Entscheidungskrise: Apfel-Streusel- und Blaubeermuffins

Es ist Sonntag und die Tristesse vor meinem Fenster lädt dazu ein, mit einer großen Tasse Kaffee auf dem Sofa zu lümmeln und das Wochenende Revue passieren zu lassen. Da ich fleißig versuche, endlich mein Studium zu Ende zu bringen, habe ich nicht für soviele andere Dinge einen Kopf. Aber den Ofen habe ich mal zwischenzeitlich angeschmissen und zum Nachmittagskaffee ein paar leckere Kleinigkeiten gezaubert.

Blaubeer- und Apfel-Streusel-Muffins

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Muffins – Grundrezept (für 12 Muffins)

  • 125g Butter
  • 90g Zucker
  • 2 Eier
  • 2 TL / 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1,5 TL Backpulver
  • 250g Mehl
  • ggf. ein paar Tropfen Vanillearoma
  • 120ml Milch
  • eine Prise Salz

Die Butter in einer großen Schüssel mit dem Zucker und Vanillezucker verrühren (klappt besser, wenn die Butter Raumtemperatur hat und schon etwas weicher ist). Die Eier dazu geben und solange mixen, bis die Masse einigermaßen homogen ist. Die Milch und etwa Salz mit dazu geben. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und zum Teig geben. Den Teig glatt rühren.

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Nun kann man davon ausgehend alles mögliche mit dem Muffings veranstalten. Ich habe den Teig in zwei Schüsseln aufgeteilt und bei einer Hälfte Blaubeeren (125g), bei der anderen Hälfte Apfelstückchen (von zwei kleinen Äpfeln) untergehoben. Den Teig dann in Muffinförmchen geben (diese sollten bestenfalls nicht randvoll sein, da der Teig noch aufgeht. Ich mache sie immer zu voll). Bei den Blaubeermuffins eine Mischung aus Zucker mit geriebener Muskatnuss (ja, wirklich!) drüber streuen. Die Apfelmuffings kriegen Zimtstreusel drüber (50g Butter, 50g Zucker, ~30g Mehl und 1/2 TL Zimt). Im vorgeheizten Backofen bei 180°C Ober-/Unterhitze für etwa 25 Minuten backen.

Upside Down: Tarte Tatin mit Apfel und Rosmarin

In letzter Zeit habe ich einfach ein Herz für Süßes.

Heute habe ich mich von einem französischen Klassiker inspirieren lassen und das ganze etwas frischer gemacht.

Tarte Tatin mit Apfel und Rosmarin

Wir brauchen:

  • Einen großen Apfel
  • Zucker
  • Blätterteig (2 Platten von dem gefrorenen oder den aus der Kühlung)
  • 6 Nadeln Rosmarin
  • Ein Stich Butter
  • 3 EL Créme Fraîche
  • ½ Vanilleschote

Etwas Zucker in eine ofenfeste (also eine, die keine Kunststoffgriff hat 😉 ) Pfanne (24cm Durchmesser) geben, so dass der Pfannenboden knapp bedeckt ist. Den Rosmarin fein hacken und auf dem Zucker verstreuen. Nun den Apfel schälen, entkernen und in Scheiben (2-3mm) gleichmäßig in der Pfanne verteilen. Nun noch ein ganz bisschen Zucker über die Äpfel streuen. Die Pfanne auf mittlere Hitze auf den Herd stellen.

Den Ofen derweil auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Sobald der Zucker anfängt zu ‚blubbern‘, die Hitze etwas runter stellen und die Äpfel im Zucker köcheln lassen. Sobald der Zucker anfängt zu bräunen gut aufpassen! Von braun zu verbrannt geht es sehr schnell. Wenn eine schöne goldbraune Farbe des Zuckers erreicht ist, die Pfanne von der Hitze nehmen und einen Stich Butter dazugeben.

Den Blätterteig ausrollen und in eine halbwegs runde Form bringen. Anschließend über die Äpfel in die Pfanne legen und mit einer Gabel ein paar Mal einstechen. Die Tarte in den vorgeheizten Ofen stellen und für 30 Minuten backen.

Vorsicht beim rausnehmen der Pfanne, nicht vergessen, wie heiß der Griff wird (ja, ich gehöre zu den Doofen, die immer wieder an heiße Pfannen- und Topfgriffe packen. Manche Leute lernen es einfach nicht!).

