Spargel dreierlei: Römisch, früh und siciliano

Sie ist wieder da, meine liebste Jahreszeit: Die Spargelzeit hält nun in allen Teilen Deutschlands Einzug. Noch bis zum Johannistag, dem 24. Juni, wird gestochen. In der Vergangenheit habe ich ja Stein und Bein auf die Zubereitung im Alumantel geschworen, nun möchte ich drei weitere fantastische Rezepte präsentieren.

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I. Im Römer.

Spargel aus dem Römertopf ist so unkompliziert, wie nur eben möglich. Das Gemüse wird dazu einfach nur geschält, der Topf (und Deckel!) etwa 15 Minuten gewässert. Ohne zusätzliche Flüssigkeit kommt der Spargel in den Topf, dazu ein Stich Butter, etwas Salz, eine Prise Zucker und ein Pfützchen Zitronensaft. Kurz mit den Händen durchmengen, Deckel drauf und in den kalten Ofen stellen. Diesen nun auf 180°C Ober-/Unterhitze anschalten und nach etwa 45 Minuten ist der Spargel im eigenen Saft gegart und mit herrlicher Butternote versehen. Der Vorteil: Auch größere Mengen (getestet mit einem Kilo) lassen sich auf einen Rutsch gleichmäßig zubereiten. Der Nachteil: Es dauert etwas länger als die herkömmliche Garung in kochendem Wasser. Dafür bleiben Geschmack und Inhaltsstoffe besser erhalten.

II. Zum Frühstück

Mein Lieblingswochenendfrühstück ist im Moment Omelett. Dabei kommt in der Regel immer mit rein, was ich im Kühlschrank so finde. Das ist nicht selten grüner Spargel. Göttlich und einfach: 3 – 4 Stangen grünen Spargel in mundgerechte Stücke schneiden (muss nicht geschält werden!); das holzige Ende wegschmeißen. Kurz in etwas Butter anbraten und auf einem Teller zwischenparken. Zwei Eier mit einem kleinen Schuss Milch oder Sahne und etwas Salz und Pfeffer verquirlen und in die Pfanne geben. Bei mittlerer Hitze stocken lassen. Kurz bevor das Ei gar ist, eine Scheibe Käse und das Gemüse auf eine Hälfte des Omelettes geben, die andere Hälfte darüber klappen und noch etwa 30 Sekunden garen lassen. Anrichten und sich freuen. Die Art Omelett ist wahnsinnig wandlungsfähig. Manchmal kommen bei mir Tomaten zu, statt Spargel nehme ich auch gerne Avocado (die ich nicht vorher anbrate). Auch Bacon oder Schinken passen prima.

III. Sizilianisch

Und hier ist er nun, der Star, das Highlight, das beste Spargelrezept, das mir in den letztenIMG_20160516_193453410 Jahren untergekommen ist. Und dabei ist es nicht aus den deutschen Gefilden, wobei sich ja gerade hier damit  gerühmt wird, Spargelheimat zu sein. Nein, es stammt von meiner amerikanisch-sizilianischen Schwägerin Bianca. Der Spargel wird im Ofen gegart, erhält eine leichte Bitterkeit vom Bräunen, die aber zugleich von der Süße des Honigs und der Salzigkeit des Parmesans aufgefangen wird. Fantastisch. Das Rezept habe ich bislang nur mit grünem Spargel getestet! Ich vemute, dass es mit weißem nicht ganz so gut funktionieren würde.

Die Enden der Spargelstangen abbrechen und das Gemüse in eine Auflaufform geben. Etwa einen Teelöffel Honig darüber träufeln, mit grobem Meersalz bestreuen und etwas Olivenöl darübergeben. Etwa eine handvoll frisch geriebenen Parmesan darüber streuen und alles für gute 15 Minuten bei 200°C Ober-/Unterhitze backen. Nach der Hälfte Zeit  einmal durchrühren, damit sich alles gut verteilt.

Der grüne Spargel wird so zur großartigen Beilage, schmeckt aber auch kalt (weshalb bei mir nie ein Rest für den nächsten Tag überbleibt) 😉

 

 

Sweet ’n‘ Spicy Cornbread Muffins

So. Ein zweiter Versuch. Nachdem ich just die tolle WordPress-App für Android ausprobiert und einen ganzen Beitrag mit der Spracheingabe gebloggt habe, der dann komplett leer auf der Website erschienen ist (grrrr), gehe ich jetzt doch zur konventionelleren Methode über.

Wie bereits auf meiner Facebookseite angekündigt, habe ich nun die fantastischen Cornbread Muffins aus dem Damn Delicious-Blog nachgekocht. Im Vergleich zum Originalrezept habe ich allerdings die Zuckermenge deutlich verringert und stattdessen ein wenig Mais dazugegeben. Die kleinen scharfen Küchlein gibt’s morgen als Snack oder Beilage zum Brisket, das im Smoker gegart wird.

