Lift me up, Tiramisù!

Für Tiramisù gibt es so viele Rezepte, wie es Köche gibt. Einig ist man sich in der Regel über die Verwendung von Mascarpone, Löffelbiskuits und Espresso. Die Mascarpone wird mit Likör verrührt – meistens wird Amaretto verwendet, die klassische italienische Küche sieht Walnusslikör vor, meine Cousine nimmt am liebsten Bailey’s und wenn nichts anderes im Haus ist, tut es auch mal Rum. Auch Marsalla oder Kalhua bieten leckere Alternativen.

Damit ein traditionelles Tiramisù wirklich als solches bezeichnet werden kann, gehören auf jeden Fall Eier in die Créme. Und keine Sahne! Lecker sind aber auch Varianten, die eigentlich nur Tiramisù genannt werden, weil sie in einer Form geschichtet sind. Zum Beispiel mit Früchten oder Eierlikör kann man hier tolle Dinge machen. Wortwörtlich übersetzt heißt Tiramisù übrigens „Zieh mich hoch“ – bei der Mischung aus Kaffee, Schnaps und Zucker auch kein Wunder.

Meinen ersten Versuch eines „richtigen“ Tiramisù habe ich gestern gewagt. Das Ergebnis war super lecker – allerdings habe ich den Trick noch nicht raus, wie man schöne Stückchen aus der Form bekommt. Daher gibt es nur ein Bild, das entstanden ist, als alles noch hübsch in der Form war 😉

Tiramisù

Tiramisu

Für 4 – 6 Dessertportionen

  • 1-2 Tassen Espresso
  • 250g Mascarpone
  • 2 Eigelb
  • 1 Eiweiß
  • 1 Schuss Amaretto (o.a., siehe oben)
  • 50g Puderzucker
  • 100g Löffelbiskuits – eventuell etwas mehr
  • ungesüßtes Kakaopulver

Den Espresso zubereiten und abkühlen lassen. Die Eigelb mit dem Puderzucker schaumig schlagen. Das Eiweiß in einer sauberen (!) Schüssel steif schlagen und an die Seite stellen. Die Mascarpone unter die Eigelb-Masse rühren und den Likör dazu geben. Vorsichtig den Eischnee unterheben.

In eine (am besten eckige) Auflaufform eine Lage Löffelbiskuits verteilen und diese mit Espresso bepinseln. Eine Schicht von der Créme darüber geben und da wieder Löffelbiskuits drauf geben. So weiter machen, bis alles aufgebraucht ist. Zum Schluss dicht mit Kakao bestäuben, abdecken und mindestens zwei Stunde kalt stellen.

Tiramisú ist kein Hexenwerk und dauert im Großen und Ganzen nicht länger als 15 Minuten in der Vorbereitung.

Blitzeis – Sommerdessert für besonders Faule

Als sich vor kurzem die Temperaturen auch in lippischen Gefilden der 30°C-Marke näherten, habe ich mal wieder ein klassisches Phänomen erlebt. Sonntag, keine Lust zur nächsten Tankstelle zu wandern und unglaubliche Lust auf Eis. Also kurzerhand mein Gefrierfach durchsucht und festgestellt, dass zwar kein Speiseeis mehr da war aber eine Tüte mit gefrorenen Beeren und mit diesem Fund kam die geniale Idee…

Blitz-Fruchteis

Wir brauchen:

  • 2 handvoll gefrorene Früchte (entweder im Mischbeutel gekauft oder einfach was schmeckt selbst eingefroren)
  • 2 Esslöffel Joghurt
  • etwa 2 TL Vanillezucker
  • evtl. eine kleine Prise Salz (Salz sorgt dafür, dass Eis länger die kühle Temperatur beibehält und gibt zusätzlich einen kleinen Geschmackskick)

Die Zubereitung dieses Eis dauert ungelogen nicht länger als eine Minute!

Alle Zutaten in eine Küchenmaschine/Moulinex/Blender geben und kräftig mixen. Eventuell zwischendurch einmal kurz den Deckel abmachen und durchrühren, so dass auch ganze Früchte die am Rand des Behälters kleben mit in die Menge geraten.

Und zaaaaaaaack – fertig. Sofort servieren bevor es schmilzt und darüber freuen, ein leckeres, gesundes Eis vor der Nase zu haben.

 

Warme Schokosouflées mit flüssigem Kern

Heute komme ich endlich mal dazu dieses fantastische Poser-Dessert zu posten. Eigentlich lässt es sich ziemlich gut vorbereiten und macht mit ein wenig Übung auch gar nicht so viel Aufwand, schindet aber unglaublichen Eindruck. Je nachdem, wie üppig das vorhergegangene Menü war, kann man in der Größe der Dessertformen variieren. Ich nehme meistens mein Muffinblech und kriege aus der Menge an Teig exakt 6 Schokosouflées.  Man kann aber auch Kaffeetassen (nicht Pötte sondern flachere Tassen) oder ähnliches verwenden.

Schokoladensouflées mit flüssigem Kern

Wir brauchen:

  • 90g Schokolade (hier kann man theoretisch die Reste von Ostern verballern. Je besser die Schokolade, desdo leckerer das Souflée. Ich nehme meistens 70% Edelbitter von Lindt)
  • 100g Butter
  • 2 ganze Eier
  • 2 Eigelb
  • 80g Zucker
  • 80g Mehl
  • wer auf Nummer sicher gehen will kann noch Pralinen, ist dann aber ein bisschen geschummelt.

