Fiesta Mexicana I: Kahlua Brownies

Von wegen das Beste kommt zum Schluss. Ich fange einfach mal mit dem Dessert an. So. Ha. Ich Rebell, ich. Das Gezetere um meine längere Blog-Abstinenz übergehen wir an dieser Stelle einfach und steigen dort ein, wo wir aufgehört haben.

Untitled designZu meinem Geburtstag habe ich mir etwas Besonderes überlegt. Leid war ich die ewig gleichen Winteressen, Braten und weihnachtlichen Dekorationen. Ich kann doch auch nicht dafür, dass mein Geburtstag kurz vor Weihnachten liegt! Endlich wollte ich auch Sommer-Feeling, Strandmusik und keinen lippischen Regenmatsch zu meiner Feier. Also habe ich der Sache kurzerhand ein Motto gegeben und meine Geburtstagsvor-Feier zur Fiesta Mexicana gemacht. Ja, Vorfeier. Auf einen Montag feiern hielt ich für ausgesprochen unklug (wobei ich das auch getan habe, allerdings in Hamburg). Und an den Weihnachtstagen oder Silvester nachfeiern ist ebenso ungünstig. Daher wurde das Ganze einfach vorverlegt und ich habe konsequent eine Woche durch Geburtstag gefeiert. Hat definitiv was für sich.

Zu so einer Fiesta Mexicana gehört neben der landestypischen Musik auch eine Getränkeauswahl und die dazu passenden Speisen. Bei einer stolzen Zahl von 20 Einladungen, die ich für meine muckelige Singlewohnung augesprochen habe, habe ich ich von einem Bankett oder Mehrgang-Menü abgesehen. Zu schwierig die Unterbringung aller Gäste in sitzender Position. Daher gab es ein in der Küche platziertes Büffet. Neben mexikanischem Fingerfood (Rezepte folgen alsbald) fand sich hier ein riesiger Bräter voll Chili con Carne und zum Dessert gab es köstliche Brownies. Das Grundrezept dazu habe ich aus der New York Times gemopst. Im Original ist es ein irischer Schokoladenkuchen, der mit Whisky gebacken wird. Meine abstrahierte Form ersetzt diesen mit Kahlua und bekommt etwas mehr Pfiff mit Zimt und Chili. Aber lest selbst.

Kahlua Brownies

DSC_9067

  • 340g Butter
  • 85g Back-Kakao
  • 100ml starker Kaffee
  • 110ml Kahlua
  • 200g weiße Zucker
  • 150g brauner Zucker
  • 240g Mehl
  • 1,5 TL Backsoda
  • 3/4 TL grobes Salz
  • 1/2 Chili, gehackt
  • 1 Nelke
  • 3 Eier
  • 2 TL Vanilleextrakt
  • 200g dunkle Schokolade
  • 1 TL Zimt

 

Butter mit Zucker, Schokolade, Kahlua und Kaffe schmelzen und auf Körpertemperatur abkühlen. Alle Gewürze dazu geben. Mehl mit Kakao und Backpulver mischen. Eier aufschlagen und die Hälfte des Mehls unterrühren. Die Schoko-Mischung langsam dazu geben. Restliches Mehl unterrühren. Eine Auflaufform oder ein Tiefes Blech mit Backrahmen fetten und mit Kakaopulver bestäuben. Die Teigmasse hineingeben und bei 170°C für etwa 45-50 Minuten backen.

Die Brownies halten sich noch gut eine Woche saftig frisch, wenn sie in einer Dose im Kühlschrank gelagert werden. Auch eine Reise nach Hamburg im warmem Auto haben sie gut überstanden.

Entscheidungskrise: Apfel-Streusel- und Blaubeermuffins

Es ist Sonntag und die Tristesse vor meinem Fenster lädt dazu ein, mit einer großen Tasse Kaffee auf dem Sofa zu lümmeln und das Wochenende Revue passieren zu lassen. Da ich fleißig versuche, endlich mein Studium zu Ende zu bringen, habe ich nicht für soviele andere Dinge einen Kopf. Aber den Ofen habe ich mal zwischenzeitlich angeschmissen und zum Nachmittagskaffee ein paar leckere Kleinigkeiten gezaubert.

