Backen mit Schwips: Rotweinplätzchen

Zugegeben, für einen Schwips ist definitiv nicht genug Schuss in diesen Keksen. Lecker sind sie trotzdem alle Mal. Nach meiner Woche Urlaub, die ich hauptsächlich am Schreibtisch (oder viel mehr mit dem Laptop auf dem Schoß) verbracht habe, wollte ich den Kollegen eine kleine Einstimmung auf die Weihnachtszeit mitbringen. Also habe ich gestern eine Rutsche Rotweinplätzchen gebacken. Das Rezept habe ich von meiner Stiefmutter und es mausert sich über die Jahre zu einem meiner All-time-favourites.

Rotweinplätzchen

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Das braucht ihr für etwa 50 zusammengebaute Plätzchen:

  • 125g Zucker
  • 125g Butter
  • 1 Ei
  • 2 gestr. EL Backpulver
  • 250g Mehl (ggf. etwas Mehr zum Ausrollen)
  • 1 EL Kakaopulver (ungesüßt, also Back-Kakao)
  • 1 TL Zimt
  • 3 EL Rotwein, trocken
  • 150g Kuvertüre
  • ~50g gemahlene Mandeln (im Original sind es Haselnüsse, aber darauf bin ich allergisch)
  • etwa 100g Himbeer- oder Johannisbeergelee

Die Butter in Stückchen schneiden und mit dem Zucker aufschlagen. Das Ei und den Rotwein dazugeben und gut verrühren. Mehl, Backpulver, Kakao und Zimt mischen und nach und nach dazu geben. Der Teig ist jetzt eventuell noch etwas klebrig. Wer Zeit hat, kann ihn für eine Stunde in den Kühlschrank legen, dann lässt er sich besser verarbeiten.

Die Arbeitsfläche gut bemehlen und ggf. noch etwas Mehl in den Teig einkneten, so dass er sich ohne zu kleben  ausrollen lässt. Relativ dünn ausrollen (er sollte gerade so dick sein, dass sich die ausgestochenen Plätzchen gut aufs Blech transportieren lassen) und nach belieben Plätzchen ausstechen. Ich habe einen Herz-Ausstecher genommen.

Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen (insgesamt waren es in der Teigmenge 6 Bleche bei mir) und im vorgeheizten Ofen bei 170°C Ober-/Unterhitze für 8-10 Minuten backen. Die Kekse sollen nicht braun werden und sind noch recht weich, wenn man sie aus dem Ofen nimmt. Innerhalb weniger Minuten werden sie aber außen knackig und haben noch einen weichen Kern.

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Nun heißt es puzzlen: Immer zwei Plätzchen finden, die halbwegs gut übereinander passen. Eine Seite mit etwas Gelee bestreichen (vorher etwas glatt rühren, dann klappt das besser) und an die Seite legen.

Die Kuvertüre schmelzen und nun entweder den Rand der Plätzchen zunächst durchziehen und dann in Mandelmehl wälzen oder mit der Kuvertüre besprenkeln und Mandeln darüber streuen.

Gut trocknen lassen und anderen damit eine Freude bereiten! 🙂

Snickerdoodles: Zimtbomben mit brauner Butter

Der erste Advent ist nicht mehr fern und die große Weihnachtsbäckerei steht vor der Tür. Auch bei mir wurde am Montag die Küche in den Ausnahmezustand versetzt, als meine kleine Schwester zum großen Backwahn kam. Ein kleines Warm-Up gab es für mich schon letzte Woche.

Bei meinem letzten Amerika-Urlaub habe ich mich ja in viele kulinarische Dinge verliebt, unter anderem in Snickerdoodles. Besonders lecker waren die gluten- und eifreien Kekse von Trader Joe’s. Die gibt es hier aber leider nicht und ich finde auch noch kein Rezept, was dem nahe kommen könnte. Mein Bruderherz hat mir jetzt aber ein Care-Paket versprochen. So lange begnüge ich mich mit diesen mindestens ebenso köstlichen, wenn auch sicherlich etwas weniger gesunden süßen Sünden, die mit ihrer braunen Butter-Note auf dem Adventsteller ganz klar herausstechen.

