Spargel dreierlei: Römisch, früh und siciliano

Sie ist wieder da, meine liebste Jahreszeit: Die Spargelzeit hält nun in allen Teilen Deutschlands Einzug. Noch bis zum Johannistag, dem 24. Juni, wird gestochen. In der Vergangenheit habe ich ja Stein und Bein auf die Zubereitung im Alumantel geschworen, nun möchte ich drei weitere fantastische Rezepte präsentieren.

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I. Im Römer.

Spargel aus dem Römertopf ist so unkompliziert, wie nur eben möglich. Das Gemüse wird dazu einfach nur geschält, der Topf (und Deckel!) etwa 15 Minuten gewässert. Ohne zusätzliche Flüssigkeit kommt der Spargel in den Topf, dazu ein Stich Butter, etwas Salz, eine Prise Zucker und ein Pfützchen Zitronensaft. Kurz mit den Händen durchmengen, Deckel drauf und in den kalten Ofen stellen. Diesen nun auf 180°C Ober-/Unterhitze anschalten und nach etwa 45 Minuten ist der Spargel im eigenen Saft gegart und mit herrlicher Butternote versehen. Der Vorteil: Auch größere Mengen (getestet mit einem Kilo) lassen sich auf einen Rutsch gleichmäßig zubereiten. Der Nachteil: Es dauert etwas länger als die herkömmliche Garung in kochendem Wasser. Dafür bleiben Geschmack und Inhaltsstoffe besser erhalten.

II. Zum Frühstück

Mein Lieblingswochenendfrühstück ist im Moment Omelett. Dabei kommt in der Regel immer mit rein, was ich im Kühlschrank so finde. Das ist nicht selten grüner Spargel. Göttlich und einfach: 3 – 4 Stangen grünen Spargel in mundgerechte Stücke schneiden (muss nicht geschält werden!); das holzige Ende wegschmeißen. Kurz in etwas Butter anbraten und auf einem Teller zwischenparken. Zwei Eier mit einem kleinen Schuss Milch oder Sahne und etwas Salz und Pfeffer verquirlen und in die Pfanne geben. Bei mittlerer Hitze stocken lassen. Kurz bevor das Ei gar ist, eine Scheibe Käse und das Gemüse auf eine Hälfte des Omelettes geben, die andere Hälfte darüber klappen und noch etwa 30 Sekunden garen lassen. Anrichten und sich freuen. Die Art Omelett ist wahnsinnig wandlungsfähig. Manchmal kommen bei mir Tomaten zu, statt Spargel nehme ich auch gerne Avocado (die ich nicht vorher anbrate). Auch Bacon oder Schinken passen prima.

III. Sizilianisch

Und hier ist er nun, der Star, das Highlight, das beste Spargelrezept, das mir in den letztenIMG_20160516_193453410 Jahren untergekommen ist. Und dabei ist es nicht aus den deutschen Gefilden, wobei sich ja gerade hier damit  gerühmt wird, Spargelheimat zu sein. Nein, es stammt von meiner amerikanisch-sizilianischen Schwägerin Bianca. Der Spargel wird im Ofen gegart, erhält eine leichte Bitterkeit vom Bräunen, die aber zugleich von der Süße des Honigs und der Salzigkeit des Parmesans aufgefangen wird. Fantastisch. Das Rezept habe ich bislang nur mit grünem Spargel getestet! Ich vemute, dass es mit weißem nicht ganz so gut funktionieren würde.

Die Enden der Spargelstangen abbrechen und das Gemüse in eine Auflaufform geben. Etwa einen Teelöffel Honig darüber träufeln, mit grobem Meersalz bestreuen und etwas Olivenöl darübergeben. Etwa eine handvoll frisch geriebenen Parmesan darüber streuen und alles für gute 15 Minuten bei 200°C Ober-/Unterhitze backen. Nach der Hälfte Zeit  einmal durchrühren, damit sich alles gut verteilt.