Blaubeer- und Apfel-Streusel-Muffins

photo 4

Muffins – Grundrezept (für 12 Muffins)

  • 125g Butter
  • 90g Zucker
  • 2 Eier
  • 2 TL / 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1,5 TL Backpulver
  • 250g Mehl
  • ggf. ein paar Tropfen Vanillearoma
  • 120ml Milch
  • eine Prise Salz

Die Butter in einer großen Schüssel mit dem Zucker und Vanillezucker verrühren (klappt besser, wenn die Butter Raumtemperatur hat und schon etwas weicher ist). Die Eier dazu geben und solange mixen, bis die Masse einigermaßen homogen ist. Die Milch und etwa Salz mit dazu geben. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und zum Teig geben. Den Teig glatt rühren.

photo 1

Nun kann man davon ausgehend alles mögliche mit dem Muffings veranstalten. Ich habe den Teig in zwei Schüsseln aufgeteilt und bei einer Hälfte Blaubeeren (125g), bei der anderen Hälfte Apfelstückchen (von zwei kleinen Äpfeln) untergehoben. Den Teig dann in Muffinförmchen geben (diese sollten bestenfalls nicht randvoll sein, da der Teig noch aufgeht. Ich mache sie immer zu voll). Bei den Blaubeermuffins eine Mischung aus Zucker mit geriebener Muskatnuss (ja, wirklich!) drüber streuen. Die Apfelmuffings kriegen Zimtstreusel drüber (50g Butter, 50g Zucker, ~30g Mehl und 1/2 TL Zimt). Im vorgeheizten Backofen bei 180°C Ober-/Unterhitze für etwa 25 Minuten backen.

Upside Down: Tarte Tatin mit Apfel und Rosmarin

In letzter Zeit habe ich einfach ein Herz für Süßes.

Heute habe ich mich von einem französischen Klassiker inspirieren lassen und das ganze etwas frischer gemacht.

Tarte Tatin mit Apfel und Rosmarin

Wir brauchen:

  • Einen großen Apfel
  • Zucker
  • Blätterteig (2 Platten von dem gefrorenen oder den aus der Kühlung)
  • 6 Nadeln Rosmarin
  • Ein Stich Butter
  • 3 EL Créme Fraîche
  • ½ Vanilleschote

Etwas Zucker in eine ofenfeste (also eine, die keine Kunststoffgriff hat 😉 ) Pfanne (24cm Durchmesser) geben, so dass der Pfannenboden knapp bedeckt ist. Den Rosmarin fein hacken und auf dem Zucker verstreuen. Nun den Apfel schälen, entkernen und in Scheiben (2-3mm) gleichmäßig in der Pfanne verteilen. Nun noch ein ganz bisschen Zucker über die Äpfel streuen. Die Pfanne auf mittlere Hitze auf den Herd stellen.

Den Ofen derweil auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Sobald der Zucker anfängt zu ‚blubbern‘, die Hitze etwas runter stellen und die Äpfel im Zucker köcheln lassen. Sobald der Zucker anfängt zu bräunen gut aufpassen! Von braun zu verbrannt geht es sehr schnell. Wenn eine schöne goldbraune Farbe des Zuckers erreicht ist, die Pfanne von der Hitze nehmen und einen Stich Butter dazugeben.

Den Blätterteig ausrollen und in eine halbwegs runde Form bringen. Anschließend über die Äpfel in die Pfanne legen und mit einer Gabel ein paar Mal einstechen. Die Tarte in den vorgeheizten Ofen stellen und für 30 Minuten backen.

Vorsicht beim rausnehmen der Pfanne, nicht vergessen, wie heiß der Griff wird (ja, ich gehöre zu den Doofen, die immer wieder an heiße Pfannen- und Topfgriffe packen. Manche Leute lernen es einfach nicht!).

Die Tarte in der Pfanne etwa 5 Minuten abkühlen lassen und auf einen großen Teller stürzen. Die Créme Fraîche mit ein bisschen Zucker und dem Mark der Vanilleschote verrühren und zur Tarte servieren. Mjam Mjam.

