Sommer-Salat: Bunte Markttomaten

Damit diese Woche nicht ganz ohne Rezept dahin geht, gibt’s heute ein ganz flottes Rezept von mir. Es ist Sommer und nach wie vor habe ich Stress mit meiner Wohnung. Mein Balkon ist aus „verkehrssicherheitlichen Gründen“ abgesperrt (ein Holzgitter wurde von außen vorgeschraubt, um das Betreten zu verhindern) und mein Vermieter weigert sich, mit mir zu sprechen. Das führt auf jeden Fall dazu, dass ich jede freie Minute irgendwo außerhalb meiner Wohnung verbringe. Zumindest jetzt, wo die Temperaturen nicht mehr „Herbst“ schreien.

Bevor es letzte Woche zum apokalyptischen Sturm in Lippe kam, habe ich am Samstagvormittag einen kleinen Spaziergang über den Detmolder Wochenmarkt gemacht. Hier trifft man viele Stände von Höfen und Läden und Fleischern aus der Region und mit ihnen alles, was das Herz begehrt. Ohne einen bestimmten Einkaufsplan habe ich mich dort umgeschaut und schnell mein Highlight gefunden. Ein Hof aus Jerxen-Orbke hatte dort einen wunderbar großen Stand mit Tomaten aller Art. Von Ochsenherzen, grünen, gelben, roten, Coktail-Tomaten und was man sich sonst so vorstellen kann gab es dort eigentlich alles. Ich habe also zugeschlagen und zum Mittag einen bunten Tomatensalat gezaubert.

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Bunter Markt-Tomatensalat

Für eine Portion:

  • 250g bunte Tomaten
  • 2 EL Bärlauchöl
  • 1 EL Kräuteressig
  • 1 TL Honig
  • Salz und Pfeffer

In einer Schüssel das Dressing zusammenrühren, die Tomaten vierteln und dazugeben. Vorsichtig vermengen servieren. Dazu gab’s bei mir einen Sesamring und Auberginenpaste vom türkischen Händler.

Noch ein wichtiger Hinweis: Die Tomaten sollten nicht aus dem Kühlschrank direkt verarbeitet werden. Sie schmecken am besten, wenn sie Zimmertemperatur haben.

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Sommer-Salat: Garnele/Melone/Tomate

Inspiriert von meinem Gang über den ersten Bielefelder Street Food Market in der letzten Woche, habe ich mich heute daran gewagt, ein Gericht zu nachzubasteln, das ich dort probiert habe. Ohne großes Geschwafel geht’s direkt ins Eingemachte.

Melonensalat mit Garnelen

Melonensalat

Melonensalat mit Garlenen, getrockneten Tomaten und Avocado

Für 2 Vorspeisenportionen braucht ihr:

  • eine halbe kleine Melone (ich habe eine spanische Jimbee verwendet)
  • geschälte Garnelen für 2 Portionen (je nach Größe variiert die Menge, es ginge auch mit Krabben!)Zubereitung
  • eine Knoblauchzehe
  • etwas Öl zum Braten
  • eine handvoll getrocknete, eingelegte Tomaten
  • ein paar Blätter frischen Basilikum
  • einen halben Bund glatte Petersilie
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Zitronensaft (alternativ Weißweinessig oder ein Fruchtessig)
  • Salz und Pfeffer
  • eine halbe Avocado

Die Garnelen ggf. abtauen, entdarmen und gut trocken tupfen. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Knoblauchzehe schälen und mit der flachen Seite des Messers kräftig anschlagen, so dass sie etwas auseinander bricht. Die Zehe im Öl braten (so kommt das Knoblaucharoma an die Garnelen, ohne dass später im Salat auf Knoblauch gebissen wird) und die Garnelen dazu geben. Schnell und heiß garen und mit Salz und Pfeffer würzen. Aus der Pfanne nehmen und etwas abkühlen lassen.

Die Melone schälen, kernen und in Würfel schneien. Anschließend in eine Schüssel geben. Nun die getrockneten Tomaten in möglichst feine Streifen schneiden und dazugeben. Die Avocado in kleinere Würfel schneiden. Petersilie und Basilikum hacken und alles vermengen.

