Arrrrrrriba! Hot Tex-Mex Chili con Carne

Weiter geht’s mit der südamerikanischen Küche. Ein richtig gutes Chili essen, das klingt so viel einfacher als man denkt. Das, was ich bisher in Deutschland als Chili serviert bekommen habe, war in der Regel meistens nur Hack in Tomatensoße mit Bohnen. Leckere Gewürze, eine tolle Schärfe und das bisschen mexikanische Lebensfreude kann man dabei lange suchen. Ein gutes Chili lässt die Augenlieder flackern und ist ein bisschen wie guter Sex – heiß und eine Erinnerung wert.

Tatsächlich habe ich mein Grundrezept gar nicht aus Amerika mitgebracht, sondern bei einem Freund abgeguckt. Von ihm habe ich die tolle Idee, das Ganze mit Kaffee, Schokolade und Bier (!) zu würzen. Als Beilage gibt es bei mir in der Regel nur aufgebackene Brötchen oder Baguette. Wenn ich für Besuch koche, mache ich dazu gerne noch eine Guacamole und rühre ein bisschen Sour Cream an. Dazu ein paar Nachos und/oder Blätterteig-Käsestangen und alle sind glücklich 😉

Nun will ich euch aber gar nicht länger auf die Folter spannen, auf geht’s:

Chili con Carne

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Ihr braucht:

  • 300g Hack (250g tun es auch, wer’s fleischiger mag, nimmt 500g)
  • Etwas Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 2 Piri-piri Chilis (bzw. je nach Vorliebe)
  • 1 TL Cumin (= Kreuzkümmel)
  • 1/2 TL gemahlener Koriander
  • 1 TL Paprika rosenscharf
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • etwa 1 TL brauner Zucker
  • Salz und Pfeffer
  • 1 Dose Bohnen (Chilibohnen oder Kidney, ihr könnt auch die Dose vermeiden und getrocknete selbst im Vorfeld über Nacht einweichen)
  • 1 Dose gehackte Tomaten (400g)
  • 1 grüne Paprikaschote, ggf. mehr (ich habe noch eine rote dazu verwendet)
  • eine kleine Flasche (0,33) dunkles Bier (in meinem Fall Liebhardts dunkles Landbier, richtig lecker ist es auch mit Schwarzbier z.B. Köstritzer oder Liebhardts „Dat Schwatte“)
  • 1 Espresso
  • ca. 20g dunkle Scholoade (mindestens 50% Kakao, besser 70%)
  • Etwa 1/2 Tube Tomatenmark
  • Fischsauce (gibt’s im Asialaden)

Das Hack in einem großen Topf mit etwas Öl anbraten. Die Zwiebel währenddessen schälen und würfeln und dann dazu geben. Den Knoblauch und die Chilis fein hacken (für etwas weniger Schärfe die Chilis zuvor entkernen!) und ebenfalls mitbraten. Wenn das Hack leicht gebräunt und die Zwiebelwürfel glasig sind, die Gewürze dazugeben und anrösten. Die Bohnen in einem Sieb unter fließendem Wasser abspülen und abtropfen lassen, dann dazugeben. Mit dem Espresso ablöschen und diesen komplett einkochen lassen. Danach das Bier dazu geben und dieses kurz aufkochen lassen. Die Tomaten ebenfalls dazu geben, gut umrühren und auf kleinster Flamme mindestens 20 Minuten, bestenfalls bis zu einer Stunde köcheln lassen.

Die Paprika in kleine Würfel schneiden und zum Chili geben. Etwa 5 Minuten köcheln lassen, dann soviel Tomatenmark dazu geben, dass eine angenehme Konsistenz entsteht. Etwas Salz und Pfeffer dazu geben und die Schokolade einrühren. Kurz ziehen lassen und mit der Fischsauce abschmecken.

Das kann man nun so als Eintopf essen oder mit Sour Cream, Guacamole und Cheddar toppen. Auch frischer Koriander oder Schnittlauch machen sich gut dazu.

Back to the Roots: Königsberger Klopse wie bei Om(m)a

Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich bereits die Back to the Roots Rezeptereihe angefangen. Im letzten Artikel ging es dabei um Papas Spitzkohlrouladen.

