tube Tomatenmark
  • Fischsauce (gibt’s im Asialaden)

Das Hack in einem großen Topf mit etwas Öl anbraten. Die Zwiebel währenddessen schälen und würfeln und dann dazu geben. Den Knoblauch und die Chilis fein hacken (für etwas weniger Schärfe die Chilis zuvor entkernen!) und ebenfalls mitbraten. Wenn das Hack leicht gebräunt und die Zwiebelwürfel glasig sind, die Gewürze dazugeben und anrösten. Die Bohnen in einem Sieb unter fließendem Wasser abspülen und abtropfen lassen, dann dazugeben. Mit dem Espresso ablöschen und diesen komplett einkochen lassen. Danach das Bier dazu geben und dieses kurz aufkochen lassen. Die Tomaten ebenfalls dazu geben, gut umrühren und auf kleinster Flamme mindestens 20 Minuten, bestenfalls bis zu einer Stunde köcheln lassen.

Die Paprika in kleine Würfel schneiden und zum Chili geben. Etwa 5 Minuten köcheln lassen, dann soviel Tomatenmark dazu geben, dass eine angenehme Konsistenz entsteht. Etwas Salz und Pfeffer dazu geben und die Schokolade einrühren. Kurz ziehen lassen und mit der Fischsauce abschmecken.

Das kann man nun so als Eintopf essen oder mit Sour Cream, Guacamole und Cheddar toppen. Auch frischer Koriander oder Schnittlauch machen sich gut dazu.

Entscheidungskrise: Apfel-Streusel- und Blaubeermuffins

Es ist Sonntag und die Tristesse vor meinem Fenster lädt dazu ein, mit einer großen Tasse Kaffee auf dem Sofa zu lümmeln und das Wochenende Revue passieren zu lassen. Da ich fleißig versuche, endlich mein Studium zu Ende zu bringen, habe ich nicht für soviele andere Dinge einen Kopf. Aber den Ofen habe ich mal zwischenzeitlich angeschmissen und zum Nachmittagskaffee ein paar leckere Kleinigkeiten gezaubert.

Blaubeer- und Apfel-Streusel-Muffins

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Muffins – Grundrezept (für 12 Muffins)

  • 125g Butter
  • 90g Zucker
  • 2 Eier
  • 2 TL / 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1,5 TL Backpulver
  • 250g Mehl
  • ggf. ein paar Tropfen Vanillearoma
  • 120ml Milch
  • eine Prise Salz

Die Butter in einer großen Schüssel mit dem Zucker und Vanillezucker verrühren (klappt besser, wenn die Butter Raumtemperatur hat und schon etwas weicher ist). Die Eier dazu geben und solange mixen, bis die Masse einigermaßen homogen ist. Die Milch und etwa Salz mit dazu geben. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und zum Teig geben. Den Teig glatt rühren.

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Nun kann man davon ausgehend alles mögliche mit dem Muffings veranstalten. Ich habe den Teig in zwei Schüsseln aufgeteilt und bei einer Hälfte Blaubeeren (125g), bei der anderen Hälfte Apfelstückchen (von zwei kleinen Äpfeln) untergehoben. Den Teig dann in Muffinförmchen geben (diese sollten bestenfalls nicht randvoll sein, da der Teig noch aufgeht. Ich mache sie immer zu voll). Bei den Blaubeermuffins eine Mischung aus Zucker mit geriebener Muskatnuss (ja, wirklich!) drüber streuen. Die Apfelmuffings kriegen Zimtstreusel drüber (50g Butter, 50g Zucker, ~30g Mehl und 1/2 TL Zimt). Im vorgeheizten Backofen bei 180°C Ober-/Unterhitze für etwa 25 Minuten backen.

Texas BBQ: Brisket aus dem Smoker

Gestern Abend war es endlich soweit. Nach einer Woche Planung haben wir uns an ein Brisket aus dem Smoker gewagt. Statt eines Rezeptes, hier in Kurzfassung die Zubereitung, da ich leider nur den Abschluss mitbekommen habe.

Brisket ist ein Stück aus der Rinderbrust, ein Schnitt, den wir in Deutschland als solchen nur selten angeboten bekommen. Am nächsten kommt dem ganzen das Bürgermeisterstück. Das Fleisch lag diese Woche ganz in der Hand der Grillmeister, Nico und Stefan. Die Herren haben am Donnerstagabend eingekauft und die beiden Brisketstücke zusammen mit einem Schweinenackenbraten mit einem Dry-Rub versehen. Das ist übrigens ziemlich genau das, was der Name sagt: eine trockene Mariande, die in das Fleisch einmassiert wird. Der Überlieferung nach wurden hierfür reichlich Salz und Pfeffer, außerdem etwas Rosmarin und ein My edelsüßes Paprikapulver verwendet. Anschließend ist das Fleisch über Nacht in den Kühlschrank gewandert und durfte dort ruhen.