Der grüne Spargel wird so zur großartigen Beilage, schmeckt aber auch kalt (weshalb bei mir nie ein Rest für den nächsten Tag überbleibt) 😉

 

 

Damn, that’s delish! Hähnchen in Zitronenbutter

Dieser herbstliche Freitagabend konnte mich einfach nicht vom Sofa weglocken. Draußen windet’s und tröpfelt’s ein wenig vor sich hin und so klang das Gläschen (oder so) Wein und ein Ausflug ins Serienland vielversprechend. Die Koch-Kreativität wollte auch nicht so wirklich sprießen, also habe ich das getan, was ich eigentlich nie tue: ich habe nach Rezept gekocht. Und zwar eines, das ich schon vor einiger Zeit in meinem aktuellen Lieblingsblog, DamnDelicious, gesehen habe: Lemon Butter Chicken. Da amerikanische Rezepte immer etwas schwierig sind, was die Mengenangaben angeht, halte ich hier meine Interpretation für euch fest.

Am Rande: Nebenbei sehe ich gerade auf VOX, dass Yvonne Catterfeld mit Roger Cicero eine neue Interpretation von „Something Stupid“ rausbringt. Braucht das die Welt?!

Hähnchenkeulen in Zitronenbutter

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Das braucht ihr:

  • Hähnchenschenkel (die Soße reicht für etwa vier ganze, ich habe nur zwei verwendet; das Original sieht acht vor – allerdings ohne Unterschenkel)
  • Salz und Pfeffer
  • etwas geräuchertes Paprikapulver (alternativ edelsüß)
  • 3 EL Butter
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 125ml Hühner- oder Gemüsebrühe
  • Saft einer Zitrone
  • 1 TL getrockneter Thymian
  • Zwei handvoll frischer Babyspinat, grob gehackt
  • 150ml Sahne
  • 50g geriebener Parmesan

Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen!

DSC_9029Die Hähnchenschenkel abspülen, abtupfen und mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver würzen. In einer nicht zu kleinen, am besten ofenfesten, Pfanne einen Esslöffel Butter schmelzen und die Schenkel auf der Hautseite kräftig anbraten, wenden und auch die Unterseite kurz anbraten. Währenddessen den Knoblauch hacken. Die Schenkel auf einen Teller legen und beiseite stellen, das übrige Fett wegschütten (die Pfanne nicht ausspülen).

Den Rest der Butter in der Pfanne schmelzen und den Knoblauch darin DSC_9030braten. Mit der Brühe ablöschen. Zitronensaft, Sahne, Thymian, Parmesan und Spinat dazugeben. Etwas pfeffern und die Soße etwa 5 Minuten kräftig köcheln lassen, zwischendurch umrühren, damit der Parmesan nicht ansetzt. Die Hähnchenschenkel in die Soße legen und die Pfanne in den Ofen stellen. Bei 200 Grad etwa 30 Minuten backen, bis das Huhn gar ist.

Und schon sind sie fertig, die leckeren Zitronenbutter-Keulen. Zum Tunken der Soße passt einfach Brot. Auch Reis, Couscous oder Ofenkartoffeln  sollten prima harmonieren. Ich habe mich entschlossen, Pasta dazu zu essen. Die Zitronensoße hat einen leckeren italienischen Touch, der für mich danach geschrien hat.

Alternativ kann ich mir gut vorstellen, den Zitronensaft mit O-Saft und den Spinat mit Rucola zu ersetzen. Wird dann etwas süßer, solle aber auch sehr lecker sein. Etwas ähnliches habe ich schon öfter als Geschnetzeltes gekocht.

Lift me up, Tiramisù!

Für Tiramisù gibt es so viele Rezepte, wie es Köche gibt. Einig ist man sich in der Regel über die Verwendung von Mascarpone, Löffelbiskuits und Espresso. Die Mascarpone wird mit Likör verrührt – meistens wird Amaretto verwendet, die klassische italienische Küche sieht Walnusslikör vor, meine Cousine nimmt am liebsten Bailey’s und wenn nichts anderes im Haus ist, tut es auch mal Rum. Auch Marsalla oder Kalhua bieten leckere Alternativen.

Damit ein traditionelles Tiramisù wirklich als solches bezeichnet werden kann, gehören auf jeden Fall Eier in die Créme. Und keine Sahne! Lecker sind aber auch Varianten, die eigentlich nur Tiramisù genannt werden, weil sie in einer Form geschichtet sind. Zum Beispiel mit Früchten oder Eierlikör kann man hier tolle Dinge machen. Wortwörtlich übersetzt heißt Tiramisù übrigens „Zieh mich hoch“ – bei der Mischung aus Kaffee, Schnaps und Zucker auch kein Wunder.