Im heutigen Artikel geht es um ein Gericht, das bei mir ganz klar einige Kindheitserinnerungen hervorruft.

Meine Großeltern mütterlicherseits kamen aus Ostpreußen und lebten dort in den 1930ern und 40ern – mein Opa zeitweise in russischer Kriegsfangenschaft, meine Oma als Krankenschwester im Lazarett. Wie viele, die aus dieser Generation stammten, haben sich meine Großeltern eher ins Schweigen gehüllt, was diese Zeit angeht. Bei mir ist jedoch zumindest eine Geschichte angekommen.  Meine Oma hat viel gearbeitet während mein Opa in Gefangenschaft war. In ihrer Zeit im Lazarett hat sie sich jeden Cent vom Munde abgespart. So konnte sie ihm, als er endlich zurück zu ihr kam und nichts mehr hatte, ein erstes richtiges paar Schuhe kaufen.

Wenig später flüchteten die beiden nach Detmold, wo sie ein Haus bauten, ihre drei Kinder großzogen und nun auch beide beerdigt sind. 

Eine Reminiszenz an meine ostpreußischen Wurzeln ist ein auch in den lippischen Gefilden gerne gesehenes Gericht:

Königsberger Klopse

Wir brauchen:

  • 500g gemischtes Hack
  • 1 altes Brötchen
  • 1 Ei
  • 1 TL Senf
  • 1 kleine Zwiebel
  • ca. 1 TL Salz und etwas Pfeffer
  • ggf. etwas gehackte Petersilie
  • eine Prise Muskatnuss
  • (traditionell kommt etwas Sardellenpasste oder eine gehackte Sardelle in den Hackfleischteig, ich lasse dies allerdings immer weg)
  • 2 große Zwiebeln
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 L Fleischbrühe/Rinderbrühe
  • 1 EL Butter
  • 1 gehäufter EL Mehl
  • ein Schuss Milch
  • 100g Sahne
  • 1 kleines Glas Kapern
  • Zitronensaft
  • ggf. etwas Zucker

Die Zutatenliste klingt zwar lang,  so schwer ist es aber gar nicht.

Zunächst die beiden großen Zwiebeln schälen, grob achteln und in einem großen Topf mit einem Schuss Öl kurz(!) anschwitzen. Das Lorbeerblatt dazugeben. Mit der Fleischbrühe aufgießen, Deckel draufsetzen und alles gut 15 Minuten köcheln lassen.

Währenddessen die Klopse vorbereiten. Hierzu das Brötchen in lauwarmen Wasser (oder Milch) einweichen und anschließend gut ausdrücken. Die Gewürze und das Ei dazugeben. Die kleine Zwiebel fein würfeln und ebenfalls dazu geben. Alles gut verrühren und anschließend das Hack einkneten. Einige Minuten kräftig kneten, so dass die Struktur des Hackfleisches aufbricht und eine homogene Masse entsteht. Eine kleine Ecke vom Hackfleischteig probieren (Nur frisches Hack verwenden!) um den Salz- und Pfeffergehalt einschätzen zu können. Nun mit leicht angefeuchteten Händen Klopse formen (je nach gewünschter Größe, meine sind etwa 70g schwer). Achtung, im Vergleich zu Frikadellen verlieren die Klopse nicht an Größe bei der Zubereitung.

Die Klopse in die Zwiebelbrühe geben und auf kleiner Stufe (das Wasser soll kurz vor dem Siedepunkt sein, nicht wild kochen) ja nach Größe 10-15 Minuten ziehen lassen. Anschließend die Klopse herausnehmen und beiseite stellen. Die Brühe durch ein feines Sieb seihen, in einem Behälter auffangen und ebenfalls kurz zur Seite stellen. Nun in dem leeren Topf einen Esslöffel Butter bei mittlerer Hitze aufschäumen lassen und mit einem Schneebesen das Mehl einrühren (-> Mehlschwitze). Wenn das Mehl leicht abbrennt einen Schuss kalte Milch dazukippen und gut verrühren. So weiterverfahren, bis die Masse noch sehr dick ist, aber kleine Klumpen enthält. Nun statt der Milch Schluckweise die Brühe einrühren und immer wieder aufkochen lassen. Wenn annähernd die gewünschte Konsistenz erreicht ist die Sahne dazugeben. Die Kapern abgießen und anschließend dazugeben. 