Gestern haben die beiden dann ihren freien Tag dazu genutzt, sich den ganzen Tag um die guten Stücke zu kümmern. Um halb 11 Uhr morgens wurde der Smoker angefeuert und auf eine Starttemperatur um die 140°C  gebracht – diese war bewusst etwas höher gewählt, da die Temperatur mit dem einlegen des Fleisches etwas fällt. Mit einem tollen Funkthermometer versehen ist das Fleisch auf den Grill gewandert und durfte hier jetzt eine gute Ewigkeit ruhen. Währenddessen haben die Jungs eifrig kontrolliert, dass die Temperatur im Grill immer um die 100 – 120°C heiß war. Das hieß fleißiges Holz nachlegen und gelegentlich den Deckel zum abkühlen öffnen.

Bei einer erreichten Kerntemperatur von 80°C (nach etwa 5,5 Stunden) haben sie das Rind in Alufolie gewickelt. Dies wird als „Texas Crutch“ bezeichnet – eine Krücke, die dabei helfen soll, sogenannte „Plateauphasen“ bei der Zubereitung zu überspringen. Im Großen und Ganzen soll es den Prozess beschleunigen.

Ziel war eine Kerntemperatur von 92°C, die wir um 19.30 Uhr, also nach guten 8,5 Stunden erreicht haben.

Zart und köstlich war es. Wer sich jetzt überlegt, gleich einen Smoker anzuschaffen und auch damit loszulegen, sollte bedenken, dass dies wirklich Geduld erfordert. Einfach nur das Fleisch reinschmeißen und den ganzen Tag etwas anderes tun, funktioniert nicht. Man muss immer in Bereitschaft bleiben, eventuell die Temperatur auszugleichen.

Mein Fazit: Ein leckeres Highlight mit einem stark unterschätzten Teilstück vom Rind. Jedoch bevorzuge ich persönlich definitiv Pulled Pork. Die hohe Marmomierung des Schweinenackens bringt einfach einen so schönen Schmelz und eine Zartheit ins Fleisch, die die vergleichsweise magere Rinderbrust nicht erreichen kann. Unser Abend war aber wunderbar und ich könnte mir keine besseren und gewissenhafteren Grillmeister vorstellen! Als Beilage hatten wir meine Cornbread Muffins, roten Krautsalat (der mir etwas daneben geraten ist und in Resteverwertung gerade zum Rotkohl umgewandelt auf dem Herd den Rest seines Daseins fristet) und Tzaziki. Als Nachtisch konnte endlich meine Burned and Salted Caramel Icecream glänzen. Rezept folgt!

Leider konnte ich erst am Abend dazustoßen, aber Stefan hat den aufregenden Tag mit der Kamera dokumentiert. Der Hunger war natürlich mal wieder zu groß, so dass es kein vernünftiges Foto vom fertigen Endprodukt gibt. Auf dem Bild mit dem fertig gebratenen Fleisch ist das Ergebnis des gesmokten Nackenbraten zu sehen.

Sweet ’n‘ Spicy Cornbread Muffins

So. Ein zweiter Versuch. Nachdem ich just die tolle WordPress-App für Android ausprobiert und einen ganzen Beitrag mit der Spracheingabe gebloggt habe, der dann komplett leer auf der Website erschienen ist (grrrr), gehe ich jetzt doch zur konventionelleren Methode über.

Wie bereits auf meiner Facebookseite angekündigt, habe ich nun die fantastischen Cornbread Muffins aus dem Damn Delicious-Blog nachgekocht. Im Vergleich zum Originalrezept habe ich allerdings die Zuckermenge deutlich verringert und stattdessen ein wenig Mais dazugegeben. Die kleinen scharfen Küchlein gibt’s morgen als Snack oder Beilage zum Brisket, das im Smoker gegart wird.