Meinen ersten Versuch eines „richtigen“ Tiramisù habe ich gestern gewagt. Das Ergebnis war super lecker – allerdings habe ich den Trick noch nicht raus, wie man schöne Stückchen aus der Form bekommt. Daher gibt es nur ein Bild, das entstanden ist, als alles noch hübsch in der Form war 😉

Tiramisù

Tiramisu

Für 4 – 6 Dessertportionen

  • 1-2 Tassen Espresso
  • 250g Mascarpone
  • 2 Eigelb
  • 1 Eiweiß
  • 1 Schuss Amaretto (o.a., siehe oben)
  • 50g Puderzucker
  • 100g Löffelbiskuits – eventuell etwas mehr
  • ungesüßtes Kakaopulver

Den Espresso zubereiten und abkühlen lassen. Die Eigelb mit dem Puderzucker schaumig schlagen. Das Eiweiß in einer sauberen (!) Schüssel steif schlagen und an die Seite stellen. Die Mascarpone unter die Eigelb-Masse rühren und den Likör dazu geben. Vorsichtig den Eischnee unterheben.

In eine (am besten eckige) Auflaufform eine Lage Löffelbiskuits verteilen und diese mit Espresso bepinseln. Eine Schicht von der Créme darüber geben und da wieder Löffelbiskuits drauf geben. So weiter machen, bis alles aufgebraucht ist. Zum Schluss dicht mit Kakao bestäuben, abdecken und mindestens zwei Stunde kalt stellen.

Tiramisú ist kein Hexenwerk und dauert im Großen und Ganzen nicht länger als 15 Minuten in der Vorbereitung.

Panem et circenses: Pokerabend mit Ravioli

Ein Samstagabend mit Freunden in der Wohnung, die sich in der Küche tummeln und Geschichten teilen – was gibt es Schöneres. Genau das hatte ich gestern.

Alles fing an mit ein wenig Größenwahn. Der ursprüngliche Plan bestand eigentlich nur aus Panem et circenses – genauer gesagt Kochen und Poker. Die Kochlaune und Motivation, mal wieder etwas handwerklicher zu arbeiten, hat uns dabei zu ziemlich übertriebenen kulinarischen Genüssen gebracht. Schell stand fest, es sollten Maultaschen werden. Wenn schon denn schon – der Teig muss selbst gemacht werden und die Hackfleischfüllung natürlich auch. Die Investition in einen Fleischwolf soll sich ja auch bezahlt machen. Da ich kein großer Freund der Süddeutschen Küche bin, habe ich das Ganze in Richtung Italien geschubst und Ravioli daraus gemacht.

Selbstgemachte Ravioli mit Rindfleischfüllung, Marinara-Soße und Antipasti

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Für 4 Personen

Ravioli

Soße

  • 2 Dosen stückige Tomaten á 400g
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • einen Schuss Rotwein
  • Salz, Pfeffer und etwas Zucker
  • Thymian und frischen Basilikum

Antipasti

  • 1 Zucchini
  • 1 Aubergine
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz, Pfeffer
  • Thymian, Oregano
  • Olivenöl
Ravioli

Ravioli frei Hand geschnitten

Als allererstes muss der Nudelteig vorbereitet werden, denn dieser sollte mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank liegen!

Während der Nudelteig ruht, die Soße aufsetzen. Dazu die Zwiebel fein würfeln und die Knoblauchzehe fein hacken. In einem relativ breiten Topf etwas Olivenöl erhitzen und die Zwiebel darin glasig braten. Dann den Knoblauch dazu geben und auf mittlerer Hitze weiterbrutzeln, bis das Gemisch ganz leicht zu bräunen anfängt. Eine Prise Zucker dazu geben, unterrühren und kurz karamellisieren lassen. Mit einem Schuss Rotwein ablöschen und runterkochen lassen. Dann beide Dosen Tomaten und einen kleinen Schuss Wasser dazu geben. Würzen und anschließend mit geschlossenem Deckel gut eine Stunde köcheln lassen.