Nun die Soße noch einmal aufkochen lassen und mit Salz, Pfeffer, Zucker und Zitronensaft abschmecken. Die Soße vom Herd nehmen und die Klopse bis zum servieren in der Soße ruhen lassen.

Noch ein paar Tipps zum Schluss:

  • Wer nicht gerne auf Kaper beißt, kann diese wunderbar in einem Teeeiverpackt mitziehen lassen. Bitte nicht einfach weglassen – der Geschmack ist für die Soße essentiell.
  • Um die Soße noch etwas mehr abzuheben und etwas feiner zu machen kann man die Mehlschwitze auch mit einem guten Schluss trockenem Weißwein ablöschen. Dieser gibt noch eine zusätzliche Säure. (In diesem Fall aber auf jeden Fall eine Prise Zucker dazugeben, damit der Geschmack rund bleibt)
  • ist die Soße doch etwas zu dünn geworden, kann sie klassisch auch mit einem Eigelb legiert werden. Das heißt: ein Eigelb in ein Schälchen geben und verquirlen. Ein wenig von der Soße dazugeben und zügig unterrühren (dies dient dazu das Eigelb schon ein wenig auf die Temperatur der Soße zu bringen und somit einem Rührei-Effekt vorzubeugen). Anschließend das verquirlte Eigelb und die Soße rühren.

Bei mir gibt es dazu grundsätzlich Salzkartoffeln. Vielerorts werden die Königsberger Klopse auch mit Reis gegessen.

Griechisch für Anfänger: Mousakás

Ich habe grad mal meinen Blog-Ordner durchstöbert und tatsächlich noch Fotos gefunden, die ich hier noch nicht als Rezept dokumentiert habe. Da das eine Kasseler und Grünkohl ist, und das im Mai nicht wirklich passig ist, stelle ich euch heute eines meiner absoluten Ganzjahreslieblingsessen vor:

Mousakás – aka Griechischer Auflauf

Mousakás oder Moussaka ist ein Auflauf der in jedem Fall Gehacktes enthält, mit einer Bechamelschicht und Käse endet und je nach Region Kartoffeln, Auberginen und/oder Zucchini enthält. Zu weiteren griechischen Rezepten wie Gyros und Kritharaki geht es HIER (Klick mich!)

Meine Variante ist mal wieder ein Rezept an dem ich seit Jahren so herumgedoktort habe, dass ich mich selbst nicht mehr wirklich an den Ursprung dessen erinnere. Auf jeden Fall schmeckt’s – auch ohne Gewähr, authentisch griechisch zu sein.

Wir brauchen:

  • 5 große Kartoffeln (also so um die 400g; je nachdem wie kartoffelig man es haben möchte)
  • 300g gemischtes oder Rindergehacktes
  • 1-2 Auberginen
  • etwas Mehl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Chilischote oder etwas getrocknete Chili
  • Paprikapulver edelsüß und rosenscharf
  • evtl. eine Prise Kreuzkümmel/Kumin
  • frische Petersilie, gehackt, etwa 2 EL (kein Muss, aber passt gut)
  • Zimt
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • Tomatenmark, etwa eine halbe Tube
  • einen Schuss Weißwein (am besten passt der griechische Retsina)

Für die zweite Soße:

  • 1 EL Butter
  • 1 EL Mehl
  • Milch, ca. 1/2 L
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • geriebener Käse, ca. 150g (je nachdem was man bevorzugt, z.B. Gouda oder Mozzarella. Man kann aber auch auch Schafkäse darüber krümeln)

Moussaka ist eines der Gerichte, die ich meistens über den Tag verteilt in kleinen Schritten nebenbei koche. Wer aber lieber alles in einem Rutsch erledigt, kann das natürlich auch machen.

Los geht’s damit, dass die Kartoffeln als Pellkartoffeln aufgesetzt werden. Also ungeschält im kalten Wasser mit etwas Salz auf den Herd verfrachten, nicht ganz so wild sprudelnd kochen lassen und nach 20-30 Minuten den Messsertest machen. Die fertigen Kartoffeln abkippen und etwas auskühlen lassen.

