Blog at Work: American Mac ’n‘ Cheese

Hey Folks,

ich weiß, ich weiß. Ein Blog, das alle paar Monate mal in Stillschweigen verfällt strotzt nicht gerade vor Zuverlässigkeit. Aber zu meiner Verteidigung möchte ich sagen, dass die langen Wartepausen unter anderem daran liegen, dass hier gerade alles ein wenig umgebaut wird. Ich habe nämlich die Formvorgaben von Blogger satt und will mein feines Küchenblog auf eine eigenständige Seite umlagern. Dafür musste ich allerdings erstmal ein wenig Programmieren lernen. Lange Rede, kurzer Sinn: in den nächsten Wochen wird’s hier noch etwas ruhiger zugehen aber demnächst geht’s dann mit voller Kraft ‚to boldly go where no man has gone before‘.


Jetzt aber als Under Construction Meal einen amerikanischen Klassiker, der ganz einfach zu machen ist und so richtig satt macht.

Mac ’n‘ Cheese


Wir brauchen:

  • 250g Nudeln (um den ‚Mac‘ zu entsprechen am besten Kurze Macaroni; ich hab‘ Spiralnudeln genommen)
  • 125g geriebener mittelalter Cheddar
  • wer mag kann hier noch etwas Parmesan oder Peccorino oder Gruyerzer zugeben.
  • etwa 1/4 L Milch
  • ein guter EL Butter
  • ein gehäufter EL Mehl
  • Salz, Pfeffer, geriebene Muskatnuss

 Die Nudeln in Salzwasser kochen und abkippen solange sie noch recht al dente sind. 

Dann in einem großen Topf die Butter zerlassen und mit einem Schneebesen das Mehl einrühren. Das Butter-Mehl-Gemisch kräftig rühren und leicht bräunen lassen, dann mit einem Schuss Milch ablöschen und immer weiter rühren, dabei die restliche Milch langsam dazugeben und zwischendurch aufkochen lassen. Die Soße sollte etwas dicker sein als eine normale Béchamel. 

Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und den geriebenen Käse unterrühren. Hier nun die gekochten Nudeln dazugeben.

Man kann Mac ’n Cheese einfach so essen oder das Gericht in eine Auflaufform geben und nochmal für etwa 20 Minuten bei 200°C Ober-/Unterhitze backen (wenn man so wie ich auf die leckere Käsekruste steht 😉 ).

Dazu passt am besten ein schlichter grüner Salat.

Warnung: Durch die käsige Soße ist das Essen recht mächtig!

Das war’s auch erstmal mit meiner kurzen Zwischenmeldung.

Bis bald!

 

 

Griechisch für Anfänger: Mousakás

Ich habe grad mal meinen Blog-Ordner durchstöbert und tatsächlich noch Fotos gefunden, die ich hier noch nicht als Rezept dokumentiert habe. Da das eine Kasseler und Grünkohl ist, und das im Mai nicht wirklich passig ist, stelle ich euch heute eines meiner absoluten Ganzjahreslieblingsessen vor:

Mousakás – aka Griechischer Auflauf

Mousakás oder Moussaka ist ein Auflauf der in jedem Fall Gehacktes enthält, mit einer Bechamelschicht und Käse endet und je nach Region Kartoffeln, Auberginen und/oder Zucchini enthält. Zu weiteren griechischen Rezepten wie Gyros und Kritharaki geht es HIER (Klick mich!)

Meine Variante ist mal wieder ein Rezept an dem ich seit Jahren so herumgedoktort habe, dass ich mich selbst nicht mehr wirklich an den Ursprung dessen erinnere. Auf jeden Fall schmeckt’s – auch ohne Gewähr, authentisch griechisch zu sein.

Wir brauchen:

  • 5 große Kartoffeln (also so um die 400g; je nachdem wie kartoffelig man es haben möchte)
  • 300g gemischtes oder Rindergehacktes
  • 1-2 Auberginen
  • etwas Mehl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Chilischote oder etwas getrocknete Chili
  • Paprikapulver edelsüß und rosenscharf
  • evtl. eine Prise Kreuzkümmel/Kumin
  • frische Petersilie, gehackt, etwa 2 EL (kein Muss, aber passt gut)
  • Zimt
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • Tomatenmark, etwa eine halbe Tube
  • einen Schuss Weißwein (am besten passt der griechische Retsina)

Für die zweite Soße:

  • 1 EL Butter
  • 1 EL Mehl
  • Milch, ca. 1/2 L
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • geriebener Käse, ca. 150g (je nachdem was man bevorzugt, z.B. Gouda oder Mozzarella. Man kann aber auch auch Schafkäse darüber krümeln)

Moussaka ist eines der Gerichte, die ich meistens über den Tag verteilt in kleinen Schritten nebenbei koche. Wer aber lieber alles in einem Rutsch erledigt, kann das natürlich auch machen.