Sweet ’n‘ Spicy Cornbread Muffins

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Das braucht ihr für 12 Muffins

  • 125g Weizenmehl
  • 125g Maismehl
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 Backpulver (bzw. das amerikanische Baking Soda)
  • 250ml Buttermilch
  • 60g Butter
  • 50g Zucker
  • 1 TL Honig
  • 2 Eier
  • 1/2 Jalapeno für den Teig und ggf. eine für die Deko
  • 50g Cheddar

Mehl, Salz und Backpulver in einer großen Schüssel vermischen. Währenddessen die Butter schmelzen und mit der Buttermilch, den Eiern, dem Zucker und dem Honig verschlagen. In die Mehlmischung eine Mulde machen und die Flüssigkeit langsam hereinlaufen lassen.    Dabei cornbread4umrühren und nach und nach etwas mehr Mehl einrühren. Das Originalrezept sieht vor, dies nur mit einem Teigschaber/Holzlöffel zu machen und ich habe mich auch daran gehalten. Mit einem Mixer könnte der Teig zu schnell überarbeitet werden, das heißt, dass das Mehl aufbricht und sich anders verhält.

Zum Schluss die Jalapeno fein hacken und zusammen mit dem Käse vorsichtig unterrühren. Wer’s machen möchte wie ich, gibt noch etwa 2 EL Mais dazu.

Den Teig in ein (ggf. leicht geöltes) Muffinblech geben, eventuell je ecornbread3inen feinen Jalapeno-Ring zur Deko darauf legen und bei 190°C Ober-/Unterhitze für 15 – 20 Minuten backen. Die Muffins sollten gold-gelb sein. Wer mag kann vor dem Servieren etwas Honig darüber träufeln – ich lasse diesen Schritt weg, da mir persönlich das zu süß werden würde.

Das war’s auch schon. Jetzt heißt es für mich abwarten bis morgen und mal gucken, cornbreadwas die anderen davon halten. Im Kühlschrank schlummert als weitere Beilage noch ein viel zu großer Berg roter Coleslaw und eine Etage tiefer wartet meine Salted Caramel Icecream auf ihren Auftritt. Das kann nur ein fantastischer Abend werden!

Seemannsfutter: Cozze alla marinara

Heute ist „Talk like a pirate day„. Dies habe ich mir zum Motto gemacht und nach Seemannsart gekocht. Es gab Muscheln! Kürzlich habe ich mich ja bereits mit Felsenaustern auseinandergesetzt, heute gab es Miesmuscheln.

Muscheln haben Saison in den Monaten die auf R enden. Also zwischen SeptembeR und FebruaR. Hier in Nord-West-Deutschland bekommt man auch außerhalb der Saison Muscheln, dann aber zumeist als TK-Ware. In der Regel bekommt man Miesmuscheln, die hier gängigste Sorte, eingeschweißt in 1-Kilo-Paketen.

Cozze alla marinara - Miesmuscheln in Sud

Muscheln sollten lebendig sein, wenn man sie kauft. Darauf muss man auch als erstes achten, wenn man sie kochfertig macht. Jetzt erstmal schnell der Einkaufszettel.

Muscheln für zwei:

  • 1 Kilo Miesmuscheln
  • 1 Möhre
  • 1 kleines Stück Sellerie
  • 1/2 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • etwas Salz
  • 1/2 Glas Weißwein
  • ein wenig Zitronenabrieb
  • Ggf. Kräuter nach Wahl
  • Etwa 1 EL Butter und etwas Öl

Los geht’s mit der Vorbereitung der Muscheln. Diese aus der Packung befreien und unter fließendem Wasser (so mach ich es zumindest) mit einer Gemüsebürste kräftig abschrubben sowie den kleinen „Bart“ entfernen. Die Muscheln sind lebendig und noch gut, wenn sie fest verschlossen sind. Ist eine Muschel ein bisschen geöffnet, gibt es einen Test. Kräftig anklopfen. Wenn der Bewohner noch lebendig ist, schließt sich die Muschel wieder. Bleibt sie offen, bitte gleich entsorgen.