Jetzt fehlt nur noch das Dressing. Dafür einfach Zitronensaft und Olivenöl mit etwas Salz und Pfeffer kräftig verrühren, so dass es emulgiert. Alle Zutaten vermengen und anrichten. Dazu passt knuspriges Knoblauchbrot.

BBQ-Begleitung mit orientalischem Touch: Couscous-Salat

Hallo ihr da draußen, 

nach einem nettem Burger-BBQ kommt heute endlich Mal Fisch auf den Grill. Die Zedernholz-Planken werden gerade gewässert und währenddessen dachte ich mir, ich stelle euch eine leckere Begleitung vor. Da ich es mir grundsätzlich ja nicht nehmen lasse, irgendetwas vorzubereiten, habe ich heute mal in meinen recht gut gefüllten Kühlschrank geguckt und kurzfristig einen leckeren, orientalisch angehauchten Salat zusammengezaubert.

Orientalischer Couscous-Salat (oder auch: Taboulé)

Wie’s geht, lest ihr hier!

  • 200g Couscous (instant! Also der, der nur noch mit heißem Wasser quellen muss)
  •  400ml Gemüsebrühe
  • 2 TL Ajvar
  • etwas Kreuzkümmel (und/oder Gewürze nach Wahl)
  • 1/2 Salatgurke (geschält)
  • 1 kleine Zucchini
  • eine Hand voll Coktailtomaten (oder entsprechend andere Tomaten nach Wahl)
  • 1 Paprika (ich habe eine rote genommen, da diese etwas süßlicher sind)
  • evtl. etwas frischen Spinat
  • 1/2 Bund frischer Koriander
  • 1-2 Bund glatte Petersilie
  • 1 kleine Bio-Zitrone
  • etwa 3 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Die Gemüsebrühe aufkochen, mit dem Ajvar und einer Messerspitze Kreuzkümmel vermengen und die Mischung über den Couscous geben (am besten in einen Kochtopf). Einen Deckel aufsetzen und an die Seite stellen. Hier kann der Couscous erst einmal in Ruhe quellen. Das dauert in etwa 10 Minuten.

Währenddessen das Gemüse schnippeln. Ich find’s am schönsten, wenn alles recht klein gewürfelt ist. Die Zucchiniwürfel habe ich außerdem noch kurz durch die heiße Grillpfanne geschwenkt, der Rest bleibt roh.

Alles in eine große Schüssel geben, den Spinat und die beiden Kräuter hacken und unterrühren. Nun die Zitrone waschen, die Schale abreiben (Achtung, nur die äußerste Schale fein abreiben oder mit einem Zestenreißer behandeln. Der weiße Teil der Schale ist bitter!) und auffangen. Die Zitrone auspressen und den Saft mit dem Schalenabrieb und dem Olivenöl vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Dressing über das Gemüse geben und gut unterrühren. 


Zum Abschluss den leicht abgekühlten Couscous vorsichtig unter das Gemüse heben und abschmecken. Den Salat kann man warm essen, schmeckt aber besser, wenn er gut durchgezogen ist 😉


Ich wünsche euch ein wundervolles, sonniges Wochenende und tolle Grillabende!


Yvonne

Überraschend lecker? Zwei mal Ziegenkäse

Ich bin ja eigentlich ein Allesprobierer. Grundsätzlich siegt die Neugier über den Vorurteilen. Allerdings gibt es ein paar Zutaten, bei denen ich immer wieder an meine Grenzen gebracht werde. Auf die Liste der Sachen, mit denen man mich tatsächlich jagen kann, gehören vor allem rohe Zwiebeln. Und Erbseneintopf. Oliven sind nicht wirklich mein Freund, kann ich aber mal ignorieren oder in manchen Gerichten auch wertschätzen. 

Ich war Jahre lang überzeugt, dass Ziegenkäse für mich der absolute Graus sei. Schon der Geruch hat mich eher daran erinnert, gleich einer Ziege auf der Weide in den Hintern zu beißen, als ein kulinarisches Hochgefühl zu erleben. Bei einem Kochkurs in Düsseldorf in 2013 („London Style“ in der Kochschule Petzchen) wurde ich eines Besseren belehrt. Da es mir so hervorragend gemundet hat, möchte ich mich heute ein wenig über Ziegenkäse und seine Vorteile auslassen und auf einem Rutsch auch gleich zwei interessante Rezepte dazu vorstellen. Das eine ist ein Salat, der vor allem als Vorspeise glänzen kann, das andere eher ein Hauptgericht, das wunderbar in die Jahreszeit passt. 