Das Original-Rezept ist übrigens von ambitious kitchen und von mir nur interpretiert. Ich habe bewusst die Kombi aus Baking Soda und Cream Tartar (reiner Weinstein) durch Weinsteinbackpulver ersetzt, da dies hier gängiger ist. Wer es original backen will, nimmt auf die unten angegebene Rezeptmenge 1/2 TL Backsoda und 1 TL Weinstein anstelle des Weinsteinbackpulvers.

Snickerdoodles

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Das braucht ihr:

  • 175g Mehl
  • 2 TL Weinsteinbackpulver (gibt’s im Supermarkt)
  • 1/2 TL Zimt
  • 1/4 TL Salz
  • 110g braune Butter (dafür Butter so lange erhitzen, bis diese leicht nussig riecht und anfängt gold-braun zu werden. Achtung, verbrennt schnell)
  • 100g brauner Zucker
  • 50g weißer Zucker
  • 1 Ei
  • 1/2 TL Vanille-Extrakt
  • 1 TL griechischer Joghurt

zum Wälzen:

  • 50g Zucker
  • 2 TL Zimt

Die noch flüssige aber nicht mehr ganz heiße braune Butter mit Zucker aufschlagen, Ei, Vanille und Joghurt dazugeben. Mit den trockenen Zutaten kurz zu einem glatten Teig verarbeiten. In Frischhaltefolie gut 2-3 Stunden in den Kühlschrank legen.

Den restlichen Zucker mit dem Zimt vermischen. Walnussgroße Kugeln aus dem Teig formen und im Zimt-Zucker-Gemisch wälzen. Auf ein Blech legen und bei 175°C Ober- / Unterhitze etwa 8-12 Minuten backen. Gerade so lange, dass der Rand anfängt zu bräunen. Die Kekse sollten nicht ganz durchgebacken und noch leicht cremig in der Mitte sein.

Ich hab‘ die Kugeln etwas größer gemacht und in einem Muffinblech gebacken. Dadurch sind die Kekse leicht überdimensional, sehen aber alle schön gleichmäßig aus. Bei dieser großen Variante reicht der Teig für 14 Kekse. Bei etwas kleineren Kugeln dürften gut 20 herauskommen.

Der weihnachtliche Keks-Back-Post!

Vor kurzem hat mich der Backwahn mal wieder erwischt – wie eigentlich des Öfteren zur kalten Jahreszeit. Wobei ich die aktuellen 10°C für Mitte Dezember auch eher verwunderlich warm finde.

Ohne viel Klim-Bim vorweg kommen hier meine diesjährigen Keksrezepte:

Knackige Lebkuchen

Wir brauchen:

  • 250g Honig
  • 250g Zucker
  • 100g Butter
  • ein Schuss Zitronensaft oder den Abrieb einer halben Zitrone
  • 500g Mehl
  • 2 EL (Back-)Kakao
  • 2 Eier
  • 1 Pck. Lebkuchengewürz*
  • 1 Pck. Pottasche*
  • 2cl Rum oder Kirschwasser


** Vorweg ein paar Worte zu den Lebkuchentypischen Gewürzen. Im Winter gibt es im Handel eigentlich in allen größeren Läden ‚Lebkuchengewürzmischungen‘. In meiner Familie wird traditionell das der Firma Hayma (Neunerlei Pfefferkuchengewürz, 15g) verwendet. Damit ihr eine Vorstellung davon bekommt was das ist, hier einmal die Zusammensetzung laut Packung:

weißer Pfeffer, Coriander, Anis, Nelken, Ingwer, Muskat, Zimt, Zitronen- und Orangenschalen


Die ebenfalls erwähnte Pottasche ist ein Triebmittel, das ebenfalls in der Gewürzabteilung in 12g Päckchen zu erhalten ist (u.a. von der Firma Ostmann). Pottasche ist Kaliumcarbonat, welches früher durch ausdämpfen von Töpfen und das dadurch gewonnene Substrat entstanden ist. Sie dient unter anderem als Säureregulator.

Anstelle von Pottasche kann auch Hirschhornsalz verwendet werden.

Um den Lebkuchenteig herzustellen werden zunächst der Honig, die Butter und der Zucker in einem großen Topf bei kleiner Flamme auf dem Herd erwärmt. Der Honig wird hierbei flüssiger und die Zuckerkristalle schmilzen.  Währenddessen das Lebkuchengewürz dazugeben und den leckeren Geruch in der Wohnung genießen. Die Mischung soll allerdings nicht wirklich heiß sondern nur warm werden oder muss nach dem erwärmen wieder etwas abkühlen. 