Der Messertest: 

Man steche ein Küchenmesser (also schon ein scharfes, bestenfalls ein Hümmelken (Exkurs im Exkurs: Hümmelken ist der westfälisch-regionalsprachliche Ausdruck für ein Tourniermesser; klassisch mit kurzer flacher Klinge, und mindestens in zweiter Generation weitergereicht)) mittig in eine der Kartoffeln und hebe das Messer an. Gleitet die Kartoffel recht zügig und ohne großes Geruckel vom Messer, ist sie gar. Bleibt das Messer fest stecken, braucht’s noch ein wenig Zeit.

Während die Kartoffeln vor sich hin kochen wird die Aubergine vorbereitet. Hierzu diese erstmal gut mit heißem Wasser abspülen (weg mit den Pestiziden und Grabbelhandabdrücken von anderen Einkäufern!), den Strunk knapp wegschneiden und die Frucht in ca. 3 mm dicke Scheiben schneiden.

Früher hat man Aubergine eingesalzen und das austretende Wasser weggetupft um Bitterstoffe zu entziehen. Ich bin aber mitlerweile der Überzeugung, dass diese Bitterstoffe heutzutage so oder so größtenteils weggezüchtet wurden und dieser Arbeitsschritt übersprungen werden kann. Wer das doch tun möchte: Scheiben auf einem Brett/Arbeitsfläche ausbreiten, mit Salz bestreuen, 10 Minuten warten und mit Küchenkrepp abtupfen, umdrehen und genauso verfahren.

Nun in einer großen Pfanne einen guten Schluck Öl erhitzen (man kann Olivenöl nehmen, wenn man a) das recht kräftige Aroma davon mag und man b) ein Olivenöl hat, dass auch für recht hohe Temperaturen geeignet ist. Ansonsten empfehle ich neutralere Öle wie Sonnenblumen- oder Rapsöl). Das Öl darf schon recht knackig heiß werden, aber sollte auf keinen Fall anfangen zu qualmen.

Die Auberginenscheiben beidseitig in Mehl wälzen und im Fett ausbacken. Anschließend auf Küchenkrepp abtropfen lassen (saugt das überschüssige Öl auf).

Die Kartoffeln pellen, ebenfalls in 3mm dicke Scheiben schneiden und in einer Auflaufform abwechselnd mit den Auberginen schichten. (Wer eine längliche Auflaufform hat, wird hierbei ja nur eine flache Schicht erzeugen. wer eine Runde Auflaufform hat, wird ggf. in meheren Lagen in die Höhe gehen wollen, und sollte hier dann zwischen den Lagen noch etwas Soße unterbringen)

Nun zur Soße Nummer 1.

Eine große Pfanne mit hohem Rand oder einen Topf aufsetzen, etwas Öl hineingeben und das Hackfleisch darin krümelig anbraten. Die Zwiebel fein schneiden und dazugeben, sobald diese glasig gebraten ist den Knoblauch und Chili hacken und ebenfalls mitbraten. Nun wird gewürzt mit Salz, Pfeffer, beiden Paprikapulvern, etwas Kumin und vor allem einer kleinen Prise Zimt (im ersten Moment erscheint das etwas seltsam, aber es macht das Gericht erst richtig rund und ist unverzichtbar! Am besten vorsichtig rantasten und nicht gleich esslöffelweise vorgehen ;)). 

Hier nun gute zwei Esslöffel Tomatenmark dazugeben und alles mit einem Schuss Weißwein ablöschen. Mit etwas Wasser auffüllen (so, dass das Hack gut bedeckt ist) und auf kleiner Flamme etwa 10 Minuten köcheln lassen. Die Konsistenz sollte schon relativ flüssig bleiben, aber auch nicht wässrig sein. Justiert werden kann diese mit dem Zufügen von Tomatenmark oder Wasser. Abgeschmeckt wird nun mit einer Prise Zucker, der Petersilie, Salz und Pfeffer.

Die Soße nun über die Kartoffel-Auberginenschicht legen.


Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.


Soße Nummer 2 kann man eigentlich schon prima fertig machen, während die erste vor sich hinkocht.

