Fiesta Mexicana I: Kahlua Brownies

Von wegen das Beste kommt zum Schluss. Ich fange einfach mal mit dem Dessert an. So. Ha. Ich Rebell, ich. Das Gezetere um meine längere Blog-Abstinenz übergehen wir an dieser Stelle einfach und steigen dort ein, wo wir aufgehört haben.

Untitled designZu meinem Geburtstag habe ich mir etwas Besonderes überlegt. Leid war ich die ewig gleichen Winteressen, Braten und weihnachtlichen Dekorationen. Ich kann doch auch nicht dafür, dass mein Geburtstag kurz vor Weihnachten liegt! Endlich wollte ich auch Sommer-Feeling, Strandmusik und keinen lippischen Regenmatsch zu meiner Feier. Also habe ich der Sache kurzerhand ein Motto gegeben und meine Geburtstagsvor-Feier zur Fiesta Mexicana gemacht. Ja, Vorfeier. Auf einen Montag feiern hielt ich für ausgesprochen unklug (wobei ich das auch getan habe, allerdings in Hamburg). Und an den Weihnachtstagen oder Silvester nachfeiern ist ebenso ungünstig. Daher wurde das Ganze einfach vorverlegt und ich habe konsequent eine Woche durch Geburtstag gefeiert. Hat definitiv was für sich.

Zu so einer Fiesta Mexicana gehört neben der landestypischen Musik auch eine Getränkeauswahl und die dazu passenden Speisen. Bei einer stolzen Zahl von 20 Einladungen, die ich für meine muckelige Singlewohnung augesprochen habe, habe ich ich von einem Bankett oder Mehrgang-Menü abgesehen. Zu schwierig die Unterbringung aller Gäste in sitzender Position. Daher gab es ein in der Küche platziertes Büffet. Neben mexikanischem Fingerfood (Rezepte folgen alsbald) fand sich hier ein riesiger Bräter voll Chili con Carne und zum Dessert gab es köstliche Brownies. Das Grundrezept dazu habe ich aus der New York Times gemopst. Im Original ist es ein irischer Schokoladenkuchen, der mit Whisky gebacken wird. Meine abstrahierte Form ersetzt diesen mit Kahlua und bekommt etwas mehr Pfiff mit Zimt und Chili. Aber lest selbst.

Kahlua Brownies

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  • 340g Butter
  • 85g Back-Kakao
  • 100ml starker Kaffee
  • 110ml Kahlua
  • 200g weiße Zucker
  • 150g brauner Zucker
  • 240g Mehl
  • 1,5 TL Backsoda
  • 3/4 TL grobes Salz
  • 1/2 Chili, gehackt
  • 1 Nelke
  • 3 Eier
  • 2 TL Vanilleextrakt
  • 200g dunkle Schokolade
  • 1 TL Zimt

 

Butter mit Zucker, Schokolade, Kahlua und Kaffe schmelzen und auf Körpertemperatur abkühlen. Alle Gewürze dazu geben. Mehl mit Kakao und Backpulver mischen. Eier aufschlagen und die Hälfte des Mehls unterrühren. Die Schoko-Mischung langsam dazu geben. Restliches Mehl unterrühren. Eine Auflaufform oder ein Tiefes Blech mit Backrahmen fetten und mit Kakaopulver bestäuben. Die Teigmasse hineingeben und bei 170°C für etwa 45-50 Minuten backen.

Die Brownies halten sich noch gut eine Woche saftig frisch, wenn sie in einer Dose im Kühlschrank gelagert werden. Auch eine Reise nach Hamburg im warmem Auto haben sie gut überstanden.

Backen mit Schwips: Rotweinplätzchen

Zugegeben, für einen Schwips ist definitiv nicht genug Schuss in diesen Keksen. Lecker sind sie trotzdem alle Mal. Nach meiner Woche Urlaub, die ich hauptsächlich am Schreibtisch (oder viel mehr mit dem Laptop auf dem Schoß) verbracht habe, wollte ich den Kollegen eine kleine Einstimmung auf die Weihnachtszeit mitbringen. Also habe ich gestern eine Rutsche Rotweinplätzchen gebacken. Das Rezept habe ich von meiner Stiefmutter und es mausert sich über die Jahre zu einem meiner All-time-favourites.