Anstelle der Créme Fraîche kann man auch Vanillesoße oder Eis dazu reichen. Auch ganz für sich selbst ist die Tarte ein tolles Dessert oder Sonntagskuchen. Wer es noch fruchtiger möchte, kann die Apfelmenge erhöhen und/oder statt den großen Scheiben auch schmalere Spalten schneiden (diese würden in dem Falle gleichmäßiger im Zucker köcheln).

 

Smörebröd, smöredbröd, römpömpöm: Schwedische Zimtschnecken!

Schwedischen Zimtschnecken (Kanelbullar)

Diese tollen Zimtschnecken sind nicht nur super lecker, auch die ganze Wohnung riecht fantastisch, wenn sie im Ofen sind.

Wir brauchen (für etwa 16 Zimtschnecken):

für den Teig:

  • 1/2 Würfel Hefe
  • 1/4 L Milch
  • 75g Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL Kardamom gemahlen
  • 500g Mehl
  • 75g Butter

für die ‚Füllung‘:

  • 40g Butter
  • 50g Zucker
  • etwa 1/2 EL Zimt
  • 1 Ei
  • ggf. Hagelzucker (dieser ganz grobkörnige) zum dekoriern

Das Ganze braucht ein bisschen Vorbereitungszeit. Insgesamt sollte man etwa 2 Stunden einplanen (wegen der Geh-Zeiten des Hefeteiges).

Zunächst die Milch auf Körpertemperatur erwärmen, auf dem Herd oder in der Mikro. Sie sollte auf keinen Fall zu heiß sein, da die Hefekulturen sonst sterben.

Die Hefe in einer Schüssel zerbröseln und mit dem Zucker, dem Salz und dem Kardamom vermischen. Die Milch darüber geben, umrühren und 5-10 Minuten warten, bis sich die Hefe aufgelöst hat.

Nun das Mehl einrühren und zu einem Teig kneten. Den dann mit einem Küchenhandtuch abdecken und an einen warmen, zugfreien Ort stellen und hier etwa 30-40 Minuten gehen  lassen. Währenddessen die Butter zerlassen und anschließend in den Teig einkneten (das ist eine etwas matschige Angelegenheit – wenn man sie aber vorher schon zum Teig gibt kann es sein, dass dieser nicht mehr so gut aufgeht. Fett hemmt den Prozess der Hefe).

Den Teig jetzt auf einer bemehlten Fläche zu einem großen Rechteck ausrollen (meins hat eine Fläche von so ca. 25×40 cm). Der Teig sollte nicht superdünn sein, damit er nicht reißt, aber auch nicht zudick, damit man ihn noch schön füllen und aufrollen kann.

Nun die Butter für die Füllung zerlassen und den feinen Zucker mit dem Zimt in einem Schälchen verrühren. Die Flüssige Butter auf dem Teigrechteck verstreichen und den Zimtzucker gleichmäßig darüber verteilen.

Der Teig wird jetzt längs eingerollt (nicht quetschen aber schon fest zusammenrollen), also auf der längeren Seite, so dass eine lange Rolle von etwa 40cm entsteht. Nun mit einem scharfen Messer etwa 4cm dicke Scheiben abschneiden. Bei diesen das überstehende Ende unter die Breitseite klappen und die Schnecken mit dieser Seite nach unten auf ein Backblech (mit Backpapier belegt) setzen und etwas flach drücken.

Wenn’s passt etwas Platz zwischen den Schnecken lassen, da diese noch weiteraufgehen. Das Blech oben AUF den Herd stellen und hier etwa 15 Minuten gehen lassen. Den Ofen nun zum vorheizen anschalten  und auf 220°C Ober-/Unterhitze drehen (durch die Wärme, die sich bis auf Herd verteilt, gehen die Schnecken noch ein bisschen besser).

Nun das Ei in ein Schälchen schlagen und verquirlen und anschließend die Oberseite der Schnecken damit bestreichen (gibt eine schöne Farbe im Ofen und sorgt dafür, dass der Teig nicht auseinander fällt). Den Hagelzucker dekorativ darüber verteilen und das Blech auf mittlere Schiene in den Ofen setzen. Jetzt brauchen die Zimtschnecken ca. 15 Minuten (das kann von Ofen zu Ofen variieren, also auf jeden Fall ein Auge drauf haben!). Fertig sind sie, wenn die Oberseite leicht anfängt zu bräunen und sie offensichtlich noch etwas aufgegangen sind.

