Viethaindischer Rinder Curry(-Eintopf)

Heute gibt’s von mir (mal wieder) ein Curry. Meine Tante hat mir vor kurzem ein Rezept für ein „vietnamesisches Rindergulasch“ zukommen lassen. Da ich ja bekanntermaßen nicht so wirklich dazu in der Lage bin stringent nach Rezepten zu kochen, habe ich das Ganze etwas abgewandelt. Ob das Originalrezept jemals vietnamesisch war, wage ich nicht zu beurteilen und auch in meiner Variante habe ich mir sowohl aus der indischen als auch der thailändischen Currykultur etwas geklaut. Was dabei rauskam ist sau lecker, aber eher ein

Rinder Curry-Eintopf mit Gemüse
 (auf dem Bild in der Variante als klassisches Curry mit Reisbeilage)


Wir brauchen

  •  einen Schuss Öl/Butterschmalz/Ghee
  •  2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 rote Chilis
  • ein etwa daumengroßes Stück Ingwer
  • 1-2 Stangen Zitronengras
  • 2 EL Currypaste (Korma oder Red Thai)
  • 1 EL brauner Zucker
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • 1 Dose ungesüßte Kokosmilch (400 ml)
  • 400 ml Wasser
  • 500g Rindergulasch
  • 2 rote Paprikaschoten
  • 1 Zucchini
  • 1 Bund Koriander
  • Fischsoße (gibt’s im Asialaden; ist quasi das asiatische Maggi)

Die Zwiebeln würfeln und in etwas Öl auf mittlerer Flamme glasig braten. Währenddessen Chili, Knoblauch und Ingwer fein hacken und zu den Zwiebeln geben. Braten lassen, bis es ganz leicht anfängt Farbe zu nehmen, dann den gemahlenen Koriander und die Currypaste einrühren und alles etwas brutzeln lassen.

 (die vollen Aromen der Currypaste kommen erst durch das Anbraten richtig heraus)

Das Zitronenglas (ggf. halbieren, je nach Topfgröße) anschlagen (=> die flache Seite eines breiten Messers auf die Stangen legen und darauf klopfen, so dass die Stangen etwas aufbrechen) und mit dazu geben. Nun das Gulasch mitbraten, so dass es quasi in der paste ‚mariniert‘ wird. Kokosmilch, Zucker und Wasser dazu geben, auf kleinste Flamme stellen und das Ganze mit Deckel für gut 2 Stunden köcheln lassen. Die genaue Kochzeit richtet sich nach Art (bei Gulasch meist Keule, Nacken, Bug oder Wade) und Qualität des Fleisches.

Paprika und Zucchini putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Sobald das Fleisch zart geschmort ist das Gemüse dazugeben und alles für weitere 5-10 Minuten köcheln lassen (je nach gewünschter Bissfestigkeit). Mit der Fischsoße und ggf. etwas Salz abschmecken und ganz zum Schluss den Koriader grob durchhacken und unterrühren.

Mit Reis kann man dieses Gericht entweder als normales Curry essen oder eher wie einen Eintopf, da die Soße recht reichlich und flüssig ist. Mir persönlich hat’s als Eintopf mit nur wenig Reis als Einlage am besten geschmeckt!

Zum klassischen ungarischen Gulasch geht es HIER (Klick mich!)

Asia-Experimente: Thailändisches Satay mit Erdnusssoße

Klopf, klopf. Ist da noch wer?

Ich weiß, im letzten Monat ist hier nicht viel passiert. Es scheint, dass die Uni mich ein wenig meiner Inspiration beraubt hat. Aber nun schreibe ich am Dienstag Klausur, und das ist doch der beste Zeitpunkt tausend andere Dinge zu finden um sich zu beschäftigen. Man könnte sonst ja tatsächlich lernen. Da der Staubsauber bereits geschwungen und der Arbeitsplatz aufgeräumt ist dachte ich mir, ich zeige euch mal was ich gestern in meiner Küche so gewerkelt habe.

Hier in Detmold gibt es eigentlich nur einen Ort um wirklich gut asiatisch zu essen und das ist der Thailänder in der Elisabethstraße 

Hier gibt es mein absolutes Liebslings-Asiagericht: knusprige Ente mit Erdnusssoße.

In Anlehnung daran, habe ich gestern etwas ähnliches leckeres gezaubert.

Bei mir gab’s:

Hähnchen-Satay (für Faule) in Erdnusssoße mit Reis und Asiagemüse

Satay oder Saté kommt übrigens ursprünglich aus dem Indonesischen und meint nichts weiter als auf einem Bambusspieß über dem Feuer gegrillt.