Rotweinplätzchen

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Das braucht ihr für etwa 50 zusammengebaute Plätzchen:

  • 125g Zucker
  • 125g Butter
  • 1 Ei
  • 2 gestr. EL Backpulver
  • 250g Mehl (ggf. etwas Mehr zum Ausrollen)
  • 1 EL Kakaopulver (ungesüßt, also Back-Kakao)
  • 1 TL Zimt
  • 3 EL Rotwein, trocken
  • 150g Kuvertüre
  • ~50g gemahlene Mandeln (im Original sind es Haselnüsse, aber darauf bin ich allergisch)
  • etwa 100g Himbeer- oder Johannisbeergelee

Die Butter in Stückchen schneiden und mit dem Zucker aufschlagen. Das Ei und den Rotwein dazugeben und gut verrühren. Mehl, Backpulver, Kakao und Zimt mischen und nach und nach dazu geben. Der Teig ist jetzt eventuell noch etwas klebrig. Wer Zeit hat, kann ihn für eine Stunde in den Kühlschrank legen, dann lässt er sich besser verarbeiten.

Die Arbeitsfläche gut bemehlen und ggf. noch etwas Mehl in den Teig einkneten, so dass er sich ohne zu kleben  ausrollen lässt. Relativ dünn ausrollen (er sollte gerade so dick sein, dass sich die ausgestochenen Plätzchen gut aufs Blech transportieren lassen) und nach belieben Plätzchen ausstechen. Ich habe einen Herz-Ausstecher genommen.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen (insgesamt waren es in der Teigmenge 6 Bleche bei mir) und im vorgeheizten Ofen bei 170°C Ober-/Unterhitze für 8-10 Minuten backen. Die Kekse sollen nicht braun werden und sind noch recht weich, wenn man sie aus dem Ofen nimmt. Innerhalb weniger Minuten werden sie aber außen knackig und haben noch einen weichen Kern.

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Nun heißt es puzzlen: Immer zwei Plätzchen finden, die halbwegs gut übereinander passen. Eine Seite mit etwas Gelee bestreichen (vorher etwas glatt rühren, dann klappt das besser) und an die Seite legen.

Die Kuvertüre schmelzen und nun entweder den Rand der Plätzchen zunächst durchziehen und dann in Mandelmehl wälzen oder mit der Kuvertüre besprenkeln und Mandeln darüber streuen.

Gut trocknen lassen und anderen damit eine Freude bereiten! 🙂

Snickerdoodles: Zimtbomben mit brauner Butter

Der erste Advent ist nicht mehr fern und die große Weihnachtsbäckerei steht vor der Tür. Auch bei mir wurde am Montag die Küche in den Ausnahmezustand versetzt, als meine kleine Schwester zum großen Backwahn kam. Ein kleines Warm-Up gab es für mich schon letzte Woche.

Bei meinem letzten Amerika-Urlaub habe ich mich ja in viele kulinarische Dinge verliebt, unter anderem in Snickerdoodles. Besonders lecker waren die gluten- und eifreien Kekse von Trader Joe’s. Die gibt es hier aber leider nicht und ich finde auch noch kein Rezept, was dem nahe kommen könnte. Mein Bruderherz hat mir jetzt aber ein Care-Paket versprochen. So lange begnüge ich mich mit diesen mindestens ebenso köstlichen, wenn auch sicherlich etwas weniger gesunden süßen Sünden, die mit ihrer braunen Butter-Note auf dem Adventsteller ganz klar herausstechen.

Das Original-Rezept ist übrigens von ambitious kitchen und von mir nur interpretiert. Ich habe bewusst die Kombi aus Baking Soda und Cream Tartar (reiner Weinstein) durch Weinsteinbackpulver ersetzt, da dies hier gängiger ist. Wer es original backen will, nimmt auf die unten angegebene Rezeptmenge 1/2 TL Backsoda und 1 TL Weinstein anstelle des Weinsteinbackpulvers.