Die Eier und die Eigelbe werden zumsammen mit dem Zucker in einer Schüssel aufgeschlagen. Dies am besten mit einem Handmixer und zwar solange, bis sich das Volumen deutlich vergrößert. Das ganze bekommt dann schon eine teigartige Konsistenz. Hier wird anschließend das Mehl eingestreut.

Währenddessen einen Topf mit etwas Wasser (3 cm hoch gefüllt reicht) aufsetzen, zum kochen bringen und auf kleinste Stufe runterstellen. Eine Schüssel oben auf setzen (am besten aus Metall, wie man auf dem Bild sieht habe ich nur welche aus Plastik – hierbei sollte man aufpassen, dass diese nicht zu heiß wird (also ab und an von der Hitze nehmen), damit das Plastik nicht schmilzt). Man kann auch einen zweiten Topf reinstellen. Dort die Schokolade zusammen mit der Butter unter ständigem Rühren komplett schmelzen. Aufpassen, dass das Schoko-Butter-Gemisch nicht zu heiß wird! Idealerweise sollte es etwa Körpertemperatur haben. Falls es doch etwas wärmer wird, einfach kurz warten bis es auf Körpertemperatur runterkühlt und dann vorsichtig in den Teig einrühren. (Wer zu ungeduldig ist könnte sonst Pech haben, dass das Ei im Teig durch die zu warme Schokolade stockt).

Nun die Förmchen mit Butter ausstreichen und Zuckern, damit sie nachher gut aus der Form gehen. Teig hineingeben und wenn möglich ein paar Stunden gefrieren oder kalt stellen. Es geht auch ohne, da ändert sich aber die Ofenzeit.

Wer schummeln will, kann in die Mitte vom Teig jeweils eine Praline oder ein Stück Schokolade geben, dies sollte auf jeden Fall cremig-flüssig bleiben, auch wenn man aus Versehen die Zeit aus den Augen verliert.

Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Gefrorene Souflées brauchen 15-16 Minuten, gekühlte nur etwa 13-14 und bei den ganz frischen sollten ungefähr 10 -12 reichen. Man erkennt ganz gut, dass sie fertig sind, wenn sich der Teig nach oben wölbt.

Die Souflées aus dem Ofen nehmen, vorsichtig aus den Formen klopfe und servieren. Dazu passen super Erdbeeren oder marinierte Orangenfilets. Wenn alles geklappt hat, läuft noch etwas warmer Schokoteig aus der Mitte beim Anschneiden. Bei meinem Foto oben im Rezept, hatte ich sie diesmal einen Ticken zu lang im Ofen – aber lecker war’s trotzdem.

Viel Spaß allen Naschkatzen!

 

 

Familienrezept: Rhabarber, Rhabarber…

Hach, lange hab ich schon nichts mehr von mir hören lassen. Aber ehrlich gesagt, hab ich auch privat sehr wenig gekocht in letzter Zeit. Allerdings war ich nicht faul und habe schon so einige Sachen in petto, die in nächster Zeit hier für euch bereit stehen werden…

Heute gibt es aber erstmal nur ein schnelles Dessert, das ganz wunderbar zur Jahreszeit passt, denn der Rhabarber (- kann mir nie merken, wie sich dieses Wort schreibt *kopfschüttel*-) hat Saison.

Früher hatten wir immer Rhabarber im Garten und klein Yvonne durfte den dann Ernten gehen. Als Belohnug gab es zum Nachtisch dann:

Omas Rhabarber-Vanille-Pudding

Wir brauchen (für 3 – 4 Portionen):

  • 500g Rhabarber
  • 200ml Wasser
  • 125g Zucker
  • 1 Pckt. Vanillepudding
  • (eventuell eine Tonkabohne)

Dieses Rezept geht ganz flott.

Zunächst werden die Rhabarberstangen abgezogen (Enden abschneiden und mit dem Messer die äußerste Schicht ‚Pelle‘ lösen und von der Stange ziehen) und in Stücke geschnitten. Diese in einen Topf geben. Darauf kommen 125g Zucker und 200ml Wasser. Das Ganze aufsetzen und köcheln bis der Rhabarber ganz weich/matschig ist.

Wer will kann hierbei eine Tonkabohne dazu geben. Tonkabohnen haben ein ganz toll würziges Arome. Sie sind auch als ‚mexikanische Vanille‘ bekannt. So lange kenne ich dieses Gewürz auch noch nicht, und bastel noch da dran, wo sie überall zu passt. Auf jeden fall wunderbar zu allem was mit Vanille harmoniert.

 

Das Puddingpulver jetzt in einer Tasse mit 2-3 EL kaltem Wasser anrühren und unter den kochenden Rhabarber geben. Gut umrühren und dabei noch einmal aufkochen lassen. Jetzt in Dessertgläser füllen und entweder warm oder kalt genießen. Dazu passt Vanillesoße, Schlagsahne oder Vanilleeis.

Mit diesem Schnellrezept war es das erst einmal für heute, aber in den nächsten Tagen kommen auf jeden Fall einige leckere neue Sachen!