Die Antipasti lassen sich schnell vorbereiten. Einfach die Aubergine und Zucchini in dünne Scheiben schneiden und in einer Grillpfanne bei hoher Temperatur mit etwas Olivenöl anbraten. Anschließend in einen Gefrierbeutel geben. Die Knoblauchzehe mit der flachen Seite des Messers kräftig anschlagen, so dass sie auseinanderbricht. Ebenfalls kurz anbraten und mit zum Gemüse geben. Mit etwas Olivenöl auffüllen, würzen und den Beutel gut verschließen. Kurz etwas durchkneten, damit sich die Gewürze gut verteilen. Das Ganze mariniert jetzt einfach, bis der Rest fertig ist und wird lauwarm dazu serviert. Schmeckt übrigens auch am nächsten Tag kalt richtig gut und kann so auch in Gläser abgefüllt und aufbewahrt werden (vorausgesetzt, dass es komplett mit Öl bedeckt ist!).

Für die Füllung das Hackfleisch (wir haben es frisch selbst durch den Wolf gelassen) gut verkneten, würzen und Ricotta unterrühren.

Ravioli-Produktion

Erster Test mit eckigen Ravioli

Den Nudelteig in vier Teile teilen und mit der Nudelmaschine ausrollen. Das Teilen hat übrigens nur praktische Gründe. Die Nudelbahnen werden ewig lang, wenn man zu viel Teig auf einmal nimmt und können reißen oder verkleben.
Wir haben als Endstufe 6/9 gewählt. Dabei ist der Teig relativ dick – da die Füllung aber recht schwer ist, passt das ganz gut und sorgt dafür, dass die Pasta nicht so schnell reißt.

Wer halbmondförmige Ravioli möchte, sticht nun Kreise aus (für runde oder eckige und Tipps zur Pastaverarbeitung siehe HIER), packt etwa einen Teelöffel von der Fleischfüllung in die Mitte und pinselt etwas verquierltes Ei auf den Teig. Das Ei agiert hierbei als Kleber, um unsere Ravioli zu schließen. Die Nudel zusammenfalten und vorsichtig so zudrücken, dass sich der Teig dicht um die Füllung schließt und keine Luftblasen darin sind. Dicht zusammendrücken und den Rand mit einer Gabel andrücken, so dass ein Muster darauf entsteht. Neben dem ästhetischen Aspekt sorgt das Gabeldrücken dafür, dass der Teig an den Stellen ineinander greift und sich komplett verschließt. Die fertigen Ravioli mit Mehl bestäuben und am besten auf großen Blecken zwischenlagern. Liegen die Ravioli übereinander, kann dies dazu führen, dass sie aneinander kleben bleiben und beim Lösen reißen.

Einen großen Topf gesalzenes (nicht zu sparsam sein!) Wasser aufsetzen. Die Soße derweil fertig kochen. Bestenfalls haben sich die Tomaten so eingekocht, dass die Konsistenz genau wie gewünscht ist. Wenn nicht: mit Tomatenmark andicken oder mit Wasser strecken. Abschmecken und an die Seite stellen. Die Ravioli portionsweise ins kochende Wasser geben und gute acht Minuten kochen. Die relativ lange Kochzeit ergibt sich durch den dickeren Teig. Wer den Teig dünner ausrollt, sollte die Zeit entsprechend verkürzen! Auf jeden Fall zwischendurch einen Raviolo probieren. Wenn sie fertig sind, mit einer Schaumkelle herausfischen, in eine Schüssel geben und etwas Butter dazu tun. Warmhalten, bis der Rest fertig ist.

Bei diesem Gericht dient die Soße eher als Dip. Der Star sollen die Ravioli sein! Serviert haben wir in Schüsseln auf dem Tisch mit frisch geriebenem Parmesan.

DSC_8505Vorwarnung am Rande: In der Menge und mit all den Arbeitsschritten (also inklusive dem Durchlassen des Hackfleisches) haben wir zu zweit fast drei Stunden gebraucht. Dies ist kein Essen, dass man nebenbei unter der Woche kocht. Aber es lohnt sich!

Als Nachtisch habe ich übrigens am Nachmittag ein Tiramisu vorbereitet – Rezept folgt!