Ziegenkäse – Genuss für Jedermann?

Was vor einigen Jahren noch als sehr strenger Käse, der oft nur ausgewählten Gourmetzungen im Kochrepertoire lag, galt, ist heute in einer Sortenvielfalt für jedermann auf dem Markt. Ob Frischkäse, Hartkäse, Weich- oder Schimmelkäse ist alles in den verschiedensten Konsistenzen und Aromastärken zu bekommen und wird damit zu einer besonderen Spezialität, die nicht nur auf jeder Käseplatte vertreten sein sollte. 

Insbesondere für Kuhmilchallergiker kann Ziegenkäse eine Alternative sein, denn dieser hat einen geringeren Fett- und Milcheiweißanteil als Kuhmilch und gilt daher für viele als verträglichere Variante. Allerdings ist dies individuell abhängig und sollte auf jeden Fall zunächst in einer kleinen Menge getestet werden. Wo Ziegenkäse drauf steht, ist auch welcher drin. Zumindest in der deutschen Produktion gilt diese Prämisse. Was sich deutscher Ziegenkäse nennt, muss auch zu 100% aus Ziegenmilch bestehen. Es gibt jedoch auch viele Spezialitäten anderen Ursprungs, die in einem Mischverhältnis aus Kuh- oder Schafsmilch hergestellt werden. 

Das Spektrum der Zubereitungsmöglichkeiten zieht sich von herzhaft-aromatisch bis mild-fruchtig. Ein Ziegengouda lässt sich beispielsweise prima als zusätzliche Einlage in einen gemischten Salat geben, Ziegenfrischkäse wird mithilfe von ein paar Kräutern zu einem leckeren Gemüsedip. Eine kleine Auswahl verschiedener Gestaltungsmöglichkeiten des herzhaft-leckeren Käses kommt wie folgt: 

Gebratene rote Bete auf Rucolabett mit Honigziegenfrischkäse und karamellisierten Walnüssen 

(das Bild stammt von besagtem Kochkursabend – zusätzlich wurde hier mit Granatapfelkernen garniert)

Wir benötigen für 2 Personen: 

  • 2 mittelgroße frische Rote Bete (wer Zeit sparen möchte, kann auch die vorgekochte, vakuumierte kaufen)
  • Einen Bund Rucola
  • 1-2 Tomaten
  • Eine gute Hand voll Walnüsse
  • 1 EL Puderzucker
  • Einen Stich Butter
  • 2 kleine (Honig-)Ziegenfrischkäse bzw. eine Rolle
  • Olivenöl
  • Weißweinessig
  • 1 TL Honig
  • Saft einer viertel Zitrone
  • Salz und Pfeffer

Zunächst die Rote Bete in kochendes, leicht gesalzenes Wasser geben und für ca. 45 Minuten köcheln lassen. Anschließend kalt abschrecken, schälen und in mundgerechte Stücke schneiden (Achtung! Nicht umsonst wird rote Bete auch als Farbstoff verwendet, also: bestenfalls Handschuhe tragen). Nun die Walnüsse 3-4 Minuten in kochendem Wasser blanchieren, abkippen, kurz abtropfen lassen und anschließend in dem Puderzucker wälzen. Die Butter in einer Pfanne schaumig erhitzen und die Nüsse darin rösten. Auf einem Küchenkrepp das Fett abtropfen lassen. 

Eine Pfanne auf zweidrittel Hitze aufsetzen und etwas Olivenöl hineingeben. Hier drin nun die Rote Bete Stücke anbraten, so dass sie leicht bräunen. Das Ganze mit etwas Salz und Pfeffer würzen. Währenddessen den Rucola waschen, den unteren Teil der Stiele wegschneiden und auf zwei Tellern aufteilen. Die Tomaten achteln, entkernen und zum Rucola legen. Für das Dressing etwa 6 EL Olivenöl (wer möchte kann hier auch einen Teil mit Walnussöl ersetzen) leicht erwärmen und mit etwa 2 EL Essig, 1 TL Honig, etwas Zitronensaft, sowie Salz und Pfeffer abschmecken. Das erwärmte Dressing sorgt dafür, dass der Rucola leicht zusammenfällt und so leichter verdaulich ist. Außerdem entzieht das warme Dressing dem Salat seine Bitterstoffe.