Hierzu setze man einen Topf auf halber Hitze auf, schmelze darin einen EL Butter, rühre mit einem Schneebesen einen EL Mehl ein und lösche dies mit einem  Schuss Milch ab, rühre die Klümpchen aus und füge wieder Milch hinzu. Dies tue man solange, bis eine sanft köchelnde angenehm-konsistente Soße entsteht. Diese würze man nun mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Nachdem die Bechamel einen Moment abgekühlt ist, rühre man ein Ei unter (Tipp: das Ei zunächst in einer kleinen Schüssel verquirlen und vorsichtig ein-zwei Löffel Soße dort unterrühren, so kann das Ei schonmal etwas Temperatur annehmen und man verhindert den Rührei-Effekt).

(Na, wem ist der Tempuswechsel aufgefallen? Das ist so der Dr.Oetker Schulkochbuchschreibtstil von 1928)

Das Ei sorgt dafür, dass die Bechamel sehr schaumig und fluffig wird.

Diese Soße nun auch über die bisherigen Schichten verteilen, den Käse darüber streuen und das Ganze für etwa 30-40 Minuten in den Ofen verfrachten. 

Et voilá – fertig ist’s!

Bei mir gibt’s Moussaka sowohl solo als Hauptgericht als auch gelegentlich als Komponente einer meiner opulenten griechischen Abende. Lohnt sich auf jeden Fall mal auszuprobieren und vor allem: nicht dem Zimt einfach weglassen, traut euch!

Back to the Roots: Lasagne alla famiglia

Manche Gerichte sind Glaubenskrieg. Jeder hat sein eigenes Rezept, in langer Familientradition geerbt oder mitgebracht als Geheimrezept einer italienischen Nonna aus dem Süden des schönen Landes…. In diese Kategorie von umstrittenen Rezepten gehören definitiv Bolognese, Carbonara und vor allem Lasagne. 

Um letztere soll es heute gehen, denn sie ist das Lieblingsgericht meines Bruders und eines der ersten Gerichte die ich jemals zu kochen gelernt habe. Wie man sich hierbei schon denken kann, gibt es bei mir nicht die komplizierte Version einer Lasagne Bolognesi mit stundenlang gekochter Soße, sondern eine leicht vereinfachte Variante, die dennoch wahnsinnig lecker ist.

Lasagna alla ricetta famigliare

Wir brauchen (für 6 Portionen)

  • eine große Flache Auflaufform, rechteckig
  • eine Packung Lasagneplatten (ich nehme immer die von Barilla, da ich mit anderen Marken teilweise wirklich Probleme bzgl. der Garung bekommen habe…)
  • ca. 200g Streukäse (Gouda, Mozzarella oder das was man gere mag. Nur bitte nicht diese Mischungen mit ‚Pizzakäse‘ kaufen. Da könnten sie auch direkt ‚Analogkäse‘ draufschreiben)
  • 500g gemischtes Gehacktes oder reines Rinderhack (letzteres ist magerer)
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Dose gehackte Tomaten á 400g
  • 2 Päckchen/Dosen passierte Tomaten á 500g
  • Tomatenmark
  • Thymian, Oregano, ggf. Kräuter der Provence
  • Salz und Pfeffer
  • eine Prise Zucker
  • evtl. ein Becher Sahne (je nachdem wie intensiv man den Tomatensoßengeschmack haben möchte. Außerdem macht Sahne die Lasagne etwas cremiger, muss aber nicht zwingend sein)
  • 1 EL Butter
  • 1 EL Mehl
  • etwa 250ml Milch
  • Salz, Pfeffer und Muskatnuss

Los geht es mit der Hackfleischsoße. Dazu nun einen großen Topf (wichtig ist v.a. eine große Bodenfläche und ein Fassungsvolumen von mind. 2 Litern) auf starker Hitze aufsetzen und einen Schuss Öl/Olivenöl hineingeben. Hier nun das Hackfleisch hineinlegen. Kurz braten lassen und dann mit einem Kochlöffel langsam zerpflücken und im Topf verteilen. Braten lassen und nicht zu wild drin herumrühren, damit der Topfboden nicht zu stark abkühlt.