Die Tarte in der Pfanne etwa 5 Minuten abkühlen lassen und auf einen großen Teller stürzen. Die Créme Fraîche mit ein bisschen Zucker und dem Mark der Vanilleschote verrühren und zur Tarte servieren. Mjam Mjam.

Anstelle der Créme Fraîche kann man auch Vanillesoße oder Eis dazu reichen. Auch ganz für sich selbst ist die Tarte ein tolles Dessert oder Sonntagskuchen. Wer es noch fruchtiger möchte, kann die Apfelmenge erhöhen und/oder statt den großen Scheiben auch schmalere Spalten schneiden (diese würden in dem Falle gleichmäßiger im Zucker köcheln).

 

Rezept-Request: Scharf-fruchtiges Curryhuhn

Heute gibt es hier den ersten Rezept-Request. Ich hoffe auf Beweisfotos vom Nachkochen 🙂

Dieses Rezept ist eines meiner Lieblingsessen seit ich klein war. Mein Vater musste es mir immer zum Geburtstag kochen und als ich älter wurde hat jeder Mann für den ich geschwärmt habe, dieses Essen serviert bekommen.

Es gibt zwei Möglichkeiten das Curryhähnchen zu machen. Als Geschnetzeltes in Soße oder als Hähnchenschenkel überbacken. Bei beiden ist die Soße jedoch die gleiche, deswegen fange ich hier damit an.

Hähnchen in Apfel-Curry-Soße

Wir brauchen:

  • 1 Gemüsezwiebel (das sind die gaaanz großen) oder 2-3 normale Speisezwiebeln
  • 2 Äpfel, bei Apfelsorten bin ich jetzt nicht unbedingt Fachfrau, aber es sollte bestenfalls mehlig und säuerlich sein
  • Hühnerbrühe oder Gemüsebrühe, entweder aus dem Glas oder als Instantbrühe. Ich koche manchmal auch eine frische Hühnersuppe als Vorsuppe und benutze von dieser Brühe dann etwas
  • Ungefähr ein Becher Sahne, evtl. braucht man etwas weniger und für alle Fälle ist es nicht schlecht einen zweiten Becher in Reserve zu haben
  • 1 Packung frische Champignons oder (wer’s mag) ein Glas Pilze
  • 1 TL Currypaste oder etwas Currypulver, hierbei nicht das ganz billige no name Zeugs verwenden, das schmeckt nach nichts (am besten sind natürlich die richtig guten Currymischungen vom Gewürzhändler, es tun aber auch Ostmann oder Fuchs)
  • Wer besonderen Wert auf die schöne gelbe Farbe des Gerichts legt kann die Soße noch mit Kurkuma würzen. Dieser hat keinen übermäßigen Eigengeschmack (bzw. selbiger ist im Currypulver eh vorhanden) und bringt eine kräftige Farbe
  • Evtl. etwas Apfelsaft
  • Salz und Pfeffer

  • Entweder für die VARIANTE A) ausgelöste Hühnerbrust („Hühnchenbrustfilet“), pro Esser gute 200g oder VARIANTE B) Hähnchenschenkel, mindestens einer pro Kopf

So geht die Soße:

Die oben genannte Zutatenmenge reicht im Prinzip als Soße für 4 Portionen. Ich mach auch für 2 die gleiche Menge und freue mich am nächsten Tag einfach noch Soße mit Reis in die Pfanne zu hauen!

Zunächst die Champignons putzen (also mit einem Küchenkrepp abrubbeln), Stiel abschneiden und in Scheiben schneiden (wer das lieber mag, darf sie auch vierteln). Eine große Pfanne aufsetzen, etwas Öl rein geben und die Champignons bei mittlerer Hitze anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen und erst mal an die Seite stellen, die brauchen wir erst später wieder.

Die Zwiebel(n) schälen und in Würfel schneiden. Diese müssen nicht ultrafein sein, da das Ganze später eh püriert wird. Je kleiner sie sind, desdo kürzer wird jedoch die Kochzeit. Zwiebelwürfel an die Seite stellen.

Die Äpfel schälen, vierteln und entkernen. Jedes Viertel jetzt so halbieren, dass zwei flache Stücke entstehen, diese längs in Streifen schneiden und daraus Würfel schneiden.