Los geht’s damit, dass die Kartoffeln als Pellkartoffeln aufgesetzt werden. Also ungeschält im kalten Wasser mit etwas Salz auf den Herd verfrachten, nicht ganz so wild sprudelnd kochen lassen und nach 20-30 Minuten den Messsertest machen. Die fertigen Kartoffeln abkippen und etwas auskühlen lassen.

Der Messertest: 

Man steche ein Küchenmesser (also schon ein scharfes, bestenfalls ein Hümmelken (Exkurs im Exkurs: Hümmelken ist der westfälisch-regionalsprachliche Ausdruck für ein Tourniermesser; klassisch mit kurzer flacher Klinge, und mindestens in zweiter Generation weitergereicht)) mittig in eine der Kartoffeln und hebe das Messer an. Gleitet die Kartoffel recht zügig und ohne großes Geruckel vom Messer, ist sie gar. Bleibt das Messer fest stecken, braucht’s noch ein wenig Zeit.

Während die Kartoffeln vor sich hin kochen wird die Aubergine vorbereitet. Hierzu diese erstmal gut mit heißem Wasser abspülen (weg mit den Pestiziden und Grabbelhandabdrücken von anderen Einkäufern!), den Strunk knapp wegschneiden und die Frucht in ca. 3 mm dicke Scheiben schneiden.

Früher hat man Aubergine eingesalzen und das austretende Wasser weggetupft um Bitterstoffe zu entziehen. Ich bin aber mitlerweile der Überzeugung, dass diese Bitterstoffe heutzutage so oder so größtenteils weggezüchtet wurden und dieser Arbeitsschritt übersprungen werden kann. Wer das doch tun möchte: Scheiben auf einem Brett/Arbeitsfläche ausbreiten, mit Salz bestreuen, 10 Minuten warten und mit Küchenkrepp abtupfen, umdrehen und genauso verfahren.

Nun in einer großen Pfanne einen guten Schluck Öl erhitzen (man kann Olivenöl nehmen, wenn man a) das recht kräftige Aroma davon mag und man b) ein Olivenöl hat, dass auch für recht hohe Temperaturen geeignet ist. Ansonsten empfehle ich neutralere Öle wie Sonnenblumen- oder Rapsöl). Das Öl darf schon recht knackig heiß werden, aber sollte auf keinen Fall anfangen zu qualmen.

Die Auberginenscheiben beidseitig in Mehl wälzen und im Fett ausbacken. Anschließend auf Küchenkrepp abtropfen lassen (saugt das überschüssige Öl auf).

Die Kartoffeln pellen, ebenfalls in 3mm dicke Scheiben schneiden und in einer Auflaufform abwechselnd mit den Auberginen schichten. (Wer eine längliche Auflaufform hat, wird hierbei ja nur eine flache Schicht erzeugen. wer eine Runde Auflaufform hat, wird ggf. in meheren Lagen in die Höhe gehen wollen, und sollte hier dann zwischen den Lagen noch etwas Soße unterbringen)

Nun zur Soße Nummer 1.

Eine große Pfanne mit hohem Rand oder einen Topf aufsetzen, etwas Öl hineingeben und das Hackfleisch darin krümelig anbraten. Die Zwiebel fein schneiden und dazugeben, sobald diese glasig gebraten ist den Knoblauch und Chili hacken und ebenfalls mitbraten. Nun wird gewürzt mit Salz, Pfeffer, beiden Paprikapulvern, etwas Kumin und vor allem einer kleinen Prise Zimt (im ersten Moment erscheint das etwas seltsam, aber es macht das Gericht erst richtig rund und ist unverzichtbar! Am besten vorsichtig rantasten und nicht gleich esslöffelweise vorgehen ;)). 

Hier nun gute zwei Esslöffel Tomatenmark dazugeben und alles mit einem Schuss Weißwein ablöschen. Mit etwas Wasser auffüllen (so, dass das Hack gut bedeckt ist) und auf kleiner Flamme etwa 10 Minuten köcheln lassen. Die Konsistenz sollte schon relativ flüssig bleiben, aber auch nicht wässrig sein. Justiert werden kann diese mit dem Zufügen von Tomatenmark oder Wasser. Abgeschmeckt wird nun mit einer Prise Zucker, der Petersilie, Salz und Pfeffer.