Sweet ’n‘ Spicy Cornbread Muffins

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Das braucht ihr für 12 Muffins

  • 125g Weizenmehl
  • 125g Maismehl
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 Backpulver (bzw. das amerikanische Baking Soda)
  • 250ml Buttermilch
  • 60g Butter
  • 50g Zucker
  • 1 TL Honig
  • 2 Eier
  • 1/2 Jalapeno für den Teig und ggf. eine für die Deko
  • 50g Cheddar

Mehl, Salz und Backpulver in einer großen Schüssel vermischen. Währenddessen die Butter schmelzen und mit der Buttermilch, den Eiern, dem Zucker und dem Honig verschlagen. In die Mehlmischung eine Mulde machen und die Flüssigkeit langsam hereinlaufen lassen.    Dabei cornbread4umrühren und nach und nach etwas mehr Mehl einrühren. Das Originalrezept sieht vor, dies nur mit einem Teigschaber/Holzlöffel zu machen und ich habe mich auch daran gehalten. Mit einem Mixer könnte der Teig zu schnell überarbeitet werden, das heißt, dass das Mehl aufbricht und sich anders verhält.

Zum Schluss die Jalapeno fein hacken und zusammen mit dem Käse vorsichtig unterrühren. Wer’s machen möchte wie ich, gibt noch etwa 2 EL Mais dazu.

Den Teig in ein (ggf. leicht geöltes) Muffinblech geben, eventuell je ecornbread3inen feinen Jalapeno-Ring zur Deko darauf legen und bei 190°C Ober-/Unterhitze für 15 – 20 Minuten backen. Die Muffins sollten gold-gelb sein. Wer mag kann vor dem Servieren etwas Honig darüber träufeln – ich lasse diesen Schritt weg, da mir persönlich das zu süß werden würde.

Das war’s auch schon. Jetzt heißt es für mich abwarten bis morgen und mal gucken, cornbreadwas die anderen davon halten. Im Kühlschrank schlummert als weitere Beilage noch ein viel zu großer Berg roter Coleslaw und eine Etage tiefer wartet meine Salted Caramel Icecream auf ihren Auftritt. Das kann nur ein fantastischer Abend werden!

Potatoeparty – Schwedische Fächerkartoffeln (Hasselbacks)

Nachdem es neulich einen ausführlichen Artikel zum Thema Steaks gab, wollte ich euch heute mal eine meiner Liebingsbeilagen vorstellen.

Kartoffeln esse ich, als jemand der noch mit einem Kartoffelacker im Garten aufgewachsen ist, sowieso sehr gerne. Mitlerweile ist es leider so, dass ich es als recht schwierig empfinde Kartoffeln aufzutreiben, die auch tatsächlich nach etwas schmecken. Hier hilft natürlich am ehesten selbst ziehen oder direkt vom Bauern (z.B. auf einem Wochenmarkt kaufen). Auch für Supermarkteinkäufer gibt es gelegenltlich recht brauchbare Sorten (z.B. ‚Krone‘). 

Man unterscheidet generell in Sorten die

  • mehlig (Eintöpfe oder Kartoffelpürree)
  • vorwiegend festkochend (Salzkartoffeln, Pellkartoffeln, Bratkartoffeln,…) oder
  • festkochend (Bratkartoffeln, Gratins, Kartoffelsalat)

sind (steht idR auf einem Schild am Kartoffelnetz gekennzeichnet). 

Bei mir zuhause findet man eigentlich immer nur vorwiegend festkochende Kartoffeln, da ich diese als am wandlungsfähigsten empfinde.


Neben den üblichen Zubereitungsarten gibt es auch einige leckere und trotzdem einfache Ideen, die ein wenig Abwechslung in die Kartoffel als das oft als langweilig verpöhnte Gemüse bringen. 

Zu nennende Beispiele wären hier etwa Buoillonkartoffeln, Stuffed Potatoe Skins oder Fächerkartoffeln – und genau diese letzeren möchte ich hier gerne vorstellen.

Schwedische Fächerkartoffeln

Wir brauchen (als Beilage für 2 Personen)

  • je nach Größe 4-6 Kartoffeln
  • etwa 30g kalte Butter
  • Salz, Pfeffer und geriebene Muskatnuss
  • eine handvoll geriebener Käse (z.B. Gouda, Mozzarella oder Parmesan)
  • etwa 50ml Sahne
  • (ggf. 1-2 EL Schmand oder saure Sahne)

Die Zubereitung  ist recht einfach und lässt sich gut vorbereiten. 

Als aller erstes den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Nun in eine Auflaufform (oder auf ein Blech mit Backpapier) etwas Öl geben und verreiben (damit die Kartoffeln nicht direkt festbacken)

Die Kartoffeln nicht schälen aber gut unter fließendem Wasser abschrubben.