Snickerdoodles

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Das braucht ihr:

  • 175g Mehl
  • 2 TL Weinsteinbackpulver (gibt’s im Supermarkt)
  • 1/2 TL Zimt
  • 1/4 TL Salz
  • 110g braune Butter (dafür Butter so lange erhitzen, bis diese leicht nussig riecht und anfängt gold-braun zu werden. Achtung, verbrennt schnell)
  • 100g brauner Zucker
  • 50g weißer Zucker
  • 1 Ei
  • 1/2 TL Vanille-Extrakt
  • 1 TL griechischer Joghurt

zum Wälzen:

  • 50g Zucker
  • 2 TL Zimt

Die noch flüssige aber nicht mehr ganz heiße braune Butter mit Zucker aufschlagen, Ei, Vanille und Joghurt dazugeben. Mit den trockenen Zutaten kurz zu einem glatten Teig verarbeiten. In Frischhaltefolie gut 2-3 Stunden in den Kühlschrank legen.

Den restlichen Zucker mit dem Zimt vermischen. Walnussgroße Kugeln aus dem Teig formen und im Zimt-Zucker-Gemisch wälzen. Auf ein Blech legen und bei 175°C Ober- / Unterhitze etwa 8-12 Minuten backen. Gerade so lange, dass der Rand anfängt zu bräunen. Die Kekse sollten nicht ganz durchgebacken und noch leicht cremig in der Mitte sein.

Ich hab‘ die Kugeln etwas größer gemacht und in einem Muffinblech gebacken. Dadurch sind die Kekse leicht überdimensional, sehen aber alle schön gleichmäßig aus. Bei dieser großen Variante reicht der Teig für 14 Kekse. Bei etwas kleineren Kugeln dürften gut 20 herauskommen.

Entscheidungskrise: Apfel-Streusel- und Blaubeermuffins

Es ist Sonntag und die Tristesse vor meinem Fenster lädt dazu ein, mit einer großen Tasse Kaffee auf dem Sofa zu lümmeln und das Wochenende Revue passieren zu lassen. Da ich fleißig versuche, endlich mein Studium zu Ende zu bringen, habe ich nicht für soviele andere Dinge einen Kopf. Aber den Ofen habe ich mal zwischenzeitlich angeschmissen und zum Nachmittagskaffee ein paar leckere Kleinigkeiten gezaubert.

Blaubeer- und Apfel-Streusel-Muffins

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Muffins – Grundrezept (für 12 Muffins)

  • 125g Butter
  • 90g Zucker
  • 2 Eier
  • 2 TL / 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1,5 TL Backpulver
  • 250g Mehl
  • ggf. ein paar Tropfen Vanillearoma
  • 120ml Milch
  • eine Prise Salz

Die Butter in einer großen Schüssel mit dem Zucker und Vanillezucker verrühren (klappt besser, wenn die Butter Raumtemperatur hat und schon etwas weicher ist). Die Eier dazu geben und solange mixen, bis die Masse einigermaßen homogen ist. Die Milch und etwa Salz mit dazu geben. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und zum Teig geben. Den Teig glatt rühren.

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Nun kann man davon ausgehend alles mögliche mit dem Muffings veranstalten. Ich habe den Teig in zwei Schüsseln aufgeteilt und bei einer Hälfte Blaubeeren (125g), bei der anderen Hälfte Apfelstückchen (von zwei kleinen Äpfeln) untergehoben. Den Teig dann in Muffinförmchen geben (diese sollten bestenfalls nicht randvoll sein, da der Teig noch aufgeht. Ich mache sie immer zu voll). Bei den Blaubeermuffins eine Mischung aus Zucker mit geriebener Muskatnuss (ja, wirklich!) drüber streuen. Die Apfelmuffings kriegen Zimtstreusel drüber (50g Butter, 50g Zucker, ~30g Mehl und 1/2 TL Zimt). Im vorgeheizten Backofen bei 180°C Ober-/Unterhitze für etwa 25 Minuten backen.

Kürbis/Kruste/Crème: Kleines Herbst-Menü

Am vergangenen Wochenende stand mir, nach dem Besuch der ersten Detmolder Bierbörse am Freitag, Samstag wenig der Sinn nach Ausgehen. Die Verköstigung diverser Biersorten hinterließ ihre Spuren.  Nach diversen Tassen Kaffee konnte ich mich aber doch noch motivieren zumindest zu Einkaufs-Zwecken das Haus zu verlassen. Kurzerhand habe ich ein paar Freunde eingeladen und mir ein kleines Herbst-Menü aus dem Ärmel geschüttelt. Kochen entspannt mich und vertreibt den Kater.