Die Soße nun über die Kartoffel-Auberginenschicht legen.


Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.


Soße Nummer 2 kann man eigentlich schon prima fertig machen, während die erste vor sich hinkocht.

Hierzu setze man einen Topf auf halber Hitze auf, schmelze darin einen EL Butter, rühre mit einem Schneebesen einen EL Mehl ein und lösche dies mit einem  Schuss Milch ab, rühre die Klümpchen aus und füge wieder Milch hinzu. Dies tue man solange, bis eine sanft köchelnde angenehm-konsistente Soße entsteht. Diese würze man nun mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Nachdem die Bechamel einen Moment abgekühlt ist, rühre man ein Ei unter (Tipp: das Ei zunächst in einer kleinen Schüssel verquirlen und vorsichtig ein-zwei Löffel Soße dort unterrühren, so kann das Ei schonmal etwas Temperatur annehmen und man verhindert den Rührei-Effekt).

(Na, wem ist der Tempuswechsel aufgefallen? Das ist so der Dr.Oetker Schulkochbuchschreibtstil von 1928)

Das Ei sorgt dafür, dass die Bechamel sehr schaumig und fluffig wird.

Diese Soße nun auch über die bisherigen Schichten verteilen, den Käse darüber streuen und das Ganze für etwa 30-40 Minuten in den Ofen verfrachten. 

Et voilá – fertig ist’s!

Bei mir gibt’s Moussaka sowohl solo als Hauptgericht als auch gelegentlich als Komponente einer meiner opulenten griechischen Abende. Lohnt sich auf jeden Fall mal auszuprobieren und vor allem: nicht dem Zimt einfach weglassen, traut euch!

Gar nicht so kreatives Paprika-Rahm-Huhn

Die letzten zwei Monate waren eine sehr uninspirierte Zeit, in der ich nicht viel Neues am Herd ausprobiert habe. Ein paar Fotostrecken habe ich dennoch erstellt und da wird auch mal nach und nach was an Rezepten reinpurzeln.

Heute schreibe ich euch auf jeden Fall mein Lieblingsessen der letzten paar Monate. 

Paprika-Rahm-Hähnchen

Vorweg: Dieses Gericht stellt nicht den Anspruch wahnsinnig leicht oder bekömmlich oder sonst was zu sein – außer wahnsinnig lecker. Ich rate hiermit auch ausdrücklich davon ab, irgendwelche Diät-Ersatz-Produkte zu verwenden. Zum einen sind diese oftmals ungesünder (aufgrund der chemischen Veränderung und dem gehäuften Vorkommen von ungesättigten/Trans-Fettsäuren) als das fettigere Original und haben beim Kochen oft andere Eigenschaften. Eine Rama schlagmichtot Cuisine mit weniger Fett bindet beispielsweise nicht.

Jetzt geht’s aber los.

Für 2-3 Esser brauchen wir (die Soßenmenge reicht auch durchaus noch für locker eine Portion mehr..):

  • 500g Hähnchenbrust, ausgelöst (‚Filet‘)
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • eine Knoblauchzehe
  • 2 rote Paprika
  • 1 Chilischote oder etwas getrockneten Chili
  • etwas Mehl
  • ca.1/8L Gemüsebrühe
  • je 1 TL Paprikapulver edelsüß und rosenscharf
  • ca. 1TL Tomatenmark
  • Ein Becher Sahne (200g)
  • Ein Becher Schmand (200g)
  • Salz, Pfeffer
  • Etwas Öl oder Butterschmalz

Zunächst wird das Huhn aus der Verpackung genommen und abgespült, sowie trocken getupft (das macht man beim Huhn in der Regel nur wg. der Salmonellengefahr und da manchmal kleine Knochensplitter am Fleisch haften können). Währenddessen eine große Pfanne bei 2/3 Hitze oder etwas heißer aufsetzen und etwas Öl hinein geben. Die Hähnchensteaks evtl. mit einem leichten Schmetterlingsschnitt versehen (an der dicksten Stelle quer einschneiden und aufklappen), damit das Fleisch überall annähernd die gleiche Stärke hat.

Die Steaks in der Pfanne von beiden Seiten scharf anbraten (-> leicht bräunen lassen). Das Fleisch soll hierbei nicht durchgaren, sondern nur ein bisschen Aroma entwickeln. Von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen und anschließend in eine passige Auflaufform legen.

