Spargel dreierlei: Römisch, früh und siciliano

Sie ist wieder da, meine liebste Jahreszeit: Die Spargelzeit hält nun in allen Teilen Deutschlands Einzug. Noch bis zum Johannistag, dem 24. Juni, wird gestochen. In der Vergangenheit habe ich ja Stein und Bein auf die Zubereitung im Alumantel geschworen, nun möchte ich drei weitere fantastische Rezepte präsentieren.

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I. Im Römer.

Spargel aus dem Römertopf ist so unkompliziert, wie nur eben möglich. Das Gemüse wird dazu einfach nur geschält, der Topf (und Deckel!) etwa 15 Minuten gewässert. Ohne zusätzliche Flüssigkeit kommt der Spargel in den Topf, dazu ein Stich Butter, etwas Salz, eine Prise Zucker und ein Pfützchen Zitronensaft. Kurz mit den Händen durchmengen, Deckel drauf und in den kalten Ofen stellen. Diesen nun auf 180°C Ober-/Unterhitze anschalten und nach etwa 45 Minuten ist der Spargel im eigenen Saft gegart und mit herrlicher Butternote versehen. Der Vorteil: Auch größere Mengen (getestet mit einem Kilo) lassen sich auf einen Rutsch gleichmäßig zubereiten. Der Nachteil: Es dauert etwas länger als die herkömmliche Garung in kochendem Wasser. Dafür bleiben Geschmack und Inhaltsstoffe besser erhalten.

II. Zum Frühstück

Mein Lieblingswochenendfrühstück ist im Moment Omelett. Dabei kommt in der Regel immer mit rein, was ich im Kühlschrank so finde. Das ist nicht selten grüner Spargel. Göttlich und einfach: 3 – 4 Stangen grünen Spargel in mundgerechte Stücke schneiden (muss nicht geschält werden!); das holzige Ende wegschmeißen. Kurz in etwas Butter anbraten und auf einem Teller zwischenparken. Zwei Eier mit einem kleinen Schuss Milch oder Sahne und etwas Salz und Pfeffer verquirlen und in die Pfanne geben. Bei mittlerer Hitze stocken lassen. Kurz bevor das Ei gar ist, eine Scheibe Käse und das Gemüse auf eine Hälfte des Omelettes geben, die andere Hälfte darüber klappen und noch etwa 30 Sekunden garen lassen. Anrichten und sich freuen. Die Art Omelett ist wahnsinnig wandlungsfähig. Manchmal kommen bei mir Tomaten zu, statt Spargel nehme ich auch gerne Avocado (die ich nicht vorher anbrate). Auch Bacon oder Schinken passen prima.

III. Sizilianisch

Und hier ist er nun, der Star, das Highlight, das beste Spargelrezept, das mir in den letztenIMG_20160516_193453410 Jahren untergekommen ist. Und dabei ist es nicht aus den deutschen Gefilden, wobei sich ja gerade hier damit  gerühmt wird, Spargelheimat zu sein. Nein, es stammt von meiner amerikanisch-sizilianischen Schwägerin Bianca. Der Spargel wird im Ofen gegart, erhält eine leichte Bitterkeit vom Bräunen, die aber zugleich von der Süße des Honigs und der Salzigkeit des Parmesans aufgefangen wird. Fantastisch. Das Rezept habe ich bislang nur mit grünem Spargel getestet! Ich vemute, dass es mit weißem nicht ganz so gut funktionieren würde.

Die Enden der Spargelstangen abbrechen und das Gemüse in eine Auflaufform geben. Etwa einen Teelöffel Honig darüber träufeln, mit grobem Meersalz bestreuen und etwas Olivenöl darübergeben. Etwa eine handvoll frisch geriebenen Parmesan darüber streuen und alles für gute 15 Minuten bei 200°C Ober-/Unterhitze backen. Nach der Hälfte Zeit  einmal durchrühren, damit sich alles gut verteilt.