Währenddessen die Zwiebel fein schneiden und anschließend zum bratenden Hack (welches zu diesem Moment schon rundum gebraten sein sollte) geben und die Zwiebeln glasig garen lassen. Nun den Knoblauch fein hacken und mitbraten. Bevor alles ansetzt und zu stark bräunt mit den gehackten und passierten Tomaten auffüllen (wer möchte kann das Bratgut auch zunächst mit einem Schuss Rotwein ablöschen, das bringt noch eine etwas andere Note dazu), etwas von allen Kräutern dazugeben, die Hitze auf etwa 1/3 runterstellen, einen Deckel auf den Topf setzen und alles für gute 20 Minuten köcheln lassen.

In der Zwischenzeit wird eine Béchamel hergestellt. Hierzu benötigen wir einen kleineren Topf, der auf etwa halber Hitze aufgesetzt wird. Die Butter wird darin geschmolzen bis sie leicht zu schäumen anfängt. Nun vorsichtig das Mehl einstreuen und mit einem Schneebesen einrühren. Das Verhältnis Butter:Mehl ist dann am Besten, wenn sich die Mischung als leicht zähe Masse vom Topfrand schieben lässt. Diese nun mit einem Schuss Milch ablöschen und kräftig rühren, so dass sich alle Klümpchen lösen. Sobald es aufkocht und anfängt nachzudicken wieder einen Schuss Milch dazugeben und weiterühren… Dies so lange wiederholen, bis die Soße im aufkochen nicht mehr zu stark nachdickt und eine angenehm dicklich-gebundene Konsistenz hat. Dann noch kurz auf kleiner Flamme köcheln lassen, damit der Mehlgeschmack auskocht. Nun mit Salz, Pfeffer und gemahlener Muskatnuss abschmecken. Wer es besonders Käsig möchte kann hier in der heißen Sonne auch schon etwas Käse mit dazu geben.


Nun die Hackfleischsoße umrühren, etwas Tomatenmark dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Wer die sahnige Variante wählt gibt jetzt ganz zum Schluss einen beliebigen Schuss hinzu, so dass diese nicht mehr mitkocht (Gerinngefahr!).

Jetzt den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Der Quasi letzte Schritt ist recht simpel. Bereitgestellt wird die Auflaufform, beide Soßen, zwei Kellen und die Lasagneplatten. Nun wird abwechselnd geschichtet. Die unterste Schicht ist eine dünne Lage der Hackfleischsoße, hier drauf kommen Lasagneplatten (Wichtig: nicht die gesamte Fläche mit Platten auslegen, sondern Platz an den Seiten lassen. Die Nudeln dehnen sich noch aus und mit zuviel Nudel wird das Ganze sonst eine sehr teigige Angelegenheit), darauf die Bechamel (die nur direkt über den Platten dünn verteilt wird) und darauf wieder die Hackfleischsoße etc. bis die Soßen aufgebraucht sind.

Die letzte Schicht sollten Hackfleischoße und zum Schluss Bechamel bilden. Die fertig geschichtete Lasagne etwa 5-10 Minuten stehen lassen, so dass die Nudelplatten schon etwas Flüssigkeit ziehen können. Nun den Käse darüber verteilen und das ganze für etwa 20-25 Minuten in den Ofen geben. Einfach darauf achten, wann der Käse die Farbe hat, die man gerne möchte. Nach dem Backen das Ganze noch einmal ein paar Minuten stehen lassen, so dass sich das Gericht ’setzen‘ kann. Also Kochprozesse abgeschlossen sind und die Konsistenz etwas zunimmt.

Mit einem großen Messer Stücke vorschneiden und servieren. 

Buon appetito!

Tagliatelle al Ragú – oder: Spaghetti Bolognese

Tja, mit der Bolognese ist das immer so eine Sache. Jeder behauptet, er koche die beste überhaupt. Und jeder kocht sie auch anders. In Italien, genauer gesagt in Bologna, ist eine Rezeptvariante nach ‚DIN-Norm‘ festgehalten, aber dennoch kocht es wohl jeder anders. Natürlich kommt es auch immer auf die Region an. In Sizilien kommt beispielsweise Geflügelleber dazu. In manchen Regionen Weißwein, in anderen Rotwein. In manchen Rezepten auch Milch. Mache sind ganz ohne Tomate, die meisten ohne Kräuter.