Während das Huhn brät die Zwiebeln schälen und in Streifen (feine) schneiden. Nachdem das Huhn aus der Pfanne genommen wurde hier im gleichen Bratensatz die Zwiebeln hinein geben, allerdings mit der Temperatur ein bisschen auf etwa 1/2 – 2/3 Hitze runtergehen. Eventuell muss noch etwas Öl nachgegeben werden, damit die Zwiebeln gleichmäßig garen. (Wer nicht so eine schöne große Pfanne (28cm Durchmesser hat meine) mit hohem Rand hat, sollte sich überlegen, die Soße in einem Topf anzusetzen –  oder den Herd zu überfluten… hmhm….

Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

In der Zwischenzeit die Chili entkernen, die Knoblauchzehe schälen (geht einfacher wenn man die komplette Zehe mit der flachen Seite des Messers vorher etwas andrückt), und beides fein hacken. 

Tipp: erst in feine Scheiben schneiden, mit etwas Salz bestreuen und dann hacken, mit der flache Seite des Messers aufs Brettchen drücken, wieder hacken, usw. So kriegt man’s richtig fein. 

 

Zu den glasig gebratenen Zwiebeln geben. Die Paprikaschoten halbieren, entkernen, Waschen und ebenfalls in Streifen schneiden und anschließend mit in die Pfanne geben. Das Ganze etwas braten lassen (je nachdem wie bissfest man die Paprika am Ende haben möchte – ich mags hierbei ganz gerne recht weich). Mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver würzen.

Dem Pfanneninhalt nun das Tomatenmark zugeben und alles mit 1-2 EL Mehl abstäuben, dieses gut unterrühren und anschließend mit der Gemüsebrühe ablöschen. Kurz aufköcheln lassen (aufpassen, dass nichts anbrennt!) und anschließend Schmand und Sahne unterrühren. Das Ganze noch einmal aufkochen lassen und abschmecken (evtl. mit etwas Zucker den Geschmack heben und bedenken, dass durch das anschließende Backen noch etwas mehr Geschmack kommt).

Die Paprikasoße über das Huhn in die Auflaufform geben und das Ganze für etwa eine halbe Stunde in den Ofen verfrachten. Besonders lecker find ich es, wenn die Sahnesoße oben anbräunt.

Man kann das auch alles mit Käse überbacken – finde ich aber, obwohl ich Käseliebhaber bin, unnötig.

Dazu passen prima Bandnudeln oder Gnocchi oder einfach nur Baguette und ein Salat!
Buon appetito!

Zum Schluss gibt es noch einen  Musiktipp von mir, der so gar nichts mit dem Rezept zu tun hat. Alle Irland-Fans sollten mal reinhören in die Compilation Ceol ’10 (gibt’s z.B. bei Spotify), auf der irische Künstler bekannte Songs in gälisch interpretieren.. :>

Sommer in Italien: Parmigiana di Melanzane

Wie im Urlaub. Genauso schmeckt Parmigiana di Melanzane. Super lecker. Melanzane klingt doch auch viel schöner als Aubergine oder?

Eigentlich hatte ich noch ein paar andere Sachen zum Posten bereit gehalten, aber nachdem ich gerade die letzten Reste von oben genanntem Auberginenauflauf vertilgt habe, muss ich dieses tolle Rezept einfach mal loswerden.

Parmigiana di Melanzane

für 2 Portionen, mit evtl. etwas Ciabatta dabei, werden auf jeden Fall 2 Esser davon satt

  • eine sehr große Aubergine (um die 400g) oder 2 kleinere
  • 1 Dose stückige Tomaten á 400g
  • eine kleine Zwiebel
  • eine Knoblauchzehe
  • eine Kugel Mozzarella
  • Parmesan
  • Basilikum
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • etwas Mehl
  • Öl, neutrales
  • Olivenöl

Kompliziert ist das Rezept wirklich nicht, es erfordert nur ein bisschen Vorbereitungszeit. Zunächst werden die Auberginen in ca. 4 mm dicke Scheiben geschnitten und in etwas Mehl gewälzt. Eine Pfanne sehr heiß aufsetzen und etwas von dem neutralen Öl hineingeben (Olivenöl nimmt man hier nicht, da dies bei hohen Temperaturen anfängt zu verbrennen und dann auch schädlich für den Körper wird). Die Auberginenscheiben nach und nach in dem Öl ausbacken. Nicht wundern, Auberginen ziehen das Öl wahnsinnig schnell auf, daher nach dem braten unbedingt auf Küchenkrepp abtropfen.