Es gab zunächst eine Kürbiscrémesuppe mit Orange

Kürbissuppe
Schnellrezept: Eine Zwiebel in etwas Öl glasig braten, den Kürbis (hier: ein halber Butternut, geschält und gewürfelt) kurz mitdünsten, mit einem Schuss O-Saft ablöschen, Brühe aufgießen, so dass das Gemüse gut bedeckt ist. Deckel drauf, ca. 30 Minuten köcheln lassen, pürieren und mit Salz, Pfeffer, Muskat und etwas Sahne abschmecken. Zur Deko geröstete Kürbiskerne darüber geben

Den Hauptgang machte ein leckerer Krustenbraten in Schwarzbier-Soße (hier geht’s zum Rezept!) mit Spitzkohl-Gemüse und selbst gemachten Semmelnknödeln

Krustenbraten
Schnellrezept für Semmelknödel:
250g Brötchen (am besten schon ein paar Tage alt) in Würfel schneiden. Eine halbe Zwiebel fein würfeln und in etwas Butter glasig dünsten. Zu den Brötchenwürfeln geben. 250ml Milch mit 2 Eiern und einem Bund fein gehackter Petersilie verschlagen. Mit Salz und Pfeffer würzen und die Mischung über die Brötchen geben. Alles etwa 15 Minuten einweichen lassen, zwischendurch umrühren. Die Brötchenmasse auf halbieren und auf zwei Streifen Frischhaltefolie geben, zu einer „Wurst“ formen und fest in die Folie einrollen. Anschließend in Alufolie einrollen und bis zum Kochen kalt legen. Zum Schluss für 20 Minuten in siedendem Wasser gar ziehen lassen.

Den Abschluss des Menüs machte eine wunderbare Crème Brulée, für die ich mir auch endlich einen Bunsenbrenner angeschafft habe.

Créme Brulée
Schnellrezept (reicht für 4-6 Portionen): 5 Eigelb mit 400ml Sahne, 140ml Milch, dem Mark einer Vanilleschote, ein bisschen Zitronenabrieb, einer Prise Salz und 80g Zucker verschlagen und etwa 30 Minuten kalt stellen. Anschließend in Förmchen (zur Not: Kaffeetassen) geben und im Wasserbad (z.B. in einer großen Auflaufform oder einem tiefen Backblech) bei 150°C Ober-/Unterhitze für knapp eine Stunde lang stocken lassen. Danach gut auskühlen, auf jeder Portion einen Esslöffel Zucker verteilen und den Zucker mit einem Bunsenbrenner karamellisieren. Wer keinen Brenner hat, kann versuchen die Crème mit der Grillfunktion es Backofens fertig zu stellen – hier ist es aber sehr schwierig den richtigen Moment abzupassen. Alternativ kann man Zucker in einem Topf schmelzen und flott über dem Nachtisch verteilen. Dies ist aber auch nicht so einfach, da der Zucker sofort fest wird, sobald er die kalte Crème berührt. Also: Brenner kaufen, kostet von Fackelmann knapp 20 Euro, lässt sich mit Feuerzeug-Benzin befüllen und nimmt kaum Platz im Schrank weg 😉

Samstäglicher Kochanfall: Churros mit mexikanischer Schokoladensoße

Aus dem Nichts schleicht es sich an. Leise und ungeahnt, tappsend und dabei nicht zu hören. Herzklopfen, Gänsehaut. Die Finger werden unruhig, der Fuß wippt. Die Kopfhaut juckt. Ich versuche es zu ignorieren, dagegen an zu kämpfen. Einfach sitzen bleiben, an etwas anderes denken. Doch stark bleiben ist zu schwer. Und schon hat es mich gepackt. Der Kochanfall greift zu und reißt mich in seine Tiefen.