Back to the Roots: Lasagne alla famiglia

Manche Gerichte sind Glaubenskrieg. Jeder hat sein eigenes Rezept, in langer Familientradition geerbt oder mitgebracht als Geheimrezept einer italienischen Nonna aus dem Süden des schönen Landes…. In diese Kategorie von umstrittenen Rezepten gehören definitiv Bolognese, Carbonara und vor allem Lasagne. 

Um letztere soll es heute gehen, denn sie ist das Lieblingsgericht meines Bruders und eines der ersten Gerichte die ich jemals zu kochen gelernt habe. Wie man sich hierbei schon denken kann, gibt es bei mir nicht die komplizierte Version einer Lasagne Bolognesi mit stundenlang gekochter Soße, sondern eine leicht vereinfachte Variante, die dennoch wahnsinnig lecker ist.

Lasagna alla ricetta famigliare

Wir brauchen (für 6 Portionen)

  • eine große Flache Auflaufform, rechteckig
  • eine Packung Lasagneplatten (ich nehme immer die von Barilla, da ich mit anderen Marken teilweise wirklich Probleme bzgl. der Garung bekommen habe…)
  • ca. 200g Streukäse (Gouda, Mozzarella oder das was man gere mag. Nur bitte nicht diese Mischungen mit ‚Pizzakäse‘ kaufen. Da könnten sie auch direkt ‚Analogkäse‘ draufschreiben)
  • 500g gemischtes Gehacktes oder reines Rinderhack (letzteres ist magerer)
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Dose gehackte Tomaten á 400g
  • 2 Päckchen/Dosen passierte Tomaten á 500g
  • Tomatenmark
  • Thymian, Oregano, ggf. Kräuter der Provence
  • Salz und Pfeffer
  • eine Prise Zucker
  • evtl. ein Becher Sahne (je nachdem wie intensiv man den Tomatensoßengeschmack haben möchte. Außerdem macht Sahne die Lasagne etwas cremiger, muss aber nicht zwingend sein)
  • 1 EL Butter
  • 1 EL Mehl
  • etwa 250ml Milch
  • Salz, Pfeffer und Muskatnuss

Los geht es mit der Hackfleischsoße. Dazu nun einen großen Topf (wichtig ist v.a. eine große Bodenfläche und ein Fassungsvolumen von mind. 2 Litern) auf starker Hitze aufsetzen und einen Schuss Öl/Olivenöl hineingeben. Hier nun das Hackfleisch hineinlegen. Kurz braten lassen und dann mit einem Kochlöffel langsam zerpflücken und im Topf verteilen. Braten lassen und nicht zu wild drin herumrühren, damit der Topfboden nicht zu stark abkühlt.

Währenddessen die Zwiebel fein schneiden und anschließend zum bratenden Hack (welches zu diesem Moment schon rundum gebraten sein sollte) geben und die Zwiebeln glasig garen lassen. Nun den Knoblauch fein hacken und mitbraten. Bevor alles ansetzt und zu stark bräunt mit den gehackten und passierten Tomaten auffüllen (wer möchte kann das Bratgut auch zunächst mit einem Schuss Rotwein ablöschen, das bringt noch eine etwas andere Note dazu), etwas von allen Kräutern dazugeben, die Hitze auf etwa 1/3 runterstellen, einen Deckel auf den Topf setzen und alles für gute 20 Minuten köcheln lassen.

In der Zwischenzeit wird eine Béchamel hergestellt. Hierzu benötigen wir einen kleineren Topf, der auf etwa halber Hitze aufgesetzt wird. Die Butter wird darin geschmolzen bis sie leicht zu schäumen anfängt. Nun vorsichtig das Mehl einstreuen und mit einem Schneebesen einrühren. Das Verhältnis Butter:Mehl ist dann am Besten, wenn sich die Mischung als leicht zähe Masse vom Topfrand schieben lässt. Diese nun mit einem Schuss Milch ablöschen und kräftig rühren, so dass sich alle Klümpchen lösen. Sobald es aufkocht und anfängt nachzudicken wieder einen Schuss Milch dazugeben und weiterühren… Dies so lange wiederholen, bis die Soße im aufkochen nicht mehr zu stark nachdickt und eine angenehm dicklich-gebundene Konsistenz hat. Dann noch kurz auf kleiner Flamme köcheln lassen, damit der Mehlgeschmack auskocht. Nun mit Salz, Pfeffer und gemahlener Muskatnuss abschmecken. Wer es besonders Käsig möchte kann hier in der heißen Sonne auch schon etwas Käse mit dazu geben.