Währenddessen die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln und in etwas Olivenöl goldbraun braten. Da die Tomaten zu geben und das Ganze auf kleiner Flamme etwas köcheln lassen. Zum Schluss den Basilikum fein geschnitten dazugeben und mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker (Tomaten immer mit Zucker würzen, unterstreicht den tomatigen Geschmack) würzen.

Die Auberginen in eine Auflaufform schichten, über jede Lage ein paar Löffel Soße und etwas geriebenen Parmesan geben. Zum Schluss den Rest Soße oben auf verteilen und den Mozzarella in dünnen Scheiben darüber geben. Den Auflauf bei 200°C Ober-/Unterhitze so lange backen, bis der Käse goldbraun ist (das sollte in etwa 25 Minuten dauern).
Für Fleischesser kann man auch super einfach ein Hähnchensteak angrillen und mit überbacken. Eine Beilage erübrigt sich in dieser Variante.(Entspricht dann dem Americano-Italienischem „Chicken Parmesan“

Heiß oder kalt genießen!

Familienrezept: Silvester der Stadtflüchtigen

Manchmal hilft mir alle Klugscheißerei der Welt nicht weiter und dann muss auch ich mal gestehen:

Ich habe keine Ahnung.

Warum dieses Gericht seinen Namen trägt, ist mir in den letzten Jahren immer ein Rätsel geblieben. Vor etlichen Jahren gab es das bei meiner Tante öfter als Geburtstagsessen und irgendwann habe ich angefangen es nachzukochen. Ein anderer Name dafür wäre:

Frikadellen in Steinpilz-Rotwein-Soße oder „Silvester der Stadtflüchtigen“

Wir brauchen:

Für die Frikadellen

  • 500-600g Gemischtes Gehacktes
  • 1 trockenes Brötchen
  • 1 Ei
  • 1 gehäufter TL Senf
  • Paprikapulver
  • Muskatnuss
  • Salz & Pfeffer
  • eine halbe Zwiebel, fein gehackt
  • ein kleiner Schuss Mineralwasser
  • wer das mag: gehackte Petersilie

Für die Soße

  • 25g getrocknete Steinpilze
  • 1 Zwiebel oder 4-5 Schalotten, fein gehackt
  • etwa ein Glas Rotwein, trocken
  • 1 Becher Créme Fraîche (etwa 200g)
  • Salz & Pfeffer
  • eine Prise Zucker

Außerdem

  • 1/2 Salatgurke
  • Dillspitzen, getrocknet

Eigentlich ist das Essen gar nicht so aufwändig, es dauert nur alles ein Weilchen – Timing ist alles.

Als erstes werden die Steinpilze mit einem halben Liter lauwarmen Wasser übergossen und auf Seite gestellt. Diese müssen ordentlich einweichen. Das trockene Brötchen wird in einer großen Schüssel ebenfalls mit warmem Wasser eingeweicht. (Bei beidem ist die Einweichzweit etwa eine halbe Stunde)

Danach ist es sinnvoll die Soße aufzusetzen. Hierzu werden die Zwiebeln/Schalotten in etwas Öl auf mittlerer Hitze in einem nicht zu kleinen Topf leicht goldbraun gebraten. Dann die Steinpilze ausdrücken und kurz mitbraten. Dies wird dann mit dem Rotwein abgelöscht und dem Einweichwasser der Pilze aufgegossen.

Achtung: Bei getrockneten Pilzen ist immer etwas Sand dazwischengekommen. Dieser lagert sich unten im Gefäß ab. Also entweder sehr vorsichtig das Wasser schütten, oder durch einen Teefilter kippen.

 Einen Deckel auf den Topf setzen und das Ganze gute 20 Minuten kochen lassen (halbe Hitze).

Währenddessen die Salat gurke schälen, längs in Scheiben schneiden, diese in Streifen und daraus feine Würfel schneiden. Die Gurkenwürfel in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze mit etwas Öl glasig/leicht braun braten. Klingt komisch, ist aber so 😉

Die gebratene Gurke anschließend in einer großen Auflaufform verteilen und mit etwa einem Teelöffel Dillspitzen bestreuen.

Das eingeweichte Brötchen gut ausdrücken und Hackfleisch, Ei, Zwiebel und die Gewürze dazugeben. Diesen Teig entweder mit den Händen oder den Knetaufsetzen des Mixers ordentlich kneten.

Je länger geknetet, desdo fluffiger und leckerer werden die Frikadellen – gute 5-10 Minuten sollte man dabei bleiben.