In die lauwarme Zuckermischung nun (am besten zunächst mit einem Holzlöffel, dann mit einem Handrührgerät) das mit dem Kakaovermischte Mehl einrühren. Die Pottasche im Rum/Kirschwasser anrühren und ebenfalls mit dazugeben. Zuletzt die Eier dazugeben und kräftig kneten. Den Teig gut abkühlen lassen (z.B. im Gefrierbeutel über Nacht im Kühlschrank – der Teig kann auch ohne Probleme 2-3 Tage kalt liegen). 


Um die Kekse zu verbacken den gekühlten Teig 2 Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen (sonst ist er zu hart zum ausrollen und reißt). Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig etwa 5mm dick ausrollen, ausstechen und auf einem Blech im vorgeheizten Ofen bei 180°C Ober-/Unterhitze etwa 20 Minuten backen. Wer möchte kann die Kekse vor dem Backen mit starkem Kaffee bestreichen – das sorgt dafür, dass sie nach dem backen glänzen.

Klassische Zimtsterne

Wir brauchen:

  • 200g gemahlene Mandeln
  • 50g Mehl
  • 1 leicht gehäufter TL Zimt
  • 1 Eiweiß
  • 150g Puderzucker
  • 1 EL Amaretto

für den Guss

  • 1 Eiweiß
  • 75g Puderzucker

Zimtsterne sind blitzschnell gemacht und wahnsinnig lecker. 

Den Ofen auf 150°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Ein Eiweiß mit den gemahlenen Mandeln, dem Mehl, Zimt, 150g Puderzucker und dem Amaretto mit Knethaken kräftig kneten lassen (ja, die Flüssigkeitsmenge sieht gering aus, reicht aber). Den leicht klebrigen Teig mit den Händen weiterverarbeiten und die Arbeitsfläche mit Puderzucker oder Mehl ausstreuen. Hier den Teig etwa 3-5mm dick ausrollen und Sterne ausstechen. 


Nun ein Eiweiß sehr steif schlagen (Achtung: in der Schüssel und an den Quirlen darf kein bisschen Fett oder Restteig o.ä. sein, sonst wird das Eiweiß nicht steif!) und die 75g Puderzucker einstreuen. Diese dickliche Masse als Guss auf die Sterne streichen und alles bei 150°C ür etwa 15 Minuten backen. Die Temperatur darf nicht höher sein, da der Guss sonst nicht weiß bleibt.


Superleckere Haferkekse

Wir brauchen:

  • 125g zimmerwarme Butter
  • 65g Zucker
  • 90g Mehl
  • 75g Haferflocken
  • 1 Ei


Haferkekse sind seit über 15 Jahren meine persönlichen Lieblingskekse. Das feine Butteraroma und der Biss er Haferflocken ist einfach unschlagbar – außerdem sind sie ganz ganz schnell zu backen.

Die Butter mit dem Zucker und dem Ei schaumig schlagen, anschließend Mehl und Haferflocken dazugeben und alles gut kneten, so dass ein gleichmäßiger Teig entsteht. 

Mit 2 Teelöffeln Teigkugeln abstechen (etwa 2cm Durchmesser) und die Kugeln auf ein Blech setzen. Für 15 Minuten bei 180°C Ober-/Unterhitze backen.

Die Haferkekse machen sich auch gut mit einem Zartbitter-Schoko-Überzug nach dem Backen.

Das war’s auch schon wieder mit meinem weihnachtlichen Backwahn für dieses Jahr. Aber 3 Sorten reichen auch, irgendwer muss das ja alles auch essen.

Was backt ihr denn so am liebsten?

 

Rachel’s Mom’s Chewy Chocolat Chips Cookies

Wer mich kennt, weiß von meiner leicht anglophilen Neigung. Diese liegt offenbar in der Familie, denn auch das Herz meines Bruders schlägt transkontinental. Praktischerweise kommt man so auch mal an hier eher unbekannte Dinge oder ein echt amerikanisches Familienrezept für die typischen Chocolat Chip Cookies. Das folgende Rezept habe ich von Rachels Mutter bekommen und nicht nur ausprobiert, sondern für meine Leserschaft aus dem angloamerikanischen Cupmaß in unser europäisches Raummaß übertragen.