Sehr typisch ist dieses Gericht in den Niederlanden aber auch hier bekommt man es des Öfteren. 

Ursprünglich hatte ich auch vor Spieße zu machen, aber ich fand’s dann einfacher, die Hühnerstreifen so zu braten, zumal ich eh kein Fan von Holzspießen in Essen bin und sowieso nicht gerne mit den Händen esse.

Jetzt aber erstmal zum Rezept.

Wir brauchen:

für das Huhn:

  • 500g Hühnerbrust, ausgelöst, ohne Haut und Knochen
  • 3 TL Sojasoße
  • 2 TL Kejtap Manis (süße Sojasoße)
  • 2 TL Limettensaft
  • 4 TL Kokosmilch
  • ein 2x2cm Stück Ingwer

für die Erdnusssoße (da kommt übrigens recht viel Soße bei raus, also könnte man das Rezept auch runterrechnen, aber in so kleinen Mengen find ich das immer schwieriger mit dem würzen usw…):

  • 1 Dose Erdnüsse, geröstet und gesalzen (á 200g oder etwas weniger)
  • 1 Zwiebel, mittelgroß
  • 1 große Knoblauchzehe
  • 1 Chilischote
  • 1/2 TL Kurkuma
  • ca. 1/4 L Hühnerbrühe
  • 1/2 Dose Kokosmilch (also in etwa 200ml)

für das Gemüse (hier kann man natürlich variieren, je nachdem was man so mag):

  • 2 große Möhren
  • 1 Zwiebel
  • 1 Paprika
  • Mungbohnen-Keimlinge am besten frische, zur Not aus dem Glas

Außerdem:

  • Reis, eine Kaffeetasse
  • Salz und Pfeffer
  • Öl

So. Los geht’s in dem das Huhn mariniert wird.

Dazu erstmal die Hühnerbrüste waschen und von den groben Sehnen befreien. Dann das Fleisch in Streifen schneiden. Also längs Scheiben abschneiden. Meine hatten eine Stärke von etwa 5mm.

Nun in einem Glas die Sojasoßen mit dem Limettensaft und der Kokosmilch verrühren, den Ingwer fein hacken und dazu geben.

Die Hühnerstreifen in einen Gefrierbeutel geben und die Marinade darüber kippen. Gut miteinander verkneten, den Beutel fest zudrehen und in den Kühlschrank packen. Das ganze darf ruhig über Nacht marinieren, 2 Stunden sind aber auch okay, wenn man nicht länger Zeit hat.

Übrigens: das Marinieren im Gefrierbeutel hat den unglaublichen Vorteil, dass man viel weniger Marinade braucht als in einer Schüssel, das Fleisch muss nicht gewendet werden und der Gefrierbeutel nimmt im Kühlschrank wesentlich weniger Platz weg.

In der Zwischenzeit wird die Soße gekocht.

Hierzu zunächst die Erdnüsse mahlen. Dazu kann man eine Kaffeemühle verwenden oder es mit dem Pürierstab versuchen. Ich habe so einen Mixbecheraufsatz für meinen Pürierstab, damit hat das recht gut geklappt.

So oder so sollten die Nüsse recht fein gemahlen werden, so dass ein leicht klebriges Nussmehl entsteht. Wer am mahlen scheitert, oder kein passendes Werkzeug hat, kann auch Erdnussbutter kaufen und diese zur Soße geben. (Ist aber entschieden teurer)

Die Zwiebel fein hacken und in etwas Öl in einem Topf langsam braten. Da am Ende keine großen Zwiebelstücke in der Soße sein sollen ist es wichtig, die Zwiebel nicht zu scharf zu braten, da sie sonst zu schnell braun, aber nicht wirklich weich wird. Also gebt der Sache ein bisschen Zeit.

Währenddessen Knoblauch und Chili fein hacken und zur Zwiebel geben sobald diese anfängt zu bräunen. Solange braten lassen, bis der Knoblauch gut gar aber bestenfalls nicht verbrannt ist. 

Hier nun den Kurkuma dazugeben (wer keins zuhause hat kann es zur Not auch weglassen, oder ggf. Currypulver nehmen – das aber ohne Gewähr) und mitrösten, anschließend das Erdnussmehl dazugeben und ebenfalls kurz mitrösten. Alles mit der Hühnerbrühe ablöschen (ggf. mehr als angegeben, bzw. noch etwas Wasser dazugeben. Es sollte zwar dickflüssig sein aber auch nicht anbrennen (…das ist mir natürlich passiert…)), einen Deckel aufsetzen und alles für 10-15 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Zwischendurch umrühren.