In einer Sache sind sich alle italienischen Rezept allerdings einig, gegessen wird die Soße auf keinen Fall zu Spaghetti. Diese sind mit ihrer runden Form völlig ungeeignet für Soßen, die Einlage haben, da diese nicht ander Nudel haften kann. Ich esse am liebsten Linguine oder Tagliatelle dazu.

Das Rezept, was ich hier vorstellen werde entspricht zwar nicht der Bologneser Norm, ist aber auf jeden Fall sehr lecker und relativ nah an einem typisch italienischen Ragú.

Tagliatelle al Ragú

Wir brauchen:

  • 500g Gehacktes (am besten reines Rinderhack, es geht aber auch mit Halb/Halb)
  • eine große Zwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • einen Bund Suppengemüse (Sellerie, Möhre sind das wichtige)
  • 1 Dose ganze Tomaten, geschält
  • Tomatenmark
  • etwa ein Glas trockener Rotwein (bestenfalls einer, der nicht ’nur zum kochen‘ genommen wird, sondern auch nach was schmeckt)
  • 1 – 2 Lorbeerblätter
  • Thymian, Oregano, was man so da hat und mag
  • Salz, Pfeffer, Zucker

Los geht’s mit ein wenig Geduldsarbeit, denn es wird erstmal geschnippelt. Zwiebel und Knoblauch fein hacken und auf die Seite stellen.

Sellerie und Möhren ebenfalls sehr, sehr fein hacken. Je kleiner die Stücke, desdo besser verbinden sie sich später mit der Soße.

 Wenn Lauch beim Suppengrün dabei war, kann dieser auch fein geschnitten und zu den Zwiebeln gegeben werden, dieser verkocht eh komplett.

 Nun etwas Öl in einem Topf erhitzen und das Hack darin anbraten. Solange braten, bis kein Wasser mehr austritt und es krümelig ist. Dann die Zwiebeln und einige Minuten später den Knoblauch und das Gemüse dazugeben und mitbraten bis alles leicht angeröstet ist. Nun mit dem Wein ablöschen, kurz aufkochen lassen und die Tomaten dazu geben. Evtl einen Schuss Wasser dazu geben, so das alles gut bedeckt ist. Die Lorbeerblätter dazu geben, mit einem Deckel verschließen und auf ganz kleiner Flamme 2-3 Stunden köcheln lassen.

Nach der Kochzeit würzen und abschmecken. Tomatenmark gibt etwas mehr Fruchtigkeit und bindet die Soße ein wenig ab. Zucker hebt den Tomatengeschmack hervor!

Bestenfalls einen mindestens 24 Monate gereiften Parmiggiano Reggiano dazu servieren.

Buon Appetito!

Wrap it like Inga!

Ein toller Blogger hat eine super Formulierung in einem seiner Comics getroffen. Ich bin ein Bettmensch – halb Bett, halb Mensch. Jeden Sonntag ist das genau meine Devise. Sonntage sind für mich allein zu dem Zweck geschaffen, den ganzen Tag zwischen Bett, Bad und Küche hin und her zu taumeln.

Oft sind solche Sonntage auch mal Katertage und diese verlangen die kontinuerlich über den Tag verteilte Nahrungsaufnahme. Da ich sonntags aber auch nicht so richtig Lust zum kochen habe, und das am vergangenen Sonntag genau der Fall war, zeige ich euch heute ein super Rezept, das schnell geht, super vorzubereiten ist und auch das letzte bisschen Kater vertreibt.

Wraps á la Inga

Mit Inga kochen macht einfach Spaß. Inga kocht nämlich gerne und gut. Und außerdem probiert sie alles und wir finden immer einen tollen geschmacklichen Konsens. Als ich das erste Mal mit Inga kochen wollte, hat sie mir diese Wraps vorgeschlagen und seitdem kommen diese auch des Öfteren mal auf den Tisch.