Nun die Hackfleischsoße umrühren, etwas Tomatenmark dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Wer die sahnige Variante wählt gibt jetzt ganz zum Schluss einen beliebigen Schuss hinzu, so dass diese nicht mehr mitkocht (Gerinngefahr!).

Jetzt den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Der Quasi letzte Schritt ist recht simpel. Bereitgestellt wird die Auflaufform, beide Soßen, zwei Kellen und die Lasagneplatten. Nun wird abwechselnd geschichtet. Die unterste Schicht ist eine dünne Lage der Hackfleischsoße, hier drauf kommen Lasagneplatten (Wichtig: nicht die gesamte Fläche mit Platten auslegen, sondern Platz an den Seiten lassen. Die Nudeln dehnen sich noch aus und mit zuviel Nudel wird das Ganze sonst eine sehr teigige Angelegenheit), darauf die Bechamel (die nur direkt über den Platten dünn verteilt wird) und darauf wieder die Hackfleischsoße etc. bis die Soßen aufgebraucht sind.

Die letzte Schicht sollten Hackfleischoße und zum Schluss Bechamel bilden. Die fertig geschichtete Lasagne etwa 5-10 Minuten stehen lassen, so dass die Nudelplatten schon etwas Flüssigkeit ziehen können. Nun den Käse darüber verteilen und das ganze für etwa 20-25 Minuten in den Ofen geben. Einfach darauf achten, wann der Käse die Farbe hat, die man gerne möchte. Nach dem Backen das Ganze noch einmal ein paar Minuten stehen lassen, so dass sich das Gericht ’setzen‘ kann. Also Kochprozesse abgeschlossen sind und die Konsistenz etwas zunimmt.

Mit einem großen Messer Stücke vorschneiden und servieren. 

Buon appetito!

Focaccia – italienisches Fladenbrot

Passend zur Grillsaison möchte ich euch heute zeigen, wie man schnell und günstig aus wenigen Zutaten ein super leckeres Fladenbrot hinbekommt. Naja schnell ist übertrieben, aber es macht nicht viel Arbeit!

Focaccia – italienisches Fladenbrot  

Das Brot was hierbei rauskommt reicht für zwei Leute als Hauptbeilage, oder für 3-4 zum Snacken.

Wir brauchen:

  • 1/2 Würfel Hefe (oder die entsprechende Menge Trockenhefe, damit kenn ich mich aber nicht aus)
  • 1/4 Liter lauwarmes Wasser
  • etwa 2 Tassen Mehl (muss man nicht so genau nehmen, es geht dann mehr um die  Konsistenz), bestenfalls Typ 550, der ’normale‘ Typ 405 tut’s aber auch
  • 1 Prise Zucker
  • ein leicht gehäufter TL Salz
  • ein guter Schuss Olivenöl (etwa so 5 EL denke ich)
  • eine große Knoblauchzehe
  • Kräuter nach belieben (z.B. frischer Thymian)
Den ersten Teil der Arbeit erledigt man einfach schon morgens oder mittags, geht auch ganz schnell. Die Hefe mit dem Wasser, dem Zucker und dem Salz verrühren und ein paar Minuten stehen lassen bis sie sich auflöst. Den Knoblauch fein hacken und eine Pfanne auf mittlerer Hitze aufsetzen. Das Olivenöl hineingeben und den Knoblauch darin langsam braten. Die einen Hauch Kräuter dazugeben und vom Herd nehmen – kurz auskühlen lassen, damit die Hefe nicht zu viel Hitze auf einmal kriegt. Das Knobi-Öl-Gemisch zur Hefe geben.

Jetzt mit einem Holzlöffel langsam Mehl einrühren. Einfach so viel Mehl dazugeben, bis der Teig leicht teigig wird, also sich ‚zieht‘ und beim Rühren vom Rand löst.

Die Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und für gut 3-4 Stunden an einen halbwegs warmen Ort stellen.