Am besten schmecken sie noch warm aus dem Ofen, aber auch kalt kann man sie am nächsten Tag noch gut essen (oder kurz auf dem Toaster/in der Mikro anwärmen).

Perfekt für ein herbstliches Kaffeetrinken!

Lecker-Süße Kalorienbombe: Bananasplit-Torte

Gleich mehreres gibt’s zu feiern. Dieses mitlerweile 6 Monate alte Küchenblog hat die 1000 Aufrufe geschafft. Danke allen treuen Lesern 🙂

Zudem hat heute mein kleiner Bruder Geburtstag und traditionell kriegt er von mir eine Torte. Dieses Jahr wurde es eine Bananasplit-Torte, zusammengesetzt aus diversen Rezepten und teilweise selbst erdachten.

Wer sowas gerne nachmachen möchte, braucht kein besonderes Händchen für Konditorei, aber ein wenig Geduld. Los geht’s erstmal mit dem Einkaufszettel.

Bananasplit-Torte

Wir brauchen:
Für den Boden:

  • 5 Eier
  • 5 EL warmes Wasser
  • 150g Zucker
  • 100g Mehl
  • eine Prise Salz
  • 1 EL Speisestärke
  • 1 EL Kakao (also Backkakao, ungesüßt, nicht sowas wie Nesquik)

Für die Vanillecreme:

  • 2 Blatt Gelatine
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver zum kochen (z.B. von Dr. Oetker)
  • 4 EL Zucker
  • 400ml Milch
  • 200g Sahne, gut gekühlt
  • eine Tüte Vanillezucker, bzw 1 EL
  • eine Tüte Sahnesteif

Für die Schokocreme:

  • 200g Puderzucker
  • 30g Kakao (s.o.)
  • 150g Butter, zimmerwarm
  • 85g Edelbitter-/Halbbitter Schokolade (gibt’s z.B. von Sarotti mit 50% Kakaoanteil)
  • 60ml Sahne

Für die Glasur/Ganache:

  • 150g Sahne
  • 175g Edelbitter-/Halbbitter Schokolade
  • 1 EL Zucker
  • 75g Butter

Außerdem:

  • 6 Bananen (5 für die Füllung, eine für die Deko)
  • etwas Honig
  • evtl. etwas Bananenlikör
  • 100g Sahne (gekühlt) für die Deko, Sahnesteif und Vanillezucker
  • Schokoperlen mit Knusperkern
  • evtl. anderer Dekokrams
  • bestenfalls ein Tortenring und eine Spritztülle

Es ist durchaus sinnvoll mit dem ganzen Spaß am Vortag anzufangen, oder sehr früh morgens am eigentlichen Verbrauchstag.

Als erstes werden die Böden gebacken.

Dazu zunächst die Eier trennen, die Eigelbe in eine große Schüssel geben und auf die Seite stellen, die Eiweiße in einer Schüssel bereit halten. Achtung, es darf kein bisschen Eigelb im Eiweiß zurückbleiben, sonst wird’s nicht steif. 

Eine Prise Salz zum Eiweiß geben und mit einem Handmixer auf hoher Stufe schlagen (mit dem Schneebesen-Aufsätzen). Wenn das Eiweiß schon etwas fester wird, etwa ein Drittel von dem Zucker (also ca. 50g) dazu geben und weiter steifschlagen. Das Eiweiß ist fertig, wenn man die Schüssel umdrehen kann, ohne das etwas tropft.

Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Jetzt das Eigelb mit den 5 EL Wasser und dem restlichen Zucker schlagen. Solange verrühren, bis sich die Masse deutlich vergrößert hat (dadurch das Luft untergehoben wird) und die Eigelb-Zucker-Mischung sehr cremig und hell wird. Hier nun esslöffelweise das Mehl unterrühren (oder sieben, wenn man ein geeignetes Feinsieb hat). Das steife Eiweiß mit einem großen Löffel oder Teigschaber langsam unter die Eigelbmasse heben. Nicht wild rühren, sondern nach und nach unterheben, so dass das Volumen des steifen Eiweißes nicht zerstört wird.

Der Grundteig ist jetzt fertig.

Nun hier von ein Drittel abnehmen und kalt stellen.
Die restlichen Zweidrittel des Teiges mit der Speisestärke vermischen.