American Chewy Chocolat Chip Cookies

 

Vorweg sei gesagt, wer wie ich auf das großartige Eis von Ben&Jerries in der Sorte ‚Cookie Dough‘ steht, hat hier mit exakt den richtigen Teig dafür gefunden..

Aus Urheberrechtsgründen sei angemerkt, dass Ich mir vorbehalte einige Kleinigkeiten aus dem Originalrezept angeglichen zu haben.  😉


Zutaten für 2 Bleche Kekse:

  • 125g Butter (bitte nicht mit fettreduziertem Chemiespaß oder pseudogesundem Zungenverkleber á la Margarine ersetzen), am besten Zimmerwarm
  • 100g weißer, feiner Zucker (also der gängige Haushaltszucker)
  • 100g brauner Zucker (Rohrzucker)
  • 1 Ei
  • 1 Schuss Milch (geschätze 3 EL, die Milch dient nur dazu den Teig geschmeidiger zu machen)
  • 1 TL Vanlliearoma (hiermit ist flüssiges Aroma bzw. Vanilleschotenextrakt gemeint, dies ist im amerikanischen Raum recht üblich. Frisches Vanillemark tut es aller Wahrscheinlichkeit nach auch; Vanillezucker ist vermutlich etwas zu mild im Aroma)
  • 1 TL Salz (nicht weglassen und auch nicht zu vorsichtig mit der Menge sein!)
  • 300g Mehl
  • 1 TL Backsoda (Natriumhydrogencarbonat: gibt es als ‚Baking Soda‘ in der internationalen Abteilung im Supermarkt; gelegentlich auch als Natron in der Backabteilung zu finden)
  • 1 TL Backpulver (die amerikanische Zusammensetzung ist zwar etwas anders als unsere deutsche, die funktioniert aber genauso (FYI: Backpulver besteht aus Natriumhydrogencarbonat dem eine Säure hinzugefügt ist)
  • 100g Chocolate Chips (entweder man kauft hier direkt zum backen geeignete Schokochips oder hackt selbst welche. Wichtig ist, dass die Schokolade einen Kakaogehalt von über 50% hat und nicht zu zartschmelzend ist. Zudem sollte sie nicht zu fein gehackt werden, da sie sich sonst beim backen wie Kakao mit dem Teigvermischt.)


Als erstes wird die zimmerwarme (also weiche) Butter mit den beiden Zuckern schaumig geschlagen (Handrührgerät, Knetaufsätze). Das Ei, die Milch, das Vanillearoma und das Salz hinzugeben und halbwegs cremig rühren. 

Das Mehl abwegen und dazu das Backsoda und das Backpulver geben und mit dem Mehl verrühren. Nun das Mehlgemisch in die vorbereitete Buttermischung streuen und auf hoher Stufe ein paar Minuten mixen, so dass ein gleichmäßiger, zäher Teig entsteht. Zum Schluss die Chocolat Chips einrühren (nicht mehr zu kräftig mixen, oder direkt per Hand einrühren, damit die Schokolade nicht zu klein wird). 

Den Teig jetzt für eine Stunde in den Kühlschrank packen (Eilige können ihn auch direkt weiter verarbeiten, aber erfahrungsgemäß werden die Kekse dadurch sehr flach und laufen auseinander).


Nach einer Stunde den Ofen auf 170°C Ober-/Unterhitze vorheizen und die hälfte des Teiges auf ein Stück Backpapier geben. Mit hilfe des Papieres den Teig zu einer Rolle formen (etwa 3-4cm Durchmesser).

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und von der Keksteigrolle mit einem angefeuchteten Messer ca 1 – 1,5cm dicke Scheiben abschneiden und auf das Blech legen (achtung! zu allen Seiten gut 2 cm Platz lassen, da die Kekse sich noch ausdehnen).

Das Ganze jetzt für ca 15 Minuten backen (die Kekse werden dann gleichmäßig hellbraun, sind außen knusprig und innen noch saftig).


Wer diese Kekse als Halloweentreat backen will kann bei den noch heißen Keksen mit einem Zahnstocher die Schokolade etwas herausziehen und so Spinnenbeinchen auf die Kekse malen.. sieht mir schon fast zu echt nach meinem unliebsten Hausgast aus!