Nun die gebratene rote Bete auf den Tellern drapieren, den Ziegenfrischkäse in Scheiben oder Würfeln darüber geben und mit dem Dressing, sowie den Nüssen garnieren. Dieser Salat schmeckt am besten lauwarm.

Ziegencamembert im Wirsing-Speckmantel 

Wir benötigen für 2 Portionen: 

  • Einen Wirsing, bzw. die äußeren Blätter (alternativ kann hier genauso Mangold oder Spitzkohl verwendet werden)
  • 8 Scheiben Frühstücksspeck
  • 4 Ziegencamembert (oder wenn es größere sind nur 2; diese dann halbieren)
  • Etwas Honig
  • Salz, Pfeffer

Einen großen Topf mit Wasser aufsetzen und zum kochen bringen. Vom Kohl 4 Blätter entfernen und den Strunk herausschneiden. Das Wasser leicht salzen und die Kohlblätter blanchieren, so dass diese weich und formbar werden. Die Blätter kalt abschrecken. Je einen Camembert auf eines der Blätter legen, ein wenig Honig darüber träufeln und im Kohl einschlagen. Nun den Speck fest darum wickeln. Eine Pfanne auf halber Hitze aufsetzen und einen Schuss neutrales Öl hineingeben. Hier nun die Camembertwickel hineinsetzen und langsam braten lassen, bis der Speck knusprig geworden ist. Dazu kann man aus dem restlichen Wirsing ein schnell geschwenktes Kohlgemüse machen, oder das Ganze auf einem Salatbett servieren. 

Weitere unkomplizierte Verwendungsmöglichkeiten sind zum Beispiel das gratinieren mit etwas Honig und Thymian, ein Salat aus jungem Spinat mit Ziegengouda und Granatapfelkernen oder das Anreichen einer Ziegenkäseplatte mit süß-pikanten Dips, wie Feigensenf. Auch zu Fleischgerichten bietet sich Ziegenkäse als ein guter Partner. Überbackene Schweinefiletmedaillons oder als Füllung für ein Hähnchensteak machen in jedem Menü etwas her. Generell passen besonders gut fruchtige und süße Aromen wie Feige oder Birne als auch Honig zu den deftigen Käsen und bilden einen schönen Kontrast. 

Damit wünsche ich euch ein schönes Wochenende!

Yours,

Yvonne

Einfach, schnell und lecker: Herbstsalat

Eigentlich bin ich ja grade im Pilzrausch aber mal zwischendurch habe ich ein pilzfreies Mittagessen gezaubert, das ich so schön gelungen finde und euch mitteilen möchte.

Herbstsalat mit gebratenem Huhn und Pflaumen

Wir brauchen:

  • zwei handvoll grünen Salat (was das Herz begehrt)
  • ein Stück Hähnchenbrust
  • 2 Pflaumen
  • einen EL Sonnenblumenkerne
  • neutrales Öl (Erdnuss, Sonnenblumen o.ä.)
  • Sesamöl
  • Pfirsich Balsamessig (oder ein anderer fruchtiger Balsamessig)
  • Honig
  • scharfen Senf
  • Salz und Pfeffer

Eine Pfanne aufsetzen und etwas Öl hineingeben. Die Hähnchenbrust braten, salzen und Pfeffern. Wenn es gar ist kurz auf einem Arbeitsbrett ruhen lassen.

Währenddessen den Salat in feine Streifen schneiden und auf einem Teller anrichten. Die Pflaumen halbieren, entkernen und in sehr dünne Spalten schneiden. Über dem Salat verteilen.

in einem Gefäß 1 EL neutrales Öl mit 1 EL Balsamessig und 1 TL Sesamöl vermischen. Hier einen TL Honig und einen TL Senf kräftig unterrühren (so, dass sich der Senf komplett auflöst). Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Dressing über dem Salat verteilen.

Das Huhn nun entgegen der Faser in Tranchen schneiden und auf den Salat legen. Die Sonnenblumenkerne darüber streuen (man kann sie auch anrösten). Alternativ passen auch Sesamkörner wunderbar.


So viel zu einem schnellen Mittagessen. Als nächstes geht es hier mit Rezepten rund um meine gestrige Pilzausbeute weiter.