Der grüne Spargel wird so zur großartigen Beilage, schmeckt aber auch kalt (weshalb bei mir nie ein Rest für den nächsten Tag überbleibt) 😉

 

 

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Snickerdoodles: Zimtbomben mit brauner Butter

Der erste Advent ist nicht mehr fern und die große Weihnachtsbäckerei steht vor der Tür. Auch bei mir wurde am Montag die Küche in den Ausnahmezustand versetzt, als meine kleine Schwester zum großen Backwahn kam. Ein kleines Warm-Up gab es für mich schon letzte Woche.

Bei meinem letzten Amerika-Urlaub habe ich mich ja in viele kulinarische Dinge verliebt, unter anderem in Snickerdoodles. Besonders lecker waren die gluten- und eifreien Kekse von Trader Joe’s. Die gibt es hier aber leider nicht und ich finde auch noch kein Rezept, was dem nahe kommen könnte. Mein Bruderherz hat mir jetzt aber ein Care-Paket versprochen. So lange begnüge ich mich mit diesen mindestens ebenso köstlichen, wenn auch sicherlich etwas weniger gesunden süßen Sünden, die mit ihrer braunen Butter-Note auf dem Adventsteller ganz klar herausstechen.

Das Original-Rezept ist übrigens von ambitious kitchen und von mir nur interpretiert. Ich habe bewusst die Kombi aus Baking Soda und Cream Tartar (reiner Weinstein) durch Weinsteinbackpulver ersetzt, da dies hier gängiger ist. Wer es original backen will, nimmt auf die unten angegebene Rezeptmenge 1/2 TL Backsoda und 1 TL Weinstein anstelle des Weinsteinbackpulvers.

Snickerdoodles

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Das braucht ihr:

  • 175g Mehl
  • 2 TL Weinsteinbackpulver (gibt’s im Supermarkt)
  • 1/2 TL Zimt
  • 1/4 TL Salz
  • 110g braune Butter (dafür Butter so lange erhitzen, bis diese leicht nussig riecht und anfängt gold-braun zu werden. Achtung, verbrennt schnell)
  • 100g brauner Zucker
  • 50g weißer Zucker
  • 1 Ei
  • 1/2 TL Vanille-Extrakt
  • 1 TL griechischer Joghurt

zum Wälzen:

  • 50g Zucker
  • 2 TL Zimt

Die noch flüssige aber nicht mehr ganz heiße braune Butter mit Zucker aufschlagen, Ei, Vanille und Joghurt dazugeben. Mit den trockenen Zutaten kurz zu einem glatten Teig verarbeiten. In Frischhaltefolie gut 2-3 Stunden in den Kühlschrank legen.

Den restlichen Zucker mit dem Zimt vermischen. Walnussgroße Kugeln aus dem Teig formen und im Zimt-Zucker-Gemisch wälzen. Auf ein Blech legen und bei 175°C Ober- / Unterhitze etwa 8-12 Minuten backen. Gerade so lange, dass der Rand anfängt zu bräunen. Die Kekse sollten nicht ganz durchgebacken und noch leicht cremig in der Mitte sein.

Ich hab‘ die Kugeln etwas größer gemacht und in einem Muffinblech gebacken. Dadurch sind die Kekse leicht überdimensional, sehen aber alle schön gleichmäßig aus. Bei dieser großen Variante reicht der Teig für 14 Kekse. Bei etwas kleineren Kugeln dürften gut 20 herauskommen.

Arrrrrrriba! Hot Tex-Mex Chili con Carne

Weiter geht’s mit der südamerikanischen Küche. Ein richtig gutes Chili essen, das klingt so viel einfacher als man denkt. Das, was ich bisher in Deutschland als Chili serviert bekommen habe, war in der Regel meistens nur Hack in Tomatensoße mit Bohnen. Leckere Gewürze, eine tolle Schärfe und das bisschen mexikanische Lebensfreude kann man dabei lange suchen. Ein gutes Chili lässt die Augenlieder flackern und ist ein bisschen wie guter Sex – heiß und eine Erinnerung wert.