Den meisten deutschen Kochserien kann ich wenig bis gar nichts abgewinnen. Entweder versuchen sich totale Laien in seltsamen Gerichten, in Sendungen, die von Showköchen moderiert werden, oder eben diese Showköche liefern eine 60-minütige Selbstdarstellung ab. Jedoch habe ich ein Herz für die amerikanischen und australischen Formate. Gordon Ramsey, der Fernsehkoch, der meistens nicht einmal versucht sympathisch zu wirken, hat hier häufig eine Hand im Spiel. In Formaten wie Hell’s Kitchen oder MasterChef zeigen sich Profis und Hobbyköche, die wirklich etwas auf dem Kasten haben. Wer hier reinguckt, kann wirklich etwas lernen. Vor allem MasterChef Junior ist übrigens der absolute Hammer. Hier kochen Kinder ab 8 Jahren und bringen Sachen auf den Herd, an denen ich scheitern würde. Einfach mal bei Youtube reingucken.

Im Moment hänge ich an MasterChef Australia. Wenn man sich erst einmal an den australischen Akzent gewöhnt hat, ist diese Sedung absolute Inspiration. Genau daher habe ich heute auch meine Kochlust gezogen. Die Kandidaten hatten in einer Gruppenherausforderung die Aufgabe, mexikanisches Streetfood zu kochen und dies möglichst erträglich zu verkaufen. Eine Gruppe hat als Dessert „Churros“ gewählt und mich hat das daran erinnert, dass ich diese schon seit Längerem einmal selbst ausprobieren wollte. Also eine schnelle Netz-Recherche später ging es ab an den Herd. Folgendes kam dabei heraus.

Churros mit Schokoladensoße

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Für die Churros brauchen wir:

  • 240ml Wasser
  • 1 EL Zucker
  • 1,5 EL Öl
  • 1/2 TL Salz
  • 140g Mehl
  • Öl zum Frittieren
  • Zucker und ggf. Zimt

Für die Schokoladensoße brauche wir:

  • etwa 50ml Milch
  • 80-100g Zartbitterschokolade (70% Kakao)
  • 1 getrocknete Chilischote
  • einen Tropfen Vanilleextrakt (alternativ einen halben TL Vanillezucker)
  • einen kleinen Schuss Cointreau (bzw. Orangenlikör)
  • eine kleine Prise Salz

DSC_8567Der Teig ist  dem deutschen Brandteig relativ ähnlich. Das Wasser wird mit dem Zucker, Öl und Salz in einem Topf aufgekocht und dann von der Hitze genommen. Nun das Mehl auf einen Rutsch dazugeben und mit einem Holzlöffel solange kräftig rühren, bis der Teig sich mehr oder weniger zu einer Kugel formt. Den Teig kurz zum Abkühlen an die Seite stellen. Der Unterschied zum deutschen Brandteig besteht darin, DSC_8568dass zum Einen Öl statt Butter verwendet wird und zum Anderen keine Eier benutzt werden. Theoretisch kann man auch nach dem Einrühren des Mehls Eier dazugeben – diese arbeiten als Triebmittel und machen das Endergebnis fluffliger- aber in klassische Churros gehören sie nicht.In einer Pfanne (oder einem Frittiertopf oder einer Fritteuse) das Öl erhitzen.

Währenddessen die Soße vorbereiten: die Milch mit der Chili, der Vanille, dem Salz und dem Likör auf kleinster Stufe etwa 5DSC_8570 Minuten köcheln. Die heiße Milch von der Hitze nehmen und die Schokolade dazugeben. Langsam rühren bis die Schokolade sich komplett aufgelöst hat. Sollte die Soße viel zu dick sein, noch einen kleinen Schuss Milch dazu geben. Ist sie zu dünn, noch etwas Schokolade unterrühren. Aber Achtung! Die Soße dickt ein, wenn sie kälter wird.

Nun geht es mit den Churros weiter. Ich hab es so DSC_8571gemacht, dass ich die Churros zunächst auf ein Backpapier gespritzt habe. Dazu den Teig in einen Spritzbeutel mit breiter Tülle geben und etwa 10cm lange Streifen spritzen. Da ich nur einmal verwendbare Plastikbeutel mit recht kleiner Tülle hier hatte, war der Erfolg eher mäßig. Bei mir wurden die Churros sehr dünn und daher zu knusprig beim ausbacken. Am besten sollte ein Stoff-Spritzbeutel geeignet sein. Alternativ habe ich den Teig geteilt und zu einer dünnen Rolle gerollt. Hier habe ich in der gewünschten Länge Röllchen abgeschnitten und immer zwei miteinander verdreht. Gibt auch eine schöne Form. Klassisch werden die Churros direkt ins heiße Öl gespritzt.