Eine Springform (28cm Durchmesser) leicht fetten und ein Stück Backpapier zurechtschneiden, so dass es genau auf den Boden passt, dieses dann einlegen. Den mit Stärke verrührten Teig hier einfüllen und mit der Rückseite eines nassen Esslöffels glatt streichen. In den vorgeheizten Ofen geben und für 15-20 Minuten backen.

Aus dem Ofen nehmen und direkt aus der Form lösen. Den Boden auf einen großen Teller stülpen und zum auskühlen an die Seite stellen. 

Den restlichen Teig mit einem EL Kakao vermischen und die Form wie zuvor vorbereiten (kurz spülen, abtrocknen, fetten, Backpapier). Den Teig in die Form geben, glatt streichen und für ca. 15 Minuten backen.

Rausnehmen, aus der Form nehmen und ebenfalls auskühlen lassen.

Weiter geht’s mit der Vanillecreme.

400ml Milch (ja, das sind 100 weniger als normalerweise für den Pudding genommen werden, das muss so) in einem Topf auf den Herd geben und aufsetzen. Die beiden Gelatineblätter in kaltem Wasser in einer kleinen Schüssel einweichen (5 Minuten reichen dafür)

Das Puddingpulver mit den 4 EL Zucker verrühren und mit ca. 6 EL von der Milch glattrühren. Wenn die Milch kocht, den Topf vom Herd nehmen und das verrührte Puddingpulver einrühren. Wieder auf den Herdstellen, die Gelatine ausdrücken und dazugeben, unter rühren etwa eine Minute auf kleiner Flamme kochen lassen. Pudding in eine große Schüssel (kühlt schneller aus) umfüllen und an die Seite stellen. Runterkühlen lassen und dabei immer etwas umrühren, damit sich keine Haut bildet. Sobald es nicht mehr knall heiß ist, in den Kühlschrank stellen (etwa eine halbe Stunde reicht).

Die Sahne mit dem Vanillezucker und dem Sahnesteif steif schlagen und kalt stellen. 

Sobald der Pudding abgekühlt ist, die geschlagene Sahne unterheben.

Während die Vanillecreme abkühlt, wird die Schokocreme erstellt.

 Die Schokolade im Wasserbad schmelzen (in einem größeren Topf 2 Finger breit Wasser auf 2/3 Hitze aufsetzen und einen kleineren Topf darüber setzen, hier die Schokolade reingeben. Durch den heißen Wasserdampf wird sie langsam geschmolzen und kann nicht anbrennen).

Die Butter mit einem Handmixer aufschlagen, die flüssige Schokolade dazugeben und mit der Butter verschlagen (sollte eine zähflüssige – flüssige Masse ergeben). Hier den Puderzucker und den Kakao unterrühren bis eine glatte Creme entsteht. Die creme ist realtiv fest und recht süß. Wer möchte kann  etwas weniger Zucker nehmen und den Schokoladengehalt etwas erhöhen.


Jetzt wird gebastelt.

Den hellen, dickeren Boden länger halbieren, so dass zwei Böden entstehen (mit einem sehr großen, scharfen Messer vorsichtig durchschneiden).

Den unteren Boden auf einen großen Teller leben und den Tortenring darum spannen (wer keinen hat und/oder auftreiben kann [habe meinen von der Firma Zenker für 3,99 € gekauft] kann auch den Rand der Springform nehmen, der ist aber nicht ganz hoch genug.

Die 5 Bananen für die Füllung schälen und in Scheiben schneiden. In einer Schüssel oder einem tiefen Teller mit etwas Honig (ca. 1 EL) und ggf. etwas Likör marinieren. Auf dem Boden verteilen. Darauf eine Hand voll Schokoperlen verstreuen und anschließend die Vanillecreme darauf geben.

Auf die Vanilleschicht kommt nun der Schokoladenbiskuit. Diesen einfach im ganzen darauf legen.

Als nächstes wird die Schokocreme auf dem Schokoboden verstrichen. Hier drauf kommt abschließend die andere Hälfte des hellen Bodens.

Das Innenleben der Torte ist nun quasi fertig. Damit wandert sie erstmal in den Kühlschrank und darf dort für mindestens 4 Stunden (oder wie bei mir über Nacht) verweilen.