Falls dochmal was anbrennt empfiehlt es sich nicht wie wild am Topfboden rumzukratzen, sondern den Inhalt erstmal in einen anderen Topf umzufüllen und darin weiterzukochen. So kann man ein Essen in der Regel noch retten.


Nach der Kochzeit die Kokosmilch aufkippen, kurz aufkochen lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Nun geht’s an’s Gemüse.

Die Paprika waschen, entkernen und in Streifen schneiden.

Die Zwiebel schälen und in Streifen schneiden.

Die Möhren schälen und in Julienne schneiden ->  in Streifen! Diese haben den Vorteil, dass sie gleichmäßiger garen mit dem anderen Gemüse zusammen.

Die Mungbohnen-Keimlinge waschen.

Für das finale fertigstellen braucht man eigentlich nur 20 Minuten.

Der Reis sollte vielleicht etwas eher aufgesetzt werden. Hier gilt wie immer: 1 Tasse Reis mit 2 Tassen Wasser und ein wenig Salz kalt aufsetzen (mit Deckel!). Sobald es kocht, die Temperatur ausdrehen und den Reis einfach ziehen lassen.

Das Huhn schonmal aus dem Kühlschrank nehmen.

Jetzt wird eine große Pfanne erhitzt (ruhig mit ordentlich Hitze) und etwas Öl hineingegeben. Nun zu erst die Möhren in die Pfanne geben und einen Moment braten lassen. Die Möhren sind am härtesten und brauchen daher am längsten von den Gemüsen.

Als nächstes folgen die Zwiebeln. Sobald diese leicht glasig werden, gibt man die Paprika hinzu, sobald diese leicht bräunt kommen die Keimlinge mit in die Pfanne. Wenn diese auch gut Hitze angenommen haben wird das Gemüse gepfeffert und mit einem Schuss Sojasoße abgelöscht. Zum abschmecken kann man noch Ketjap Manis dazu geben – ich mag das sehr gerne.

Wenn man noch andere Gemüsesorten wie Pilze oder Chinakohl dazugeben möchte, muss man sich nur über die Beschaffenheit des jeweiligen Gemüses klar werden. Wie lange ist die Garzeit dafür und an wann kommt es in die Pfanne? Schief gehen kann dabei eigentlich wenig.

Das Gemüse aus der Pfanne auf einen Teller geben und kurz warm halten. Die noch heiße Pfanne wieder auf den Herd geben und nachheizen lassen, Temperatur weiter sehr hoch lassen. Natürlich könnte man das Huhn auch parallel zum Gemüse in einer zweiten Pfanne braten, aber das ist hier ja Thai für Faule, nicht für Spülbegeisterte.

Mit einem Küchenkrepp die Marinade vom Huhn abtupfen (spritzt sonst so in der Pfanne), wieder etwas Öl in die Pfanne geben und die Hühnerstreifen einlegen. Warten bis der obere Rand des Fleisches bereits weiß, also gar wird, dann die Streifen einmal drehen und noch kurz von der anderen Seite braten. In der Pfanne pfeffern (Salz ist eigtl. durch die Sojasoße schon gegeben, ist aber Geschmackssache wie salzig man das mag).

Zum Anrichten nun einfach etwas Reis auf einen  Tellergeben, das Gemüse daneben, das Huhn oben drauf und ein paar Löffel von der Soße darüber geben.

Klingt vielleicht alles etwas kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht, da es sich super vorbereiten lässt. Und wenn man nicht so dusselig ist, wie ich es gelegentlich bin, lässt man auch weder die Erdnüsse fallen und verteilt diese in der ganzen Küche, noch lässt man die Soße anbrennen.

Natürlich kann man das in Streifen geschnittene Huhn auch zu Satay-Spießen verarbeiten wie es eigentlich in dem Gericht vorgesehen ist. Ich war schlicht und ergreifend zu faul. Wenn man dies machen möchte sollte man nur beachten, dass die Holzspieße am besten eine halbe Stunde vor dem Aufspießen gewässert werden sollten. Sie dehnen sich hierbei aus und ziehen sich später in der Hitze der Pfanne wieder zusammen – so lässt sich das Fleisch wesentlich leichter vom Spieß schieben.

Guten Hunger!

 

Oriental Food: Indisches Curry nach Inga

Letzte Woche durfte ich endlich die indische Küche  für mich entdecken, denn Inga hat für mich gekocht. Leider waren wir etwas in Zeitnot, daher wurde sehr flott gearbeitet und es blieb keine Zeit für Bilder während des Produktionsprozesses.