DSC_8572Die vorbereiteten Churros portionsweise ausbacken. Am besten zunächst eine Testrunde mit 2-3 Gebäckteilchen machen und ggf. die Öltemperatur anpassen! Wenn sie aus dem Öl kommen, die Churros kurz auf einem Küchenpapier abtropfen und sofort in Zucker (oder einer Zimt-Zucker-Mischung) wenden. Ich wollte es nicht ganz so süß haben, und habe sie nur leicht mit Puderzucker bestäubt.

Die Soße in ein Töpfchen geben und die noch warmen Churros darein tunken.DSC_8579

Arizonean Dreams of Elvis: Scottsdale und der Bananen-Erdnussbutter-Shake

IMG_2871Ich war ja in Amerika. In Arizona, genau gesagt Scottsdale, habe ich einen Großteil meiner Reise verbracht. Gleich am ersten Morgen haben mich die mittlerweile Newlyweds – mein Bruder Patrick und seine Frau Bianca – in ein Frühstücksrestaurant entführt. Ein Restaurant/Café, das tatsächlich ausschließlich Frühstück und eine kleine Lunch-Auswahl serviert, kam mir doch erst einmal komisch vor. Schnell kam aber die Feststellung, das Frühstück dort ist fantastisch. Wie Amerikaner frühstücken, ist eine ganz andere Dimension. NY Strip, pochierte Eier, English Muffins, gegrillter Spargel, viel mit Gemüse, Avocados (die ich über alles liebe) und eine tolle Kombi aus süß und herzhaft stehen hier auf dem Programm.

Insbesondere Scottsdale, in dem größtenteils eher die etwas betuchtere Gesellschaft residiert, hat einen Tick für alles, was gesund IMG_2874ist. Nach dem clichée übergewichtigen Ami kann man hier recht lange suchen. Überall strahlen einen perfekte Zähne an und wenn nicht gerade ein „Cancer Research Center“ am Straßenrand zu sehen ist (ich habe alleine in Scottsdale an unterschiedlichen Ecken der Stadt 5 davon gezählt!), ist ein Fitnessstudio garantiert nicht weit. Das drückt sich auch in der kulinarischen Welt aus.

Es ist nicht so, als könne man dort kein Fast Food bekommen. Im Gegenteil. Überall schießen kleine Läden aus dem Boden, die offensichtlich den Großteil ihres Budgets in Reklame investiert haben. Der Unterschied: In Burgerrestaurants kriegt man die köstlichen Sandwiches von oben bis unten handgemacht (Beispiel ist die Kette „In & Out“), jedes Restaurant bietet in der Regel auch glutenfreie Alternativen an und neben den bereits genannten Frühstücksrestaurants, gibt es Fast Food Läden, die sich ebenfalls auf Frühstück und Snacks spezialisieren. Hier kriegt man von Breakfast Burritos über Egg White Omeletts vor allem Smoothies und (Protein-)Shakes, die man sich im Vorbeifahren am Drive in schnell zur Arbeit mitnimmt. Absolut fantastisch. In Detmold kenne ich das nur von McDonald’s und das muss ja nun nicht wirklich sein.

Viele dieser kleinen Läden sind eben auch keine Ketten sondern ganz offensichtlich nett gestaltete Orte, die vielleicht ein bisschen zu Hipster für meinen Geschmack sind, aber trotzdem einem eigentlich recht coolen Konzept unterliegen. Einer dieser Läden ist Buzzberry. Hier gibt es fantastische Muffins, tolle Wraps und vor allem leckere Shakes.

Bei meinem eingangs erwähnten ersten Frühstücksgang in Scottsdale, ist mir gleich mein neuer Lieblingsshake in die Finger geraten. Mein Bruder bestellte einen „Elvis“. Auf meine Verwirrung folgte schnell die Erklärung, dies sei ein Milchshake, der quasi das Frühstück ersetzen würde. Verwendet würden Banane, Erdnussbutter und Espresso.