Man kann den Hackteig jetzt entweder roh probieren (auch wenn da jetzt Aufschreie bzgl. der Verträglichkeit von rohem Fleisch etc. kommen – bei frischem Fleisch ist das überhaupt kein Problem, da kleine Mengen von zu probieren) oder eine kleine Testfrikadelle braten, um den Gewürzgehalt abzuschmecken.

Anschließend den restlichen Hackteig zu Frikadellen machen, meine sind immer in etwa um die 50g schwer, so dass ich 10-12 Frikadellen aus der Menge bekomme. Da sich das Fleisch in der Hitze der Pfanne wieder zusammenzieht, die Frikadellen relativ flach machen. In einer großen Pfanne mit relativ viel Öl (damit die Hitze auch bis an die Ränder kommt) braten. Ich stelle den Herd immer erst auf 4/6 um sie außen anzubraten und dann auf 3 runter, damit sie innen durchgaren.

Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Währenddessen die Créme Fraîche, sowie Salz, Pfeffer und Zucker zur Soße geben und diese weiter 20 Minuten ohne Deckel kräftig kochen lassen. Die Soße anschließend abschmecken (Achtung, sie wird durch den Aufenhalt im Ofen und den Geschmack der Frikadellen noch etwas kräftiger)

Die fertig gebratenen Frikadellen in die Auflaufform auf die Gurken setzen, mit Soße übergießen und das ganze für gut 20 Minuten in den Ofen stellen. Die Oberfläche sollte leicht bräunen.

Hierzu passen am besten Salzkartoffeln und Gurkensalat, sowie ein leckeres Glas Rotwein.

Die Kombination  klingt zunächst ein wenig seltsam – vor allem mit der gebratenen Salatgurke – aber bisher konnte ich jeden mit diesem Essen überzeugen. Mit Abstand eines meiner absoluten Lieblingsgerichte!

Rezept-Request: Scharf-fruchtiges Curryhuhn

Heute gibt es hier den ersten Rezept-Request. Ich hoffe auf Beweisfotos vom Nachkochen 🙂

Dieses Rezept ist eines meiner Lieblingsessen seit ich klein war. Mein Vater musste es mir immer zum Geburtstag kochen und als ich älter wurde hat jeder Mann für den ich geschwärmt habe, dieses Essen serviert bekommen.

Es gibt zwei Möglichkeiten das Curryhähnchen zu machen. Als Geschnetzeltes in Soße oder als Hähnchenschenkel überbacken. Bei beiden ist die Soße jedoch die gleiche, deswegen fange ich hier damit an.

Hähnchen in Apfel-Curry-Soße

Wir brauchen:

  • 1 Gemüsezwiebel (das sind die gaaanz großen) oder 2-3 normale Speisezwiebeln
  • 2 Äpfel, bei Apfelsorten bin ich jetzt nicht unbedingt Fachfrau, aber es sollte bestenfalls mehlig und säuerlich sein
  • Hühnerbrühe oder Gemüsebrühe, entweder aus dem Glas oder als Instantbrühe. Ich koche manchmal auch eine frische Hühnersuppe als Vorsuppe und benutze von dieser Brühe dann etwas
  • Ungefähr ein Becher Sahne, evtl. braucht man etwas weniger und für alle Fälle ist es nicht schlecht einen zweiten Becher in Reserve zu haben
  • 1 Packung frische Champignons oder (wer’s mag) ein Glas Pilze
  • 1 TL Currypaste oder etwas Currypulver, hierbei nicht das ganz billige no name Zeugs verwenden, das schmeckt nach nichts (am besten sind natürlich die richtig guten Currymischungen vom Gewürzhändler, es tun aber auch Ostmann oder Fuchs)
  • Wer besonderen Wert auf die schöne gelbe Farbe des Gerichts legt kann die Soße noch mit Kurkuma würzen. Dieser hat keinen übermäßigen Eigengeschmack (bzw. selbiger ist im Currypulver eh vorhanden) und bringt eine kräftige Farbe
  • Evtl. etwas Apfelsaft
  • Salz und Pfeffer

  • Entweder für die VARIANTE A) ausgelöste Hühnerbrust („Hühnchenbrustfilet“), pro Esser gute 200g oder VARIANTE B) Hähnchenschenkel, mindestens einer pro Kopf

So geht die Soße:

Die oben genannte Zutatenmenge reicht im Prinzip als Soße für 4 Portionen. Ich mach auch für 2 die gleiche Menge und freue mich am nächsten Tag einfach noch Soße mit Reis in die Pfanne zu hauen!