 

 

Beinahe als Abschluss geht’s jetzt an die Ganache (-> Kuvertüre-Sahnecreme, ein perfekter Tortenüberzug, der nicht so knackig fest wie Kuvertüre wird aber fest genug zum schneiden; auch als Füllung geeignet).

Die Sahne in einem kleinen Topf kurz aufkochen und vom Herd nehmen. Den Zucker, die Schokolade (in Stücken) und die Butter in die heiße Sahne geben und solange rühren bis eine glatte, dickflüssige Masse entsteht. 

Die Torte aus dem Kühlschrank nehmen und den Tortenring lösen (vorher mit einem Messer drum herum schneiden). Die Hälfte der Ganache oben drüber kippen und mit einem Teigschaber zu den Rändern streichen und auf den Seiten verteilen. Die restlichen Ganache drüber geben und gleichmäßig verteilen. Torte wieder für 1-2 Stunden in den Kühlschrank stellen.


Die Deko-Sahne mit Sahnesteif und Vanillezucker steif schlagen. In eine Spritztülle mit Sternaufsatz geben und drum herum die Torte dekorieren, die Dekobanane in Scheiben schneiden, diese mit Honig marinieren (damit sie nicht braun werden) und die Torte damit dekorieren.

Und das war’s dann auch schon. Kompliziert ist eigentlich nichts so wirklich, aber es sind schon viele, viele kleine Schritte, die das ganze recht aufwendig gestalten. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall zwischendurch, alle Schüssel und Besteck so wie die Arbeitsfläche zu spülen, ansonsten wird das End-Chaos wohl zu erschlagend. Meine Küche sah eigentlich die ganze Zeit recht vorzeigbar aus – aber ich wollte ja auch nebenbei Fotos für dieses Rezept machen und habe mich gezwungen, zwischendurch sauber zu machen 😉


Die Geburtstagsgäste haben sich auf jeden Fall sehr über die Torte gefreut und waren alle begeistert – und ich bin froh, dass ich erstmal ein Jahr keine Torte mehr machen muss.

 

Herbstfutter: Zwiebelkuchen

Vor nicht mal einer Woche habe ich noch am Strand gelegen und bei 35°C vor mich hingebrutzelt – aber es hilft alles nichts, in Deutschland kommt der Herbst so langsam an.

Die Blätter fallen,
fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten…
(Rainer Maria Rilke)

Kulinarisch bietet dies natürlich einige Vorteile. Viele Obstsorten haben den „Sommer“ (ja, ich finde den muss man dieses Jahr in Anführungszeichen packen) über Zeit gehabt zu reifen und bieten sich jetzt in regionalem Bezug in ihrem vollen Aroma. Dazu gehören Äpfel, Birnen und vor allem Pflaumen.

Etwas erdverbundener als die hochhängenden Früchte finden sich bald überall leckere Köstlichkeiten – die Pilz-Hauptsaison beginnt sobald es draußen nass und trotzdem noch warm ist.

Im Spätsommer/Frühherbst beginnt vor allem auch die Weinernte. Nun kriegt man überall den jungen, neuen Wein. Federweißer gibt es nur in der Zeit von Anfang September bis Ende Oktober. Er gärt in der Flasche (weshalb man ihm nach dem Kauf auch erstmal 1-3 Tage warm stehen lassen sollte, wenn man ihn denn alkoholischer haben will) und hat daher anfangs Kohlensäure, die ihn spritzig schmecken lässt. Verkauft wird er ab einem Alkoholgehalt von 4% und kann durch die Flaschengärung bis zu 11% erreichen.

Da ich ja nicht nur gerne koche sondern auch Germanistin bin, hier noch ein kleiner Auszug aus dem Deutschen Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm (Band 3, 1862)

federweisz, n. asbestus fragilis, alumen plumosum: denn das alumen plumosum, das man sonst federweisz, pliant oder salamanderhar pflegt zu nennen, das braucht man zu döchtlin, die nicht verbrennen, daher man es das ewige licht nennet. Mathesius 123a (111b); so man federweisz oder gespalten alaun in den wein thut, das macht ihn beständig und wehret ihm, das er nit zu essig werde. Herr feldbau 68b; federweisz und erdflachs ist leichtlicher zu leschen, als mein erbsündiger durst von mutterleib. Garg. 101b; vermittelst eines groszen brennspiegels innerhalb wenig augenblick holz brennend, steine glüend, stahel und eisen flieszend, beine und unverbrennliches federweisz zu glas machen. Lohenst. Arm. 2, 1615. am Rhein federweisz vom schäumenden moste.