Tatsächlich habe ich mein Grundrezept gar nicht aus Amerika mitgebracht, sondern bei einem Freund abgeguckt. Von ihm habe ich die tolle Idee, das Ganze mit Kaffee, Schokolade und Bier (!) zu würzen. Als Beilage gibt es bei mir in der Regel nur aufgebackene Brötchen oder Baguette. Wenn ich für Besuch koche, mache ich dazu gerne noch eine Guacamole und rühre ein bisschen Sour Cream an. Dazu ein paar Nachos und/oder Blätterteig-Käsestangen und alle sind glücklich 😉

Nun will ich euch aber gar nicht länger auf die Folter spannen, auf geht’s:

Chili con Carne

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Ihr braucht:

  • 300g Hack (250g tun es auch, wer’s fleischiger mag, nimmt 500g)
  • Etwas Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 2 Piri-piri Chilis (bzw. je nach Vorliebe)
  • 1 TL Cumin (= Kreuzkümmel)
  • 1/2 TL gemahlener Koriander
  • 1 TL Paprika rosenscharf
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • etwa 1 TL brauner Zucker
  • Salz und Pfeffer
  • 1 Dose Bohnen (Chilibohnen oder Kidney, ihr könnt auch die Dose vermeiden und getrocknete selbst im Vorfeld über Nacht einweichen)
  • 1 Dose gehackte Tomaten (400g)
  • 1 grüne Paprikaschote, ggf. mehr (ich habe noch eine rote dazu verwendet)
  • eine kleine Flasche (0,33) dunkles Bier (in meinem Fall Liebhardts dunkles Landbier, richtig lecker ist es auch mit Schwarzbier z.B. Köstritzer oder Liebhardts „Dat Schwatte“)
  • 1 Espresso
  • ca. 20g dunkle Scholoade (mindestens 50% Kakao, besser 70%)
  • Etwa 1/2 Tube Tomatenmark
  • Fischsauce (gibt’s im Asialaden)

Das Hack in einem großen Topf mit etwas Öl anbraten. Die Zwiebel währenddessen schälen und würfeln und dann dazu geben. Den Knoblauch und die Chilis fein hacken (für etwas weniger Schärfe die Chilis zuvor entkernen!) und ebenfalls mitbraten. Wenn das Hack leicht gebräunt und die Zwiebelwürfel glasig sind, die Gewürze dazugeben und anrösten. Die Bohnen in einem Sieb unter fließendem Wasser abspülen und abtropfen lassen, dann dazugeben. Mit dem Espresso ablöschen und diesen komplett einkochen lassen. Danach das Bier dazu geben und dieses kurz aufkochen lassen. Die Tomaten ebenfalls dazu geben, gut umrühren und auf kleinster Flamme mindestens 20 Minuten, bestenfalls bis zu einer Stunde köcheln lassen.

Die Paprika in kleine Würfel schneiden und zum Chili geben. Etwa 5 Minuten köcheln lassen, dann soviel Tomatenmark dazu geben, dass eine angenehme Konsistenz entsteht. Etwas Salz und Pfeffer dazu geben und die Schokolade einrühren. Kurz ziehen lassen und mit der Fischsauce abschmecken.

Das kann man nun so als Eintopf essen oder mit Sour Cream, Guacamole und Cheddar toppen. Auch frischer Koriander oder Schnittlauch machen sich gut dazu.

Texas BBQ: Brisket aus dem Smoker

Gestern Abend war es endlich soweit. Nach einer Woche Planung haben wir uns an ein Brisket aus dem Smoker gewagt. Statt eines Rezeptes, hier in Kurzfassung die Zubereitung, da ich leider nur den Abschluss mitbekommen habe.