Nun die Kartoffeln gefächert quer einschneiden und zwar so, dass jede Scheibe etwa 2-3 mm dick ist. Wichtig: nicht DURCH-schneiden sondern einen etwa 2mm hohen Boden stehen lassen, der die Kartoffel zusammenhält. Als nächstes dünne Scheibchen von der Butter abschneiden und etwa in jeden zweiten Fächer stecken. Die Kartoffeln in die Auflaufform setzen und mit Salz und Pfeffer bestreuen. 

Die Auflaufform wandert jetzt für eine Gute Stunde in den Ofen (wenn die Kartoffeln sehr klein sind, verkürzt sich die Zeit). Nun die Garung mit einem Messer prüfen, wenn die Kartoffeln schon einigermaßen weich sind wird jetzt etwas Sahne (evt. verrührt mit dem Schmand) mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt und über die Kartoffeln gegeben und anschließend etwas Käse darüber gegeben. Dies jetzt noch einmal für etwa 20 Minuten in den Ofen stellen, bis der Käse eine schöne Farbe bekommen hat.

Wer das Ganze ohne Käse machen möchte, kann auch zu Anfang noch ein paar Butterflocken und etwas Paniermehl über die Kartoffeln geben und erreicht hierdurch einen knusprigen Effekt.

Diese Beilage passt gut zu Gegrilltem (ob man diese Kartoffeln auch in Alufolie in der Grillgut machen kann, werde ich in der nächsten Woche mal ausprobieren), Fisch oder Steaks, bzw. allem Kurzgebratenem.

Variieren könnte man auch, in dem man in die Fächer dünne Zwiebel- und/oder Speckscheiben steckt.

Guten Hunger!

Focaccia – italienisches Fladenbrot

Passend zur Grillsaison möchte ich euch heute zeigen, wie man schnell und günstig aus wenigen Zutaten ein super leckeres Fladenbrot hinbekommt. Naja schnell ist übertrieben, aber es macht nicht viel Arbeit!

Focaccia – italienisches Fladenbrot  

Das Brot was hierbei rauskommt reicht für zwei Leute als Hauptbeilage, oder für 3-4 zum Snacken.

Wir brauchen:

  • 1/2 Würfel Hefe (oder die entsprechende Menge Trockenhefe, damit kenn ich mich aber nicht aus)
  • 1/4 Liter lauwarmes Wasser
  • etwa 2 Tassen Mehl (muss man nicht so genau nehmen, es geht dann mehr um die  Konsistenz), bestenfalls Typ 550, der ’normale‘ Typ 405 tut’s aber auch
  • 1 Prise Zucker
  • ein leicht gehäufter TL Salz
  • ein guter Schuss Olivenöl (etwa so 5 EL denke ich)
  • eine große Knoblauchzehe
  • Kräuter nach belieben (z.B. frischer Thymian)
Den ersten Teil der Arbeit erledigt man einfach schon morgens oder mittags, geht auch ganz schnell. Die Hefe mit dem Wasser, dem Zucker und dem Salz verrühren und ein paar Minuten stehen lassen bis sie sich auflöst. Den Knoblauch fein hacken und eine Pfanne auf mittlerer Hitze aufsetzen. Das Olivenöl hineingeben und den Knoblauch darin langsam braten. Die einen Hauch Kräuter dazugeben und vom Herd nehmen – kurz auskühlen lassen, damit die Hefe nicht zu viel Hitze auf einmal kriegt. Das Knobi-Öl-Gemisch zur Hefe geben.

Jetzt mit einem Holzlöffel langsam Mehl einrühren. Einfach so viel Mehl dazugeben, bis der Teig leicht teigig wird, also sich ‚zieht‘ und beim Rühren vom Rand löst.

Die Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und für gut 3-4 Stunden an einen halbwegs warmen Ort stellen.

Den Ofen auf Vollgas vorheizen (Ober-/Unterhitze).

Ein Blech mit Backpapier bereistellen und die Schüssel mit dem Teig kopfüber daraufstellen. Von oben Klopfen, so dass der Teig auf das Blech fällt (ggf. nachhelfen, aber den Teig NICHT mehr kneten!!).

Falls der Teig zu hoch erscheint, etwas in die Breite ziehen. Mit den Fingerkuppen im 2cm Abstand leichte Vertiefungen reindrücken und die Oberseite mit etwas Olivenöl bestreichen. Hier noch ein bisschen frischen Thymian oder Rosmarin drüber verteilen und dann ab in den Ofen. Diesen nun auf 230°C herunterstellen. Nach 15-20 Minuten ist dieses super leckere Fladenbrot fertig!

Das Rezept in dieser Variante war neulich meine Notfallbeilage – natürlich wie immer auf einen Sonntag, da ich wieder mal vergessen hatte einzukaufen und improvisieren musste. Am Ende hat mir das Fladenbrot so gut geschmeckt, dass ich das Steak, was eigentlich die Hauptkomponente war, fast gar nicht mehr gebraucht hätte 😉