Traditionell serviert man zum Federweißen oder Federrotem deftige Speisen. In Richtung unseres Nachbarlandes Frankreich kennt man den Elsässer Flammkuchen, in anderen Gefilden gibt es vor allem den Zwiebelkuchen und dieser soll auch Protagonist meines heutigen geistigen Ergusses werden.

Zwiebelkuchen (ohne Tütenhilfe!)

In allem Regalen lachen einem allerlei Helferchen für Zwiebelkuchen an, von der kompletten Backmischung bis zu Hefeteig-Fix. Bitte lasst es. Wer keinen Bock hat einen Teig zu kneten, sollte sich dann lieber für den fertigen Blätterteig oder Hefeteig aus der Kühlabteilung entscheiden, die Fixtüten sind einfach nur teuer und nicht weniger aufwendig als ein frischer Teig.

Zwiebelkuchen an sich ist im übrigen auch sehr günstig herzustellen. Die Grundzutaten hat man mit unter 5 Euro in der Tasche, und kann damit gute 4 Leute satt machen (vielleicht noch mit einem Salat dabei..).

Wir brauchen (für eine Springform, lässt sich verdoppelt auf ein Blech hochrechnen):

  • 1/2 Würfel Hefe
  • 250g Mehl
  • 80ml Wasser
  • 70 ml Milch
  • eine Prise Salz
  • eine Prise Zucker
  • 500g Zwiebeln
  • 125g gewürfelter Speck oder Katenschinken (letzteres ist weniger fettig)
  • 100 – 150g Käse, gerieben (bei mir gibt’s mittelalten Gouda)
  • 200ml Sahne
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer, Zucker und wenn man’s da hat etwas Kümmel

               

Die Hefe in einer Schüssel zerkrümeln, eine Prise Zucker und Salz dazugeben. Milch und Wasser mischen und handwarm erwärmen. Die Mischung zur Hefe geben und das ganze ein paar Minuten stehen lassen, bis die Hefe sich aufgelöst hat. Anschließend langsam das Mehl nach und nach einrühren und den Teig gut durchkneten. Zu einer Kugel formen und mit einem Küchenhandtuch abgedeckt etwa eine halbe Stunde an einem einigermaßen warmen Ort stehen lassen (im Winter in Heizungsnähe, im Herbst einfach da wo es grad nicht kalt durchzieht). Der Teig sollte sich um einiges vergrößern. Man erkennt wann der Teig genug gegangen ist, wenn man eine Delle hineindrückt und der Teig sich dabei ganz luftig anfühlt und die Delle sich von selbst wieder ausgleicht.

Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Während der Teig geht, die Zwiebeln schälen und in feine Halbringe schneiden. in einer großen Pfanne (mit relativ hohem Rand) die Zwiebeln bei mittlerer Hitze (oder etwas weniger) in etwas Öl/Buttergemisch braten. Zum Ende der Bratzeit hin etwas Zucker und eine kleine Prise Kümmel (der soll nicht hervorschmecken, sondern nur dazu dienen die Zwiebeln etwas magenfreundlicher zu machen) dazugeben. Sie sollen langsam vor sich hin dünsten und sehr glasig werden bis sie anfangen zu bräunen. Die Zwiebeln anschließend in eine Schüssel geben und an die Seite stellen. In der Pfanne jetzt den Speck auslassen bzw. den Katenschinken kurz anbraten und anschließend zu den Zwiebeln geben. Die Zwiebel-Speck-Mischung kurz abkühlen lassen und anschließend hier den geriebenen Käse unterrühren, das ganze gut pfeffern.

Die Sahne mit den Eiern verquirlen und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Teig nun in eine gefettete Springform geben, gleichmäßig verteilen und einen Rand formen. Hier drauf die Zwiebelmischung geben und anschließend den Sahneguss darüber verteilen.