Brisket ist ein Stück aus der Rinderbrust, ein Schnitt, den wir in Deutschland als solchen nur selten angeboten bekommen. Am nächsten kommt dem ganzen das Bürgermeisterstück. Das Fleisch lag diese Woche ganz in der Hand der Grillmeister, Nico und Stefan. Die Herren haben am Donnerstagabend eingekauft und die beiden Brisketstücke zusammen mit einem Schweinenackenbraten mit einem Dry-Rub versehen. Das ist übrigens ziemlich genau das, was der Name sagt: eine trockene Mariande, die in das Fleisch einmassiert wird. Der Überlieferung nach wurden hierfür reichlich Salz und Pfeffer, außerdem etwas Rosmarin und ein My edelsüßes Paprikapulver verwendet. Anschließend ist das Fleisch über Nacht in den Kühlschrank gewandert und durfte dort ruhen.

Gestern haben die beiden dann ihren freien Tag dazu genutzt, sich den ganzen Tag um die guten Stücke zu kümmern. Um halb 11 Uhr morgens wurde der Smoker angefeuert und auf eine Starttemperatur um die 140°C  gebracht – diese war bewusst etwas höher gewählt, da die Temperatur mit dem einlegen des Fleisches etwas fällt. Mit einem tollen Funkthermometer versehen ist das Fleisch auf den Grill gewandert und durfte hier jetzt eine gute Ewigkeit ruhen. Währenddessen haben die Jungs eifrig kontrolliert, dass die Temperatur im Grill immer um die 100 – 120°C heiß war. Das hieß fleißiges Holz nachlegen und gelegentlich den Deckel zum abkühlen öffnen.

Bei einer erreichten Kerntemperatur von 80°C (nach etwa 5,5 Stunden) haben sie das Rind in Alufolie gewickelt. Dies wird als „Texas Crutch“ bezeichnet – eine Krücke, die dabei helfen soll, sogenannte „Plateauphasen“ bei der Zubereitung zu überspringen. Im Großen und Ganzen soll es den Prozess beschleunigen.

Ziel war eine Kerntemperatur von 92°C, die wir um 19.30 Uhr, also nach guten 8,5 Stunden erreicht haben.

Zart und köstlich war es. Wer sich jetzt überlegt, gleich einen Smoker anzuschaffen und auch damit loszulegen, sollte bedenken, dass dies wirklich Geduld erfordert. Einfach nur das Fleisch reinschmeißen und den ganzen Tag etwas anderes tun, funktioniert nicht. Man muss immer in Bereitschaft bleiben, eventuell die Temperatur auszugleichen.

Mein Fazit: Ein leckeres Highlight mit einem stark unterschätzten Teilstück vom Rind. Jedoch bevorzuge ich persönlich definitiv Pulled Pork. Die hohe Marmomierung des Schweinenackens bringt einfach einen so schönen Schmelz und eine Zartheit ins Fleisch, die die vergleichsweise magere Rinderbrust nicht erreichen kann. Unser Abend war aber wunderbar und ich könnte mir keine besseren und gewissenhafteren Grillmeister vorstellen! Als Beilage hatten wir meine Cornbread Muffins, roten Krautsalat (der mir etwas daneben geraten ist und in Resteverwertung gerade zum Rotkohl umgewandelt auf dem Herd den Rest seines Daseins fristet) und Tzaziki. Als Nachtisch konnte endlich meine Burned and Salted Caramel Icecream glänzen. Rezept folgt!

Leider konnte ich erst am Abend dazustoßen, aber Stefan hat den aufregenden Tag mit der Kamera dokumentiert. Der Hunger war natürlich mal wieder zu groß, so dass es kein vernünftiges Foto vom fertigen Endprodukt gibt. Auf dem Bild mit dem fertig gebratenen Fleisch ist das Ergebnis des gesmokten Nackenbraten zu sehen.

Sweet ’n‘ Spicy Cornbread Muffins

So. Ein zweiter Versuch. Nachdem ich just die tolle WordPress-App für Android ausprobiert und einen ganzen Beitrag mit der Spracheingabe gebloggt habe, der dann komplett leer auf der Website erschienen ist (grrrr), gehe ich jetzt doch zur konventionelleren Methode über.