Wir brauchen:

  • 300g gemischtes Gehacktes (in der vegetarischen Version einfach weglassen oder durch mehr Gemüse ersetzen)
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Peperoni oder Chili
  • 1 rote Paprika
  • 1 mittelgroße Zucchini
  • 6 Tomaten
  • 1 – 2 reife Avocados (ich nehme immer die schwaren Hassavocados. Wichtig: sie sollte sehr sehr reif sein, also sich schon ziemlich weich anfühlen)
  • ½ Zitrone
  • 1 Becher Créme Fraîche
  • 6 Tortilla Wraps
  • 200g Schafkäse/Feta
  • etwas Blattsalat
  • Salz und Pfeffer
  • Cayenne Pfeffer
  • Paprika edelsüß

Die Menge reicht etwa für 6 Wraps aus, wir schaffen meistens jeder 2, manchmal auch nur einen. Die Füllung und die Crémes lassen sich aber auch super über Nacht im Kühlschrank aufbewaren und können als Mitternachtssnack oder am nächsten Tag noch verspeist werden.

Ich mache immer zwei Füllungen, sprich separiere das Gemüse und das Hack. Dadurch kann jeder beim Füllen selbst über das Verhältnis entscheiden.

Zunächst wird fleißig geschnippelt. Dazu Tomaten halbieren und entkernen, in Streifen und Würfel schneiden (entkernt wird, damit das Ganze nicht zu flüssig wird in der Pfanne). Zucchini und Paprika waschen und ebenfalls in Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und fein würfeln (ginge auch in Streifen, wenn man den Zwiebelbiss mag).

Die Chili längs halbieren und entkernen, anschließend sehr fein hacken.

Die Avocado halbieren, den Kern rausnehmen (dazu mit einem großen Messer in den Kern hacken und das Messer als Hebel benutzen). Mit einem Löffel die Avocado aus der Schale kratzen und in eine Schüssel geben. Den Saft einer halben Zitrone dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit einer Gabel alles fein zerdrücken und vermengen. Wer mag kann hier Chili oder/und Zwiebeln dazu geben um sich einer klassisch-mexikanischen Guacamole zu nähern – wir bleiben hier aber etwas puristischer im Geschmack.

Die Creme Fraîche in einer Schüssel mit Salz, Pfeffer und Cayenne Pfeffer abschmecken.

In einer großen Pfanne Öl erhitzen, das Hackfleisch dazu geben. Wenn dieses krümelig gebraten ist, die Zwiebel und die Hälfte der Chili dazugeben. Weiter braten bis alles gar und leicht gebräunt ist, mit Salz, Pfeffer und Paprika edelsüß würzen. Hier könnte man noch prima glatte Petersilie oder Koriander untermengen.

Währenddessen in einer zweiten Pfanne Öl erhitzen und hier die Zucchini- und Paprikawürfel scharf anbraten. Je nach persönlicher Vorliebe mehr oder weniger lange braten lassen und kurz vor Schluss die Tomaten und Chili dazugeben. Gut durchrühren und würzen. (Man könnte die Tomaten, wie in meinem Bild, natürlich genauso gut unter das Hack geben)

Den Schafkäse in Würfel schneiden, den Eisbergsalat waschen und mundgerecht schneiden.

Jetzt stehen alle Füllungen parat. Nun

werden die Wraps aufgewärmt. Das geht im Ofen bei etwa 180°c Ober-/Unterhitze in maximal 5 Minuten, oder in der Mikrowelle für ungefähr eine Minute. Hier etwas aufpassen, wenn sie zulange drin liegen werden sie hart.

Anschließend den Wrap mit Guacamole bestreichen, die Gemüse- und Hackfüllung auf einer Hälfte verteilen, etwas Schafkäse darüber legen und Creme Fraîche drübertröpfeln. Wer das Ganze knackig haben  möchte, verteilt nun hier noch etwas Eisberg. Den Wrap jetzt aufrollen und irgendwie versuchen ihn zu essen ohne auf dem Weg zum Mund die gesamte Füllung einzubüßen.

Das klingt alles weitaus komplizierter als es ist. Die einzige Arbeit ist das Schnippeln, aber das kann man sich ja auch gemütlich über den Tag verteilen. Wunderbar geeignet ist dieses Rezept auch für kleinere Parties oder Spieleabende, da alles vorbereitet und zum Buffet aufgebaut werden kann, so dass ich jeder seinen Wrap selbst zusammenbaut.

Guten Hunger!