Den Ofen auf Vollgas vorheizen (Ober-/Unterhitze).

Ein Blech mit Backpapier bereistellen und die Schüssel mit dem Teig kopfüber daraufstellen. Von oben Klopfen, so dass der Teig auf das Blech fällt (ggf. nachhelfen, aber den Teig NICHT mehr kneten!!).

Falls der Teig zu hoch erscheint, etwas in die Breite ziehen. Mit den Fingerkuppen im 2cm Abstand leichte Vertiefungen reindrücken und die Oberseite mit etwas Olivenöl bestreichen. Hier noch ein bisschen frischen Thymian oder Rosmarin drüber verteilen und dann ab in den Ofen. Diesen nun auf 230°C herunterstellen. Nach 15-20 Minuten ist dieses super leckere Fladenbrot fertig!

Das Rezept in dieser Variante war neulich meine Notfallbeilage – natürlich wie immer auf einen Sonntag, da ich wieder mal vergessen hatte einzukaufen und improvisieren musste. Am Ende hat mir das Fladenbrot so gut geschmeckt, dass ich das Steak, was eigentlich die Hauptkomponente war, fast gar nicht mehr gebraucht hätte 😉

Linguine aglio, olio e peperoncino

Auf Nachfrage gibt es jetzt in einer schnellen Fassung ein leckeres sommerliches italienisches Pastagericht, was in 25 Minuten fertig auf dem Tisch steht.

Klassisch  ist aglio, olio e peperoncino wie der Name es schon sagt eine Paste, die ohne großes Soßentheater funktioniert und nur mit Knoblauch, Olivenöl und Chili gewürzt wird. In meiner Version hab ich einfach noch verarbeitet, worauf wir hunger hatten. So spielen hier noch Tomaten, Pilze und Rucola eine Rolle. Passt aber alles wirklich gut zusammen

Leider ist das Foto diesmal nur ein schneller Iphone-Snapshot aus der Pfanne geworden. Das Gericht ging so schnell, da kam ich nicht zum fotografieren.

Linguine aglio, olio e peperoncino

Wir brauchen (für 2-3 Portionen):

  • 250g Nudeln, bevorzugt Linguine oder Tagliatelle, Spaghetti gingen auch (die mag ich nur nicht)
  • 2 Zehen Knoblauch
  • eine kleine Zwiebel
  • 2 Chili (bzw. je nach Geschmack, was man an Schärfe mag und verträgt)
  • Olivenöl
  • 250g Coktailtomaten (diese ganz kleinen)
  • 2 Hand voll Champignons
  • 1 Hand voll Pfifferlinge
  • einen kleinen Schuss Weißwein oder Balsamico Essig
  • eine Hand voll Rucola (gewaschen und Stile abgeschnitten)
  • evtl. Parmesan
  • Salz, Pfeffer und eine Prise Zucker

Für die Nudeln einen großen Topf Wasser mit ausreichend Salz aufsetzen und zum kochen bringen. Währenddessen die Zwiebel fein würfeln, den Knoblauch und die Chili sehr fein hacken.

Die Nudeln ins Wasser geben und eine große Pfanne auf halber Hitze aufsetzen (z.B. Stufe 3 von 6).

Einen ordentlichen Schuss Olivenöl in die Pfanne geben und zunächst die Zwiebeln darin schmoren. Wenn diese glasig werden, Knoblauch und Chili dazugeben.

Die Pfifferlinge abreiben (oder mti einen Pinsel die Erde abstäuben), die Champignons abputzen und in Scheiben schneiden. Beides mit in die Pfanne geben und braten lassen. Wenn die Pilze gar sind, die Coktailtomaten halbieren und dazu geben. Eventuell die Temperatur etwas hochziehen. Die Tomaten sollten teilweise ein bisschen zerschmoren, sodass alles leicht soßig wird.

Hier nun den Wein oder Essig dazugeben (wirklich nur ganz wenig, es soll nur eine leichte Säure dazukommen). Evtl noch etwas Olivenöl dazugeben. Alles mit Salz, Pfeffer und ein bisschen Zucker würzen.