Zunächst die Champignons putzen (also mit einem Küchenkrepp abrubbeln), Stiel abschneiden und in Scheiben schneiden (wer das lieber mag, darf sie auch vierteln). Eine große Pfanne aufsetzen, etwas Öl rein geben und die Champignons bei mittlerer Hitze anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen und erst mal an die Seite stellen, die brauchen wir erst später wieder.

Die Zwiebel(n) schälen und in Würfel schneiden. Diese müssen nicht ultrafein sein, da das Ganze später eh püriert wird. Je kleiner sie sind, desdo kürzer wird jedoch die Kochzeit. Zwiebelwürfel an die Seite stellen.

Die Äpfel schälen, vierteln und entkernen. Jedes Viertel jetzt so halbieren, dass zwei flache Stücke entstehen, diese längs in Streifen schneiden und daraus Würfel schneiden.

Nun einen großen Topf aufsetzen, etwas Öl hineingeben (2 EL maximal) und die Zwiebeln auf mittlerer Hitze anbraten. Sobald die Zwiebeln glasig werden (also so leicht durchsichtig und glänzend) die Apfelstückchen dazu geben und beides braten lassen, bis es leicht anfängt zu bräunen. Jetzt etwa 1 EL Currypulver dazugeben (durch das anrösten kriegt das Gewürz mehr Geschmack) und kurz mit umrühren. Mit Brühe ablöschen (oder mit Wasser und dieses dann mit der Instantbrühe würzen).

Soviel Flüssigkeit dazugeben, dass die Apfel-Zwiebel-Mischung etwas mehr als knapp bedeckt ist. Deckel draufsetzen und gute 20 Minuten köcheln lassen. Wenn’s etwas länger draufsteht, macht das auch nichts aus (Hier VARIANTE A betrachten).

Wer Reis als Beilage essen möchte sollte diesen am besten kurz vor Ende dieser 20 Minuten aufsetzen.

Jetzt den Topf von der Hitze nehmen (wichtig, sonst spritzt das gleich ganz böse) und das Gemisch gut pürieren (hier am besten den Topf auf einer Seite etwas anheben und schiefstellen, das verhindert auch dort das Spritzen). Wieder auf die Hitze stellen und die Champignons dazugeben. Jetzt etwa einen halben Becher Sahne dazugeben, kurz aufkochen lassen und mit Salz, Pfeffer und Curry abschmecken. Je nachdem wie man das Endergebnis haben möchte, kann man mit etwas Apfelsaft eine noch fruchtigere Note dazu bringen oder Schärfe mit Cayennepfeffer. Auch die Menge der Sahne richtet sich nach dem persönlichen Geschmack. Bei mir wandert in etwa ein Becher, also 200ml, hinein.
Entscheidet man sich für die Variante des Ofengerichts, würde ich einen Schuss mehr Sahne dazugeben, da diese im Ofen einen tollen Geschmack bekommt.

VARIANTE A)

Für das Geschnetzelte wird während der Köchelzeit des Apfel-Zwiebel-Gemischs das Huhn verarbeitet. Dazu die Hühnerbrüste zunächst waschen und mit Küchenkrepp trocken tupfen. Alle eventuell noch vorhandenen Sehnen wegschneiden und das Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden. Alle Würfel in eine Schüssel tun und mit Salz, Pfeffer und Curry würzen. Gut durchrühren, damit sich alles gut verteilt. Nun in einer Pfanne portionsweise scharf anbraten (also Hitze in den oberen Hitzestufen des Herdes einstellen). Portionsweise heißt, dass die Fläche der Pfanne nicht mehr als zu zweidrittel bedeckt sein sollte, da die Pfanne sonst zu schnell runter kühlt und Fleisch statt zu braten anfängt zu kochen.

Das Fleisch soll in diesem Vorgang nicht komplett durchgaren sondern nur eine leichte Bräunung bekommen.

Nachdem die Soße quasi fertig ist, werden die angebratenen Fleischstücke hinein gegeben und das Ganze noch gut 20 Minuten bei niedriger Temperatur ziehen gelassen. Zum Ende hin einfach einen der größeren Fleischwürfel raus fischen, durchschneiden und gucken ob es gar ist (sollte dann innen komplett weiß sein).

VARIANTE B)

Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen!

Bevor die Soße aufgesetzt wird werden die Hähnchenschenkel gewaschen, trocken getupft und von allen Seiten mit Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß und etwas Curry gewürzt. Diese landen jetzt auf einem Blech oder in einer großen Auflaufform (hoher Rand ist von Vorteil) und wandern in den Ofen.