Wie bereits auf meiner Facebookseite angekündigt, habe ich nun die fantastischen Cornbread Muffins aus dem Damn Delicious-Blog nachgekocht. Im Vergleich zum Originalrezept habe ich allerdings die Zuckermenge deutlich verringert und stattdessen ein wenig Mais dazugegeben. Die kleinen scharfen Küchlein gibt’s morgen als Snack oder Beilage zum Brisket, das im Smoker gegart wird.

Sweet ’n‘ Spicy Cornbread Muffins

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Das braucht ihr für 12 Muffins

  • 125g Weizenmehl
  • 125g Maismehl
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 Backpulver (bzw. das amerikanische Baking Soda)
  • 250ml Buttermilch
  • 60g Butter
  • 50g Zucker
  • 1 TL Honig
  • 2 Eier
  • 1/2 Jalapeno für den Teig und ggf. eine für die Deko
  • 50g Cheddar

Mehl, Salz und Backpulver in einer großen Schüssel vermischen. Währenddessen die Butter schmelzen und mit der Buttermilch, den Eiern, dem Zucker und dem Honig verschlagen. In die Mehlmischung eine Mulde machen und die Flüssigkeit langsam hereinlaufen lassen.    Dabei cornbread4umrühren und nach und nach etwas mehr Mehl einrühren. Das Originalrezept sieht vor, dies nur mit einem Teigschaber/Holzlöffel zu machen und ich habe mich auch daran gehalten. Mit einem Mixer könnte der Teig zu schnell überarbeitet werden, das heißt, dass das Mehl aufbricht und sich anders verhält.

Zum Schluss die Jalapeno fein hacken und zusammen mit dem Käse vorsichtig unterrühren. Wer’s machen möchte wie ich, gibt noch etwa 2 EL Mais dazu.

Den Teig in ein (ggf. leicht geöltes) Muffinblech geben, eventuell je ecornbread3inen feinen Jalapeno-Ring zur Deko darauf legen und bei 190°C Ober-/Unterhitze für 15 – 20 Minuten backen. Die Muffins sollten gold-gelb sein. Wer mag kann vor dem Servieren etwas Honig darüber träufeln – ich lasse diesen Schritt weg, da mir persönlich das zu süß werden würde.

Das war’s auch schon. Jetzt heißt es für mich abwarten bis morgen und mal gucken, cornbreadwas die anderen davon halten. Im Kühlschrank schlummert als weitere Beilage noch ein viel zu großer Berg roter Coleslaw und eine Etage tiefer wartet meine Salted Caramel Icecream auf ihren Auftritt. Das kann nur ein fantastischer Abend werden!

Vegas, Baby! Love and Marriage…

Soooo lange ist es jetzt schon her, dass ich in Amerika war. Tatsächlich sind es nur ein paar Monate, fühlt sich aber an wie eine halbe Ewigkeit. Ein bisschen habe ich gebraucht, um mich in den Erinnerungen zu suhlen, bevor ich sie mit der Welt teile. Jetzt so langsam bin ich bereit dazu, nach und nach etwas zu dokumentieren.

Ich war ja nicht nur aus Spaß an der Freude in den Staaten. Naja, eigentlich schon. Aber ein paar Wochen bevor mein Flug anstand, teilte mein Bruder mir mit, dass wir einen kurzen Trip nach Las Vegas machen würden. Er gedenke dort zu heiraten.

Ein wenig hat mich das überrascht, kannte ich doch seine Auserwählte noch nicht einmal. Was in Las Vegas alles so passierte, berichte ich ein andermal. Hier möchte ich mich für den Moment darauf beschränken, die Rede zu dokumentieren, die ich nach der Trauung für das Brautpaar gehalten habe.

Wedding Card

Unconditional Love is the term we use to describe the love between a mother and her child. It is the love that is just there, the bond you can’t help but have to acknowledge. No matter how things go along, no matter how bad or how good life is, this love is unbreakable. Steady. Unconditional.