Nun einen großen Topf aufsetzen, etwas Öl hineingeben (2 EL maximal) und die Zwiebeln auf mittlerer Hitze anbraten. Sobald die Zwiebeln glasig werden (also so leicht durchsichtig und glänzend) die Apfelstückchen dazu geben und beides braten lassen, bis es leicht anfängt zu bräunen. Jetzt etwa 1 EL Currypulver dazugeben (durch das anrösten kriegt das Gewürz mehr Geschmack) und kurz mit umrühren. Mit Brühe ablöschen (oder mit Wasser und dieses dann mit der Instantbrühe würzen).

Soviel Flüssigkeit dazugeben, dass die Apfel-Zwiebel-Mischung etwas mehr als knapp bedeckt ist. Deckel draufsetzen und gute 20 Minuten köcheln lassen. Wenn’s etwas länger draufsteht, macht das auch nichts aus (Hier VARIANTE A betrachten).

Wer Reis als Beilage essen möchte sollte diesen am besten kurz vor Ende dieser 20 Minuten aufsetzen.

Jetzt den Topf von der Hitze nehmen (wichtig, sonst spritzt das gleich ganz böse) und das Gemisch gut pürieren (hier am besten den Topf auf einer Seite etwas anheben und schiefstellen, das verhindert auch dort das Spritzen). Wieder auf die Hitze stellen und die Champignons dazugeben. Jetzt etwa einen halben Becher Sahne dazugeben, kurz aufkochen lassen und mit Salz, Pfeffer und Curry abschmecken. Je nachdem wie man das Endergebnis haben möchte, kann man mit etwas Apfelsaft eine noch fruchtigere Note dazu bringen oder Schärfe mit Cayennepfeffer. Auch die Menge der Sahne richtet sich nach dem persönlichen Geschmack. Bei mir wandert in etwa ein Becher, also 200ml, hinein.
Entscheidet man sich für die Variante des Ofengerichts, würde ich einen Schuss mehr Sahne dazugeben, da diese im Ofen einen tollen Geschmack bekommt.

VARIANTE A)

Für das Geschnetzelte wird während der Köchelzeit des Apfel-Zwiebel-Gemischs das Huhn verarbeitet. Dazu die Hühnerbrüste zunächst waschen und mit Küchenkrepp trocken tupfen. Alle eventuell noch vorhandenen Sehnen wegschneiden und das Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden. Alle Würfel in eine Schüssel tun und mit Salz, Pfeffer und Curry würzen. Gut durchrühren, damit sich alles gut verteilt. Nun in einer Pfanne portionsweise scharf anbraten (also Hitze in den oberen Hitzestufen des Herdes einstellen). Portionsweise heißt, dass die Fläche der Pfanne nicht mehr als zu zweidrittel bedeckt sein sollte, da die Pfanne sonst zu schnell runter kühlt und Fleisch statt zu braten anfängt zu kochen.

Das Fleisch soll in diesem Vorgang nicht komplett durchgaren sondern nur eine leichte Bräunung bekommen.

Nachdem die Soße quasi fertig ist, werden die angebratenen Fleischstücke hinein gegeben und das Ganze noch gut 20 Minuten bei niedriger Temperatur ziehen gelassen. Zum Ende hin einfach einen der größeren Fleischwürfel raus fischen, durchschneiden und gucken ob es gar ist (sollte dann innen komplett weiß sein).

VARIANTE B)

Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen!

Bevor die Soße aufgesetzt wird werden die Hähnchenschenkel gewaschen, trocken getupft und von allen Seiten mit Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß und etwas Curry gewürzt. Diese landen jetzt auf einem Blech oder in einer großen Auflaufform (hoher Rand ist von Vorteil) und wandern in den Ofen.

Währenddessen die Soße herstellen, und die Schenkel nach 30 Minuten einmal wenden, dann noch einmal 10-15 Minuten später wenden. Noch so lange drin lassen, dass die Haut oben eine schöne Farbe hat und knusprig ist.

Die Schenkel rausnehmen und kurz auf einem Teller zwischenlagern. Das Fett aus der Form komplett wegkippen, die Schenkel wieder reinlegen und mit der Soße  übergießen. Jetzt nochmal in den Ofen stellen und die Soße bräunen lassen.

Das Gericht ist zwar kein ‚Curry‘ im klassischen Sinne,  aber trotzdem fruchtig-scharf-schweinelecker.