Währenddessen die Soße herstellen, und die Schenkel nach 30 Minuten einmal wenden, dann noch einmal 10-15 Minuten später wenden. Noch so lange drin lassen, dass die Haut oben eine schöne Farbe hat und knusprig ist.

Die Schenkel rausnehmen und kurz auf einem Teller zwischenlagern. Das Fett aus der Form komplett wegkippen, die Schenkel wieder reinlegen und mit der Soße  übergießen. Jetzt nochmal in den Ofen stellen und die Soße bräunen lassen.

Das Gericht ist zwar kein ‚Curry‘ im klassischen Sinne,  aber trotzdem fruchtig-scharf-schweinelecker.

 

Rumfort – alles was rum liegt und fort muss

Heute gibt es von mir ein lecker deftiges Gericht zur Resteverwertung. Dafür gibt es nichts was sich besser eignet als ein Auflauf.

Kartoffel-Zwiebel-Auflauf mit Brokkoli und Champignons

Wir brauchen:

  • 4-5 große Kartoffeln (sollten zusammen etwa 600g ergeben)
  • 5 – 6 mittelgroße Zwiebeln (gleiche Menge wie Kartoffeln, also auch 600g)
  • ein Paket Kräuterfrischkäse (á 300g, ein 200g Paket würde es auch tun, je nachdem wie cremig mans am Ende möchte)
  • ein halber Brokkoli, also 250g
  • ein paar Champignons
  • Paprikapulver, edelsüß
  • Salz, Pfeffer
  • ein Schuss Milch und ein Schuss Sahne

Von den Kartoffeln zunächst Pellkartoffeln kochen (oder eben die übrig gebliebenen Kartoffeln vom Vortag nehmen). Diese anschließend pellen, in Scheiben schneiden, in eine Auflaufform geben und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Anschließend die Champignons putzen, in Scheiben schneiden und braten. Auf den Kartoffeln verteilen.

Pilze werden übrigens nie in Wasser gewaschen! Dies macht man nur, wenn sie völlig verdreckt sind. Ansonsten reicht es sie z.B. mit einem Küchenkrepp abzurubbeln oder einen speziellen Pinsel zu benutzen. Wasser versaut den Geschmack und die Konsistenz.

In einem Topf ca. einen halben Liter Wasser aufsetzen. Den Brokkoli kurz abspülen, die Röschen runterschneiden und in mundgerechte Stücke trennen. Den Strunk grob schälen und in Scheiben schneiden.

Brokkolistrunk hat mit die meisten Vitamine an dem Gemüse und ist meiner Meinung nach das leckerste an diesem Gemüse. Er hat ein leicht spargelartiges Aroma und eine tolle Konsistenz. Allerdings sollte der unterteste Teil und ein großzügiger Teil der Schale abgeschnitten werden sonst wird’s holzig.

Ofen vorheizen auf 200°C Ober-/Unterhitze!

Das derweil kochende Wasser leicht salzen, Brokkoli dazugeben und etwa 5 Minuten kochen. Er sollte auf jeden Fall noch gut bissfest sein, schließlich kommt er nochmal in den Ofen.

Zwiebeln schälen, halbieren und Halbringe runterschneiden. In einer großen Pfanne etwas Öl auf zweidrittel Hitze anstellen und die Zwiebeln darin goldbraun braten (dies dauert eine Weile bei der Menge, also nicht ungeduldig werden!).

Den Brokkoli auf den Kartoffeln verteilen, die gebratenen Zwiebelringe darüber schichten. Nun den Frischkäse mit einem Schuss Milch und einem Schuss Sahne verrühren und mit Paprika, Salz und Pfeffer abschmecken. Hier kann man natürlich kreativ sein und nach eigenem Geschmack dran rumbasteln. Wer’s scharf man kann Cayennepfeffer dazugeben oder etwas mediterraner mit Thymian und Oregano oder Rosmarin. Der Möglichkeiten gibt es viele.

Nun geht der Auflauf in den vorgeheizten Backofen und verweilt dort für etwa 30 Minuten

Das Gute ist, Rezepte wie dieses sind komplett wandelbar. Man kann quasi jedes Gemüse dazugeben oder weglassen. Die wichtigen Komponenten hierbei sind die Kartoffeln und die Zwiebeln – wobei ich mir das auch als Nudelauflauf ganz lecker vorstellen könnnte. Ganz gut würden sich da drin auf jeden Fall noch ein paar Möhren machen, diese sollten aber auch vorgegart werden.