To love unconditionally is probably the most difficult art of love. It is not about having angels floating around you singing, when you look into each others eyes or feeling fuzzy everytime you touch. It is about the passion to be able to fight and more than anything want to rekindle afterwards. To trust truely and deeply and to feel the need to share your thoughts and wishes, no matter how scary or dark they might be. I wish for the both of you that you will keep and always have this beautiful love – that is pure and honest and brutal and divine.

DSC09780When Patrick surprised me with the invitation to his wedding, I was stunned. Probably went to a little period of shock – he’s still my LITTLE brother, getting hitched when I still even can’t decide whether I like my job – but I also knew, if he was willing to take this step, she has to be “it”. She, meaning Bianca, that sweet girl with the italian last name I will never remember, whom I’ve never met before.

One week ago I laid my eyes on her for the first time. On both of them. Because when I saw him with her I knew that this was no more the little brother I felt the need to take care of. I saw that grown man glowing of love and content and utterly flustered by preparing his own wedding. I realised that eventhough by him moving to the states I lost my roommate and my best friend, this wedding will not make me lose a brother. But hopefully I’ll gain a sister.

Before I end my already too long and sobby speech, I want to conclude by sharing my favourite poem with you. It is written by Pablo Neruda and originally in spanish. Since my spanish is not that good, I’ve decided to give to you the English translation.

I do not love you as if you were salt-rose, or topaz,
or the arrow of carnations the fire shoots off.
I love you as certain dark things are to be loved,
in secret, between the shadow and the soul.

I love you as the plant that never blooms
but carries in itself the light of hidden flowers;
thanks to your love a certain solid fragrance,
risen from the earth, lives darkly in my body.

I love you without knowing how, or when, or from where.
I love you straightforwardly, without complexities or pride;
so I love you because I know no other way
than this: where I does not exist, nor you,

so close that your hand on my chest is my hand,
so close that your eyes close as I fall asleep.

Arizonean Dreams of Elvis: Scottsdale und der Bananen-Erdnussbutter-Shake

IMG_2871Ich war ja in Amerika. In Arizona, genau gesagt Scottsdale, habe ich einen Großteil meiner Reise verbracht. Gleich am ersten Morgen haben mich die mittlerweile Newlyweds – mein Bruder Patrick und seine Frau Bianca – in ein Frühstücksrestaurant entführt. Ein Restaurant/Café, das tatsächlich ausschließlich Frühstück und eine kleine Lunch-Auswahl serviert, kam mir doch erst einmal komisch vor. Schnell kam aber die Feststellung, das Frühstück dort ist fantastisch. Wie Amerikaner frühstücken, ist eine ganz andere Dimension. NY Strip, pochierte Eier, English Muffins, gegrillter Spargel, viel mit Gemüse, Avocados (die ich über alles liebe) und eine tolle Kombi aus süß und herzhaft stehen hier auf dem Programm.

Insbesondere Scottsdale, in dem größtenteils eher die etwas betuchtere Gesellschaft residiert, hat einen Tick für alles, was gesund IMG_2874ist. Nach dem clichée übergewichtigen Ami kann man hier recht lange suchen. Überall strahlen einen perfekte Zähne an und wenn nicht gerade ein „Cancer Research Center“ am Straßenrand zu sehen ist (ich habe alleine in Scottsdale an unterschiedlichen Ecken der Stadt 5 davon gezählt!), ist ein Fitnessstudio garantiert nicht weit. Das drückt sich auch in der kulinarischen Welt aus.