Die Nudeln abgießen (sollten noch gut bissfest sein, also quasi kurz vor fertig) und direkt ohne abspülen und ruhig leicht nass mit in die Pfanne geben. Nudeln einen Moment mit dem Rest auf kleiner Flamme ziehen lassen, dabei gut umrühren.

Ganz zum Schluss den Rucola unterrühren (wer den knackig haben möchte, kann ihn auch auf den Teller obenauf geben).

Ich denke, ganz lecker wäre auch noch frischer Parmesan oben drüber.

So schnell und günstig kann ein leckeres Pastagericht gehen, ohne dass man eine Fertigsoße o.ä. benutzen müsste! Natürlich kann man auch hier variieren, die Pfifferlinge müssen nicht unbedingt sein (haben eben im Moment Saision, da bietet sich das an). Auch den Rucola kann man weglassen, oder evtl durch frischen Spinat ersetzen. Essentiell sind, wie oben schon erwähnt, Knoblauch, Chili und Oliven.

Tagliatelle al Ragú – oder: Spaghetti Bolognese

Tja, mit der Bolognese ist das immer so eine Sache. Jeder behauptet, er koche die beste überhaupt. Und jeder kocht sie auch anders. In Italien, genauer gesagt in Bologna, ist eine Rezeptvariante nach ‚DIN-Norm‘ festgehalten, aber dennoch kocht es wohl jeder anders. Natürlich kommt es auch immer auf die Region an. In Sizilien kommt beispielsweise Geflügelleber dazu. In manchen Regionen Weißwein, in anderen Rotwein. In manchen Rezepten auch Milch. Mache sind ganz ohne Tomate, die meisten ohne Kräuter.

In einer Sache sind sich alle italienischen Rezept allerdings einig, gegessen wird die Soße auf keinen Fall zu Spaghetti. Diese sind mit ihrer runden Form völlig ungeeignet für Soßen, die Einlage haben, da diese nicht ander Nudel haften kann. Ich esse am liebsten Linguine oder Tagliatelle dazu.

Das Rezept, was ich hier vorstellen werde entspricht zwar nicht der Bologneser Norm, ist aber auf jeden Fall sehr lecker und relativ nah an einem typisch italienischen Ragú.

Tagliatelle al Ragú

Wir brauchen:

  • 500g Gehacktes (am besten reines Rinderhack, es geht aber auch mit Halb/Halb)
  • eine große Zwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • einen Bund Suppengemüse (Sellerie, Möhre sind das wichtige)
  • 1 Dose ganze Tomaten, geschält
  • Tomatenmark
  • etwa ein Glas trockener Rotwein (bestenfalls einer, der nicht ’nur zum kochen‘ genommen wird, sondern auch nach was schmeckt)
  • 1 – 2 Lorbeerblätter
  • Thymian, Oregano, was man so da hat und mag
  • Salz, Pfeffer, Zucker

Los geht’s mit ein wenig Geduldsarbeit, denn es wird erstmal geschnippelt. Zwiebel und Knoblauch fein hacken und auf die Seite stellen.

Sellerie und Möhren ebenfalls sehr, sehr fein hacken. Je kleiner die Stücke, desdo besser verbinden sie sich später mit der Soße.

 Wenn Lauch beim Suppengrün dabei war, kann dieser auch fein geschnitten und zu den Zwiebeln gegeben werden, dieser verkocht eh komplett.

 Nun etwas Öl in einem Topf erhitzen und das Hack darin anbraten. Solange braten, bis kein Wasser mehr austritt und es krümelig ist. Dann die Zwiebeln und einige Minuten später den Knoblauch und das Gemüse dazugeben und mitbraten bis alles leicht angeröstet ist. Nun mit dem Wein ablöschen, kurz aufkochen lassen und die Tomaten dazu geben. Evtl einen Schuss Wasser dazu geben, so das alles gut bedeckt ist. Die Lorbeerblätter dazu geben, mit einem Deckel verschließen und auf ganz kleiner Flamme 2-3 Stunden köcheln lassen.

Nach der Kochzeit würzen und abschmecken. Tomatenmark gibt etwas mehr Fruchtigkeit und bindet die Soße ein wenig ab. Zucker hebt den Tomatengeschmack hervor!

Bestenfalls einen mindestens 24 Monate gereiften Parmiggiano Reggiano dazu servieren.

Buon Appetito!