Den Kuchen in den Ofen schieben und dort gute 45 Minuten backen.

Der Zwiebelkuchen schmeckt warm als Hauptspeise mit einem Salat dazu, aber auch kalt zum Snacken zwischendurch unglaublich lecker.

Da ich jetzt noch Zwiebeln und Speck über habe, gibt’s vielleicht die Tage auch noch ein Rezept für den Elsässer Flammkuchen.

Warme Schokosouflées mit flüssigem Kern

Heute komme ich endlich mal dazu dieses fantastische Poser-Dessert zu posten. Eigentlich lässt es sich ziemlich gut vorbereiten und macht mit ein wenig Übung auch gar nicht so viel Aufwand, schindet aber unglaublichen Eindruck. Je nachdem, wie üppig das vorhergegangene Menü war, kann man in der Größe der Dessertformen variieren. Ich nehme meistens mein Muffinblech und kriege aus der Menge an Teig exakt 6 Schokosouflées.  Man kann aber auch Kaffeetassen (nicht Pötte sondern flachere Tassen) oder ähnliches verwenden.

Schokoladensouflées mit flüssigem Kern

Wir brauchen:

  • 90g Schokolade (hier kann man theoretisch die Reste von Ostern verballern. Je besser die Schokolade, desdo leckerer das Souflée. Ich nehme meistens 70% Edelbitter von Lindt)
  • 100g Butter
  • 2 ganze Eier
  • 2 Eigelb
  • 80g Zucker
  • 80g Mehl
  • wer auf Nummer sicher gehen will kann noch Pralinen, ist dann aber ein bisschen geschummelt.

Die Eier und die Eigelbe werden zumsammen mit dem Zucker in einer Schüssel aufgeschlagen. Dies am besten mit einem Handmixer und zwar solange, bis sich das Volumen deutlich vergrößert. Das ganze bekommt dann schon eine teigartige Konsistenz. Hier wird anschließend das Mehl eingestreut.

Währenddessen einen Topf mit etwas Wasser (3 cm hoch gefüllt reicht) aufsetzen, zum kochen bringen und auf kleinste Stufe runterstellen. Eine Schüssel oben auf setzen (am besten aus Metall, wie man auf dem Bild sieht habe ich nur welche aus Plastik – hierbei sollte man aufpassen, dass diese nicht zu heiß wird (also ab und an von der Hitze nehmen), damit das Plastik nicht schmilzt). Man kann auch einen zweiten Topf reinstellen. Dort die Schokolade zusammen mit der Butter unter ständigem Rühren komplett schmelzen. Aufpassen, dass das Schoko-Butter-Gemisch nicht zu heiß wird! Idealerweise sollte es etwa Körpertemperatur haben. Falls es doch etwas wärmer wird, einfach kurz warten bis es auf Körpertemperatur runterkühlt und dann vorsichtig in den Teig einrühren. (Wer zu ungeduldig ist könnte sonst Pech haben, dass das Ei im Teig durch die zu warme Schokolade stockt).

Nun die Förmchen mit Butter ausstreichen und Zuckern, damit sie nachher gut aus der Form gehen. Teig hineingeben und wenn möglich ein paar Stunden gefrieren oder kalt stellen. Es geht auch ohne, da ändert sich aber die Ofenzeit.

Wer schummeln will, kann in die Mitte vom Teig jeweils eine Praline oder ein Stück Schokolade geben, dies sollte auf jeden Fall cremig-flüssig bleiben, auch wenn man aus Versehen die Zeit aus den Augen verliert.

Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Gefrorene Souflées brauchen 15-16 Minuten, gekühlte nur etwa 13-14 und bei den ganz frischen sollten ungefähr 10 -12 reichen. Man erkennt ganz gut, dass sie fertig sind, wenn sich der Teig nach oben wölbt.

Die Souflées aus dem Ofen nehmen, vorsichtig aus den Formen klopfe und servieren. Dazu passen super Erdbeeren oder marinierte Orangenfilets. Wenn alles geklappt hat, läuft noch etwas warmer Schokoteig aus der Mitte beim Anschneiden. Bei meinem Foto oben im Rezept, hatte ich sie diesmal einen Ticken zu lang im Ofen – aber lecker war’s trotzdem.

Viel Spaß allen Naschkatzen!