Es ist nicht so, als könne man dort kein Fast Food bekommen. Im Gegenteil. Überall schießen kleine Läden aus dem Boden, die offensichtlich den Großteil ihres Budgets in Reklame investiert haben. Der Unterschied: In Burgerrestaurants kriegt man die köstlichen Sandwiches von oben bis unten handgemacht (Beispiel ist die Kette „In & Out“), jedes Restaurant bietet in der Regel auch glutenfreie Alternativen an und neben den bereits genannten Frühstücksrestaurants, gibt es Fast Food Läden, die sich ebenfalls auf Frühstück und Snacks spezialisieren. Hier kriegt man von Breakfast Burritos über Egg White Omeletts vor allem Smoothies und (Protein-)Shakes, die man sich im Vorbeifahren am Drive in schnell zur Arbeit mitnimmt. Absolut fantastisch. In Detmold kenne ich das nur von McDonald’s und das muss ja nun nicht wirklich sein.

Viele dieser kleinen Läden sind eben auch keine Ketten sondern ganz offensichtlich nett gestaltete Orte, die vielleicht ein bisschen zu Hipster für meinen Geschmack sind, aber trotzdem einem eigentlich recht coolen Konzept unterliegen. Einer dieser Läden ist Buzzberry. Hier gibt es fantastische Muffins, tolle Wraps und vor allem leckere Shakes.

Bei meinem eingangs erwähnten ersten Frühstücksgang in Scottsdale, ist mir gleich mein neuer Lieblingsshake in die Finger geraten. Mein Bruder bestellte einen „Elvis“. Auf meine Verwirrung folgte schnell die Erklärung, dies sei ein Milchshake, der quasi das Frühstück ersetzen würde. Verwendet würden Banane, Erdnussbutter und Espresso.

Bei der VorstellIMG_2890ung musste ich mich ein wenig schütteln. Das klang doch etwas zu abstrakt für ein Getränk. Jedoch hat sich schnell das Gegenteil gezeigt. Ein Schluck konnte gleich mein Herz gewinnen. Diese Kombination hat ganz fantastisch funktioniert. Perfektes Frühstück und ein wunderbarer „Pick me up“ nach einer durchzechten Nacht.

Da die Jungs und Mädels von Buzzberry so nett waren und etwas Mitleid mit mir armer Deutschen hatten, die wohl nicht all zu bald wieder nach AZ kommen kann, haben sie mir das Rezept für den Elvis verraten. Here it goes.

Elvis – Milchshake mit Banane und Erdnussbutter

Elvis
Wir brauchen für zwei Shakes (oder einen sehr großen)

  • 1 Banane
  • 1 doppelter Espresso
  • 1 großer TL Erdnussbutter
  • gute 200 ml Milch, eventuell etwas mehr
  • eine kleine Prise Salz
  • 1/2 TL ungesüßtes Kakaopulver
  • 1/2 TL Zucker (//oder eben keinen Zucker und dafür gesüßten Kakao)
  • Crushed Eis

Banane, Espresso, Erdnussbutter und etwas Milch in einen Mixer geben und gut schreddern lassen. Die Gewürze dazugeben und Milch auffüllen, bis es noch eine leicht dickliche Konsistenz hat. Das Eis unterrühren und in Becher kippen. Direkt trinken oder im Thermobecher mit ins Büro nehmen und von Arizona träumen!

Rachel’s Mom’s Chewy Chocolat Chips Cookies

Wer mich kennt, weiß von meiner leicht anglophilen Neigung. Diese liegt offenbar in der Familie, denn auch das Herz meines Bruders schlägt transkontinental. Praktischerweise kommt man so auch mal an hier eher unbekannte Dinge oder ein echt amerikanisches Familienrezept für die typischen Chocolat Chip Cookies. Das folgende Rezept habe ich von Rachels Mutter bekommen und nicht nur ausprobiert, sondern für meine Leserschaft aus dem angloamerikanischen Cupmaß in unser europäisches Raummaß übertragen.

American Chewy Chocolat Chip Cookies

 

Vorweg sei gesagt, wer wie ich auf das großartige Eis von Ben&Jerries in der Sorte ‚Cookie Dough‘ steht, hat hier mit exakt den richtigen Teig dafür gefunden..