Bei der VorstellIMG_2890ung musste ich mich ein wenig schütteln. Das klang doch etwas zu abstrakt für ein Getränk. Jedoch hat sich schnell das Gegenteil gezeigt. Ein Schluck konnte gleich mein Herz gewinnen. Diese Kombination hat ganz fantastisch funktioniert. Perfektes Frühstück und ein wunderbarer „Pick me up“ nach einer durchzechten Nacht.

Da die Jungs und Mädels von Buzzberry so nett waren und etwas Mitleid mit mir armer Deutschen hatten, die wohl nicht all zu bald wieder nach AZ kommen kann, haben sie mir das Rezept für den Elvis verraten. Here it goes.

Elvis – Milchshake mit Banane und Erdnussbutter

Elvis
Wir brauchen für zwei Shakes (oder einen sehr großen)

  • 1 Banane
  • 1 doppelter Espresso
  • 1 großer TL Erdnussbutter
  • gute 200 ml Milch, eventuell etwas mehr
  • eine kleine Prise Salz
  • 1/2 TL ungesüßtes Kakaopulver
  • 1/2 TL Zucker (//oder eben keinen Zucker und dafür gesüßten Kakao)
  • Crushed Eis

Banane, Espresso, Erdnussbutter und etwas Milch in einen Mixer geben und gut schreddern lassen. Die Gewürze dazugeben und Milch auffüllen, bis es noch eine leicht dickliche Konsistenz hat. Das Eis unterrühren und in Becher kippen. Direkt trinken oder im Thermobecher mit ins Büro nehmen und von Arizona träumen!

Lift me up, Tiramisù!

Für Tiramisù gibt es so viele Rezepte, wie es Köche gibt. Einig ist man sich in der Regel über die Verwendung von Mascarpone, Löffelbiskuits und Espresso. Die Mascarpone wird mit Likör verrührt – meistens wird Amaretto verwendet, die klassische italienische Küche sieht Walnusslikör vor, meine Cousine nimmt am liebsten Bailey’s und wenn nichts anderes im Haus ist, tut es auch mal Rum. Auch Marsalla oder Kalhua bieten leckere Alternativen.

Damit ein traditionelles Tiramisù wirklich als solches bezeichnet werden kann, gehören auf jeden Fall Eier in die Créme. Und keine Sahne! Lecker sind aber auch Varianten, die eigentlich nur Tiramisù genannt werden, weil sie in einer Form geschichtet sind. Zum Beispiel mit Früchten oder Eierlikör kann man hier tolle Dinge machen. Wortwörtlich übersetzt heißt Tiramisù übrigens „Zieh mich hoch“ – bei der Mischung aus Kaffee, Schnaps und Zucker auch kein Wunder.

Meinen ersten Versuch eines „richtigen“ Tiramisù habe ich gestern gewagt. Das Ergebnis war super lecker – allerdings habe ich den Trick noch nicht raus, wie man schöne Stückchen aus der Form bekommt. Daher gibt es nur ein Bild, das entstanden ist, als alles noch hübsch in der Form war 😉

Tiramisù

Tiramisu

Für 4 – 6 Dessertportionen

  • 1-2 Tassen Espresso
  • 250g Mascarpone
  • 2 Eigelb
  • 1 Eiweiß
  • 1 Schuss Amaretto (o.a., siehe oben)
  • 50g Puderzucker
  • 100g Löffelbiskuits – eventuell etwas mehr
  • ungesüßtes Kakaopulver

Den Espresso zubereiten und abkühlen lassen. Die Eigelb mit dem Puderzucker schaumig schlagen. Das Eiweiß in einer sauberen (!) Schüssel steif schlagen und an die Seite stellen. Die Mascarpone unter die Eigelb-Masse rühren und den Likör dazu geben. Vorsichtig den Eischnee unterheben.

In eine (am besten eckige) Auflaufform eine Lage Löffelbiskuits verteilen und diese mit Espresso bepinseln. Eine Schicht von der Créme darüber geben und da wieder Löffelbiskuits drauf geben. So weiter machen, bis alles aufgebraucht ist. Zum Schluss dicht mit Kakao bestäuben, abdecken und mindestens zwei Stunde kalt stellen.

Tiramisú ist kein Hexenwerk und dauert im Großen und Ganzen nicht länger als 15 Minuten in der Vorbereitung.