Das Gemüse in Julienne (also feine Streifen) schneiden, die Knoblauchzehe schälen und einfach mit der flachen Seite des Messers kräftig anschlagen. Nun die Butter mit einem kleinen Schuss Öl in einem Topf zum schmelzen bringen und wenn sie leicht schäumt erst die Zwiebel glasig braten, dann den Knoblauch dazu geben. Wenn die Zwiebel leicht bräunt, das restliche Gemüse dazugeben, leicht salzen und kurz brutzeln lassen. Mit dem Wein ablöschen, kräftig aufkochen lassen und die Muscheln auf einmal dazugeben. Gleich den Deckel aufsetzen, kräftig am Topf rütteln und etwa 5 Minuten kochen lassen. Die Muscheln öffnen sich, sobald sie gar sind. In tiefen Tellern servieren. Dazu passt Knoblauchbaguette, Brot, Pommes, Aioli, was auch immer das Herz begehrt 😉

Diese Zubereitungsart nennt man hier übriges auch „Muscheln rheinische Art“. Die tatsächliche Seemannsart hieße, zusätzlich zum Wein den gleichen Teil an Wasser dazuzugeben und die Kochflüssigkeit nach dem Garen mit Mehl abzubinden. So wird das Ganze eher zu einer Muschelsuppe.

Kürbis/Kruste/Crème: Kleines Herbst-Menü

Am vergangenen Wochenende stand mir, nach dem Besuch der ersten Detmolder Bierbörse am Freitag, Samstag wenig der Sinn nach Ausgehen. Die Verköstigung diverser Biersorten hinterließ ihre Spuren.  Nach diversen Tassen Kaffee konnte ich mich aber doch noch motivieren zumindest zu Einkaufs-Zwecken das Haus zu verlassen. Kurzerhand habe ich ein paar Freunde eingeladen und mir ein kleines Herbst-Menü aus dem Ärmel geschüttelt. Kochen entspannt mich und vertreibt den Kater.

Es gab zunächst eine Kürbiscrémesuppe mit Orange

Kürbissuppe
Schnellrezept: Eine Zwiebel in etwas Öl glasig braten, den Kürbis (hier: ein halber Butternut, geschält und gewürfelt) kurz mitdünsten, mit einem Schuss O-Saft ablöschen, Brühe aufgießen, so dass das Gemüse gut bedeckt ist. Deckel drauf, ca. 30 Minuten köcheln lassen, pürieren und mit Salz, Pfeffer, Muskat und etwas Sahne abschmecken. Zur Deko geröstete Kürbiskerne darüber geben

Den Hauptgang machte ein leckerer Krustenbraten in Schwarzbier-Soße (hier geht’s zum Rezept!) mit Spitzkohl-Gemüse und selbst gemachten Semmelnknödeln

Krustenbraten
Schnellrezept für Semmelknödel:
250g Brötchen (am besten schon ein paar Tage alt) in Würfel schneiden. Eine halbe Zwiebel fein würfeln und in etwas Butter glasig dünsten. Zu den Brötchenwürfeln geben. 250ml Milch mit 2 Eiern und einem Bund fein gehackter Petersilie verschlagen. Mit Salz und Pfeffer würzen und die Mischung über die Brötchen geben. Alles etwa 15 Minuten einweichen lassen, zwischendurch umrühren. Die Brötchenmasse auf halbieren und auf zwei Streifen Frischhaltefolie geben, zu einer „Wurst“ formen und fest in die Folie einrollen. Anschließend in Alufolie einrollen und bis zum Kochen kalt legen. Zum Schluss für 20 Minuten in siedendem Wasser gar ziehen lassen.

Den Abschluss des Menüs machte eine wunderbare Crème Brulée, für die ich mir auch endlich einen Bunsenbrenner angeschafft habe.

Créme Brulée
Schnellrezept (reicht für 4-6 Portionen): 5 Eigelb mit 400ml Sahne, 140ml Milch, dem Mark einer Vanilleschote, ein bisschen Zitronenabrieb, einer Prise Salz und 80g Zucker verschlagen und etwa 30 Minuten kalt stellen. Anschließend in Förmchen (zur Not: Kaffeetassen) geben und im Wasserbad (z.B. in einer großen Auflaufform oder einem tiefen Backblech) bei 150°C Ober-/Unterhitze für knapp eine Stunde lang stocken lassen. Danach gut auskühlen, auf jeder Portion einen Esslöffel Zucker verteilen und den Zucker mit einem Bunsenbrenner karamellisieren. Wer keinen Brenner hat, kann versuchen die Crème mit der Grillfunktion es Backofens fertig zu stellen – hier ist es aber sehr schwierig den richtigen Moment abzupassen. Alternativ kann man Zucker in einem Topf schmelzen und flott über dem Nachtisch verteilen. Dies ist aber auch nicht so einfach, da der Zucker sofort fest wird, sobald er die kalte Crème berührt. Also: Brenner kaufen, kostet von Fackelmann knapp 20 Euro, lässt sich mit Feuerzeug-Benzin befüllen und nimmt kaum Platz im Schrank weg 😉