Aus Urheberrechtsgründen sei angemerkt, dass Ich mir vorbehalte einige Kleinigkeiten aus dem Originalrezept angeglichen zu haben.  😉


Zutaten für 2 Bleche Kekse:

  • 125g Butter (bitte nicht mit fettreduziertem Chemiespaß oder pseudogesundem Zungenverkleber á la Margarine ersetzen), am besten Zimmerwarm
  • 100g weißer, feiner Zucker (also der gängige Haushaltszucker)
  • 100g brauner Zucker (Rohrzucker)
  • 1 Ei
  • 1 Schuss Milch (geschätze 3 EL, die Milch dient nur dazu den Teig geschmeidiger zu machen)
  • 1 TL Vanlliearoma (hiermit ist flüssiges Aroma bzw. Vanilleschotenextrakt gemeint, dies ist im amerikanischen Raum recht üblich. Frisches Vanillemark tut es aller Wahrscheinlichkeit nach auch; Vanillezucker ist vermutlich etwas zu mild im Aroma)
  • 1 TL Salz (nicht weglassen und auch nicht zu vorsichtig mit der Menge sein!)
  • 300g Mehl
  • 1 TL Backsoda (Natriumhydrogencarbonat: gibt es als ‚Baking Soda‘ in der internationalen Abteilung im Supermarkt; gelegentlich auch als Natron in der Backabteilung zu finden)
  • 1 TL Backpulver (die amerikanische Zusammensetzung ist zwar etwas anders als unsere deutsche, die funktioniert aber genauso (FYI: Backpulver besteht aus Natriumhydrogencarbonat dem eine Säure hinzugefügt ist)
  • 100g Chocolate Chips (entweder man kauft hier direkt zum backen geeignete Schokochips oder hackt selbst welche. Wichtig ist, dass die Schokolade einen Kakaogehalt von über 50% hat und nicht zu zartschmelzend ist. Zudem sollte sie nicht zu fein gehackt werden, da sie sich sonst beim backen wie Kakao mit dem Teigvermischt.)


Als erstes wird die zimmerwarme (also weiche) Butter mit den beiden Zuckern schaumig geschlagen (Handrührgerät, Knetaufsätze). Das Ei, die Milch, das Vanillearoma und das Salz hinzugeben und halbwegs cremig rühren. 

Das Mehl abwegen und dazu das Backsoda und das Backpulver geben und mit dem Mehl verrühren. Nun das Mehlgemisch in die vorbereitete Buttermischung streuen und auf hoher Stufe ein paar Minuten mixen, so dass ein gleichmäßiger, zäher Teig entsteht. Zum Schluss die Chocolat Chips einrühren (nicht mehr zu kräftig mixen, oder direkt per Hand einrühren, damit die Schokolade nicht zu klein wird). 

Den Teig jetzt für eine Stunde in den Kühlschrank packen (Eilige können ihn auch direkt weiter verarbeiten, aber erfahrungsgemäß werden die Kekse dadurch sehr flach und laufen auseinander).


Nach einer Stunde den Ofen auf 170°C Ober-/Unterhitze vorheizen und die hälfte des Teiges auf ein Stück Backpapier geben. Mit hilfe des Papieres den Teig zu einer Rolle formen (etwa 3-4cm Durchmesser).

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und von der Keksteigrolle mit einem angefeuchteten Messer ca 1 – 1,5cm dicke Scheiben abschneiden und auf das Blech legen (achtung! zu allen Seiten gut 2 cm Platz lassen, da die Kekse sich noch ausdehnen).

Das Ganze jetzt für ca 15 Minuten backen (die Kekse werden dann gleichmäßig hellbraun, sind außen knusprig und innen noch saftig).


Wer diese Kekse als Halloweentreat backen will kann bei den noch heißen Keksen mit einem Zahnstocher die Schokolade etwas herausziehen und so Spinnenbeinchen auf die Kekse malen.. sieht mir schon fast zu echt nach meinem unliebsten Hausgast aus!