Indisches Curry mit Huhn

 

Wir brauchen (die Menge reicht gut für 6 Portionen):

  • zum anbraten Ghee oder geklärte Butter oder Butterschmalz oder zur Not Butter mit Öl gemischt
  • 3 kleine oder zwei große Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • ein etwa daumengroßes Stück frischer Ingwer
  • 2 grüne Chili (ok, wir hatten 3 drin. Kommt immer drauf an, wie scharf man es mag)
  • 1 Bund frischen Koriander
  • 750g Huhn
  • 3 Paprikaschoten
  • 2 Dosen Pizzatomaten/stückige Tomaten, ungewürzt (á 400g)
  • 2 Becher Joghurt (als 300-400g; wir haben griechischen Joghurt verwendet, der hat mehr Fett)
  • evtl. Mandelblätter zum dekorieren

außerdem folgende Gewürze:

  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • Currymischung (also Currypulver, aber bitte nicht das ganz billige von Tip, das schmeckt nach nichts)
  • Koriandersamen, gemahlen (heißt meistens nur Koriander, gemahlen)
  • Kreuzkümmel
  • Curcuma (das ist das, was das Currypulver gelb macht)
  • evtl. Korianderpaste
  • Currypaste
  • evtl. getrocknete Chiliflocken oder Chilipulver

Zunächst wird fleißig geschnippelt. Die Zwiebeln fein würfeln, den Knoblauch sehr fein hacken.

 (Trick: erst irgendwie in Streifen/Scheiben/Würfel schneiden und dann mit dem flachen Messer fest auf das Arbeitsbrett quetschen, so lässt er sich viel leichter hacken)

Den Ingwer schälen und fein hacken.

Die Chilis entkernen (halbieren und die Kerne rauskratzen) und ebenfalls fein hacken.

Einen großen Topf auf halber Hitze aufsetzen und etwas Fett darin erhitzen. Als erstes die Zwiebel dazu geben, wenn diese glasig wird, den Knoblauch und den Ingwer dazugeben und alles leicht anbräunen lassen. Von allen Gewürzen etwas dazu geben (Salz, Pfeffer und Zucker kommen erst später zum abschmecken, ansonsten von allem erstmal einen TL, Koriander etwa 2 TL und von der Currypaste gut 1,5-2 EL). Die Gewürze jetzt eine Weile mitrösten lassen. Währenddessen das Fleisch von etwaigen Sehen befreien, in mundgerechte Würfel schneiden und anschließend mit in den Topf geben, so dass das Fleisch die Gewürze gut annehmen kann. Fleisch von allen Seiten anbraten und die Temperatur runternehmen.

Die Paprika länger halbieren, entkernen, Waschen und in Streifen schneiden. Mit in den Topf geben und kurz mitrösten lassen. Beide Dosen Tomaten dazugeben Deckel aufsetzen und gut 10-15 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Den frischen Koriander hacken, evtl. ein paar Blätter zur Deko überlassen. Ein halber Bund sollte reichen, wer allerdings keine Korianderpaste bei den Gewürzen verwendet hat nimmt einfach einen ganzen Bund.

Die Temperatur jetzt fast ganz wegnehmen (bei einem Elektroherd reicht die Resthitze, bei einem Gasherd einfach auf ganz kleine Flamme gehen) und den Joghurt einrühren (dieser darf auf keinen Fall mehr wild kochen, sonst flockt er aus). Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Mit den Chiliflocken kann jetzt noch an der Schärfe gefeilt werden, kräftiger im Geschmack wird es durch etwas mehr Currypaste. Als letztes den gehackten Koriander unterrühren.

Bei uns gab es dazu Basmati&Wildreis von Oryzo, der hat extrem gut gepasst. Zur Deko kann man ein paar Mandelblätter drüberstreuen, die geben auch einen schönen Knack beim essen.

Wer das weniger fleischlastig möchte, kann auch einen Teil des Huhns mit Gemüse ersetzen. Ich Könnte mir gut vorstellen, dass man nur 300-500g Fleisch nimmt und den Rest mit Brokkoli ergänzt (diesen würde ich kurz vorblanchieren (=> kurz in kochendes Wasser geben)  und erst kurz vor Ende der Garzeit in das Curry geben, damit er nicht matschig wird.

Als Varianten kann man statt Joghurt auch Kokosmilch benutzen oder das ganze in eine etwas andere Richtung bringen in dem noch etwas Obst mitgegart wird (z.B. Mango in Spalten oder Ananas).

Jetzt hab ich Hunger gekriegt und muss einkaufen gehen. Schade, dass heute keiner für mich kocht. Angebote diesbezüglich sind gerne gesehen. Freiwillige?